„Schlechte“ Eltern – „gute“ Eltern

Praxistipps für die Kinder- und Jugendarbeit, Reflexion und Diskussion aller relevanten Themen

„Schlechte“ Eltern – „gute“ Eltern

Beitragvon Toffifee » 10.12.2003, 20:30

To whom it may concern… :) <br><br>Im Alter von 14 Jahren werden junge Christen – nicht nur in der NAK – „religionsmündig“. Mit diesem Tag werden die Eltern offiziell von der Verantwortung für das „glaubensmäßige Wohl“ ihres Kindes, die sie bei der Taufe übernommen haben, entbunden. <br><br>Meine Frage ins Forum: wie verhaltet ihr euch, wenn eure „halbstarken“ Kinder die Gottesdienste teilweise oder ganz „ausfallen“ lassen?<br>Ist man ein schlechtes „Elter“, wenn man diese Entscheidung akzeptiert, ohne lange rumzumosern oder eine „Bekehrung“ zu versuchen (von wegen „ewiges Heil“ und so…)<br>Ist man ein gutes „Elter“, wenn man beständig auf die Wichtigkeit der Gottesdienste hinweist… (und damit die Kinder nervt und evtl. Familienkräche und psychischen Druck verursacht…) :confused: <br>Oder eher umgekehrt :confused: <br><br>Für jede Antwort dankt euch<br>Toffifee :)
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„Schlechte“ Eltern – „gute“ Eltern

Beitragvon pu » 10.12.2003, 20:47

Hi Toff ;) ,<br><br>ich als Mutter versuche die Entscheidung meiner Kinder zu aktzeptieren. Ich möchte, dass sie freiwillig zur Kirche gehen. Das sie ihre Erfahrung mit dem lieben Gott aus freien Stücken machen. Damals als ich in der Jugend war, war alles Zwang. Da hätte ich es nie gewagt zu sagen: ey Mum ich hab heut echt keinen Bock.<br>Klar, tut es irgendwie weh, wenn die Kinder sagen, sie kommen nicht mit. Doch ich versuche nicht sie zu bekehren, oder was ich noch schlimmer finde, sie unter Druck zu setzen, mit irgendwelchen Sprüchen, von wegen *wer dabei ist, ist dabei*. Ob ich nun ein schlechtes Elt bin oder nicht, keine Ahnung. <br>Ein Freund sagte mir letzt. Beten, das können wir für unsere Kinder.<br>Lieben Gruß von pu
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„Schlechte“ Eltern – „gute“ Eltern

