Predigtvorbereitung 2009-05-10

Gottesdienstberichte und Predigtkritik

Predigtvorbereitung 2009-05-10

Beitragvon lg78 » 07.05.2009, 19:57

Apg. 9,3-6 Mangel an Selbsterkenntnis

Als er aber auf dem Wege war und in die Nähe von Damaskus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel; und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgst du mich? Er aber sprach: Herr, wer bist du? Der sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Steh auf und geh in die Stadt; da wird man dir sagen, was du tun sollst.

Stammapostel W.Leber
Ich habe uns hier ein Wort vorgelesen, ja, diese Bekehrung des Saulus; dem später als großen Apostel bekannten Paulus. Eigentlich recht einfach eindrücklich und wohlbekannt; und doch hat es mich sehr angesprochen. In manchen kirchlichen Kreisen wird das Paulusjahr gefeiert. Man blickt zurück auf die Geburt. Das damalige Geschehen: wie Paulus geboren wurde – obwohl man das nicht so genau weiß; es ist rund zweitausend Jahre her; man kann das nicht genau mehr feststellen – man hat daraus abgeleitet – und ich finde das gar nicht schlecht; sondern eine sehr schöne Sache – dass man einmal dieses großen Mannes gedenkt. Warum wollen wir dies auch nicht einmal tun und für uns etwas herleiten, was auch uns in unserer Zeit betrifft; woraus wir etwas hinnehmen können?! Dieser Mann zog also seines Weges und dann leuchtete plötzlich ein Licht vom Himmel und eine Erscheinung kam, die ihn völlig fassungslos gemacht hat; so muss man das wohl sagen. Dann hörte er eine Stimme: Saul, Saul, was verfolgst du mich. Und dann stellte sich der Herr vor: Ich bin Jesus, den du verfolgst und gab ihm Hinweise, was er zu tun habe. Dieser Saulus, das war kein gottloser; kein ungläubiger Mensch.
Das war einer – er bezeichnet sich selbst an einer Stelle als einer, der sich selbst als untadelig fühlte, vor dem Gesetz. Er hat gemeint, er sei auf dem richtigen Wege. Er hat die Christen verfolgt, nicht um irgendwo seine wilden Trieben Raum zu geben; sondern er meinte, er würde damit Gottes Willen erfüllen. Er war auf einem völlig falschen Wege. Er war in einer völlig falschen Sicht und Sehensweise. Er hatte keinerlei Erkenntnis – Selbsterkenntnis – würden wir heute sagen; er konnte sich also nicht so sehen, wie der Herr ihn sah.
Und dann hat der Herr hier eingegriffen.
Er hat ihm zu verstehen gegeben: Freund; du bist auf einem völlig falschen Wege. Ich weiß nicht, ob es das Erste Mal ist – ich habe mir einmal Gedanken darüber gemacht – dass der Herr da eingegriffen hat. Man könnte sich auch vorstellen; dass zuvor schon manches Mal der liebe Gott ihn angerührt hat – angepackt hat -, und ihn darauf hinweisen wollte: du bist auf einem falschen Wege; und er hat das nicht gemerkt.
Vielleicht war er so von sich eingenommen; so von sich überzeugt, dass er meinte: nee, so wie ich bin, das ist doch sicherlich gottwohlgefällig. Bis hier dieses massive Eingreifen Gottes kam, und er auf dem Wege nach Damaskus diese besondere Begegnung hatte; dass er dann inne hielt und merkte, dass er sein Leben radikal ändern musste. Es fehlte ihm - und das ist mir so wichtig, an Selbsterkenntnis; es fehlte ihn daran, sich so zu sehen, wie Gott ihn sah. Saulus hatte seine eigene Sehensweise; er meinte, es müsse alles so sein, und er hatte überhaupt keinen Anlass gesehen, anders
zu denken.
So, jetzt komme ich mal in unsere Zeit:
Unsere Situationen sind sicherlich nicht ganzvergleichbar mit der des Saulus – wir sind ja keine Christenverfolger -; aber dass hier und da ein Mangel an Selbsterkenntnis ist; kann das nicht sein? Selbsterkenntnis; das ist nicht immer einfach.
Sondern es mag unsere gemeinsame Bitte sein an den Sohn Gottes, dass das göttliche Licht uns scheint, wie es hier auch bei dem Saulus der Fall war, dass wie uns selbst richtig erkennen und uns richtig wahrnehmen und dann imstande sind, die
