EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Gottesdienstberichte und Predigtkritik

Re: EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Beitragvon Tatyana † » 12.11.2009, 18:40

Cemper hat geschrieben:Vermutlich im diesseitigen Leben - sofern wir ihn hier leben lassen.

Können wir ihn ausweisen? Oder töten?
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Re: EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Beitragvon Cemper » 12.11.2009, 20:58

Ja - wir können ihn ausweisen, aber wir werden ihn nicht los. Anders gesagt: Wenn wir ihn ausweisen, haben wir keinen Gott, aber Gott hat uns. Ob wir ihn töten können? Vielleicht können wir es. Vielleicht ist die Tötung Gottes Selbstmord.

C.
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Re: EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Beitragvon Tatyana † » 12.11.2009, 21:11

Wenn Gott uns hat, egal, was wir tun, haben wir ihn immer noch, wenn auch vielleicht nur passiv. Und ein Gott, den man töten kann-ist das noch ein Gott?
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Re: EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Beitragvon johnnelsonjun » 12.11.2009, 21:56

Cemper hat geschrieben:Ja - wir können ihn ausweisen, aber wir werden ihn nicht los. Anders gesagt: Wenn wir ihn ausweisen, haben wir keinen Gott, aber Gott hat uns. Ob wir ihn töten können? Vielleicht können wir es. Vielleicht ist die Tötung Gottes Selbstmord.

C.


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Gute N8,

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Re: EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Beitragvon Tatyana † » 13.11.2009, 06:02

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Re: EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Beitragvon Cemper » 13.11.2009, 10:09

Bert hat geschrieben:Cemper,

Sie sind großmütig gegenüber Leber und seiner NAK. Sie haben m.E. viel zu viel Verständnis für ihn , der anderen Christen den Glauben kaputt reden will. Ob er das tut, weil er selbst an seine entsprechende Missionsaufgabe innig glaubt oder nicht, ist dabei nach meiner Meinung egal. Er macht damit, was sich nicht gehört, weil das die Entscheidung anderer Christen für ihren Glauben negativ kommentiert und den Glauben selbst herabsetzt. Bezeichnenderweise gehen Sie nicht näher auf meine Ausführungen ein betr. einer Begegnung L. mit Meisner. Glauben Sie denn im Ernst, daß L. dem Kardinal der Katholiken sagen würde: 'Herr Kardinal, was Sie predigen, bringt Sie selbst und Ihre Schäflein nicht zum gewünschten Heil, da ist die Hilfe der Neuap. Kirche, meine Hilfe, erforderlich im Jenseits?' Glauben Sie wirklich, L. würde hier so mit Meisner reden? Ich sage Ihnen, das täte er nicht. Niemals. Da hätte er sicher bange, sich öffentlich eine schmerzhafte Widerrede seitens M. einzuholen. Und das ist Knackpunkt. So soll er gefälligst auch die Menge der kath. Gläubigen ebenso nicht in dieser Weise mit seinen öffentlichen Reden indirekt ansprechen.
Nun zu meinem Schmerz. Der ist deshalb da, werter Cemper, weil der Leiter meiner Kirche meine Angehörigen beleidigt, wenn er mir mitteilt, dass diese in ihrem Glauben nichts im Jenseits außer Gefängnisse und Lähmungen erreichen werden, daß sie sich in ihrer Kirche zum Narren halten lassen u.ä. Das alles steckt doch in diesen abwertenden Äußerungen des Herrn L. drin. Das ist m.E. Religionskrieg. Der geht mitten durch die Familien. Man könnte sich diesem nur entziehen, wenn man die NAK meidete ...
Da gibt es eine andere Lösung, welche in der Hand der KL der NAK liegt. Sie soll sich gefälligst solcher diskriminierenden Äußerungen enthalten, die da ummäntelt von angeblicher christlichen Nächstenliebe daherkommen wollen.
Wenn Sie, werter Cemper, das partout anders sehen wollen, dann ist das Ihnen 'gegönnt'. Ok. Dann lassen wir hier jede weitere Diskussion, wenn Sie einverstanden sind.

Nichts für ungut. Bin immer für eine unmißverständliche Sprache. Bin für gegenseitige Achtung.