Beitragvon namenlos » 11.12.2003, 05:41

Hi Toffifee,<br><br>nun - ich bin noch nicht so weit....aber ich weiß, wie ich handeln werde, es möchte.<br><br>Nun muss man eigentlich trennen:<br>In DEUTSCHLAND wird man mit 14 religionsmündig. D.h. man kann über seine Konfession selbst entscheiden, etc.<br>In der NAK findet -meist nach dem 14. Geburtstag- die Konfirmation statt, bei der die Verantwortung von den Eltern auf die Kinder übergeht.<br><br>Nun - was bringt "Zwang" wenn man mit in die Kirche "muss"?`<br>Nichts! Ich hab es bei mir in der Familie miterlebt. Da würde ein Mädchen auch noch lange nach ihrer Konfirmation "gezwungen" mitzugehen. Die Stimmung war schlecht, der Segen gedämpft.<br>Ich weiß - und ich hoffe ich kann es notfalls gegen den Widerstand meiner Familie durchsetzen - dass ich wenn meine Tochter alt genug ist, dass sie mal zwei oder drei Stunden alleine sein kann (Experten gehen hier so von 10-12 Jahren aus), dass ich dann auch akzeptieren werde wenn sie sagt: Heute komme ich nicht mit in die Kirche.....Dann sage ich vielleicht: O.k. dann fang schon mal zu kochen an! :D.<br><br>Ich versuche schon jetzt, möglichst viele ihrer Entscheidungen zu aktzeptieren...Leider fehlt mir dazu derzeit oft die Ruhe....Kommt wieder....Aber ich merke, dass es ihr gut tut. Ich behandle sie nicht als ein kleines unmündiges Kind, sondern als vollwertig....und das tut ihr gut, dass sie ernst genommen wird......Sicher gibts Grenzen, jetzt kann sie halt nicht mehr ohne Schuhe im Kinderwagen sitzen.......<br><br>Wenn die Kinder aber im "Jugendalter" sind, sagen wir jetzt mal so von 12-16, dann muss man sie, denke ich, auch ernst nehmen. Das heißt, wenn sie sagt: Ich will nicht mit! Dann sollte man das akzeptieren. Zwang bringt eine innere Ablehnung, das "Kind" fühlt sich missverstanden, nicht ernst genommen und bekommt Abstand zur Kirche, innerlich - vielleicht auch zu den Eltern. Mein Bruder ging so lange in die Kirche, wie Mama lebte....Er wollte sie nicht enttäuschen. Jetzt eher gelegentlich......Ich denke, dass ist keine Motivation, die Gott gefällt.<br><br>Jesus sagte: Lasset die Kinder zu mir kommen, aber nicht: Treibt sie her!<br><br>Wie soll ein Kind merken, was ihm ohne Kirche fehlt, wenn es nie weg war? Gilt: Prüfet alles und das beste behaltet! nicht auch für die NAK-Geborenen?<br><br>Ich denke, um "gut" (richtig/falsch glingt zu einfach) zu handeln, sollte man es akzeptieren; sollte aber auch das Gespräch suchen: Wieso denn? Nur zu müde? Keine Lust? Fühlst Du Dich nicht angesprochen? Magst Du mal in eine andere Kirche (Glaubensgemeinschaft oder auch nur andere Gemeidne) (mit mir) gehen? Und spätestens ab der Konfirmation gibt man die Verantwortung sowieso ab. D.h.: Gott kann einem auch keine "Vorwurf" mehr machen ;) .<br><br>Was mir auffällt:<br>Es gibt zwei Alternativen: Zur einen schreibst Du eigentlich nur die Alternative, und bei der zweiten viele mögliche negative Folgen. Der Leidensdruck, wenn ein Kind gehen muss, obwohl es was anderes denkt/nicht will (stell Dir mal vor, Dein Kind ist Vegetarier, würdest Du es dann zwingen, beim Griechen Fleisch zu essen) ist sicher groß.<br><br>Ich weiß nicht, ob meine Sichtweise "richtig" ist.<br>Aber ich denke sie ist gut, gut für meine Tochter.<br>Sicher wirkt sich dabei aus, dass für mich Gottes Gnade inzwischen so GROSS ist, dass ich es durchhaus für mehr als nur möglich erachte, dass sie auch außerhalb der von der NAK gekauften Grundstücke wirkt. Ich denke nicht, dass es dann so sein wird, dass die "bösen Kinder" in die Hölle kommen und die Eltern in den Himmel - oder vielleicht die Eltern, weil sie die Kinder nicht gezwungen hätten, auch in die Hölle. Ich könnte mir auch nicht vorstellen, auch nur annähernd ein Glücksgefühl haben zu können, wenn ich im Himmel bin und meine Tochter "Höllenqualen" leiden muss....ich denke mir, dass alles weiß Gott.....und deshalb hoffe ich, dass sein Gnade einfach größer ist, als wir es mit unserem menschlichen Meinen interpretieren.......Zumal ich in der NAK auch solche RIESEN AR.... kenne und außerhalb absolut nette, verständnisvolle, GUTE! Menschen.....Ich kann nicht mehr glauben, dass der regelmässige Gottesdienstbesuch so eine Art "Persilschein" sein soll.....Demnach kommt es auf die Einstellung an.......Und die kann eben auch gut sein und richtig sein, wenn man nicht (jeden) Gottesdienst besucht und das Kind -um zurückzukommen- mal "allein zuhause" ist (zumindest solang es nicht Kevin heißt ;) <br><br>Sorry für den ultralangen Beitrag....Aber es ist ein Thema, was mich sehr bewegt, weil ich mit den Kindern, die gezwungen werden mitleide.....und es ist halt auch wichtig zu sagen, wieso ich so denke....Würde ich glauben, dass nur der regelmässige Besuch der NAK-GD und die Einstellung zu Gott führen, dann würde ich sicher anders schreiben.<br>Ich glaube, dass die NAK zu Gott führt. Ich kann mir auch vorstellen, dass wir (oder eine andere Glaubensgemeinschaft) "Privilegien" hat. Aber ich denke mir, ob man irgendwas aus der ersten oder aus der zweiten Reihe sieht, macht letztlich keinen Unterschied - und der GEnuss dürfte überall gleich seiin......<br><br>Ich wünsch Dir viel Kraft, die richtige Entscheidung für Dich und Deinen "Anhang" zu treffen. Vielleicht konnte ich einen Impuls geben....Wenn nicht, dann sorry, dass ich Dich aufgehalten habe.<br><br>Herzliche Grüße<br>namenlos
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„Schlechte“ Eltern – „gute“ Eltern