rechten Schlüsse zu ziehen; dass wir uns nicht etwas vormachen; wir sind immer so gewesen; wir sind immer diesen Weg gegangen; dass kann doch nichts verkehrtes sein: wir gehen schön brav in die Gottesdienste; jeden Sonntag; jeden Mittwoch vielleicht auch noch und machen alles als neuapostolische Christen! Ist das wirklich so?
Wie sieht es im Herzen aus? Es ist nicht immer so einfach: manches hat sich so eingefahren; manche Verhaltensweisen haben wir so angenommen. Und wie sieht es wirklich aus? Wie sieht Gott uns? Lasst uns die Frage mal stellen, um zu sehen, was er dazu sagt. Und das ist so dass, was mich hier gepackt hat; dass der spätere Apostel Paulus so sehr von sich überzeug war, dass er gar nicht daran dachte, sich zu verändern bis ihm ganz deutlich war: so geht das nicht weiter. Könnte das nicht auch so bei uns der Fall sein, dass wir so gewohnheitsgemäß unseren Weg gehen als brave, liebe neuapostolische Christen; aber doch versäumen, in unserem Herzen uns so einzustellen, dass es Gott gefällt. Ich darf uns dazu ein paar Fragen stellen; Brüder und Schwestern. Und ich möchte uns bitten – und da will ich gerne vorangehen – und uns selbst überprüfen:
Haben wir denn wirklich Vertrauen in Gott?
Oder ist es so etwas Aufgesetztes: ja, man geht seinen Weg; wenn Not ist; dann betet man. Aber Vertrauen in Gott; ist das wirklich schon so weit, dass das im Herzen vorhanden ist? Das muss man merken. Das muss in unserer Seele so sein, dass wir auch bereit sind, bei Dingen, die uns ängstigen, die uns Sorgen und Schwierigkeiten bereiten, loszulassen, sodass wir sagen: Lieber Gott, ich lege das in deine Hände. Das immer zu praktizieren, das ist nicht selbstverständlich. Sind wir soweit, dass wir loslassen können? Ich erlebe auch Situationen, wo es mir schwer fällt, Vertrauen zu haben und frage: Lieber Gott, wie geht denn das nun weiter? Und wisst ihr; was ich dann mache? Ich erinnere mich an die drei Männer im Feuerofen sehr gerne Jene wunderbare Begebenheit, die diese Männer vor sich hatten: sie sollten in den feurigen Ofen geworfen werden: Was haben die Männer für ein Vertrauen gehabt! Ich weiß nicht, wie die die letzte Nacht geschlafen haben, bevor sie da in den feurigen Ofen gegangen sind; lasst es mich mal so sagen. Vielleicht war das auch ein bisschen unruhig, wo sie vielleicht gedacht haben: auf was haben wir uns da eingelassen?
Aber irgendwann da waren sie so weit, dass sie losgelassen haben; dass sie gesagt haben: Schluss jetzt; jetzt übergebe ich mich dem Herrn – fertig. Das muss ich auch manchmal machen – mit Gewalt. Man kann sich ängstigen über dieses und jenes. Dann erinnere ich mich an die drei Männer im Feuerofen, und dann haue ich manchmal – wenn keiner dabei ist – ganz fest auf den Schreibtisch und sage: Jetzt ist Schluss; jetzt lege ich alles in Gottes Hand. Sind wir soweit, dass wir das immer tun können; haben wir unbedingtes Vertrauen in Gott? Das ist nicht immer nach außen hin sichtbar so einfach; aber das will der Herr an uns sehen.
Eine zweite Frage, die ich stellen möchte, die dazu führen soll, uns wirklich zu erkennen:
Wie sieht es denn aus mit der Liebe um Gott und seinem Werk?
Man kann viel über Liebe reden und predigen; aber haben wir Liebe zum Herrn und seinem Werk? Sind wir bereit, uns ganz in seinen Dienst zu stellen und ihm zu opfern, oder ist das nur nach außen hin Verhaltensweise?
Ich habe nachgelesen; es ist hochinteressant, wie der Herr Jesus einmal im Hause eines Simon – des Aussätzigen – war, so wird es dargestellt in der Heiligen Schrift. Und dann kam eine Frau zu ihm.
Diese Frau hat mit köstlichem Öl Jesus ihre Liebe, ihre Zuneigung gezeigt und hat dem Herrn dieses Öl geschenkt und hat ihm Gutes tun wollen.