FG
Bert

Lieber Bert,

ich sage es direkt: Ihre Antwort bedrückt mich. Verstehen Sie das bitte richtig. Ich habe keine „schlaflosen Nächte“. Ich kann mir auch kein „persönliches Bild“ von Ihrem erkennbaren Zorn und den daraus entstehenden Sorgen und Nöten machen. Wir kennen uns ja nicht persönlich. Aber ich bin doch - in einer gewissen Weise - bedrückt.

Ich will auf Ihre Antwort einmal Punkt für Punkt eingehen.

Sie schreiben, ich sei „großmütig gegenüber Leber und seiner NAK“. Ich verstehe mich anders; ich nehme nur die Religionsfreiheit - die in der Verfassung ausgewiesen ist - ernst; und dabei beachte ich den bekannten Satz von Rosa Luxemburg, dass Freiheit immer die Freiheit der Andersdenkenden ist (also auch der Menschen mit anderem Glauben). Am Rande: In der Geschichte des Christentums ist genau das nicht praktiziert worden; Christen sind - historisch betrachtet - eine durchaus brutale Gesellschaft. Eben deshalb ist die religiöse Freiheit und die Verpflichtung auf diese Freiheit im Verfassungsrang wichtig. Das heißt dann aber auch Akzeptanz der NAK und der vielen anderen Kirchen und Religionsgesellschaften/Religionsgemeinschaften.

Sodann schreiben Sie, ich hätte nach Ihrer Ansicht „viel zu viel Verständnis für ihn (Leber), der anderen Christen den Glauben kaputt reden will“. Hier frage ich, ob Sie Herrn Leber als NAK-Kirchenleiter richtig beurteilen. Will er das wirklich? Sehen Sie mal - in den letzten Jahren hat die NAK-Kirchenleitung an die katholische wie an die evangelische Kirchen einige Glückwunsch- und Kondolenzbriefe geschickt. Ich habe das als ehrliche Äußerung wahrgenommen (jüngstes Beispiel ist die Gratulation an Käßmann). Mein Eindruck ist: Die Neuap. Kirche hat ihre - gewiss harten - Positionen und Ansprüche. Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass andere Christen und Angehörige anderer Religionen so und so gesehen werden (ich führe das jetzt nicht weiter aus). Daraus entsteht ein gewisses Dilemma. Herr Leber muss sich dem stellen - und er hat es nach meinem Eindruck in den zitierten Predigtpassagen getan. Wenn er von Milliarden Menschen spricht, die unerlöst in die Ewigkeit gehen und gar von Gelähmten spricht, dann liegt er konsequent auf der Ebene des neuap. Selbstverständnisses. Das muss er - in Konsequenz der Religionsfreiheit - sagen dürfen. Er mischt sich damit - so mein Verständnis - nicht in einer unzulässigen Weise in die inneren Angelegenheit anderer Kirchen oder in private Verhältnisse ein. Religionsfreiheit heißt, dass akzeptiert werden muss, dass der oberste Geistliche der NAK so predigen darf und dass jeder darauf in einer ihm zusagenden Weise reagieren kann; jeder andere hat das Recht auf seine ganz persönliche Haltung dazu. Wenn sich jemand über Lebers Äußerungen ärgert, dann ist das ein Problem desjenigen, der sich über Lebers Äußerungen ärgert - und hier können wir nicht den NAK-Präsidenten verantwortlich machen. Selbstverständlich ist es aber gut, wenn die Folgen, die unvermeidbar aus bestimmten Glaubensweisen entstehen (also das Absprechen der „Rechtgläubigkeit“), nicht in harten Formulierungen angesprochen werden. Bert - das Problem haben wir schon in Berichten im Neuen Testament. Was ist - unbeschadet exegetischer Ausarbeitungen - von Jesus-Sätzen wie „So ihr nicht glaubt, dass ich es bin, müsst ihr in Euren Sünden sterben“ zu halten?

Dann schreiben Sie: „ Glauben Sie denn im Ernst, daß L. dem Kardinal der Katholiken sagen würde: 'Herr Kardinal, was Sie predigen, bringt Sie selbst und Ihre Schäflein nicht zum gewünschten Heil, da ist die Hilfe der Neuap. Kirche, meine Hilfe, erforderlich im Jenseits?' Glauben Sie wirklich, L. würde hier so mit Meisner reden? Ich sage Ihnen, das täte er nicht. Niemals. Da hätte er sicher bange, sich öffentlich eine schmerzhafte Widerrede seitens M. einzuholen. Und das ist Knackpunkt. So soll er gefälligst auch die Menge der kath. Gläubigen ebenso nicht in dieser Weise mit seinen öffentlichen Reden indirekt ansprechen."

