EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Gottesdienstberichte und Predigtkritik

Re: EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Beitragvon Cemper » 15.11.2009, 14:16

orig.gabi hat geschrieben:... zur Erlösung in Christie zu kommen ...

@ orig.gabi

Meinen Sie Agatha Christie (die engl. Krimi-Autorin)?
Oder meinen Sie die Erlösung durch Jesus den Christus (den Erlöser) - Erlösung durch das Opfer Christi?

@ Bert

Ich verstehe auch nach Ihrer Antwort nicht, welche Gründe Sie veranlassen, das Wort "Gelähmte" so zu deuten, wie Sie es tun und es dann als persönlich verletzend zu verstehen. In der fraglichen Markuspassage, die - sehr verkürzt - Predigttext des von Herrn Dr. Leber gehaltenen Gottesdienstes war, gibt es den Begriff "Gelähmter". Der dort dargestelle Fall hat - wie sich aus dem ganzen Text und auch aus den Parallelstellen in den anderen Evangelien ergibt - eine bestimmte theologische Bedeutung. Es geht in der Gegenüberstellung von natürlicher Heilung und Sündenvergebung um Christus als Erlöser - und das in menschheitsgeschichtlicher Dimension. Den im Eröffnungsbeitrag dieser Rubrik eingestellten Predigtauszug verstehe ich in dieser grundsätzlichen Sicht und natürlich in Verbindung mit dem Anspruch der Neuap. Kirche bzw. der Vorstellung von der Bedeutung des Apostelamtes dieser Kirche im Heilszusammenhang. Die Verwendung des Begriffes "Gelähmte" verstehe ich als schlichte Übernahme eines Wortes aus dem Predigttext ohne herablassende Attitüde. Es sei aber dahingestellt, ob die Wortwahl gut war; eine allgemeinere Formulierung wie etwa "alle, die sich nach Erlösung sehnen" wäre gewiss möglich. Was würden Sie eigentlich bei einer solchen Formulierung denken?

Ansonsten sei noch dies gesagt: Erstens: Wir sollten das Thema "Jenseits" in großen historischen Zeiträumen und unterschiedlichen Kulturen sehen. Wir erkennen dann, dass es immer "düstere" Bilder und Begriffe gegeben hat. Das Wort "Gelähmte" ist ein düsterer Begriff. Zweitens: Es ist zwangsläufig so, dass es gewisse "Konkurrenzen" in den Jenseitsvorstellungen gibt. Dabei ist aber klar, dass wir uns auf unsicherem Terrain bewegen und dass alle Versuche der sprachlichen Erfassung mit unseren (diesseitigen) Möglichkeiten sehr beschränkt, wenn nicht gänzlich untauglich sind. Schon insoweit ist es sinnlos, sich über etwas aufzuregen.

Ein letzter Punkt: Die Authentizität des in den Eröffnungsbeitrag eingestellten Predigtauszugs ist nicht nachgewiesen. Insofern stochern wir evtl. etwas im Nebel herum. Dem Forie "hallo otto" würde ich jedenfalls aufgrund seiner Argumente drei Einträge höher nicht unbedingt korrekte Wiedergabe unterstellen. Ich kann mir aber vorstellen, dass etwas gesagt worden ist, wie er es im Eröffnungsbeitrag schreibt.

Und damit sei das Thema meinerseits nun abgeschlossen.

C.
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Re: EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Beitragvon orig.gabi » 15.11.2009, 15:39

Cemper hat geschrieben:
orig.gabi hat geschrieben:... zur Erlösung in Christie zu kommen ...

@ orig.gabi

Meinen Sie Agatha Christie (die engl. Krimi-Autorin)?
Oder meinen Sie die Erlösung durch Jesus den Christus (den Erlöser) - Erlösung durch das Opfer Christi?

[...]

C.