Beitragvon nelle » 11.12.2003, 07:04

Guten Morgen zusammen,<br><br>ich habe jugendliche Kinder. Sie sind "aktiv", weil sie einfach so hineingewachsen sind. Zwang hat es bisher nicht gegeben. Aber der subtile unbewußte Druck wird schon dagewesen sein. Ich würde es sicher akzeptieren, da auch ich mittlerweile vieles auf den Prüfstein stelle, wenn sie sagen würden, dass sie uns mal nicht in den GD begleiten. Wichtig ist aus meiner Sicht, das Kind zu akzeptieren und es seinen eigenen Weg finden zu lassen. Aber ich kann nicht vorschreiben, wie es seinen eigenen Weg zu Gott findet. Was ich nur fördere, ist, dass die Entscheidung bewusst getroffen werden kann und nicht nur aus Gewohnheit, weil "man ja jeden Sonntag und Mittwoch in den GD geht". Und da ich nicht weiss, welcher individuelle Weg der jeweils richtige zu Gott ist, kann ich meinen Kindern auch nichts aufzwingen.<br><br>Einen schönen Tag noch<br><br>Nelle
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Beitragvon tiramizu » 11.12.2003, 09:06

Hallo Eltern und solche, die es werden wollen!<br><br>Noch ohne jeden Nachwuchs könnte man denken, ich könne hier nicht wirklich mitreden. Sicher hat man damit nicht Unrecht, wenn man das auf den Umgang mit seinen eigenen Kindern beschränkt. Mehr als 8 Jahre war ich jedoch als Jugend(gruppen)leiter aktiv und kenne viele Geschichten. Angefangen von Jugendlichen, die ab der Konfirmation (=Endlich Geld!) nicht mehr gesehen wurden bis hin zu recht "eigenwilligen" Kids, die sich zu glaubensstarken Persönlichkeiten entwickelten. Das Spektrum ist groß, Einheitsregeln (wie immer) utopisch.<br>Oft (nicht pauschal zu nehmen) fiel mir auf, wie eng die Entwicklung des Kindes mit dem Umgang der Eltern in Bezug auf den Glauben zusammenhängen. Um ein relativ alltägliches Beispiel zu nennen: <br>Eine Familie, nach aussen hin super-gläubig und alles heile Welt - hinter der Fassade marode und zersplissene Familienverhältnisse - die Tochter nach der Konfirmation immer seltener zu sehen. Heute kommt sie ab und an noch in der Gottesdienste - aber freiwillig!<br>Jugendliche haben in der "halbstarken" Zeit die natürliche Veranlagung zu hinterfragen und auf den eigenen Wert/Nutzen umzulegen. Ein Konflikt zwischen Idealvorstellung, wie es die Eltern oft lehren oder auch vorgaukeln, und der eigenen Erfahrung und Sichtweise tritt auf. Das ist m.E. IMMER so! Die Erfahrung zeigt auch, dass Kinder, deren Eltern ehrlicher (=realer) mit ihrem Glauben umgehen und ihren Kindern ihre Werte entsprechend realistisch im Laufe der Erziehung mitgeben, eine entsprechend ehrliche Einstellung zu ihrem Glauben entwicklen und ihre Werte auch gegen die häufig erwähnten "Anfechtungen" durchsetzen und behalten. Die Verantwortung hier jedoch alleine auf die Erziehung der Eltern zu beschränken, ist falsch. Vom Kindergottesdienst über (Vor)Sonntagsschule bis hin zur Jugendarbeit ist es ganz wichtig, die Kinder mit ihren völlig unterschiedlichen Charakteren und Eigenschaften ERNST zu nehmen und sie als EIGENVERANTWORTLICHE Persönlichkeiten zu aktivieren. Mit aktivieren meine ich Aufgaben zu geben und dafür zu sorgen, dass sie Spass machen, Erfolgs- und Glaubenserlebnisse MÖGLICH zu machen, indem man altersgerecht SENSIBILISIERT. Diese Aufgabe geht quer durch alle Reihen und ich habe schon oft (meist vergeblich) in den Ämterstunden darauf hingewiesen, dass jeder einzelne mitverantwortlich ist. Eltern, Lehrkräfte, Amtsträger und Eltern.