Und die Umgebung hat gesagt: was für eine Geldverschwendung – ich sage das mal mit unseren Worten – denn das war wohl eine sehr wertvolle Salbe/Öl. Man hätte das für dreihundert Silbergroschen verkaufen können und dies den Armen geben können. Ich habe gelesen in einer Erklärung, dreihundert Silbergroschen, das ist soviel, wie ein Tagelöhner ein ganzes Jahr lang verdienen konnte; wenn er ein ganzes Jahr lang arbeitete. Also das war eine Verschwendung, könnte man sagen: den ganzen Jahresverdienst hat diese Frau genommen, um ihre Liebe den Herrn zu zeigen und ihn Gutes zu tun. Ich kann mir vorstellen, wie die Umgebung reagierte: darf ich das sagen, wie man heute darauf reagieren würde: die ist ja verrückt; so eine Geldverschwendung: Sie haben das nicht eingesehen, die Leute; sie haben gemeint; da wird eben des Guten zuviel getan. Aber diese Frau wollte einfach ein Zeichen ihrer Liebe setzen und hat einfach gehandelt. Und der Herr hat schon ihr Herz angesehen und gesagt: Wo immer man das Evangelium predigt; dort wird dann auch von dieser
Frau die Rede sein; die ihm soviel Gutes getan hat.
So, nun mag das niemand missverstehen, dass ich nun aufrufe, alles zu opfern, was wir haben und etwas zu tun, was über alle Maßen geht; aber hier und da mal Zeichen der Liebe zu setzen; Zeichen besonderer Liebe; das ist mir wichtig.. Dass man irgend etwas mal macht und sagt: So, lieber Gott, jetzt möchte ich dir mal ganz mein Herz geben und dir meine Liebe zeigen; dass man einmal etwas tut, was man sonst nicht so tut: mal sich ganz über alle Hindernisse hinwegsetzen: Ich spreche mal unsere jungen Brüder an; unsere jungen Schwestern, die vielleicht noch so ein bisschen abwartend stehen und noch nicht wissen, wie ihr Leben weitergeht; die vielleicht noch Bedenken haben, sich ganz in den Dienst Gottes zu stellen: Nun tu mal alle Bedenken weg; lass alles mal liegen und setze ein Zeichen der Liebe zu Gott: Ich will dir dienen von ganzem Herzen. Das hat Wert im Himmel; das bewegt den Himmel; das bringt Freude hervor; das bringt Segen hervor. Also es kommt nicht auf äußere Verhaltensweisen an; sondern darauf, dass wir uns selbst richtig erkennen; und – wo es nötig ist – auch Kurskorrekturen machen. Lasst diese Fragen mal im Herzen brennen: Haben wir Vertrauen in den Herrn und Liebe zum Herrn und seinem Werk.
Die dritte Frage, die ich stellen möchte:
Lieben wir uns untereinander; lieben wir den Nächsten?
Auch da wird unser Verhalten geprägt von allgemeinen Normen,; von Verhaltensweisen, wie sie so gang und gäbe sind. Es soll wirkliche Liebe da sein; dass wir uns untereinander lieben von ganzem Herzen.
Dieses Wort hier ist ja bezeichnend: der Herr Jesus, der sich hier vorstellt dem Saulus. Er hat die Frage an ihn gerichtet: Saul, Saul, was verfolgst du mich ? Er hat nicht gesagt: was verfolgst du meine Anhänger? Was verfolgst du die Christen? Was verfolgst du die, die ich mir erwählt habe? ; und was man sonst noch für Bezeichnungen wählen könnte. – Nein; er sagte: Was verfolgst du mich? Der Herr hat sich eindeutig identifiziert mit seiner Gemeinde. Ganz klar. Klarer kann man das nicht mehr zum Ausdruck bringen. Ich ziehe daraus den Schluss: Wenn du herabsiehst zu deinem Bruder – was auch immer da ist -; oder zu deiner Schwester; du siehst herab auf den Herrn. Das muss man sich in aller Konsequenz klar machen. Wenn du jemanden verachten wegen seiner Handlungsweise; du verachtest den Herrn! Wenn man nicht bereit ist zur Vergebung und zur Versöhnung; dann ist man nicht versöhnt mit dem Herrn. Er identifiziert sich mit seiner Gemeinde. Ganz, ganz eindeutig und klar.
Es ist gut, wenn wir so in der Verantwortung uns gegenseitig begegnen und immer uns darüber im Klaren sind: es ist der Herr. Saul, Saul, was verfolgst du mich …?
Wie hat diese Frage wohl später gebrannt in einem Paulus. Sie hat ihn geprägt und begleitet in seinem Leben, wenn er nun die Gemeinden gegründet hat; wenn er mit Brüdern und Schwestern zusammen war; wird er wohl oft an diese Begebenheit zurückgedacht haben.
Noch eine letzte Frage lasst mich stellen:
Wie sieht es aus – wirklich – mit der Hoffnung auf den Tag des Herrn?
Auch das ist etwas, was uns in der Seele beschäftigen muss und wo wir neu Kurskorrektur machen wollen und uns richtig erkennen wollen. Schleicht sich nicht immer öfter der Gedanke ein: mein Herr kommt noch lange nicht. Könnte es sein, dass wir hier und da ein bisschen müde geworden sind im Warten? Wir wollen die lebendige Hoffnung ins uns tragen: Unser Herr kommt!; und uns selbst richtig erkennen und richtig dann auch Kurskorrektur machen; damit wir so leben, wie es dem Herrn gefallen kann.