Diese von Ihnen konstruierte Begegnung Leber - Meisner stelle mir so vor: Herr Meisner wird sich als „Kirchenfürst“ der richtigen Kirche und Herrn Leber in den realen Größenordnungen sehen. Da ist einerseits die RKK mit langer Geschichte (2000 Jahre) und gegenwärtig einer Milliarde Katholiken. Und da ist andererseits eine kleine NAK mit kurzer Geschichte und derzeit etwa zehn Millionen Mitgliedern. Die beiden Herren werden sich freundlich begrüßen. Meisner evtl. mit einiger Überheblichkeit. Herr Leber wird freundlich-korrekt seine neuap. Sicht darlegen, ohne zu sagen, was das praktisch bedeutet - er wird das nicht ansprechen und zu Recht davon ausgehen, dass das ja auch so klar ist. Und Meisner wird das ähnlich sehen und die „Audienz“ beenden. Bert - ich war schon mal dabei, als sich ein katholischer Weihbischof mit einem ev. Theologieprofessor und Pastor unterhalten hat. Der ev. Theologe hat dem kath. Theologen gesagt: „Wenn uns - der ev. Kirche - von Ihrer Kirche abgesprochen wird, dass wir Kirche sind, dann kommt mir das so vor, als würde ein Repräsentant der Firma Mercedes einem Repräsentanten der Firma Volvo sagen, ein Volvo wäre kein Auto.“ Der Weihbischof hat den ev. Kollegen angeschaut, als wollte er sagen: „Ich verstehe Sie, aber verstehen Sie denn nicht, dass wir kaum anders können - jedenfalls jetzt noch nicht? Lassen Sie uns das doch mal ausklammern und an den Fragen arbeiten, die wir jetzt - von mir aus auch gegen Rom - in unserer Wirklichkeit bearbeiten können. Und seien Sie dabei großzügig - auch mir gegenüber.“

Sie schreiben weiter: „(Leber) soll gefälligst auch die Menge der kath. Gläubigen ... nicht in dieser Weise mit seinen öffentlichen Reden indirekt ansprechen.“ Bert - ich bin hier gespalten. Was kann der oberste Repräsentant der NAK denn machen? Soll er die Konsequenzen, die sich auf der Glaubensebene aus dem neuap. Glaubensbekenntnis und Selbstbild ergeben, verschweigen? Täte er das, dann könnte man ihm das vorhalten. Redet er aber deutlich, dann könnte man ihn kritisieren, weil die Deutlichkeit auf manche unhöflich wirkt und weil sich manche sogar verletzt fühlen. Das ist ein gewisses Dilemma. Aber: Ich verstehe Lebers klare Worte nicht als Drohung. Er bietet - seinem Glauben gemäß - das neuap. sakramentale Verständnis an. Nicht mehr und nicht weniger.

Ihr nächster Punkt ist Ihr Schmerz: „Der ist deshalb da, ... weil der Leiter meiner Kirche meine Angehörigen beleidigt, wenn er mir mitteilt, dass diese in ihrem Glauben nichts im Jenseits außer Gefängnisse und Lähmungen erreichen werden, daß sie sich in ihrer Kirche zum Narren halten lassen u.ä. Das alles steckt doch in diesen abwertenden Äußerungen des Herrn L. drin. Das ist m.E. Religionskrieg. Der geht mitten durch die Familien. Man könnte sich diesem nur entziehen, wenn man die NAK meidete ...“ Bert - ich sehe, dass das schwierig ist; ich habe aber den Eindruck, dass Sie hier zu sehr fixiert sind und dass es auch deshalb schwierig ist. Warum geben Sie diesen Punkten so viel Raum im familiären Leben? Sie und alle Angehörigen können in religiösen Fragen doch "frei leben": frei denken und glauben. Warum machen Sie sich abhängig? Sehen Sie - in meiner Verwandtschaft gibt es Katholiken, Protestanten, neuap. Christen und Atheisten bzw. religiös uninteressierte Menschen. Die „Fronten“ ziehen sich auch durch Familien. Da sind die neuap. Cousine und ihr evangelischer Mann. Da sind der neuap. Neffe mit evangelischer Frau und evangelischen Kindern. Da sind die neuap. Nichte mit evangelischem Mann und neuap. Kindern. Übrigens gab es sogar mal eine Freundschaft einer jungen Frau mit einem kath. Priester. Ich könnte das fortsetzen. Es gibt auch fundamentalistische und liberale neuap. Amtsträger in meiner Verwandtschaft - und die Schwiegermutter, die am liebsten alle neuap. zwangsverpflichten würde. Ich rege mich darüber nicht auf.

