Pg Jugendpflege

Praxistipps für die Kinder- und Jugendarbeit, Reflexion und Diskussion aller relevanten Themen

"Nachlese" zum "Nachdenklichen"

Beitragvon Protestant » 07.10.2004, 22:43

Liebe agape,

darf man übertreiben...?

Du hast natürlich recht, dass die Problematik in der NAK an sich keine zielgruppenorientierte Problematik ist.

Nur in der Zielgruppe "Jugend" schlägt diese sich mit ungebremster Wucht nieder! Entweder unsere Jugend ist "unangenehm" kritisch, oder sie bleibt "ganz weg"(da tun wir "Mittelalte" uns schon ganz schön viel schwerer; aus den verschiedensten, teilweise auch für uns kaum noch nachvollziehbaren Gründen).

Somit helfen herzige Jugendveranstaltungen mit "Ringelpietz und Anfassen" halt nicht mehr weiter. Die Mängel lassen sich leider, oder "Gott sei Dank" kaum mehr kaschieren. Und mit "Vollendungszeit-Gebrabbel", "Spreu-vom-Weizen-trennen-Gesülze" und ähnlichen Durchhalteparolen wirkt man von Seiten der KL nur wenig überzeugend und die meisten spüren: es ist auch nicht überzeugend!

Unn nuu?

Projektgruppe ist NAK-okkupierte Zauberwort (wie shalom es so schön "durchgekaut" hat).

Apropos "Projektgruppe". Ich bin seit ca. 40 Minuten von einer Bezirksjugendleiterbesprechung (grausames Wort) zuhause. Die Gruppe, die sich in unserem Bezirk dort zusammenfindet ist echt "taff" (um auch einmal wenigstens "Jugendsprache" zu verwenden). Wir leisten jetzt seit über einem Jahr gute Projektarbeit um die Jugendarbeit in unserem Bezirk neu zu gestalten (mit regelmäßigen Treffs, workshop u.ä.).

Mit allen Schwierigkeiten, die uns die Amtskirche mit ihrem inzwischen opulenten Regelwerk macht, kommen wir trotzdem weiter, weil der Kreis aus Personen besteht, die sich auch was trauen. Die ersten Schritte sind klein, aber bemerkenswert.

Was aber das Wichtigste ist, wir verstehen uns untereinander, trotz großer Auffassungsunterschiede und wir respektieren uns ohne Vorbehalte. Geschuldet ist dieser Status nicht zuletzt der Person des Bezirksjugendleiters, der halt "Mensch ist" wie "shalom Tegtmeier" so sagen würde; und ein richtig guter noch dazu. Was macht dieser so besonderes, oder was ist an ihm so besonderes: nichts, ..., er integriert nur, er führt zusammen, er zerstreut nicht ... und führt trotzdem eine klare Rede, wenn's draufankommt.

Und so bewegt er die Gruppe, sich nicht nur untereinander zu achten, sondern sich zu lieben indem jedem die Stärken des anderen bewußt werden. Einfach Klasse.

Das sind Wesenszüge, die für "Höheres" bestimmt sind!

Warum gibts so wenig von diesen in den wichtigen Funktionen und Ämtern??? Dies wird mir immer unbegreiflich bleiben, bei einer Kirche, die sich immer noch offiziell als das "alleinige Erlösungswerk Gottes" bezeichnet (noch immer!!!, leider).

Noch ein "Anekdötchen" am Rande.

In dieser abendlichen Besprechung ging es mal wieder darum: "was geht, und was geht (noch) nicht...". Da unser BÄ vor der Besprechung die Kartons mit dem neuen Hochglanzordner "Jugendarbeit in der NAK", oder so ähnlich, in die Kirche geschleppt hatte, ließ er sich's nicht nehmen, als es gerade besonders "hoch her" ging, die Ordner jedem wortlos auf den Tisch zu legen.

Da mir die Regelungswut der NAK aus schon genannten Gründen mächtig "auf den Senkel" geht, entfuhr mir die Frage: "Hat Jesus diesen Ordner eigentlich schon, damit er weiß, wen er mitnehmen darf, wenn er wiederkommt?".

Ich hatte die Lacher auf meiner Seite (war selbst erstaunt) und nach der Besprechung einige "dankbare Klapse" auf meiner Schulter mit dem einen und anderen positiven "Kurzkommentar".

Mal sehen wann diese "Opfer-vernichtungs-maschine" "Projektgruppen und ihre Auswürfe" sich überlaufen hat. Ich wünsche den Beteiligten und Verantwortlichen, dass dies vor dem "Tag des Herrn" passiert. Ich wette, dass sie nicht "dabei" wären; Jesus kennt weder "Sie" noch ihre "Auswürfe"; sie kennen nämlich nicht die Adresse, an die sie das alles schicken müßten.