Ja, letzteres.
Aber wie ich Sie ( SIE, nicht Agatha Christie), einschätze, haben Sie mit der Dame bereits gemeinsam die Schulbank gedrückt ... :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe ist,
der bleibt in Gott und Gott in ihm.
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Re: EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Beitragvon Bert » 15.11.2009, 16:40

Cemper,

Sie übersehen leider, daß die Wertung von Verstorbenen als 'Lahme' oder 'Gelähmte' (die NAK verwendet noch weitere Begriffe, die alle gemeinsam haben, Tote als krank, beschädigt, gefesselt u.ä. zu kennzeichnen) im Geiste einzig eine Folge der neuapostolischen Sicht anderer (auch christlicher) Religionslehren ist. Es kommt durch die Wertung zum Ausdruck, daß die NAK in diesen Religionsgemeinschaften wahre Wege zu Gott, zu Jesus Christus, zu wirksamen Saktramenten, zur Sündenvergebung, zum ewigen Heil, zur Ruhe in Gott rundweg bestreitet. Die NAK stellt diesen Verstorbenen, von denen sie annimmt, sie gingen in ihrem (falschen) Glauben 'unerlöst' ins Jenseits, die im NAK-Glauben verstorbenen als 'Erlöste' - 'Ungelähmte' (!) - gegenüber. Die unterschiedlichen Annahmen - hier die eigenen 'gesunden' und 'freien' Toten, dort die nicht zu ihr gehörenden 'lahmen' und 'gefangenen' Toten macht die NAK allein an ihren religiösen Dogmen fest, die darin gipfeln, daß ihre Apostel heilsnotwendig seien, nur diese Gotteskindschaft, Gaben des hG und wirksame Sündenvergebung spendeten. Es ist also nicht so, daß die NAK etwa nur an Christen gedenkt zu helfen, die durch ihr sündiges Verhalten u.ä. mit entsprechenden Behaftungen der Seele gestorben sind, also in ihrem Glauben mit 'Schäden an der Seele' im Ewigkeitsbereiche leben. Nein, die NAK hält alle Menschen, auch die voll in ihrem christlichen Glauben aufgegangenen Toten für 'lahm' und der Hilfe durch die NAK zwecks wahren Heils für bedürftig. Das ist der Punkt! Solche Wertungen und ihre Veröffentllichungen verbieten sich, sie sind zunächst einmal völlig unbegründet, rein spekulativ (niemand weiß da Genaues!), sie sind respektlos, sie wirken beleidigend. Es ist für mich unvorstellbar, daß das Evangelium von Jesus Christus dafür eine Plattform bieten kann.

Zur Frage der Konkurrenz der Religionen untereinander. Da habe ich keine Probleme mit. Jeder kann darstellen, was er glaubt, aber er muß dabei nicht lauthals feststellen, daß der Glaube seines Gegenüber krankhaft sei. Hier ist Respekt vor der der jeweils anderen Religion erforderlich und vor den Menschen, den sie beseelt. Die Achtung fehlt aber - wie vorlieglend - der Fall, wenn eine Religionsgemeinschaft den Glauben Anderer in direkter Ansprache in schäbigster Weise einschätzt und mit dubiosen Begriffen belegt. Das darf auch nicht unter dem Deckmäntelchen angeblicher Nächstenliebe oder Hilfsbereitschaft geschehen, wie es die NAK praktiziert. Die entsprechenden NAK-Predigten werden ja auch durch die Gläubigen der Kirche aufgenommen, und man kann sich denken, wie sie die Meinungsbildung unter diesen beeinflussen und letztlich bestimmen. So denkt dann der gläubige Neuapostolische von seinem katholischen Nachbarn etwa: 'Die kürzlich verstorbene Mutter des Nachbarn ist ja leider kein Gotteskind gewesen, da nicht neuapostolisch. Sie ist im Jenseits wie eine Gelähmte. Aber ich kann ihr helfen, helfen durch unsere Apostel.' Und wenn dieser Neuap. mit dem Nachbarn über den Tod dessen Mutter spricht, was sagt der NAK-ler dann? Das, was er dank der Arbeit seiner Apostel denkt, oder etwas Anderes? Aus Angst, daß er ihn beleidigen könnte?? :wink:

Cemper, machen Sie sich keine Sorgen um die Authentizität im Eröffnungsbeitrag. Das sind neuap. Töne! Leider ... und daher die harsche Kritik von meiner Seite.

Wenn Sie nichts mehr dazu schreiben möchten, kann ich das verstehen. Ehrlich gesagt, es bringt auch nichts mehr, weiter darüber zu diskutieren. Sie haben Ihren Standpunkt, ich den meinen.