<br>Einleuchtendes Ergänzungs-Beispiel: Wenn Eltern es mit den Gottesdienstbesuchen und mit der Weitergabe von Werten nicht so "genau" nehmen, kann man von den Kids nicht ein anderes Verhalten erwarten. In dem sensiblen Alter von schätzungsweise 12-18(+x), was ich gerne als Abnabelungs-Phase bezeichne, zählen neben der Kirche auch ganz andere Werte, die das Umfeld maßgeblich mitbestimmt. Plötzlich ist Adidas verpöhnt und Nike ist in. "Balzverhalten" wird geübt und vieles wird aus dem Bauch heraus gesteuert. In diese Denke sollte man m.E. als "Elter" einsteigen und sich an seine eigene "Rebellenphase" erinnern. Rethorisch ausgefeilte Reden bringen hier garnichts. Ebensowenig wie theologisch "inhaltsreiche" Denkanstöße a la "Seelenheil". Damit erntet man höchstens ein müdes Lächeln. Hier helfen Erfahrungen, weil die an den "Bauch" appellieren. Erinnerungen, an schlechtere Zeiten, wo man sich am Glauben aufrecht gehalten hat, können hier helfen - natürlich ohne direkt mit "Da war Dir der Glaube noch was wert!" und dergleichen - sondern man sollte den Kindern die Möglichkeit geben und auch lassen(!) selbst nachzudenken und selbst Entscheidungen zu treffen.<br>Um zum Schluß zu kommen: Es ist nicht so platt festzustellen, ob man die Kinder jetzt machen lassen soll, was sie wollen oder mehr Druck auszuüben. Es ist eine emotionale, psychologische und diplomatische Gratwanderung - je nach "Härtefall". Es ist aber auch eine Chance, die Kinder auch umsetzen zu lassen, was sie bis dahin (oft) nur theoretisch "kannten".<br>Eine Einteilung in gute und schlechte Eltern ist mir zu pauschal. Selbst wenn sich ein Kind für einen anderen Glaubens/Lebensweg entscheidet als die Eltern es gerne sehen würden, hat man damit doch hervorragendes geleistet und zu eigenständigem Denken und eigenen Werten erzogen. Das Familienleben sollte durch die Entscheidungen des Kindes in Bezug auf seinen Glauben in keinster Weise beeinträchtigt werden. Im Umgekehrten Fall haben meine Frau und ich ein Extrem-Beispiel erlebt. Meine Frau wurde "sehr streng" gläubig erzogen und hat diese Werte auch größtenteils übernommen. Durch das absolut übersteigerte und irrationale Glaubensverständnis ihrer Eltern, gepaart mit einer abgrundtiefen und unbegründeten Abneigung gegen meine Person (nachzulesen unter "Leben in der NAK" / "Wilde Ehe/(..)") besteht keinerlei Familienleben zwischen Eltern und Tochter mehr. Eine Einteilung in gut oder schlecht fällt hier sehr schwer und diese Bewertung kann auch eigentlich niemand vornehmen.<br><br>Also soweit meine aussenstehenden Beobachtungen. Ich hoffe, nicht zu sehr ins Detail gegangen zu sein. Und um Mißverstänsnissen vorzubeugen, wie sie hier so gerne entstehen: dies ist kein Angriff jedweder Art, keine Kritik und kein Belehrungsversuch! Nur ein Ausschnitt von meinen Erfahrungen in einem engen Spektrum und einem beschränkten Raum!<br><br>Liebe Grüße an alle "Entscheidungsträger(innen)"<br><br>tiramizu
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„Schlechte“ Eltern – „gute“ Eltern