Ich wollte eigentlich nicht zynisch werden, weil es viel zu ernst ist.

Aber es ist schon sehr spät.


Gute Nacht an alle, vom nicht mehr ganz "koscheren"
Protestanten

P.S.: Inzwischen bin schon 2 Stunden zuhause.
Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst Euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!

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Beitragvon agape » 08.10.2004, 06:44

Lieber Protestant,

bei aller Ernsthaftigkeit hat mich Dein nachgeschobener Beitrag heute morgen schon sehr amüsiert. Pardon. War aber auch sicher nicht ganz unbeabsichhtigt.

Das wirklich Erfreuliche ist aber nun mal diese Feststellung:


"Mit allen Schwierigkeiten, die uns die Amtskirche mit ihrem inzwischen opulenten Regelwerk macht, kommen wir trotzdem weiter, weil der Kreis aus Personen besteht, die sich auch was trauen. Die ersten Schritte sind klein, aber bemerkenswert.

Was aber das Wichtigste ist, wir verstehen uns untereinander, trotz großer Auffassungsunterschiede und wir respektieren uns ohne Vorbehalte. Geschuldet ist dieser Status nicht zuletzt der Person des Bezirksjugendleiters, der halt "Mensch ist" ....."


Das ist ein sehr schönes Resümee.
Und da diesen Zustand nun mehr oder weniger alle Personen, die verschiedene Aufgaben in der Kirche übernommen haben, feststellen, und mitunter auch argen Ärger mit überbautem Regelwerk haben, wünsche ich DIR und ALLEN, dass sie im Guten "ihre Sache" weiter machen und nicht stocksauer das Handtuch werfen.
Obwohl das manchmal sehr, sehr schwer fällt.
Es bleibt letztlich nur, im Sinne der Sache zu handeln und den Menschen, die man mag, ein Begleiter zu sein.

Liebe Morgengrüße,
agape


PS:
Man darf doch wohl hoffen, dass es in der Ewigkeit eine Bibliothek gibt.
Auch einen Raum für Rundordner und allg. Sammelsurium :mrgreen:
Man kennt nur die Abteilung noch nicht ;).
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Beitragvon panta_rhei » 08.10.2004, 07:39

:D ... und Karl Rahner hält eine Buchlesung... :D :D

Einen besonderen Gruß an Dich, liebe agape.
... er wird schon gelesen... :wink:
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Beitragvon agape » 08.10.2004, 07:50

Liebe panta_rhei :)

danke für die lieben Grüße. Klasse.

Auch hierzu kommt mir der großartige Gedanke :mrgreen:, wie wir alle im Himmel sind und Karl Rahner liest uns dann aus seinem Buch eine entsprechende Abhandlung dazu vor. :mrgreen:
a. :) ;)
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Beitragvon pu » 08.10.2004, 08:16

Lieber Protestant,

du sprichst mir, aus gegebenem Anlass aus dem Herzen. Und ich habe mir einige Dinge aus deinen Ausführungen herauskopiert.

Als Mutter von Jugendlichen, muss ich es mit ansehen, wie genau dass eintritt, was du beschreibst.

Anstatt den Jugendlichen auf ihrer Ebene zu begegnen, wird geregelwerkt.

Und, was mir gerade in der letzten Woche aufgefallen ist, es wird mit den gleichen *Druckmitteln* wie früher gearbeitet, jedenfalls bei uns in der Gemeinde.
Sagt ein Jugendlicher: tut mir leid, ich kann nicht zum Jugendabend kommen, der ist zu kurzfristig angesetzt, den Abend hab ich schon verplant. Kommt vom Jugendleiter: naja, du musst es ja wissen, verpasst etwas sehr Schönes und: du musst Prioritäten setzen. Da schreit mein Mutterherz geradezu nach Protest!
*Jugendpflege* ist doch eigentlich ein schönes Wort. Wenn die Betonung auf liebevoller Pflege liegt.

Gruß
von pu
Und Gott spricht: "Ich lieb' dich sehr... "
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Nur Mut, liebe pu!!!

Beitragvon Protestant » 08.10.2004, 11:40

Liebe pu,

wie unser aller "shalömchen" es immer so recht auf den Punkt bringt.

Mut, Mut, Mut ... und Offenheit!!!

Wir wissen alle, dass dies im Einzelfall meist auch Schwierigkeiten mit sich bringt. Ich könnte ein Lied davon singen, ... in allen Singstimmen. Und agape sicher zweistimmig!!!

Aber alles andere hilft nicht!!!


