Gottesdienst am 9.12.2007

Gottesdienst am 9.12.2007

Beitragvon DH » 28.11.2007, 14:02

Luk. 19, 5-7:
Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren. Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden. Als sie das sahen, murrten sie alle und sprachen: Bei einem Sünder ist er eingekehrt.


Die Predigtvorbereitung geschieht nach Art des Brainstorming; d.h. jeder kann hier konstruktive Gedanken und Anregungen für die Predigt hinterlassen.

Eine Diskussion der einzelnen Ideen und Beiträge erfolgt unter REFLEXION.
Nur wer in der NAK ist, kann zu ihrer Veränderung beitragen.
DH
 
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Beitragvon philippus » 05.12.2007, 19:19

Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und redete ihn an: "Zachäus, komm schnell herunter, ich muß heute dein Gast sein. Zachäus stieg schnell vom Baum und nahm Jesus voller Freude bei sich auf. Alle sahen es und murrten; sie sagten: "Bei einem ausgemachten Sünder ist er eingekehrt"
Lk.19,5-7 aus der GNB


Zachäus: griech. Form des hebr. Sakkai, das wahrscheinlich aus Sacharia verkürzt ist.
Reicher Zolleinnehmer in Jericho, der Jesus sehen wollte, als dieser in die Stadt kam. Wegen seiner kleinen Gestalt gelang ihm das nur, indem er auf einen Baum stieg. Als Jesus vorbeikam, rief er Z. zu sich und sagte ihm, er wolle bei ihm zu Gast sein. Die Begegnung mit Jesus brachte Z. zu dem Entschluss, die Hälfte seines Besitzes den Armen zu geben und vierfach zurückzuerstatten, was er unrecht an Zoll erhoben hatte. Als er das aussprach, antwortete Jesus ihm: „Heute ist deinem Hause Heil widerfahren.“ (Lk.19,1-10)
aus dem Lexikon zur Bibel von F.Rienecker


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Als Oberer der Zöllner dürfte Zachäus einer der meistgehassten Männer im Gebiet von Jericho gewesen sein (wahrscheinlich hatte er die Oberaufsicht über das gesamte Zollwesen in der Region inne). Sein Reichtum stammte aus Betrug und Erpressung. Sein kleiner Wuchs, die Neugier, Jesus zu sehen, und die Weise, wie er, der mächtige und reiche Mann, diesen Wunsch in die Tat umsetzt, lassen ihn zugleich als erbärmlich und lächerlich erscheinen.
Jesus erkennt im Verhalten des Mannes so etwas wie anfänglichen Glauben, eine verschämte Sehnsucht nach Umkehr und wahrem Leben; er findet an der Situation auch nichts Lächerliches. Das „muss“ im V.5 ist nicht darin begründet, dass Jesus etwa eine Herberge brauchte; vielmehr gründet es allein in seinem heilsgeschichtlichen Auftrag, hier konkret in dem Auftrag, den Sündern die erbarmende Liebe Gottes zuzuwenden. … „Einkehren“ schließt Essen und Trinken – vielleicht auch Übernachtung – ein. Jesus war öfter der Einladung angesehener Pharisäer gefolgt und schon mal der eines Zöllners (5,29-32); doch nun lädt er sich selbst ein – ins Haus eines der „Oberen der Zöllner“. … Jesu Verhalten wird – diesmal nicht nur von Pharisäern und Schriftgelehrten, sondern von allen – als Provokation empfunden (V.7).
Umkehr und tätige Buße sind nicht Voraussetzung für das Heil; sie werden vielmehr durch Gottes heilschaffende Zuwendung, wie sie sich in der Zuwendung Jesu vollzieht, erst ausgelöst. Hinter „betrogen“ steht ein griech. Wort, das die Bedeutungen „schikanieren, drangsalieren, bedrücken, erpressen“ umfasst. In die Nachfolge Jesu im engeren Sinne wird der Zöllner offenbar nicht berufen; doch dessen ungeachtet gilt die Aussage von V.9. Sie spricht, ohne auf V.8 einzugehen, von dem, was in V.5-6 geschah. Das Wort ist nicht nur dem Zöllner gesagt, sondern auch, ja fast mehr noch der murrenden Menge aus V.7. … Die Begegnung zwischen Jesus und Zachäus ist wie eine Art Zusammenfassung des ganzen öffentlichen Wirkens Jesu, die Botschaft dieser Geschichte wie eine Summe des ganzen „Evangeliums nach Lukas“.
aus der Stuttgarter Erklärungsbibel zu Lk.19,1-10