FG
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Re: EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Beitragvon manfredo » 15.11.2009, 19:46

Da riet doch ein Apostel der Jugend beim letzten
Entschlafenengottesdienst, sich nicht die Notwendigkeit der Sakramentsspendung in die Ewigkeit ausreden zu lassen.

http://www.nak-alsdorf.de/site/startsei ... id-325.htm
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Re: EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Beitragvon Schnauferli » 15.11.2009, 22:01

Da riet doch ein Apostel der Jugend beim letzten
Entschlafenengottesdienst, sich nicht die Notwendigkeit der Sakramentsspendung in die Ewigkeit ausreden zu lassen.

http://www.nak-alsdorf.de/site/startsei ... id-325.htm


...schön,das du auch mal auf meine Heimatbezirksseite geschaut hast. :D :D Und gefällt sie dir :?: :?: :?:
Ich bin keine Zecke http://www.bvb.de/ ,und das ist auch gut so
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Re: EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Beitragvon manfredo » 15.11.2009, 22:31

Der Hinweis zur dieser Seite stand in einem anderen, den Namen sagen wir jetzt nicht, ok.
Ich finde die Seite ansprechend.
Ohne diese Seite hätten wir nie erfahren, was der liebe Apostel den Jugendlichen ins Herz einpflanzte.
So kriegen wir nie nee Ökumene hin. :x
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Re: EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Beitragvon Schnauferli » 15.11.2009, 22:39

Ohne diese Seite hätten wir nie erfahren, was der liebe Apostel den Jugendlichen ins Herz einpflanzte.


lieb isser,da haste recht.Also ich kann ihn gut leiden..... diese Aussage naja,aber ansonsten isser ok
Ich bin keine Zecke http://www.bvb.de/ ,und das ist auch gut so
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Re: EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Beitragvon Gaby » 16.11.2009, 07:12

johnnelsonjun hat geschrieben:
Gaby hat geschrieben:Nun, seit ich Anfang 2006 ausgetreten bin aus der NAK war ich in keinem Gottesdienst mehr.

Der letzte den ich besuchte, 2005 meine ich muss das gewesen sein, ganz genau kann ich das jetzt nicht mehr sagen, hörte ich von einem Evangelisten hier vor Ort ... "Wie in dem Wort schon steht, wir bekommen die Liebe durch den Heiligen Geist, der in uns ausgegossen ist. Und egal, was andere darüber sagen und denken, diesen Geist bekommt man nur durch die Handauflegung eines Apostels gespendet. Da können andere Christen ruhig sagen: Aber wir haben den Heiligen Geist doch auch." Diese Aussage hat sich in mir festgesetzt und ich werde sie wohl auch nicht mehr vergessen, deswegen kann ich sie auch noch zitieren.

Im Nachhinein habe ich mich gefragt, warum ich nach dieser Aussage nicht einfach aufgestanden und gegangen bin.


Liebe Gaby,

mir ist vor vielen Jahren etwas ähnliches passiert, nicht in einer NAK-Gemeinde und es wurde auch keinem anderen Christen das Christsein abgesprochen, aber das, was gesagt wurde, war so sehr gegen meine Gewissensüberzeugung, dass ich mehrfach den Impuls hatte aufzustehen und zu gehen. Was hat mich gehindert? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht und frage mich das schon lange immer wieder einmal. Ich hatte nach dem Gottesdienst noch einen Gesprächstermin mit dem Pfarrer verabredet - aber ich hätte ja anrufen und einen neuen Termin abmachen können. Durch die Predigt hatte er sich sowieso mein Vertrauen verloren. Vielleicht bin ich geblieben, weil ich "kein Aufhebens um die Sache machen wollte", weil ich den Gottesdienst nicht stören wollte, weil ich so erzogen wurde, dass man eben kein Aufsehen erregt. Wie gesagt, ich weiß es bis heute nicht genau. Eines aber weiß ich, dass ich an jenem Tag meine Freude verloren hatte und dass ich heute bei einer ähnlichen Begebenheit nicht zögern würde, aufzustehen und zu gehen.

Hat der besagte Evangelist eigentlich je auf Deine Mail geantwortet?

LG,
JNj. :wink:


>>Vielleicht bin ich geblieben, weil ich "kein Aufhebens um die Sache machen wollte", weil ich den Gottesdienst nicht stören wollte, weil ich so erzogen wurde, dass man eben kein Aufsehen erregt. Wie gesagt, ich weiß es bis heute nicht genau. Eines aber weiß ich, dass ich an jenem Tag meine Freude verloren hatte und dass ich heute bei einer ähnlichen Begebenheit nicht zögern würde, aufzustehen und zu gehen.<<

So sehe ich es mittlerweile auch. Protesthaltung war in meiner Generation nicht gefragt. Mit dem Wissen, das ich mittlerweile habe, würde ich heute auch selbstbewußt aufstehen. Damals hatte ich nur das Empfinden, dass sich alles in mir gegen diese Aussage sträubte, die ganze Predigt ging weiter in diese Richtung und nach dem Gottesdienst war mir einfach nur noch schlecht. Und mir war klar gworden, solche "Betonköpfe" wird es in der NAK noch sehr lange geben. Dieser Evangelist war nicht so sehr viel älter als ich, es wird also noch lange dauern, bis dieses Denken in den Köpfen nicht mehr vorhanden ist. Und wie man hört und liest, gibt es auch in der heutigen Jugend noch etliche, die das 150% genauso sehen, weil sie dahingehend erzogen wurden und sich keine eigenen Gedanken machen.