Wie wichtig Hoffnung ist, das ist schon ableitbar an Geschehnissen im Natürlichen – im Wirtschaftsleben:
Mich fasziniert das immer und es wird hin und wieder dann auch veröffentlicht: Man macht dann Befragungen – heute wird ja alles mit Befragungen erledigt – da befragt man dann Leute, die in der Wirtschaft das Sagen haben¸ die besondere Verantwortung haben, was sie von der Zukunft halten. Wie sie darüber denken, was die Zukunft bringen wird. Und wenn dann manche da sind, die pessimistisch sind; und diese sagen; dass es runter geht; dann geht es schon los. Und dann zeigt sich auch innerhalb kurzer Zeit: es ist wirklich so – es geht runter.
Andererseits, wenn überall eine optimistische Haltung ist und man sagt: es geht aufwärts; es wird sich in guter Weise entwickeln; ja dann ist auch Entwicklung da: das setzt sich dann auch um in entsprechenden Taten.
Ein ganz einfaches, simples, natürliches Beispiel: Die Hoffnung ist ganz wichtig. Hoffnung auf den Tag des Herrn; wenn das schwindet; dann geht es runter. Dann bricht alles zusammen; dann wird man gleichgültig; dann geht man nur noch so formal in den Gottesdienst: Dann wird das Herz nicht mehr berührt. Die Hoffnung ist ganz, ganz wichtig. Wenn man eine lebendige Hoffnung hat; dann bewegt sich auch etwas; dann tut man auch etwas, um dann auch die Erfüllung der Hoffnung erleben zu können.
Also, ich bitte uns, dass wir uns alle richtig erkennen: Es genügt nicht die Selbstfeststellung, dass ich immer in den Gottesdienst gehe; eigentlich bin ich in einer sicheren Position; mir kann nichts geschehen:
Der Herr will uns berühren und wirklich unser Herz durchleuchten:
Hast du Vertrauen in den Herrn?
Liebst Du Gott und sein Werk?
Liebst Du den Nächsten wie dich selbst?
Haben wir Liebe untereinander?
Haben wir eine lebendige, feste Hoffnung: Unser Herr kommt!
Möge uns das göttliche Licht so richtig leuchten, wie es hier heißt: ... es leuchtete ihm plötzlich ein Licht und er hörte dann diese Stimme: Saul, Saul, was verfolgst du mich?
Es ist auch interessant: Hier hat der Herr ihm dann gesagt: Steh auf und gehe in die Stadt; da wird man dir sagen, was du tun sollst. Ja, nun, der Herr hätte es ihm ja auch direkt sagen können. Wäre das nicht möglich gewesen. Es hätte ja auch so sein können, das Saulus ein bisschen beleidigt reagiert hätte mit den Gedanken: wenn du schon kommst, Herr, und mich umkrempeln willst; dann sage mir doch gefälligst selber, was ich tun soll. - Nein: hier heißt es: stehe auf, geh in die Stadt; dort wird man dir schon weiterhelfen. Dort wird man dir sagen, was du tun sollst.
Bezogen auf die Zeit heute heißt das:
Manche möchten gerne so direkt erleben, was der Herrn ihnen sagt. Es wäre natürlich schön, wenn der Herr selbst zu uns redet; zu jedem richtig physisch erkennbar. So tut er das aber nicht: Aber: geht in den Gottesdienst; geh an den Altar des Herrn. Dort wirst du sicher erfahren, was der Herr dir zu sagen hat; dort ist das Wort Gottes hörbar.
Die Gesetzmäßigkeiten die damals waren, die gelten auch heute. Der Herr macht auf manches aufmerksam; er führt in manche Verhältnisse hinein und er weist auch darauf hin: geh in die Stadt – in die Stadt Gottes – geh dorthin wo der Herr sich offenbart; wo sein Wille hörbar ist; wo du bedient wirst aus der Fülle seines Geistes. Diese Gesetzmäßigkeiten haben sich nicht geändert. Und wir tun gut daran, dieses zu beachten und uns entsprechend einzustellen.
Seien wir also selbstkritisch, fragen wir uns selbst, setzen wir neu Akzente in der Liebe und lassen wir uns umleuchten von dem göttlichen Licht. Möge es so sein, dass daraus auch viel Segen hervorkommt für den ganzen Bezirk - wir haben gemeinsam gesungen: … an Gottes Segen ist alles gelegen. Möge das uns begleiten; auch sichtbar werden, sodass wir mit neuem Mut, mit neuer Freude unseren Weg gehen, bis wir das Ziel erreicht haben. Amen.