Beitragvon Toffifee » 11.12.2003, 09:52

Vielen lieben Dank für alle Schreiben (auch die langen ;) )<br><br>Meine älteste Tochter besucht seit etwa 5 Jahren keinen GD mehr; wie ich mal in einem anderen thread geschrieben habe, hatte sie zu Anfang ziemlich Angst, dies könne sich negativ auf meine Liebe zu ihr auswirken. Zum Glück konnte ich sie vom Gegenteil überzeugen. Mittlerweile ist es so, dass ich sie schon verschiedentlich „erwischt“ habe, wie sie interessiert durch die UF blätterte, wenn sie mal zu Hause war. :) <br><br>Meine jüngere Tochter geht sonntags meistens noch mit, mittwochs gar nicht mehr. Anfangs habe ich dann immer noch gefragt „kommst du mit“ und muss wohl auf die verneinende Antwort ein entsprechendes Gesicht gezogen haben, weil sie nach einiger Zeit dann mal sagte, ich solle doch bitte nicht immer so enttäuscht kucken, und sie wüsste ja, wann GD ist und wann ich fahre, und wenn sie mitwolle, käme sie schon mit… :rolleyes: <br>Dies habe ich akzeptiert und halte mich dran, es gibt bei uns auch keinen Disput deswegen; viel wichtiger finde ich, dass sie ihren Glauben selbst erlebt und selbst festigt, für meine Kinder mitglauben kann ich ja sowieso nicht … Seit 1 oder 2 Jahren habe ich auch kein Problem mehr damit, auf Fragen von ATs nach ihr zu sagen, dass sie halt keine Lust hatte… und keine Ausflüchte von wegen Krankheit oder Hausaufgaben zu bringen :rolleyes: <br>Teilweise geblieben ist aber ab und zu ein schlechtes Gewissen – „müsstest du nicht eigentlich mal wieder was dazu sagen…?“ Ich rede hier auf keinen Fall von Zwang… <br>Aber – wie schon „no name“ schreibt – fang schon mal an zu kochen *g* :D <br>„Wenn du nicht mitgehst, kannst du ja schon mal dies oder jenes machen…“ Ist das nicht doch so eine klitzekleine subtile Bestrafung? ;)<br>Schöner fänd ich’s halt doch, sie käme mit…<br><br>Auf der anderen Seite, wenn wir beide Sonntagmittags beim Essen über irgendwas aus dem GD sprechen und mein Mann nachfragt, kriegt er schon mal von ihr die Antwort „na, wärst du mal mitgegangen, dann wüsstest du, wovon wir sprechen…“ :D <br><br>Jedenfalls freue ich mich auf alle weiteren Erfahrungsberichte!<br>Liebe Grüße<br>von Toffifee :) <br><br>PS: danke, Tizu, wir haben uns gerade gekreuzt…<br>Tjaja, gute Jugendleiter sind was wert… aktuell habe ich leider nur die Situation, dass Vorsteher und Jugendleiter meine Tochter ziemlich mit Aktivitäts-Vorschlägen nerven :P Ich habe ihr dazu nur den Rat gegeben, einfach zu sagen, was ihr nicht passt und auf den Keks geht, statt sich still darüber aufzuregen und vielleicht wegen SO WAS dann gar nicht mehr in den GD zu gehen :mad: <br><br>@ Tizu: das mit der Gradationskurvenbearbeitung mach ich genauso; vielleicht liegt das Problem mit cmyk am Weg von PC zu MAC und umgekehrt???
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„Schlechte“ Eltern – „gute“ Eltern

Beitragvon namenlos » 11.12.2003, 10:10

Hallo Tiramizu,<br><br>Deinen Beitrag finde ich gelungen.<br>Nur "Druck" bringt, so denke ich, nie was. Das muss nicht bedeuten, dass man nicht mal "anschiebhilfe" leisten darf. Aber Druck? Was man unter Druck tut, tut man nicht gern.....Aber nur "Was Du liebend getan" ist bei Gott wertvoll.<br><br>Hallo Toffifee,<br><br>naja, Bestrafung soll das nicht sein. Aber wenn sie eh zuhause bleibt, kann sie ja auch was machen. Man kann dann sagen "BITTE" oder "MAGST DU SCHON MAL..."<br><br>Ich denke, du handelst richtig. Auch dass Du sie nicht mehr "entschuldigst".<br>Sie soll sich nur nicht von den ATs nerven lassen.....kann ich mir richtig vorstellen. Sie ist ja gläubig, weil sie sonntags mitkommt, sie hat eine treue Mama, ihr scheint es dann an "begeisterung" zu fehlen. Also muss man ihr zwanghaft zeigen, wie schön es doch ist....Das Problem ist nur mit "zwanghaft"....<br><br><br>Sicher wäre es schöner, wenn Dein Mann und Deine Tochter mitgehen würden, man kann sich dann zu dritt darüber unterhalten etc. Aber es ist halt wichtiger, dass sie ihren Weg geht und nicht einen anderen und verdrängt, dass dies nicht ihr weg ist.....da wäre sie später mal ziemlich verkorkst. <br><br>Grüße<br>namenlos
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Beitragvon tiramizu » 11.12.2003, 11:35