Tja und Antwort auf meine mail (die ich allerdings auch erst einige Monate später schrieb) bekam ich natürlich nicht. Warum auch? Dieser Evangelist war vollkommen von seiner Sicht der Dinge überzeugt, er hat die KL der NAK im Rücken, die ihn in seiner Glaubensüberzeugung bestätigt ... was hätte er denn schreiben sollen? Für ihn muss ich doch einem Irrglauben erlegen sein, wenn ich ihm schreibe, dass das Apostelamt aus meiner Sicht nicht heilsnotwendig ist. Sollte die NAK irgendwann einmal umschwenken und das Apostelamt relativieren, wäre es für jemanden wie diesem Evangelisten eine Katastrophe, sein gesamtes Glaubensgebäude würde zusammenstürzen. Ähnlich wie mir bei seiner Predigt schlecht wurde, würde ihm dann wohl ebenfalls schlecht werden, sollte er in Zukunft evangelisch angehauchte Predigten hören. Es sei denn, er fängt wirklich einmal mit dem Nachdenken an und beschäftigt sich mit der Entwicklung des Christentums und den verschiedenen Auffassungen der Konfessionen zu Glaubensfragen.

Jnj, mir ist mittlerweile klar geworden, dass noch viel Wasser den Berg hinunterfliessen muss wie man so schön sagt, bis sich in der NAK etwas ändern wird. Es wird mindestens noch eine ganze Generation dauern, bis von der KL wirklich etwas wesentliches in ihrer Lehre geändert werden wird. Vielleicht gezwungenermaßen, weil die Mitglieder langsam wegsterben und der Großteil der Jugendlichen sich anderweitig orientiert, weil sie sich mit der neuapostolischen Lehre nicht mehr identifizieren können. 2012 glaube ich noch nicht daran, dass es dort wesentliche Änderungen geben wird.

Nun, und dass Dir ähnliches in einer andern Kirche passiert ist .... es wird immer wieder einmal passieren denke ich ... weil es DIE christliche Lehre nun einmal nicht gibt, wie ich inzwischen weiß. Es hängt immer von dem jeweiligen Pfarrer/Pastor ab. Auch evangelisch ist nicht gleich evangelisch wie ich inzwischen erkannt habe. Auch unter diesen gibt es noch "Betonköpfe" wie mir grad erst wieder sehr bewußt geworden ist.

Es bleibt uns nur wie Luther immer wieder zu sagen ... "Hier stehe ich und kann nicht anders ..." ... bleiben wir uns selbst treu und finden unseren eigenen Weg zu Gott ... es braucht keinen anderen Mittler als Jesus Christus ...


Auch von mir liebe Grüße

Gaby ;-)
Denn in alledem liegt der Anfang des Reiches Gottes, das entstehen soll an der Stelle, an der du stehst. Nicht irgendwo, sondern in dir selbst. (Jörg Zink)
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Re: EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Beitragvon johnnelsonjun » 16.11.2009, 10:52

Gaby hat geschrieben:Es bleibt uns nur wie Luther immer wieder zu sagen ... "Hier stehe ich und kann nicht anders ..." ... bleiben wir uns selbst treu und finden unseren eigenen Weg zu Gott ... es braucht keinen anderen Mittler als Jesus Christus ...


Amen!

Danke & liebe Grüße,
JNj. :wink:
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Re: EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Beitragvon Cemper » 17.11.2009, 08:10

orig.gabi hat geschrieben:
Cemper hat geschrieben:
orig.gabi hat geschrieben:... zur Erlösung in Christie zu kommen ...

@ orig.gabi

Meinen Sie Agatha Christie (die engl. Krimi-Autorin)?
Oder meinen Sie die Erlösung durch Jesus den Christus (den Erlöser) - Erlösung durch das Opfer Christi?

C.