Apostel Berndt (Berlin):
Ich glaube, uns ging es ähnlich wie Saulus heute Morgen: ein helles Licht hat uns umfangen durch die Wirksamkeit des Heiligen Geistes durch unseren Stammapostel. Wir wurden aufmerksam gemacht, mit uns selber ein wenig ins Gericht zu gehen; selbstkritisch zu sein, uns so zu betrachten, wie uns evtl. der liebe Gott auch sehen kann und wird. Das heißt, dass man grundehrlich zur Sache steht und das auch erwartet, wenn man aus dem Gottesdienst kommt. Wir wollen ja nicht unbedingt immer nur hören, wie gut wir sind – obwohl das sehr wohl tut und auch gewisse Freude auslöst und vielleicht auch Kräfte freisetzt – aber wichtig ist ja, dass wir auch vor Gott bestehen können; dass wir am Ende unserer Zeit hier; auch in die Arme Jesu fallen und mit ihm verbunden sind. Zunächst einmal bei der Hochzeit im Himmel; dann aber auch im Tausendjährigen Friedensreich. Und ich denke: darum geht es ganz massiv. Denn Gott will ja, dass allen Menschen geholfen wird.
Er hat einen besonderen Beginn durch seinen Sohn gesetzt durch seien Anwesenheit hier auf dieser Erde; wo er den Weg gelegt hat. Und der auch Apostel in die Welt gesandt hat. Das kann man ja nicht überlesen, wenn man sich mit der Heiligen Schrift beschäftigt. Und diese Männer haben dann im Auftrag Jesu – ihres Senders .- gehandelt. Und dazu hat er sich eben auch den späteren Apostel Paulus erwählt. Wir können weiter lesen, dass das eine Wahl gewesen ist, die Gott getroffen hat. Wozu? Nur um sein Werk zu bauen. Und dazu musste er auch erst Vertrauen fassen. Und das ging nicht sofort. 3 Tage war er ja blind und musste warten auf die Begegnung mit Hananias, wo er dann erlebte, dass es ihm wie Schuppen von den Augen fiel und er wieder klar sehen konnte. Und – ich denke – er hat auch ganz anders gedacht, als vorher.
Da war schon eine besondere Berührung vorangegangen durch den Sohn Gottes selbst. Und dann wurde auch gesagt, was zu tun ist. Und es ist hochinteressant, wenn man liest, wie er dann schon in Damaskus gearbeitet hat oder anfing zu arbeiten und ihn manchmal auch aus der Stadt erretten musste, weil man ihm nach dem Leben trachtete.
Wir haben in unserem Unfeld ganz gewiss auch das eine und andere zu verrichten. Aber ohne Selbsterkenntnis können wir das nicht richtig tun. Wir wollen es ja so tun, dass Gott wohlgefällige Dienste daraus werden.
Und dazu brauchen wir die Verbindung zu ihm. Wir wollen auch immer bereit sein, eine besondere Liebestat zu tun, hier und da.
Aus diesen besonderen Aktivitäten zur Mitarbeit entstehen dann besondere Freuden. Kritik, die von anderen Seiten dabei kommen kann, die lassen wir uns dann auch gefallen. Das ist damals so gewesen, das wird heute so sein. Ich denke das wird auch so lange so bleiben, wie Menschen auf dieser Erde sind.
Wir vertrauen unserem Gott; wir halten fest an seine Hand und gehen den Weg, den er uns gezeigt und gelegt hat. Dabei beachten wir einfach das, was er uns sagt. Wenn wir das tun, ist das gar nicht so schwierig und wird auch gut gelingen, wenn man nur will. Mit dem eigenen Willen – diese Problematik hört man ja auch heraus – wie es so mit den Einwohnern zu Jerusalem war, als Jesus vor dieser Stadt stand und auch darauf aufmerksam machte, dass der Herr eigentlich alle versammeln wollte. Aber sie wollten es nicht so recht; sie hatten andere Gedanken.
Unser Glaube, unser Vertrauen und unsere Hoffnung gehen zu ihm. Wir sind von ihm gezeugt, wir tragen seinen Geist und wir sind Gottes Kinder und haben damit verbunden eine schöne, eine wunderbare Aufgabe, die es zu erfüllen gilt.
Möge der liebe Gott viel Gnade schenken, dass die Lebendigkeit in unseren Gemeinden dazu beiträgt. Wir wollen mitwirken, letzte Seelen zu finden - jetzt schon hier; aber dann auch besonders im Hinblick auf die schöne Zukunft, die uns bereitet ist. Möge der liebe Gott uns gnädig sein, dass es uns gelingt. Wie es unser Stammapostel so in den Anfang gekleidet hat, dass er – unser Gott – immer unsere Herzen berühren kann. Amen.