Hallö!<br><br>@namenlos<br>Da bin ich mit Dir absolut einer Meinung. Habe ich mich falsch ausgedrückt? Von Druck jeder Art ist in diesen Situationen wirklich abzuraten, weil es nämlich meistens ein entsprechendes Trotzverhalten auslöst. Ein bißchen Kind ist man schließlich immer noch! ;) <br><br>@Toffifee<br>Man kann oft beobachten, wie die, die keinen Kontakt mehr zur NAK pflegen, sich dennoch mit ihr verbunden fühlen und deshalb mit ehrlichem Interesse z.B. in der UF blättern. Das Problem, was es zu bewältigen gibt, ist oft die Hürde des "Inneren Scheinehunds". Mir fällt immer wieder auf, dass das schwierigste das "erste Mal wieder mitgehen" ist und anscheinend die Angst davor, ob ein dummer Spruch von irgendwo her kommt. Unsicherheit eben. Wie sieht es denn aus mit einem Adventskonzert in der Kirche? Das könnte man doch schön verpacken mit dem anschließenden Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt oder so?! Muß ja nicht ein Gottesdienst sein!?<br>Bei Deiner Jüngsten ist das Verhalten auch nichts Neues. Damit will ich Deine Sorge nicht herunterspielen, aber es ist nun mal kein Einzelfall. Ich kenne das Verhalten, wenn Kontakte zur Jugend fehlen und man in diesem Kreis keinen richtigen Anschluß findet. Ich schätze mal, dass sie generell etwas zurückhaltender ist, wenn es um Freundschaften geht und dass sie zwischen Freunden und Bekannten unterscheidet. Es kann sein, dass sie ein Problem damit hat, anderen zu vertrauen - aus Enttäuschung und/oder einfach unbegründet. An diesem Verhalten änderst Du selbst zunächst nichts. Sprich mit dem Jugendleiter, das ist sein Job und er kann vielleicht seine Jugend aktivieren, auf "Randgruppen" zuzugehen. Aktivität um jeden Preis bewirkt eher Negatives. Vertrauen ist nichts, was man beim "Türklinkenputzen" bekommt. Man riskiert etwas, wenn man jemanden so tief in sich hineinblicken läßt. Nicht jeder geht das ein! Vielleicht möchte Deine Tochter auch nur spüren, dass sie nicht egal für andere geworden ist und es mal wieder nur um einen "Job" geht - den Eindruck kann man durchaus in gewissen Momenten bekommen!<br>Ganz simpler Grund kann auch einfach nur eine Art Burn-Out-Effekt sein und sie fühlt sich einfach nur überladen mit Anforderungen und Erwartungshaltungen. Wie reagiert sie denn bei einem ganz offenen Gespräch unter vier Augen?!<br>Unterm Strich bleibt für mich das Thema Ehrlichkeit am wichtigsten. Ein Gespräch von Frau zu Frau vielleicht, wo jeder sich auch mal aus.k.o.t.z.e.n kann?!<br><br>Liebe Grüße!<br><br>tiramizu<br><br><br>PS:<br>Ich könnte wetten, dass Du RGB-Daten geschickt bekommst! Daten verändern sich nicht per Übertragung automatisch von CMYK zu RGB. Es sei denn, man speichert die Daten als JPEG-Datei ab und das Programm (z.B. alte Photoshop-Version) macht dabei unbemerkt aus CMYK- RGB-Daten. Sprich mit dem Versender. Das Problem liegt dort! Garantiert!
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Beitragvon Toffifee » 11.12.2003, 16:17

