Predigtvorbereitung 2009-05-03

Gottesdienstberichte und Predigtkritik

Predigtvorbereitung 2009-05-03

Beitragvon lg78 » 02.05.2009, 19:27

Da ich im entsprechenden Forum nicht antworten darf: Hier mein Zweit-Forum zur Predigtvorbereitung:

Weil jemand betet
Epheser 6,18
Betet allezeit mit Bitten und Flehen im Geist und wacht dazu
mit aller Beharrlichkeit im Gebet für alle Heiligen
Auf Erden wie im Himmel...
Ich möchte Sie bitten, an jemanden zu denken. Sein Name ist nicht wichtig. Wie er
aussieht ist unwesentlich. Sein Geschlecht ist Nebensache. Sein Titel ist unerheblich.
Er ist nicht wichtig, aufgrund dessen, was er ist, sondern aufgrund dessen, was er getan
hat.
Er ging für einen Freund zu Jesus. Sein Freund war krank, Jesus konnte helfen, jemand
musste zu Jesus gehen, also ging er. Andere kümmerten sich auf andere Weise
um den Kranken. Manche brachten Essen, andere sorgten für medizinische Behandlung,
wieder andere trösteten die Familie. Jede Aufgabe war wichtig. Jeder
Mensch war hilfreich, doch keiner war so wichtig wie der, der zu Jesus ging.
Er ging, weil er darum gebeten wurde. Eine flehentliche Bitte wurde von der Familie
des Bettlägerigen an ihn gerichtet. »Wir brauchen jemanden, der Jesus sagt, dass
mein Bruder krank ist. Wir brauchen jemanden, der ihn bittet zu kommen. Gehst
du?«
Die Bitte kam von zwei Schwestern. Sie wären selbst gegangen, aber sie konnten
das Krankenlager ihres Bruders nicht verlassen. Sie brauchten jemanden, der für sie
ging. Nicht irgendjemanden, denn nicht jeder hätte den Auftrag ausführen können.
Manche waren zu beschäftigt, andere kannten den Weg nicht. Manche ermüdeten zu
schnell, andere waren zu unerfahren für den Weg. Nicht jeder konnte gehen. Und
nicht jeder würde gehen. Es war kein kleines Ansinnen, das die Schwestern stellten.
Sie brauchten einen gewissenhaften Botschafter, einen, der wusste, wie er Jesus finden
würde. Jemanden, der nicht auf halbem Weg aufgeben würde. Jemanden, der sicherstellen
würde, dass die Botschaft überbracht wurde. Jemanden, der so wie sie
davon überzeugt war, dass Jesus unbedingt erfahren musste, was geschehen war.
Sie wussten von einer zuverlässigen Person und zu dieser Person gingen sie. Sie
vertrauten ihre Bedürfnisse jemandem an und dieser Jemand brachte diese Bedürfnisse
vor Jesus.
»Weil ihr Bruder Lazarus krank geworden war, schickten die beiden Schwestern
Jesus eine Nachricht und ließen ihm ausrichten: >Herr, der, den du lieb
hast, ist sehr krank<« (Johannes 11,3).
Jemand richtete es aus. Jemand machte sich auf den Weg. Jemand ging für Lazarus
zu Jesus. Und weil jemand ging, reagierte Jesus.
Ich möchte Ihnen eine Frage stellen: Wie wichtig war dieser Mensch für die Heilung
des Lazarus? Wie bedeutend war seine Rolle? Manche halten diesen Menschen
für nebensächlich. Jesus weiß doch sowieso alles, oder?
Sicherlich wusste er, dass Lazarus krank war. Ja, aber er hat auf die Not erst reagiert,
als jemand mit der Botschaft zu ihm kam.
»Als Jesus jedoch davon hörte, sagte er: >Lazarus' Krankheit wird nicht zum
Tode führen; sie dient vielmehr der Verherrlichung Gottes. Der Sohn Gottes wird
durch sie verherrlicht werden<« (V. 4).
Wann wurde Lazarus geheilt? Nachdem jemand darum gebeten hatte. Oh, ich
weiß, die Heilung fand erst nach mehreren Tagen statt, aber die Zeit begann zu laufen,
als die flehentliche Bitte vorgebracht wurde. Alles war danach nur noch eine
Frage der Zeit.