Apostel Volker Kühnle (Stuttgart)
Spannend, mitreißend, nachdenklich stimmend, Impuls gebend, so war der Gottesdienst für mich. Bekehrung, so als Grundtenor des Gottesdienstes und Hinwendung zu Jesus Christus als Orientierung. Es ist interessant – in den Psalmen wird ja das Gebet zu Gott gebracht: Weise mir Herr d e i n e n Weg. Wir Menschen neigen eigentlich dazu, zu sagen: Weise mir m e i n e n Weg, den ich gehen soll. Und gerade das ist doch der Schlüssel, immer wieder zu beten, dass wir den Weg Gottes erkennen. So in dieser Bekehrungsgeschichte wird ja Hananias dann an den Ort gebracht, wo er Saulus findet. Gehe in die Gasse, die da heißt: die Gerade.
Die Gerade ist mathematisch die kürzeste Entfernung zwischen zwei Punkten. Und Stammapostel Urwyler sagte vor Jahren einmal: Oft kommt uns unser Leben wie ein Serpentinenweg vor: es geht mal links rum; rechts rum. Man hat den Eindruck: es würde so diese direkte Linie fehlen. Dann setzte er hinzu: Wenn es der von Gott gegebene Weg für dich ist; ist es der Kürzeste zum Ziel. Aber er setzt viel voraus: Für Saulus bedeutete dieser Weg eine radikale Änderung. Der Stammapostel sagte dazu: Wir neigen dazu, uns in der Gewohnheit und in der Tradition wohl zu fühlen. Wir neigen dazu, Gewohntes als Sicherheit und Identitätsstiftendes wahren zu wollen. Das ist sonst auch wichtig. Aber wir dürfen ja nicht vergessen, dass Jesus verheißen hat, den Tröster zu senden; den Heiligen Geist, der in alle Wahrheit leitet. Saulus war in seinem hohen Wissen, mit dem er die Schriften kannte, überzeugt, dass er das Richtige tat. Er war tief verhaftet im Denken der Tradition. Diese Tradition engt den Blick schnell einmal ein und lässt das Weite, Große, nicht mehr recht wahrnehmen. Mal ganz ehrlich, liebe Geschwister: wenn eine Veränderung in der Gemeinde oder im Bezirk vorgenommen wird; ist das uns immer angenehm? Fühlen wir uns da wohl? Oder wenn ein neues Gesangbuch eingeführt wird; haben wir da nicht manchmal Verlustangst, Gewohntes, Liebgewonnenes nicht mehr zu haben?
Den Wert des Neuen, das uns weiterführt, neue Erfahrungen, die uns einen neuen Blick eröffnen und neues Gotterleben garantiert, schätzt man nicht. Saulus ließ sich führen. Es war weder für ihn einfach; noch für die Gemeinde.
In der Sakristei vor dem Gottesdienst hat der Stammapostel diesen Gedanken kurz angesprochen. Wie mögen sie reagiert haben?
Hier in der Apostelgeschichte sind Ansätze spürbar: sie waren ängstlich, sie waren erschrocken, auch als er nach Jerusalem ging: Was - der Saulus, der uns übel getan hat; soviel Angst. Denken wir daran, wie er nach der Schrift Freude empfand bei der Steinigung des Stephanus: er war dabei! Er hat die Kleider mit verwahrt. Er hat zugeschaut. Er hat es für Recht empfunden. – Dann kommt er in die Gemeinde. Dann merken wir: dieses Geschehen ist auch heute erlebbar. Veränderungen lösen auch heute noch in der Gemeinde - in der Gemeinschaft – gewisse Besorgnisse, vielleicht Ängste aus. Aber der Blick auf Jesus weitet den Horizont und lässt uns in der lebendigen Hoffnung stehen, dass der, der das Gute Werk angefangen hat, dass er es auch vollenden wird.
Ich wurde an eine Geschichte erinnert aus der Zeit, als auch Süddeutschland christianisiert wurde, da kam ein Missionar nach Oberschwaben: das ist so im Bodenseebereich. Der dortige Menschenschlag ist gekennzeichnet durch ausgeprägte Persönlichkeiten; nicht so leicht von etwas anderem zu überzeugen. Und da ging der Missionar von Dort zu Dorf und sprach von Bekehrung und Hinwendung zu Christus, auf dem Bewährten aufbauend, aber das Neue annehmen. Dann kam er mit einem oberschwäbischen Bauern ins Gespräch. Dieser frug ihn dann: Ja, was muss ich den tun, wenn ich Jesus finden möchte? Dann sagte der Missionar: Ihr müsst ein neuer Mensch werden; der alte Mensch muss weg. Du musst dich umstellen.
Ja, wie soll ich das denn machen, fragte der Bauer. Dann antwortete der Missionar: Als er gefühlt habe, dass ihm die Zuwendung zu Christus fehlte, da sei er an den Bodensee gegangen, habe ein Ruderboot genommen und sei auf den See hinausgefahren. Und dort wo es am tiefsten sei, habe er den Alten Adam ausgezogen und ins Wasser geworfen. Nun fängt der Bauer zu Lachen an: Das habe ich auch schon versucht; aber mein Alter Adam konnte schwimmen.
Ertappen wir uns nicht gelegentlich doch dabei: wir wollen etwas ändern; wir wollen zu Jesus hin. Aber so die alte Erfahrung; die Gewohnheit; vielleicht auch das Denken: Ja, kann das denn möglich sein?; lässt uns zögern; lässt uns zurückhalten und wir sind nicht in der Lage, uns ganz hinzugeben. Der Stammapostel sprach vom Vertrauen: In einer der letzten Ausgaben unsere Zeitschrift Spirit können wir lesen : … Mann fällt in Schlucht, hängt an Wurzel …Stimme: Hast Du Vertrauen; dann lass los! Ich bin doch nicht verrückt …
Völliges Vertrauen geht über Erfahrung und Verstand. Völlige Liebe kennt auch keine Grenzen; aber sehr wohl Ordnungen. Ordnung im göttlichen Sinn schafft Frieden. Das hebräische Wort für Frieden: Shalom – hat eine viel weitergehende Bedeutung als nur: Zustand ohne Krieg oder Waffenstillstand.
Frieden erleben in Gott ist ein erfülltes Leben in erfüllten Beziehungen zu Gott, zu sich selbst und zum Nächsten. Möge dieser Gottesdienst dazu beigetragen haben. Amen