@Tiramizu<br>„Innerer Scheinehund“ ist eine echt gelungene Freud’sche Fehlleistung :D fast schon definitionswürdig :D <br>Wir haben uns ja schon mal woanders drüber unterhalten, dass unser „gk-Dorf“ bei mir auch in RL zutrifft ;) <br>Bedeutet: *Jugend* - die „aktivere“ Jugend, zu der ich jetzt auch meine Tochter zähle, besteht aus ihr und ihrer Freundin – das war’s<br>* Jugendleiter * ist noch seeehr jung und unerfahren, was behutsame Führung und Motivation angeht ;) Ist mehr so der Typ „was sind wir heut alle wieder glücklich“ :rolleyes: <br>*übergemeindliche Jugendaktivitäten* sind mit 50 Minuten Fahrzeit einfach verbunden, d.h. außer Jugend-GDs lässt sie alles ausfallen, weil ihr das unter der Woche einfach zu stressig ist (was ich nachvollziehen kann, den Weg nehme ich auch nur für etwas in Kauf, was ich wirklich gerne möchte)<br><br>Tja, Tizu, mit dem „ersten Mal“ wieder hingehen, da hast du recht: als meine „Kleine“ konfirmiert wurde, hat die „Große“ sich am Abend zuvor mit Durchfall ins Bett gelegt und kam dann nicht… und ich denke, dass da einfach ihr Nervenkostüm versagt hat, weil ihr die Anspannung zu groß war :( <br><br>Man merkt, dass du schon viel mit Jugend gearbeitet hast, wenn du auch noch kein Papa bist… kann ja noch werden :P Sie unterscheidet sehr genau zwischen ihren Freunden, von denen sie nicht soo viele hat und „Bekannten“. Offene Gespräche? Aber immer, sie weiß, dass sie mir jederzeit und ausgiebig die Ohren vollquatschen kann ;) Der Lohn für die manchmal hierfür benötigte Geduld ist, dass wir beide uns auch als Freundinnen betrachten und gerne von „Frau zu Frau“ quatschen :cool: <br><br>Was mich halt nervt, sind dann so AT-Sprüche wie „wenn wir dir was sagen (z.B. sei doch ein bißchen aktiver…), dann doch nur weil wir dich liebhaben“<br>Als sie von einer solchen „Jugendstunde“ heimkam, war sie total aufgelöst und erzählte mir, dass sie darauf geantwortet hätte „Ja, aber wenn man jemandem immer wieder und ständig an der selben Stelle über die Hand streicht, wird man ihn auch verletzen…“ Antwort des ATs: „Kann es vielleicht sein, dass du da ein gebranntes Kind bist…? :mad: :confused: <br>Ich habe mich darüber mindestens ebenso aufgeregt wie meine Tochter und sagte ihr, ich würde denjenigen zur Rede stellen. Sie meinte aber, das solle ich nicht tun; sie würde ihm jetzt „noch mal ne Chance“ geben, wenn er ihr aber noch mal „so blöd“ käme, wäre sie weg vom Fenster :mad: <br>Ich habe zwar versucht, ihr zu vermitteln, sie solle Glauben und Prass auf einzelne Personen nicht voneinander abhängig machen… aber das fällt auch manchem Erwachsenen noch schwer, stimmt’s? Es sind doch wirklich genug Leute weggeblieben, „nur“ weil sie sich über irgendwen oder irgendwas aufgeregt haben :( Und wenn du als „Elter“ dann versuchst, deinen Glauben aktiv, positiv und fröhlich vorzuleben (*dennoch*) und dir wird von AT-Seite dermaßen dazwischengefunkt :mad: <br>Frustrierte Grüße<br>von Toffifee
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Beitragvon pu » 11.12.2003, 17:03

Was mir gerade so auf den *Geist gekommen* ist :D <br>Warum eigentlich nur *Schlechte Eltern-gute Eltern*??? Müsste man das nicht erweitern: *Schlechte ATs-gute ATs*???<br>Trägt *die Kirche*, bzw. ihre Seelsorger nicht auch eine Verantwortung mit? Was wird von deren Seite aus getan um die Jugendlichen zu begeistern?? Und damit mein ich nicht nur die Jugendleiter, sonder Alle (Vorsteher, Priester, Diakone, Geschwister, Jugendlichen...). Mit *frommen Sprüchen* kommt man da wohl nicht weiter, wie man sieht. Darf ich als Elt nicht Unterstützung erwarten, ich meine so richtig echte Hilfe??!<br>Gruß pu
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Beitragvon tiramizu » 11.12.2003, 17:22