Hätte Jesus reagiert, wenn der Botschafter nicht gesprochen hätte? Vielleicht, aber
dafür haben wir keine Garantie. Wir haben jedoch ein Beispiel: Die Macht Gottes
wurde durch Gebet in Gang gesetzt. Jesus schaute tief in den Rachen des Todes und
rief Lazarus ins Leben zurück ... all das, weil jemand betete.
Der Heizkessel
Im Haus Gottes steht ein Heizkessel. Dieser Heizkessel erwärmt das ganze Haus
und Ihre Gebete versorgen den Heizkessel mit Brennstoff. Ihre Fürbitten sind die
Kohlen, die auf das Feuer gelegt werden. Ihre Bitten sind Brennholz für die Flammen.
Der Heizkessel ist solide gebaut, der Abzug ist offen; alles, was noch benötigt
wird, ist Ihr Gebet.
»Betet immer und in jeder Situation mit der Kraft des Heiligen Geistes. Bleibt
wachsam und betet auch beständig für alle, die zu Christus gehören«
(Epheser 6,18).
In der Wirtschaftsordnung des Himmels sind die Gebete der Heiligen eine kostbare
Ware. Der Apostel Johannes würde dem zustimmen. Er schrieb die Geschichte von
Lazarus auf und achtete darauf, die Reihenfolge klarzumachen: Die Heilung begann,
als die Bitte ausgesprochen wurde.
Dies ist nicht das einzige Mal, dass Johannes auf diesen Sachverhalt hinweist. Lesen
Sie, was Johannes später geschrieben hat:
»Es war der Tag des Herrn, und ich betete im Geist. Plötzlich hörte ich hinter
mir eine laute Stimme wie von einer Posaune« (Offenbarung 1,10).
Am Tag des Herrn im Geist
Wir haben eben einen Sprung von sechzig Jahren gemacht. Johannes ist jetzt alt. Er
ist die Gestalt mit dem silbernen Haar, die am Strand durch zerklüftete Felsbrocken
steigt. Er sucht nach einer flachen Stelle, damit er sich hinknien kann. Es ist der Tag
des Herrn. Und Johannes will mit seinem Herrn sprechen.
Wir wissen nicht, wer diesen Tag als Erster den Tag des Herrn genannt hat, doch
wir wissen, warum. Es war und ist sein Tag. Dieser Tag gehört ihm. An jenem Morgen
hat er die Hölle selbst besiegt. Verhör und Hinrichtung am Freitag wurden zur
Posaune am Sonntag. Dies ist der Tag des Herrn.
Es ist auch der geistliche Geburtstag von Johannes. Jahrzehnte zuvor, am ersten
Tag des Herrn, wurde Johannes von dieser Meldung aus seinem Schmerz und aus
dem Schlaf gerissen: »Sie haben den Herrn aus dem Grab weggenommen, und
ich weiß nicht, wo sie ihn hingebracht haben« (Johannes 20,2).
Auf Beinen, die viel jünger und stärker waren als heute, rannte Johannes damals
zum leeren Grab und erfüllte die Verheißung. Über sich selbst berichtete er später:
»Da ging auch der andere Jünger hinein, der zuerst zum Grab gekommen war,
und sah und glaubte« (Johannes 20,8; Luther).
Nach der Auferstehung setzte die Verfolgung ein und der Vater zerstreute seine
Jünger über die damals bekannte Welt, wie der Frühlingswind die Samen von Löwenzahn
ausstreut. Johannes, der Augenzeuge, kam nach Ephesus.
Es besteht Grund zur Annahme, dass er dort jeden Tag des Herrn so verbrachte wie
den ersten, nämlich, indem er einen Freund zum leeren Grab Jesu führte.
Aber an diesem Sonntag hat er keinen Freund, den er zum Grab begleiten kann. Er
lebt im Exil, von seinen Freunden getrennt.
Allein auf Patmos, von der Umwelt abgeschnitten. Der Federstrich eines Gerichtsbeamten
hat ihn dazu verurteilt, seine Tage ohne Gefährten, ohne Gemeinde, ohne
Kirche zu verbringen.