Bezirksapostel Brinkmann:
Ich möchte da aus der Paulusgeschichte etwas ableiten. Wenn ein Mensch seinen Wandel, sein Handeln sehr stark ändert, sagt man oft: er ist von einem Saulus zum Paulus geworden. Oder: er hat sich bekehrt vom Saulus zum Paulus. Hier wird an dieser Stelle Saulus als Saulus bezeichnet – die hebräische Form des Namens – an anderer Stelle stellt er sich selber auch vor als Paulus – also die lateinische Form -.
Diese Begegnung mit JESUS war nicht eine Namensänderung; war nicht ausschlaggebend dafür, dass er anders hieß. Es geht darum, dass er sich innerlich völlig bekannte zu dem Jesus, den er zuvor verfolgt hatte.
Das ist so ein Aspekt, der mich bewegt hat im Hinblick auf die vielen Seelen, die am vergangenen Sonntag die Sakramente empfangen haben, wo eine innere Änderung – nicht eine äußere Änderung – sondern eine innere Änderung erfolgte.
Ein weitere Gedanke ist – der Stammapostel hatte es erwähnt -, Jesus hat ihn nach Damaskus geschickt, in das Haus des Judas. Dort sollte er auf den Hananias warten. Er hätte ja selbst handeln können und nicht nur sagen brauchen, was Jesus wollte, sondern er hätte ihn taufen können; er hätte ihn versiegeln können. Aber er hat ihn zu denen gesandt, die auf Erden von ihm als Werkzeuge benutzt werden.
So ist das jetzt auch: Jesus vergibt nicht und feiert nicht Heiliges Abendmahl direkt und persönlich in der jenseitigen Welt; die Seelen werden nach hier gesandt, wo die Gesandten Jesu stehen, die dann eben in seinem Auftrag handeln.
Noch ein dritter Hinweis: der Hananias, der Saulus nun kannte als einen wütenden Christenverfolger, der hatte Angst. Der hatte gesagt zu Jesus, als ihm der Auftrag gegeben wurde: du weißt gar nicht, was das für einer ist. Dann hat Jesus zu ihm gesagt: Nun geh mal hin. Dann ist Hananias hingegangen. Und als er den Saulus sah, hatte er immer noch Angst gehabt und war immer noch in dem Gedanken: Wie wird das nun verlaufen hier?
Aber dann hat er auch – wie es uns empfohlen wurde – alles beiseite geräumt; hat sein Vertrauen auf den Herrn gesetzt und Saulus ganz unvoreingenommen begrüßt: Lieber Bruder Saul.