Liebe Grüße
vom Protestanten

P.S.: Wenn es nicht so weit wäre (?!?), würde ich Deinen "Nachwuchs" mal zu uns in die Jugendstunde einladen. Gäbe sicher ein toller und produktiver Austausch.
P.
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shalömchen

Beitragvon agape » 08.10.2004, 15:15

Pardon Protestant,

normalerweise kann ich mir kaum eine Korrektur bei Deinen Beiträgen denken. ABER!

Du schreibst:
"...unser aller shalömchen"

Möchte eine neue Sprechart anbieten:

"... unser aller Schlimmchen"
Pardon.
a.
:mrgreen:
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Zweistimmig <> Doppelzüngig

Beitragvon Protestant » 08.10.2004, 16:44

Hallo agape und shalom,

was habt ihr beiden denn da für einen Spott füreinander?

Habe ich was verpasst? Bin in diesen Dingen "sauneugierig".


"Lechzende" Grüße vom
Protestanten

P.S.: Liebe agape, war übrigens ja keine Korrektur, höchstens eine Ergänzung (bin dann über die Maßen gespannt, wie Du mich "betitulierst" nach dem "Gebet 2.Teil)
P.
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Beitragvon Raphael » 13.10.2004, 08:53

Schade Schade das es in den Strukturen der NAK noch nicht so ist das Frauen wie Martina Jugendleiterinnen werden können.Sie würde sicher alles so machen das die Jugend voll und ganz von ihr begeistert wäre.Beispielsweise als Weihnachtsmann auf einer Jugendweihnachtsfeier mit HipHop Mucke aufkreuzen und den ganzen Abend den Jugendleitern mit der Rute den Hintern versohlen und mit ihrem dauernden "höhöhöhöhö" die anwesende Jugend erfreun......

Die die dauernd NUR rumnörgerln sind die die NIE etwas dazu beitragen das sich manches vielleicht noch ein Stück weiter "Bessert".Anpacken und net rumnörgeln.Organisiert doch im Jugendkreis selber was und lasst das nicht nur euren Jugendleiter machen :wink:
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DASS ICH DAS NOCH ERLEBEN DURFTE!

Beitragvon agape » 25.10.2004, 11:15

Shalom 8)
was ist geschehen?
Sie strapazieren die NAK heute gar nicht. :mrgreen:
Oder zumindest "kaum". :)
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Liebe Mahlzeitgrüßchen,
agape 8)
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Beitragvon NoName » 25.10.2004, 11:34

Diese Liberalisierung ist nicht wünschenswert. Sie ist nur ein Zugeständnis an die Zeitverhältnisse und immer weniger Bereitschaft zur echten Mitarbeit.

Normalerweise sollten alle wichtigen Tätigkeiten mit einem Amtsauftrag versehen sein und damit gleichzeitig mit der Verantwortung, alle Tätigkeiten in diesem Amtsauftrag vor Gott (einst) verantworten zu müssen, d.h. 100 % aus dem heiligen Geist heraus arbeiten zu müssen.

Das Innere sollte das Äußere bestimmen.

Nun wird aber genau das Gegenteil gemacht. Ein Wischi-Waschi-Glaube und immer weitergehende Liberalisierung führen aber auch von der göttlichen Präzision immer weiter weg.

Da die Würdigkeit vor Gott ein absolutes Ziel ist. wird notfalls Gott dafür sorgen, wenn die Verantwortlichen immer mehr abdriften, daß dann andere Änderungen vorgenommen werden, die den Verantwortlichen ggf. auch unbequem sind.

Ein allgemeiner netter christlicher Glaube mit unscharfen oder überhaupt nicht vorhandenen Zielen führt weg von dem, was Gott selbst als absolutes und real existentes (und nicht selbstgemachtes) Ziel gesetzt und formuliert hat.

Der gesellschaftliche Kontext zeigt daher schon ganz klar, daß viele besondere Ziele der menschlichen Entwicklung gar nicht mehr erreicht, aber auch nicht angestrebt werden.

Für die Braut Christi bedeutet das dann allerhöchste Gefahr.

Wenn die Kirchenleitung und Apostel diesbezüglich schlafen und nicht mehr als Mahner und Wächter offenbar werden, die die Grundfesten bewahren, dann stimmt etwas nicht mehr.

Dies sei nun einmal in besonderer Weise dem im Forum vertretenen Wischi-Waschi-Glauben und dem Bedürfnis nach glaubensmäßiger Aufweichung und Verweichlichung entgegengehalten.

Wer nicht mehr klar erkennt, daß er es mit GOTT zu tun hat, und sich nicht seinem Willen beugt und ihm nachfolgt, der geht einen falschen Weg.
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