So sehe ich das. Und wenn ich in kath., evangelischen oder neuap. Kirchen oder bei Menschen aus anderen Religionen bin, denke ich manchmal an einen schönen Satz von Charles de Gaulle: Kirchen sind ein Ort, wo jemand zu mir spricht, ohne dass ich ihm antworten muss. Anders gesagt: Das Verhältnis des Menschen zu Gott und zur Welt war und ist weltweit ein Verhältnis des einen Menschen - der unverwechselbaren Person - zu Gott bzw. der Welt: ein ganz persönliches Verhältnis. Die Freiheit dieses Verhältnisses müssen wir achten und nutzen. Nutzen Sie diese Freiheit - das macht frei. Es macht auch frei zur "Freiheit des Christenmenschen".

Beste Grüße
HC
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Re: EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Beitragvon Gaby » 13.11.2009, 10:43

Diese Freiheit muss man sich aber erst erarbeiten, indem man innerlich Abstand gewinnt, dies fällt einem nicht einfach so in den Schoß .... ganz so einfach wie sich das anhört ist das m.E. nicht.

Auch wenn ich mittlerweile (glaube ich zumindest) vieles mit gesundem Abstand betrachte, einer Predigt in der NAK beizuwohnen, eventuell in Begleitung meiner evangelischen Kinder, in der Christen anderer Konfessionen "abwertend" als Christen zweiter Klasse bezeichnet werden, würde mir immer noch die Hutschnur hochgehen lassen.

Aber ansonsten, auch wenn die Antwort nicht an mich gerichtet war, trotzdem danke für den sachlichen Beitrag.
Denn in alledem liegt der Anfang des Reiches Gottes, das entstehen soll an der Stelle, an der du stehst. Nicht irgendwo, sondern in dir selbst. (Jörg Zink)
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Re: EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Beitragvon Cemper » 13.11.2009, 11:22

Gaby - wird so etwas in neuap. Predigten gesagt? Ich frage das ernsthaft, weil ich das noch nicht gehört habe. Die wenigen neuap. Gottesdienste - etwa 20 in den letzten 20 Jahren - sind aber keine Basis für ein Urteil. Ein gewisser exklusiver Anspruch ist zu spüren - das ist schon klar. Aber wird das so - wie Sie es andeuten - gesagt? Wenn ich etwa an die letzte Predigt in einem neuap. Gottesdienst denke (das war in Berlin-Charlottenburg), dann kann ich mich an so etwas nicht erinnern. Mir kam alles "locker-normal" vor. Aber bitte - das war nur ein Eindruck.
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Re: EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Beitragvon Gaby » 13.11.2009, 12:30

Nun, seit ich Anfang 2006 ausgetreten bin aus der NAK war ich in keinem Gottesdienst mehr.

Der letzte den ich besuchte, 2005 meine ich muss das gewesen sein, ganz genau kann ich das jetzt nicht mehr sagen, hörte ich von einem Evangelisten hier vor Ort ... "Wie in dem Wort schon steht, wir bekommen die Liebe durch den Heiligen Geist, der in uns ausgegossen ist. Und egal, was andere darüber sagen und denken, diesen Geist bekommt man nur durch die Handauflegung eines Apostels gespendet. Da können andere Christen ruhig sagen: Aber wir haben den Heiligen Geist doch auch." Diese Aussage hat sich in mir festgesetzt und ich werde sie wohl auch nicht mehr vergessen, deswegen kann ich sie auch noch zitieren.

Im Nachhinein habe ich mich gefragt, warum ich nach dieser Aussage nicht einfach aufgestanden und gegangen bin.

Nun, das war dann der letzte Gottesdienst, den ich in einer neuapostolischen Kirche besuchte. Für mich war damit das Thema Gottesdienst in der NAK erledigt, weil ich gemerkt habe, liberale Glaubensgeschwister in den Foren sind nun mal nicht Spiegelbild der NAK hier vor Ort.
Aber ich bin mir sicher, würde ich so etwas heute noch hören, auch jetzt mit Abstand, mir würde immer noch die Hutschnur hochgehen. Und wenn man hier so mitliest, es gibt ähnliche Predigten wohl immer noch ... zumindest verstehe ich Bert so.

Seinerzeit hatte ich nach längerer Zeit etliche Gottesdienste besucht und natürlich waren da auch "normale" Predigten von nicht so konservativen AT`s darunter. In dieser Deutlichkeit, wie es der Evangelist aussprach habe ich das exklusive Denken so in keinem anderen Gottesdienst vernommen. Ansonsten weiß man zwar als neuapostolischer Christ wie etwas gemeint ist, aber außenstehende würden das wohl so nicht mitbekommen. Aber wie ich gesehen habe, man muss halt immer wieder damit rechnen, dass irgendsoein Ewiggestriger so etwas loslässt. Schließlich spricht er ja nur laut aus, was die KL an Glaubensgrundsätzen vorgibt. Diejenigen die "normal" predigen, sehen das vielleicht lockerer oder ihnen ist es selbst peinlich die eigene Lehre klar und deutlich zu formulieren. Diesen Evangelisten gibt es übrigens auch heute noch ...
einige Zeit danach habe ich ihm gemailt wie daneben ich seine Predigt fand ... ob es etwas genützt hat?
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Re: EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Beitragvon Bert » 13.11.2009, 15:11

Cemper,

Sie haben sich Mühe gemacht, mir zu antworten. Dafür danke ich Ihnen ausdücklich.

Ihre Antwort ist indes für mich deutlich einseitig. Sie nivellieren die Probleme.

EIne Anmerkung sei mir noch gestattet: Nach meinem Verständnis gibt es keinerlei Rechtfertigung für eine öffentliche Diskreditierung des Glaubens anderer Menschen, auch nicht wenn die so Bedachten verstorben sind. Es ist unverzeihlich, wenn ein christlicher Religionsführer mithilfe fantasiereicher Behauptungen die in einem anderen christlichen Glauben verstorbenen Menschen mit herabsetzenden Titeln wie 'Gelähmte' (ich zähle nichts weiter auf, da ja bekannt) belegt, unverzeihlich auch, weil diese schmählichen Äußerungen über den Zustand der Toten anderer Religionen ebenso den Glauben der Angehörigen dieser Toten herabwürdigen.
Wer so vorgeht, stellt sich insoweit außerhalb des Evangeliums, denn dieses bietet keine Plattform für solches Tun, sowie außerhalb der großen Christenheit - denn m.W. gibt es weder im katholischen noch evangelischen Bereich Führungskräfte, die so die Toten jeweils anderer Kirchen öffentlich kennzeichnen.

Wenn Sie fragen 'was soll Herr L denn tun?', dann gibt es darauf nur eine Antwort, nämlich: 'Lassen Sie diese herabwürdigenden Bemerkungen über Tote sein, niemand erwartet von Ihnen eine Schilderung dieser aufgrund von erdachten grausigen Bildern, wenn Sie meinen, für Verstorbene etwas tun zu sollen, dann tun Sie das, was Christen auf dem Gebiet generell tun, beten Sie zu Gott, daß Er jeden Verstorbenen in Heil und Geborgenheit bewahren möge.' Das reicht völlig, für jeden Christen, Cemper.

Zuletzt noch etwas zu meinem Befinden: Ich habe überhaupt kein Problem damit, mit katholischen oder evangelischen Angehörigen harmonisch zusammenzuleben. Von deren Seite kommt nichts, was mich kränken könnte. Sie leben in der Zuversicht, durch ihren Glauben auf ewig bei Gott sein zu können. Und daß sie diese tiefe Glaubensüberzeugung haben, macht mich persönlich glücklich. In dieser Verfassung von einem christlichen Kirchenführer so'n Stuss zu hören, der die Katholiken und die Evangelen pauschal in 'schweren selischen Krankheitszuständen' im Jenseits glaubt, das sind 'geistige HIebe', die schmerzen halt. Es mag in Ihrem persönlichen Umfeld anders sein. Prima, sage ich. Dann haben Sie nichts damit zu tun. Vermutlich können Sie sich nicht da hineinversetzen. Sei's drum.