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Zachäus

Jesus kommt nach Jericho, der „Palmenstadt“ im Jordantal, einer der wichtigsten und größten Städte in Israel. Zweifelsohne haben hier viele Interesse an Jesus. Doch er will weiter zum gut 25 Kilometer entfernten Jerusalem ziehen.
Der Oberaufseher über die Zolleinnehmer in Jericho ist Zachäus. Er besteuert die Juden im Auftrag der Römer und macht ein Vermögen damit, überhöhte Zölle einzunehmen und den Überschuss einzustecken.
Zachäus möchte Jesus sehen. Zweifellos hat er gehört, dass Jesus freundlich ist zu Menschen wie ihm, den alle anderen als Sünder meiden. Die Strasse wird von einer großen Menschenmenge gesäumt, und Zachäus ist klein. Er ist zu stolz, zu bitten, in nach vorne zu lassen, und er ist zu unbeliebt, als das ihn jemand durchlässt. Daher läuft er der Menge voraus und klettert auf einen Maulbeerbaum. Von hier aus hofft Zachäus, Jesus zu sehen ohne selbst gesehen zu werden. Doch er täuscht sich. Jesus kommt näher, hält an, schaut hoch und lädt sich selbst zum Abendessen ein. Zachäus ist entzückt.
Hier ist das Evangelium in Aktion. Jesus kommt zu Zachäus wie ein Hirte zu einem verirrten Schaf. Er findet ihn, akzeptiert ihn und hilft ihm, ein neues Leben zu entdecken. Unsere Not ist Gottes Möglichkeit zu helfen.
Die selbstgerechten Einwohner Jerichos verurteilen Jesus wegen seines schlechten Umganges. Doch Jesus hat schon einmal gesagt, dass er wie ein Arzt ist, der Kranke aufsuchen muss, um sie zu heilen (Lk.15,31-32).
Zachäus ist jetzt ein veränderter Mensch. Sofort gibt er die Hälfte seines Vermögens den Armen und verspricht, alles zurückzuzahlen, was er gestohlen hat. Das Gesetz fordert zusätzlich 20 Prozent – doch Zachäus gibt den Betrag vierfach zurück. Er ist genauso von der Habgier befreit wie der Blinde von der Dunkelheit.
Jesus erklärt, Zachäus sei gerettet. Der habgierige Zolleinnehmer, der mit seinen Nachbarn verfeindet war, ist heimgekehrt zur Liebe und Vergebung Gottes. Jetzt ist er ein wahrer Sohn Abrahams – nicht allein durch Herkunft, sondern durch Glauben. So wie Abraham seinen Glauben durch sein Handel unterstrich, so unterstreicht Zachäus sein neues Leben durch seine Taten.
aus dem Grossen Buch zur Bibel von A.Knowles


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Der Zöllner Zachäus
Lk.19,1-10

Nicht alle Reichen scheiden traurig von Jesus. Zachäus ist ein Beispiel dafür, was bei Gott möglich ist (vgl. 18,23). Die Römer pflegten die Steuereintreibung in einem bestimmten Gebiet an den Meistbietenden zu verpachten. Dieser empfing für seine Tätigkeit keinerlei Gehalt, sondern trieb soviel Geld ein, wie er nur konnte, so dass ihm nach Abzug der festgesetzten Summe an die römische Behörde noch ein ansehnlicher Gewinn blieb. Solch ein Steuerpächter war Zachäus. Sein Bemühen, Jesus zu sehen, der als Freund der Zöllner bekannt war, weist auf sein großes Interesse an ihm hin. Wahrscheinlich hatte er nicht erwartet, auf dem Maulbeerfeigenbaum entdeckt zu werden; jedenfalls aber zitierte Jesus ihn herbei und bat ihn, er möge ihm Unterkunft gewähren. Was er auch sofort tat. Diese Begegnung brachte Zachäus eine radikale Lebenswende, die durch seine Reue und durch seine Freude beschrieben wird. Draußen äußerte die Menge der „hochanständigen“ Leute unverhohlen ihren Unwillen darüber, dass der Herr sich mit solch einem Betrüger und Kollaborateur der Römer abgab. Jesu Worte V.9 sind Entgegnung der Vorwürfe und Höhepunkt des Abschnittes zugleich. Das Heil war zum Haus des Zachäus gekommen, einem Sohn Abrahams, der ebenso berechtigt war, das Evangelium zu hören, wie jeder andere Jude auch. Weil Gott alle meint, geht Jesus, wie ein Hirte dem verlorenen Schaf (vgl.15,3-7;Hes.34,16), gerade den Verlorenen nach und sucht und rettet sie.
8 Zachäus Entschluss entspricht ganz der 18,13 vom Zöllner des Gleichnisses bekundeten Zerknirschung. 9 Der Spruch sagt nicht aus, dass die Heiden Jesus nicht ebenfalls am Herzen liegen, sondern unterstreicht, dass der eine Jude vor Gott nicht mehr und nicht weniger wertvoll ist als der andere.
aus dem Kommentar zur Bibel von Guthrie


Gute Andacht allerseits.
philippus
 
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Beitragvon philippus » 06.12.2007, 12:19

Als Jesus nun an diese Stelle kam, schaute er auf und rief ihm zu: „Zachäus, komm schnell herunter! Ich muß heute in Deinem Hause einkehren.“ Der tat das sofort und hieß ihn herzlich willkommen.
Als das die Leute sahen, fingen sie an zu schimpfen und sagten: „Der betritt das haus eines (stadtbekannten) Sünders, um bei ihm zu wohnen.“

Lk.19,5-7 in der Bruns-Bibel


Kommentar von Bruns zu Lk.19,1-10:

Jesu Aufgabe ist es, Menschen Rettung zu bringen. Das geschieht auch auf seinem letzten Weg in Jericho, und zwar gegenüber einem der verhasstesten Männer der Stadt. Waren schon die einfachen Zolleinnehmer unbeliebt beim Volk, so noch mehr die Zollherren. Sie übten sowohl nationalen wie auch religiösen Verrat, denn sie arbeiteten ja für die Römer und zogen Abgaben ein für weltliche Zwecke. Außerdem bereicherten sie sich auf Kosten anderer. Für Jesus gelten diese Unterschiede nicht. Er ist für alle Sünder da und sucht gerade sie.
philippus
 
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