Hallo Fee!<br><br>Schön, dass Du Dich so über meine Schreibfähler amusierst! :P<br>Okay, es erklärt einiges, wenn Jugend-Aktivitäten jedes mal mit hohem Aufwand verbunden ist. Ein Jugendleiter, das alles schön redet, ist auch nicht unbedingt Vertrauensperson, selbst wenn er es durchaus gut meint. An diese Stelle gehört ein "Mitreißer" mit Führerschein und Ambitionen. Ich kenne viele Land-Gemeinden und man kann nicht abstreiten, dass dort auch die Jugendprobleme wachsen. Mit der Einstellung zu Warten bis die Jugendlichen 18 sind und ein eigenes Auto haben, erreicht man, dass man dann damit in die Disko oder sonstwo hinfährt, halt dorthin, wo man ich willkommen fühlt. Leider sieht man das "da oben" oft nicht so. In diesen mind. 4 Jahren dazwischen passiert aber so unheimlich viel bei Jugendlichen, dass man sich solche Untätigkeit aber schlichtweg nicht leisten kann. Wenn ich von meiner Erfahrung in meinem Bereich ausgehe, wird Dir Dein Vorsteher hier aber in der Tat nicht weiterhelfen können, weil er andere Probleme hat und Dein Anliegen nicht nachvollziehen kann. Falls ich jetzt nicht nur Stuss geschrieben habe, sondern Du einen ähnlichen Eindruck hast, dann wende Dich an den zuständigen Jugendgruppenleiter und/oder Bezirksjugendleiter und erkläre ihnen Deine Ängste und das, was in Deinen Augen verbesserungswürdig ist. Es gibt doch so viele Möglichkeiten, die Jugend zu begeistern!<br>Habt Ihr eigentlich nur zwei Jugendliche oder sind das alle die noch kommen? Oder ist der Altersunterschied so groß?<br>Was die "Sprüche" der ATs angeht, habe ich vollstes Verständnis für Deine Reaktion und Eure gemeinsame Auffassung. In Schutz nehmen muss ich die andere Seite in sofern als dass sie sich nicht ganz in Eure "Denke" hineinversetzen können. In vergleichbarer Situation (anfangs hab ich so einen Stuss auch mal von mir gegeben), wäre ich glaube ich dankbar gewesen, man hätte mich für die Bedürfnisse sensibilisiert, anstatt mich das auf die harte Tour spüren zu lassen. Also bleibt mit Eurer Meinung nicht hinterm Berg - ich gehe davon aus, dass man Eure Sichtweise nicht kennt und das wird sich auch nicht ändern, ohne Klartext. Wenn der Jugendleiter noch "sehr" jung ist, wie Du schreibst, dann gib ihm die Chance zu lernen. Und das geht nicht, wenn sein Himmel immer blau ist! Schließlich geht es um Euer (Glaubens)Leben und nicht darum mit dem Strom zu schwimmen. Eine aktive und motivierte Jugend gibt einer Gemeinde, und sei sie noch so klein, wesentlich mehr als eine greise Gemeinde! <br>Mein bestes Argument: Die Jugend sind die Pfeiler der Gemeinde von morgen!<br><br>Ich wünsch Dir/Euch was!<br><br>tiramizu
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Beitragvon Toffifee » 11.12.2003, 17:22

Liebe pu,<br>ich glaube, da sind wir uns (fast :) ) alle einig: sicher gibt es „gute“ und „schlechte“ ATs und ebenso sicher haben diese – genau wie alle Geschwister gegenseitig– Verantwortung für die Jugendlichen genauso wie für ihre anderen Schäfchen…<br>Aber darum ging es mir eigentlich nicht in der Hauptsache, auch wenn das vorhin vielleicht anders rübergekommen ist :P <br>Mir geht es eher darum, was kann ich persönlich noch tun – außer beten, reden, bißchen schubsen, versuchen Vorbild zu sein… <br>… und hierzu im Forum auch mal neue Impulse zu bekommen, bedeutet mir sehr viel, danke :) <br><br>Bild
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Beitragvon tiramizu » 11.12.2003, 17:27

Hallo pu!<br><br>Mein Reden! Leider stelle ich aber oft fest, dass eingefahrene Strukturen bestehen und man die NAK-Allheilmittel vorschiebt (viel Beten und die Gottesdienste besuchen), statt sich einmal neu zu orientieren und dann auch was zu tun!<br>"Es ist immer gegangen, wenn man nur will" - das zählt nicht! Aber man muß es auch deutlich machen!<br><br>tiramizu
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Beitragvon pu » 11.12.2003, 17:30

Ich verstehe schon was du meinst :), befinde mich in der gleichen Situation. Trotzdem denke ich, dass es nicht viel bringt, wenn ich nur Vorbild bin und versuche zu begeistern.<br>Wenn meine Tochter gerade grüne Haare schön findet und mit schwarzem Kajal umrandete Augen und ringt sich durch zum GD zu gehen. Was nützt dann mein Verhalten, wenn es in der Kirche zunichte gemacht wird. Wenn da keinerlei Verständnis von den Geschwistern kommt, sondern nur schräge Blicke oder gar Bemerkungen. Ich denke eben, da sind alle angesprochen mal ihr Verhalten zu überdenken. <br>Gruß pu :)
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