Ja, letzteres.
Aber wie ich Sie ( SIE, nicht Agatha Christie), einschätze, haben Sie mit der Dame bereits gemeinsam die Schulbank gedrückt ... :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

Frau orig.gabi -

ja, ich habe mit Agatha Christie die Schulbank gedrückt (und unter uns: auch Agatha). Sie ist Jahrgang 1890. Und Sie sind vermutlich Miss Marple.

Ihr Cemper
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Re: EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Beitragvon Cemper » 17.11.2009, 08:43

Bert -

noch einmal zu unserem kleinen Gedankenaustausch betr. "Gelähmte" und besonders zu Ihrem Eintrag oben auf dieser Seite (15. 11., 17.40 Uhr) : Ich habe über Ihr Verständnis des fraglichen Satzes noch etwas nachgedacht. Dabei bin ich immer wieder zu dem Ergebnis gekommen, dass wir das Problem - das es ja gibt - auf einer "höheren Ebene" sehen müssen. Ich war vor drei Wochen anlässlich einer Tagung mit vielen Palästinensern muslimischen Glaubens und einigen Palästinensern christlichen Glaubens zusammen. Danach hatte ich einige Kontakte mit jüdischen Theologen aus der Rabbinerausbildung an der Universität Potsdam. Bei diesen Begegnungen gab es Auseinandersetzungen über religiöse Positionen und zum sog. religiösen Synkretismus. Es war klar, dass es Gemeinsamkeiten und unüberwindbar Trennendes gibt. Manches Trennende konnte - wenn es deutlich artikuliert wurde - als Missachtung religiöser Werte und auf einer persönlichen Ebene auch als Herabsetzung verstanden werden. Aber niemand hat das so aufgefasst. Die in der Neuap. Kirche vorherrschenden Lehren betr. Tod/Jenseits usw. verstehe ich ähnlich. Diese Lehren oder Vorstellungen/Glaubensüberzeugungen werden - ich sage es noch mal - tatsächlich oft mit einiger Heftigkeit formuliert. Das von orig.gabi erwähnte Beispiel einer Trauerfeier ist auch nicht zu akzeptieren. Aber ich würde hier doch zwei Ebenen sehen. Da gibt es zum einen die aus einer "Glaubenslogik" zwingend erwachsende abstrakte Abgrenzung. Andererseits gibt es aber doch auch die untere Ebene, auf der die Glaubenslogik nicht einfach ins Persönliche umschlagen darf und nicht so verstanden werden sollte, wie Sie es tun.

In diesem Sinne habe ich den "obersten Geistlichen" der NAK verstanden. Ich weiß selbstverständlich nicht, ob ich hier "richtig liege".

Aber lassen Sie uns den Austausch dazu abschließen. Ich bin nicht der Verteidiger und auch nicht der Kritiker der Neuap. Kirche; mich interessiert nur, was hier auf dem Forums-Glaubensmarkt an Meinungen und Überzeugungen angeboten und manchmal verramscht wird.

C.
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Re: EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Beitragvon Bert » 17.11.2009, 14:05

Cemper,

ich habe den Eindruck, daß ich meinen Standpunkt noch nicht klar genug ausgedrückt habe. Also mache noch einen Versuch:

Ich spreche mich nicht dagegen aus, wie Sie es wohl annehmen, daß ein Kirchenführer jeden nur denkbaren Punkt des Glaubenslebens folgerichtig aufgrund der Lehre seiner Kirche bepredigt, auch wenn seine Ausführungen im krassen WIderstreit mit Lehren anderer Kirchen stehen. Das ist sein Recht, das kann er tun. So soll er doch sagen: 'Wir glauben, daß wir nur durch unsere Kirche das Himmelreich erlangen'. Das ist nicht das Problem, das ich hier versuche zu fixieren und zu brandmarken.

Das Problem ist allein die Predigt, die Andersgläubige, die nach ihrer (ganz anders gearteten) Lehre glauben das Heil in Christi zu erlangen, zum Gegenstand der Ausführungen macht und dabei unmißverständlich zum Ausdruck bringt, daß eben dieser andere Glaube nur seelische 'Mißgeburten' hervorbringt.

Das, lieber Cemper, ist es: 'den eigenen Glauben öffentlich zum Maßstab aller Glaubenslehren zu machen und dabei lauthals zu resümmieren, daß die anderen in ihrem Glauben nur Murks machen und entsprechend ernten', diese öffentliche Haltung und Verbreitung geißele ich.
Und nicht die aus irgendeiner Glaubensformel durch Dritte mühsam herauslesbare gegensätzliche Sicht der Dinge. Sowas ist harmlos, sowas verletzt nicht.

FG
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Re: EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Beitragvon Cemper » 17.11.2009, 17:00

Bert -

jetzt haben wir das Thema doch noch einmal aufgegriffen. Ihren Ansichten im Beitrag oben stimme ich zu. Wenn so „gepredigt“ wird, wie Sie es andeuten, dann liegt der Prediger schief; unter Umständen - die im Einzelfall zu prüfen sind - kann er sich sogar strafbar machen: http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__166.html

Nun weiß ich nicht, ob es in der Neuap. Kirche Prediger gibt, die so etwas „vom Stapel lassen“. Das wäre unglaublich; man sollte das dann auch in passender Form nachhaltig deutlich machen und von den „Dienstvorgesetzten“ Maßnahmen einfordern.

In dem hier diskutierten Predigtauszug des Stammapostels der NAK finde ich so etwas aber - und das sage ich jetzt noch einmal - eben nicht. Und um diesen Text geht es doch in unserem Austausch!

Wir nehmen Lebers Predigtpassage offenbar unterschiedlich wahr. Ich lese, dass er aus seinem Glauben heraus allen behilflich sein will, die Gemeinde bittet, das auf der "Ebene eines Gebetes" auch zu tun und dass er das alles als freudigen Akt der Zuwendung versteht. Am Rande: Das theologische Verständnis und die Begründungen dieser Praxis sind ein anderes Thema. Darum geht es hier nicht. Hier geht es nur um die Wirkung der Formulierungen.

Ich werde die Sache in den nächsten Tagen mal testen. Wir sind ja im Monat November, von dem Kästner sagte: "Der Winter sitzt schon auf den kahlen Zweigen. Es regnet, Freunde, und der Rest ist Schweigen. Wer noch nicht starb, dem steht es noch bevor. Und der November trägt den Trauerflor." In den Kirchen und auch in Teilen meines Bekanntenkreises ist die Atmosphäre davon - natürlich in Grenzen - geprägt. Einige „Kirchenleute“ nähern sich als Laien oder beruflich als Pastorin/Pastor oder im Bereich Kirchenmusik bewusst dem Ende des Kirchenjahres: dem Ewigkeitssonntag. Kirchenkonzerte und spezielle Gottesdienste werden vorbereitet. Ich werde nach einer Kantoreiprobe und anderweitig dem einen und anderen mal beiläufig den Predigtauszug zeigen und nach einem kurzen Hinweis auf die neuap. Übung der Entschlafenengottesdienste fragen, wie dieser Text wirkt. Das interessiert mich inzwischen ernsthaft.

Und nun soll es aber wirklich gut sein.

Beste Grüße - C.
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Re: EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Beitragvon Franke » 17.11.2009, 19:37

Cemper schrieb:
Ich werde nach einer Kantoreiprobe und anderweitig dem einen und anderen mal beiläufig den Predigtauszug zeigen und nach einem kurzen Hinweis auf die neuap. Übung der Entschlafenengottesdienste fragen, wie dieser Text wirkt. Das interessiert mich inzwischen ernsthaft.

Und nun soll es aber wirklich gut sein.

Beste Grüße - C.


Werter Herr Cemper,
ihr Vorhaben, diesen Text mal auf weitere/andere (wie ich ihrem Posting entnehme, Sänger bzw. Musiker) Christen wirken zu lassen um die Wirkung
zu erfahren, verdient allen Respekt. Eine gute Idee, wie ich finde, um die Aussenwirkung dieses Gesamtkomplexes "Entschlafenengottesdienste der NAK"
zu reflektieren! Und ich denke weiter, nicht nur Sie und jetzt auch mich interessiert dies ernsthaft, sondern nahezu alle die sich hier in diesem Forum
über ihren Glauben austauschen (...auch die "Nur-Leser" wollen wir da selbstverständlich nicht ausschließen).
Also, lieber Cemper, frisch gewagt ist halb gewonnen. Wir sind gespannt! :lol:

LG/Franke
So ist Einiges in unsere apostolische Tradition eingegangen, aber wenn man dann mal in der Bibel nachliest, merkt man: „Oh, so wie ich das predige, steht das gar nicht in der Bibel.“
Stap Schneider - AT-Godi, 30.10.2014, Johnnesburg-Towerby (Südafrika)
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