Stammapostelgottesdienst: Heiden Westmünsterlandhalle 13.07.08
Zuletzt geändert von lg78 am 09.05.2009, 12:10, insgesamt 1-mal geändert.
lg78
 
Beiträge: 20
Registriert: 10.01.2009, 14:20
Wohnort: Brinkmann-City

Re: Predigtvorbereitung 2009-05-10

Beitragvon lg78 » 09.05.2009, 12:10

Am 10. Mai ist Muttertag

Danke sagen wir allen Müttern für ihre Liebe und Fürsorge mit einer kleinen Geschichte...

Eine Geschichte für alle Mütter
Es war eine kleine Seele kurz vor der Geburt auf die Welt. Sie fragte den lieben Gott: "Man sagt, dass du mich morgen auf die Erde schicken willst. Aber wie soll ich dort leben, wo ich doch so klein und hilflos bin."
Der liebe Gott antwortete ihr: "Unter den vielen Engeln habe ich extra einen nur für dich ausgesucht. Dieser Engel wartet auf dich und wird dich behüten."

Doch die kleine Seele war immer noch beunruhigt“. "Hier im Himmel habe ich nichts anderes zu tun als zu singen und zu lächeln, um glücklich zu sein."
Der liebe Gott sagte: "Dein Engel wird für dich singen und dich jeden Tag anlächeln. Und du wirst die Liebe des Engels spüren und glücklich sein"

Dann fragte die Seele weiter: "Wie werde ich denn die Leute dort verstehen, wenn ich deren Sprache nicht kenne?"
Der liebe Gott antwortete : "Dein Engel wird mit dir in den schönsten und zärtlichsten Worten reden, die du je gehört hast. Und mit viel Liebe und Geduld wird dein Engel dich lehren, zu sprechen."

"Und was soll ich tun, wenn ich mit dir reden will?" fragte die Seele nun.
Der liebe Gott antwortete: "Dein Engel wird dir deine Händchen falten und dich lehren, wie man betet."

"Ich habe gehört, dass auf der Erde schlechte Menschen leben. Wer wird mich dort beschützen?"
Der liebe Gott sagte: "Dein Engel wird dich immer beschützen, selbst wenn er dabei sein eigenes Leben riskieren würde."

"Aber ich bin bestimmt traurig, wenn ich dich dann nicht mehr sehen werde."
Der liebe Gott aber sprach: "Dein Engel wird dir immer von mir erzählen und dir den Weg zeigen, wie du wieder zu mir zurückkommen wirst und ich werde immer ganz nahe bei dir sein."

In diesem Augenblick war ein besonderer Frieden im Himmel; da hörte man plötzlich Stimmen von der Erde und die kleine Seele fragte noch schnell:
"Lieber Gott, wenn ich dich jetzt verlassen muss, sag' mir doch bitte wie mein Engel heißt!"

Der liebe Gott antwortete:
"Sein Name ist unbedeutend! Du wirst einfach M A M A zu ihm sagen!"
Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

ALLES WIRD GUT!
lg78
 
Beiträge: 20
Registriert: 10.01.2009, 14:20
Wohnort: Brinkmann-City

Re: Predigtvorbereitung 2009-05-10

Beitragvon Phoenix » 09.05.2009, 21:54

Liebe Schwestern in dem Herrn und die es noch werden könnten.
Ich frage mich warum soll Tina ihren Beitrag in "Reflektion Predigtvorbereitung" verschieben? Wenn „lg 78“ seinen MAMA Beitrag in Erlebnisse zur Predigtvorbereitung zum 10.Mai schreibt. Da stelle ich mir die frage ist der 10.Mai ein offizieller Neuapostolischer Muttertagsfeiertag, ich glaube wie brauchen keinen kommerziellen Muttertag um unserer Mütter zu gedenken, auch nicht für die Mütter in Ewigkeit. Das sollte doch immer in uns leben.
Zur Predigtvorbereitung von „lg 78“ - Apg. 9,3-6 Mangel an Selbsterkenntnis, sei zu sagen das das auch nicht der richtige platz ist einen ganzen Bericht des Stammapostelgottesdienst: Heiden Westmünsterlandhalle 13.07.08 wieder zugeben.
Das verleitet die Prediger sich mit dem Inhalt der Leidensgedanken (Überschrift: „Innehalten“) auseinanderzusetzen und schon gar nicht mit der Heiligen Schrift.
Trotzdem sei zu sagen ein Satz von Apostel Berndt (Berlin):
Ich glaube, uns ging es ähnlich wie Saulus heute Morgen: ein helles Licht hat uns umfangen durch die Wirksamkeit des Heiligen Geistes durch unseren Stammapostel.
Nun ja dann viel Spaß morgen!
" Walk on, walk on with hope in your heart, And you'll never walk alone, You'll never walk alone"
Benutzeravatar
Phoenix
 
Beiträge: 401
Registriert: 02.03.2009, 13:05


Zurück zu Erlebnisse



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron