Predigtvorbereitung 2009-05-27

Gottesdienstberichte und Predigtkritik

Predigtvorbereitung 2009-05-27

Beitragvon lg78 » 26.05.2009, 11:21

»der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.«

Der Apostel und seine Mitarbeiter sind »Diener des neuen Bundes«, des Christusbundes, mit dem Blut Jesu Christi besiegelt. Dazu hat sie Christus selbst »tüchtig gemacht«. »Neu« ist dieser »Bund« (eigentlich: »Verfügung, Stiftung« Gottes) als endzeitlicher Bund. Es ist letzte, die Heilsvollendung beginnende Setzung Gottes.
Den Alten Bund nennt Paulus hier Bund des »Buchstabens«. Dahinter steht gewiss auch der wörtliche Sinn; der Alte Bund - »alt« deswegen genannt, weil Gott in Christus den Neuen Bund gesetzt hat - ist gekennzeichnet dadurch, dass Israel den Willen Gottes, seine Gebote, sein Gesetz von Gottes Finger Buchstabe für Buchstabe in Stein geschrieben erhalten hat. »Buchstabe« steht dann aber für »Gesetz«; der Mosebund ist der Bund des Gesetzes. Für diesen Bund des Gesetzes, mit seinen geschriebenen Buchstaben sagt der Apostel: »Der Buchstabe tötet.« - »Töten« ist wieder ein Begriff aus der Rechtssprache und bedeutet »zum Tode verurteilen«.
Das Gesetz verurteilt den Menschen zum Tode, denn er kann und will den Gotteswillen, das Gesetz nicht halten. Das ist durchgängiges Zeugnis des Apostels. Zwar ist »das Gesetz heilig, gerecht und gut« (Römer 7,13), aber durch das Gesetz wird die Sünde lebendig, angereizt zur Übertretung (vgl. Römer 7,7-10) und so »brachte mir das Gebot den Tod, das doch zum Leben gegeben war« (Römer 7,19).
Das ist die erschütternde Wirklichkeit des Mose -Bundes, des geschriebenen Gesetzes Gottes: Israel wird dadurch nicht von der Sünde bewahrt; ihre Sünde wird im Gegenteil erregt, angestachelt, und so bringt das gute Gesetz Gottes den Tod, verurteilt Israel, die Menschen zum Tode. Das Gesetz kann nicht lebendig machen (vgl. Gal 3,21), nicht, weil es keine Kraft hätte, sondern weil das böse, sündige Herz des natürlichen Menschen das Gesetz nicht tun kann und will. So kommt der Fluch des Gesetzes.
Paulus und seine Mitarbeiter dürfen »Diener des neuen Bundes« sein. Der Neue Bund ist der Bund, in dem »der Geist lebendig macht«.
So sagt Jesus: »Der Geist ist's, der lebendig macht« (Joh 6,63). Nicht mehr: Dem boshaften, hartherzigen Sünder steht das Gesetz, der heilige und gute Gotteswille gegenüber, aber das böse Herz weist diesen Willen ab, handelt gegen ihn und verfällt so dem Tod; sondern: Das Evangelium, der lebenschaffende Gottesgeist ergreift das böse, steinerne Sünderherz und erweckt es zum Leben, zur Liebe gegen Gott, die freudig und gern seinen Willen tut.
Der Alte Bund ist nicht deshalb »alt«, weil das Gesetz nicht mehr gälte. Der gute Gotteswille bleibt in Kraft. Aber: Was das Gesetz unter Strafandrohung fordert, das wirkt im Glaubenden der Geist (vgl. Gal 5,22).
»Der Geist macht lebendig.« Er wirkt und schenkt das neue Leben, die neue Kreatur, die Christusart, den Christussinn, die Christusliebe. Aber Mit-Wirker dieses lebenschaffenden Geistes darf der Apostel sein. So ist es in Korinth geschehen. Aus verlorenen Sündern machte der Geist Gottes lebendige Gotteskinder.

Edition C Bibelkommentar Prof. Dr. Gerhard Maier
Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

ALLES WIRD GUT!
lg78
 
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