Gott sei Dank, Cemper, daß es keinen Papst gibt, der die neuapostolisch Verstorbenen öffentlich als im Jenseits befindliche 'Gelähmte' betitelt, denen er, der Papst, dringend durch seine Kirche aktiv eine Hilfe sein müsse. Gott sei Dank, Cemper, daß es keinen evang. Bischof gibt, der die neuap. Verstorbenen öffentlich als im Jenseits 'in Gefängnissen einsitzende Seelen' kennzeichnet, denen er, der ev. Bischof, dringend Sakramente und andere kirchliche Hilfe zuteil werden lassen müsse. Was meinen Sie wohl, wie die Neuapostolischen (zu Recht!) gegen den Papst bzw. gegen den ev. Bischof wettern würden!

Aber was schreib ich Ihnen noch, Sie verstehen das ohnehin nicht oder wollen es nicht verstehen ...allerdings habe ich auch keinerlei Erwartungen an Sie.

.....

Sie schreiben:
So sehe ich das. Und wenn ich in kath., evangelischen oder neuap. Kirchen oder bei Menschen aus anderen Religionen bin, denke ich manchmal an einen schönen Satz von Charles de Gaulle: Kirchen sind ein Ort, wo jemand zu mir spricht, ohne dass ich ihm antworten muss. Anders gesagt: Das Verhältnis des Menschen zu Gott und zur Welt war und ist weltweit ein Verhältnis des einen Menschen - der unverwechselbaren Person - zu Gott bzw. der Welt: ein ganz persönliches Verhältnis. Die Freiheit dieses Verhältnisses müssen wir achten und nutzen. Nutzen Sie diese Freiheit - das macht frei. Es macht auch frei zur "Freiheit des Christenmenschen".


Enspricht natürlich nicht der Auffassung des Herrn L. :lol:
Ich bin indes auf dem Weg dahin, jetzt sage ich mal: mittelbar dank L.

Diese Freiheit ist es auch, die ich mir nehme, um die Dinge in der NAK, die mir mißfallen, deutlich beim Namen zu nennen! Immer und immer wieder!



FG
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Re: EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Beitragvon Karl » 13.11.2009, 15:21

Hallo Bert (zu Deiner Antwort an Cemper)

mein persönlicher Eindruck, NIE hat Cemper einen (für mich) überzeugenderen Beitrag geschrieben.

Beinahe erstmalig hat er keine Fragen gestellt, sondern eine persönliche Meinung sprechen lassen, die ein Ende eines Glaubens- K(r)ampfes signalisieren könnte.

Wenn man im Herzen verletzt ist - ist es UNENDLICH schwierig objektiv zu sein.

Danke Cemper, auch wenn ich sonst - noch lange nicht :mrgreen: - mit Ihnen überall übereinstimme.

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Re: EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Beitragvon hallo_otto » 13.11.2009, 21:14

sehr gerne möchte ich Bert unterstützen:
Ja genau, der liebe Stammapostel soll doch bitte bitte einfach nichts zu den Details in der Ewigkeit sagen. Er sagt selbst, dass wir nichts Wissen.

Aber noch etwas: was soll den Gottesdienst-Teilnehmern gepredigt werden, oder was erwarten die Gottesdienst-Teilnehmer an einem Gottesdienst für Entschlafene?

Eine zentrale des Stammapostels war: "Lasst uns so handeln, wie die Freunde des Gelähmten - wir wollen sie alle zum Herrn bringen!"
(Anmerkung NICHT die Freunde!! ;-))

Ja hallo lieber Stammapostel! Wer sitzt da wohl in den Kirchenbänken? Gibt es denn auch nur einen, der diesen Seelen NICHT helfen wollte? Ob es so oder anders ist, wie der STAP sagt, das ist ja egal. ABER: war da wirklich einer im GD, der gekommen war und sich gedacht hat: also heute, nein da will ich keine Hilfe sein? Und wenn es noch einen oder zwei oder auch 10 gab, dann muss das doch einfach nicht gesagt werden. Punkt.Genau so wie man den Abwesenden nicht predigen soll, muss man auch nicht predigen, was sowieso alle wollen

mein der otto
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Re: EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Beitragvon johnnelsonjun » 14.11.2009, 20:13

Gaby hat geschrieben:Nun, seit ich Anfang 2006 ausgetreten bin aus der NAK war ich in keinem Gottesdienst mehr.

Der letzte den ich besuchte, 2005 meine ich muss das gewesen sein, ganz genau kann ich das jetzt nicht mehr sagen, hörte ich von einem Evangelisten hier vor Ort ... "Wie in dem Wort schon steht, wir bekommen die Liebe durch den Heiligen Geist, der in uns ausgegossen ist. Und egal, was andere darüber sagen und denken, diesen Geist bekommt man nur durch die Handauflegung eines Apostels gespendet. Da können andere Christen ruhig sagen: Aber wir haben den Heiligen Geist doch auch." Diese Aussage hat sich in mir festgesetzt und ich werde sie wohl auch nicht mehr vergessen, deswegen kann ich sie auch noch zitieren.

Im Nachhinein habe ich mich gefragt, warum ich nach dieser Aussage nicht einfach aufgestanden und gegangen bin.


Liebe Gaby,

mir ist vor vielen Jahren etwas ähnliches passiert, nicht in einer NAK-Gemeinde und es wurde auch keinem anderen Christen das Christsein abgesprochen, aber das, was gesagt wurde, war so sehr gegen meine Gewissensüberzeugung, dass ich mehrfach den Impuls hatte aufzustehen und zu gehen. Was hat mich gehindert? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht und frage mich das schon lange immer wieder einmal. Ich hatte nach dem Gottesdienst noch einen Gesprächstermin mit dem Pfarrer verabredet - aber ich hätte ja anrufen und einen neuen Termin abmachen können. Durch die Predigt hatte er sich sowieso mein Vertrauen verloren. Vielleicht bin ich geblieben, weil ich "kein Aufhebens um die Sache machen wollte", weil ich den Gottesdienst nicht stören wollte, weil ich so erzogen wurde, dass man eben kein Aufsehen erregt. Wie gesagt, ich weiß es bis heute nicht genau. Eines aber weiß ich, dass ich an jenem Tag meine Freude verloren hatte und dass ich heute bei einer ähnlichen Begebenheit nicht zögern würde, aufzustehen und zu gehen.

Hat der besagte Evangelist eigentlich je auf Deine Mail geantwortet?

LG,
JNj. :wink:
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Re: EGD Olten STAP Leber 1.11.2009

Beitragvon orig.gabi » 14.11.2009, 21:13

@ Bert,

mit Deinem oben stehehenden Beitrag hast Du mich an den Trauergotteswdienst für meinen Vater vor knapp fünf Jahren erinnert.
Ungefähr hundert Leute nahmen teil - ein Drittel, maximal, war neuapostolisch.
Der Rest, Freunde, Nachbarn, waren teilweise stark eingebunden in ihren kath. oder evangelischen Gemeinden.
Gläubig.

Und der neuap. Vorsteher, der den GD am Sarg meines Vaters hielt, eröffnete all` diesen Leuten, sie hätten ja durchaus noch die Chance, auf den rechten, den einzig wahren Glaubensweg, also in die NAK, zur Erlösung in Christie zu kommen ...
Der Glaube anderer Christen wurde in diesem GD derart (freudig) verunglimpft, dass es mich damals Mühe kostete, still sitzen zu bleiben - ich blieb , aber lediglich aus Respekt vor meinem verstorbenen Vater.

Ich habe mich damals für diesen Glauben, in dem ich erzogen wurde, zutiefst geschämt.

Inzwischen habe ich sehr viel mit Gläubigen anderer Religionen zu tun, kann mich auf Grund eigener Erfahrungen
besser in fundamentalistische Überzeugungen hineinversetzen, damit umgehen, z.T. diplomatisch entgegenwirken,
also auch die "Gegenseite" fest präsentieren und damit auch aufzeichnen und vertreten.

Immerhin etwas. :wink:
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe ist,
der bleibt in Gott und Gott in ihm.
1.Johannes, 4,16
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