Rom hatte die Zunge von Petrus und die Feder von Paulus zum Schweigen gebracht.
Jetzt würde Rom den Hirtenstab von Johannes zerbrechen. Zweifellos bildete
Rom sich auf diese Ächtung etwas ein. Die eiserne Faust des Kaisers würde nach und
nach das zerbrechliche Werk des Galiläers zermalmen.
Hätte Rom nur gewusst ...! Aber Rom hatte keine Ahnung, keinen blassen Schimmer.
Denn was von Rom als Isolierung gedacht war, wurde vom Himmel zur Offenbarung
bestimmt. Rom schickte Johannes zur Strafe nach Patmos. Der Himmel
machte aus dem Aufenthalt des Johannes auf Patmos ein Vorrecht. Der Apostel, der
das offene Grab Christi sah, sollte einen Blick durch die offene Tür des Himmels
werfen.
Es war der Tag des Herrn. Dagegen konnte Rom nichts machen. Es war der Tag
des Herrn in Rom und in Jerusalem. Es war der Tag des Herrn in Ägypten und in Äthiopien
und sogar auf den kargen Felsen von Patmos. Es war der Tag des Herrn.
Und Johannes betete am Tag des Herrn, nach seinen eigenen Worten »im Geist«.
Obwohl er von Menschen abgeschnitten war, lebte er in der Gegenwart Gottes. Obwohl
er von seinen Freunden weit entfernt war, stand er in engem Kontakt mit seinem
Freund Jesus. Er betete.
Und während er betete, trat wieder ein Engel zu ihm. Und wieder sah er, was kein
Mensch zuvor gesehen hatte. Dieselben Augen, die den auferstandenen Herrn erblickt
hatten, sahen jetzt den Himmel offen stehen. Und im Verlauf der nächsten Sekunden,
Minuten oder Tage erlebte Johannes das Dramatische und das Faszinierende
des Lebens in der Endzeit und in der Gegenwart Gottes.
Und der Himmel schwieg
Obwohl viel über das, was Johannes sah, gesagt werden kann, wollen wir uns auf
das konzentrieren, was er hörte. Bevor Johannes erzählt, was er sah, spricht er von
dem, was er hörte, und was er hörte, war verblüffend: »Es war der Tag des Herrn,
und ich betete im Geist. Plötzlich hörte ich hinter mir eine laute Stimme wie von
einer Posaune« (Offenbarung 1,10).
Ich kann mir eine Stimme vorstellen und ich kann mir eine Posaune vorstellen, aber
eine Stimme mit Blechbläserklang übersteigt meine Vorstellungskraft. Und so
werden wir in die Welt der Offenbarung eingeführt, eine eigene Welt, in der alles,
was auf der Erde nicht geschehen kann, im Himmel geschieht.
Acht Kapitel lang lesen wir über die Töne des Himmels, die das Ohr des Johannes
wahrnahm - die herrlichen, lauten, ungestümen, sanften, heiligen Klänge des Himmels.
Die Engelsprechen. Der Donner grollt. Die Lebewesen singen »Heilig, heilig,
heilig«, und die Ältesten beten an: »Du bist würdig, unser Herr und Gott, Herrlichkeit
und Ehre und Macht entgegenzunehmen. Denn du hast alle Dinge geschaffen
« (4,10).
Die Seelen der Märtyrer rufen: »Wie lange?« (6,10). Die Erde bebt und die Sterne
fallen auf die Erde wie Feigen, die durch einen Sturm vom Baum geschüttelt werden.
Hundertvierundvierzigtausend Menschen aus allen Nationen, Stämmen, Völkern
und Sprachen rufen mit lauter Stimme: »Die Rettung kommt von unserem Gott,
der auf dem Thron sitzt, und von dem Lamm« (7,10).
Die Luft ist erfüllt mit Klängen - Erdbeben, Posaunen, Verkündigungen und Erklärungen.
Vom ersten Wort des Engels an herrscht ständig Betriebsamkeit und ein unaufhörliches
Lärmen, doch dann »herrschte etwa eine halbe Stunde lang Stille im
Himmel« (8,1). Seltsam, plötzlich diese genaue Zeitangabe. An keiner anderen Stelle
ist die Zeit angegeben. Wir erfahren nichts über die Länge der Anbetung oder die
Dauer der Gesänge, doch die Stille dauerte »etwa eine halbe Stunde«. Was soll das
heißen, »etwa eine halbe Stunde«, möchten wir fragen. Hat Johannes auf die Uhr geschaut?

Und warum »eine halbe Stunde«? Warum nicht fünfzehn Minuten oder eine Stunde?
Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, ob Johannes dies wörtlich meint oder im übertragenen
Sinn.
Aber ich weiß, dass der Himmel verstummte, als das Lamm das siebte Siegel öffnete,
so wie ein Orchester still wird, wenn der Dirigent den Taktstock hebt.
Wie die ersten sechs Siegel offenbarten, wie Gott handelt, so offenbarte das siebte
Siegel, wie Gott hört. Schauen wir, was geschieht, nachdem das siebte Siegel geöffnet
wurde.
»Als das Lamm das siebte Siegel öffnete, herrschte etwa eine halbe Stunde
lang Stille im Himmel. Und ich sah die sieben Engel, die vor Gott stehen, und es
wurden ihnen sieben Posaunen gegeben. Dann kam ein anderer Engel mit einer
goldenen Räucherpfanne und trat vor den Altar. Ihm wurde viel Räucherwerk
gegeben, damit er es mit den Gebeten derer, die zu Gott gehören, auf dem goldenen
Altar vor dem Thron darbringe. Der Rauch des Räucherwerks stieg mit ihren
Gebeten von dem Altar, auf dem der Engel sie ausgegossen hatte, zu Gott
auf. Dann füllte der Engel die Räucherpfanne mit Feuer vom Altar und warf sie
auf die Erde; da donnerte und blitzte es, und die Erde erbebte« (Offenbarung 8,1-
5).
Die Lieder verstummten. Die Wesen in der himmlischen Stadt schwiegen. Der
Lärm verhallte. Eine plötzliche Stille breitete sich aus. Warum? Warum erhob das
Lamm seine Hand, um Stille zu gebieten? Warum verstummten die Stimmen mit
Blechbläserklang? Weil jemand betete. Der Himmel hielt inne und der Himmel
hält inne, um die Gebete von ... jemandem zu hören. Das Gebet einer Mutter für
ihr Kind. Das Gebet eines Pastors für seine Gemeinde. Das Gebet eines Arztes für
einen Kranken. Das Gebet eines Seelsorgers für einen Ratlosen. Jemand tritt mit einer
Last vor den Heizkessel und betet: »Herr, der, den du lieb hast, ist krank.«
Als Jesus davon hörte
Der Satz, den der Freund von Lazarus gebrauchte, ist bemerkenswert. Als er Jesus
von der Krankheit berichtete, sagte er: »Herr, der, den du lieb hast, ist krank.«
Er gründet seine Bitte nicht auf die unvollkommene Liebe des Menschen in Not,
sondern auf die vollkommene Liebe Jesu. Er sagt nicht: »Der, der dich lieb hat, ist
krank.« Er sagt: »Der, den du lieb hast, ist krank.« Mit anderen Worten: Die Macht
des Gebets hängt nicht von dem ab, der das Gebet spricht, sondern von dem,
der das Gebet hört.
Wir können und müssen den Satz in unterschiedlicher Weise wiederholen. »Der,
den du lieb hast, ist müde, traurig, hungrig, einsam, angsterfüllt, niedergeschlagen.«
Die Worte des Gebetes ändern sich, aber die Antwort bleibt immer gleich. Jesus hört
das Gebet. Er gebietet dem Himmel Schweigen, damit ihm kein Wort entgeht.
Er hört das Gebet. Denken Sie an den Satz aus dem Johannesevangelium: »Als Jesus
jedoch davon hörte, sagte er: >Lazarus' Krankheit wird nicht zum Tode führen<
« (Johannes 11,4).
Der Herr hörte die Bitte. Jesus ließ alles stehen und liegen und nahm die Worte des
Mannes zur Kenntnis. Dieser anonyme Bote wurde von Gott gehört.
Wir leben in einer lauten Welt. Es ist nicht leicht, die Aufmerksamkeit eines Menschen
zu gewinnen. Dieser Mensch muss bereit sein, alles beiseite zu legen und zuzuhören:
das Radio abschalten, den Blick vom Bildschirm wenden, das Buch und die
Zeitung weglegen. Wenn jemand bereit ist, alles andere zum Schweigen zu bringen,
damit er uns deutlich hören kann, dann ist das ein Vorrecht. Ein seltenes Vorrecht.
Deshalb ist Johannes' Botschaft so bedeutsam. Sie können zu Gott sprechen, weil
Gott zuhört. Im Himmel hat Ihre Stimme Gewicht. Gott nimmt Sie sehr ernst.
Wenn Sie in seine Gegenwart treten, wenden sich die Diener Ihnen zu, um Ihre
Stimme zu hören.

Keine Angst, dass Sie überhört werden, auch wenn Sie stottern und stammeln,
auch wenn das, was Sie zu sagen haben, niemanden beeindruckt, es beeindruckt Gott
- und er hört zu. Er hört auf das schmerzliche Flehen des alten Mannes im Altenheim.
Er hört auf das knappe Bekenntnis des zum Tode Verurteilten.
Wenn der Alkoholkranke um Barmherzigkeit bettelt, wenn die Ehefrau um Führung
bittet, wenn der Geschäftsmann von der Straße weg in die Kirche tritt, hört Gott
zu. Er ist ein aufmerksamer und interessierter Zuhörer. Unsere Gebete werden bei
ihm in Ehren gehalten wie kostbare Edelsteine. Gereinigt und mit Kraft ausgestattet
steigen die Worte Ihres Gebets wie ein köstlicher Wohlgeruch zum Herrn
auf. »Der Rauch des Räucherwerks stieg mit ihren Gebeten von dem Altar, auf
dem der Engel sie ausgegossen hatte, zu Gott auf« (Offenbarung 8,4). Unglaublich.
Ihre Worte machen nicht Halt, bis sie den Thron Gottes erreicht haben.
»Dann füllte der Engel die Räucherpfanne mit Feuer vom Altar und warf sie auf
die Erde« (Offenbarung 8,5). Ein Ruf und die Truppe des Himmels erscheint. Ihr
Gebet auf der Erde setzt Gottes Macht im Himmel in Bewegung, und »Gottes Wille
geschieht hier auf der Erde genauso wie im Himmel«.
Sie gehören zu Gottes Reich. Sie haben Zugang zu Gottes Heizkessel. Ihre Gebete
geben Gott den Anstoß dazu, die Welt zu verändern. Sie verstehen vielleicht das Geheimnis
des Gebets nicht. Das brauchen Sie auch gar nicht. Aber eines ist klar: Der
Himmel beginnt zu handeln, wenn jemand auf der Erde betet. Welch ein überwältigender
Gedanke!
Wenn sie sprechen, hört Jesus.
Und wenn Jesus hört, donnert und blitzt es.
Und wenn es donnert und blitzt, wird die Welt verändert.
Alles, weil da jemand betet.
Das Haus Gottes, Max Lucado ISBN 3-7751-4101-4

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Der alte Jim
Dem Pastor einer Gemeinde in Kenia fiel ein alter, ärmlich wirkender Mann auf, der jeden Mittag um 12 Uhr die Kirche betrat und sie schon nach kurzer Zeit wieder verließ. Eines Tages wartete der Pastor auf den Mann und fragte ihn, was er denn in der Kirche tue. Der Alte antwortete: „Ich gehe hinein, um zu beten!” Auf die verwunderte Feststellung: „Aber du bist niemals lange genug in der Kirche, um wirklich beten zu können!” erklärte der alte Mann: „Ich kann kein langes Gebet sprechen, aber ich komme jeden Tag um 12 Uhr vorbei und sage: Jesus, hier ist Jim! Dann warte ich eine Minute, und er hört mich.”
Nach einiger Zeit kam der alte Jim mit einer Verletzung seines Beines in das Krankenhaus. Die Schwestern stellten fest, dass er auf alle anderen Patienten einen heilsamen Einfluss hatte. Die Nörgler wurden zufrieden, die Ängstlichen gewannen neue Zuversicht, die Traurigen wurden fröhlich. Und es wurde viel gelacht in Jims Zimmer. „Jim”, sagte die Stationsschwester eines Tages zu ihm, „die anderen Männer sagen, dass du diese Veränderung herbeigeführt hast. Du bist immer glücklich!” -
„Ja, Schwester, ich kann nichts dafür, dass ich immer so fröhlich bin. Das kommt durch meinen Besucher.” Die Schwester hatte bei Jim noch nie Besuch gesehen, denn er hatte keine Verwandten und auch keine näheren Freunde hier. „Dein Besucher?” fragte sie, „wann kommt er denn?” - „Jeden Tag um 12 Uhr mittags”, antwortete Jim. „Er kommt herein, steht am Fußende meines Bettes und sagt: Jim, hier ist Jesus!”

So hilft Gottes Geist unserer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen.
Römer 8,26

Das große Axel Kühner Textarchiv - 377
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Jesus Christus sei mit Euch!!!!
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Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

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Re: 2009-05-03

Beitragvon lg78 » 02.05.2009, 19:31

Das Quellwasser der Anbetung
Plötzlich landet das Gespräch doch beim Thema Religion - allerdings ganz anders,
als Jesus das eigentlich intendiert hat. In dem Moment, in dem das Gespräch ganz
nah dran ist an ihr - für ihre Begriffe zu nah -, weicht die Frau aus auf religiöse Detailfragen.
„Ich sehe du bist ein Prophet. Dann kläre doch bitte mal die uralte
Streitfrage, wo Gott in rechter Weise angebetet wird."
Denn das ist der wesentliche Punkt: die Frage der Anbetung. Die Anbetung ist
sozusagen die unterste Schicht unserer Sehnsucht. Wenn wir unseren Sehnsüchten
auf den Grund gehen und sie von allen Äußerlichkeiten befreien, stoßen wir nach einigen
Schichten auf einen innersten Kern. Der innerste Kern unserer Sehnsucht ist
Anbetung. Jeder Mensch hat irgendetwas, das er anbetet, oder ist auf der Suche nach
etwas, das er anbeten kann. Anbetung ist das, was uns im Tiefsten und Letzten treibt.
Im Kern unserer Handlungen und unseres Denkens und Trachtens ist immer Religion.
Irgendetwas beten wir immer an. Irgendwem oder irgendwas wollen wir uns hingeben.
Bei manchen Menschen äußert sich das in praktizierter Religion. Bei anderen
äußert es sich darin, dass sie irgendetwas Weltliches verabsolutieren und eine Religion
darum bauen: etwa das Geld, einen anderen Menschen oder eine Ideologie. Die
Bibel nennt das „Götzendienst". Die häufigste, primitivste und auch unbefriedigendste
Form von Religion ist, dass ein Mensch einfach nur sich selbst vergöttert,
denn im Grunde sind wir alle auf der Suche nach etwas, das größer ist als wir selbst.
Jesus sagt: „Wenn du anbeten willst, dann bete im Geist und in der Wahrheit an."
Im Geist, das heißt: innen- und nicht außengesteuert. Es bedeutet: von Herzen
und nicht als religiöses Pflichtprogramm.
Manchmal habe ich den Eindruck, hier können wir Christen von Menschen, die eigentlich
Götzendienst im eben genannten Sinne betreiben, noch einiges lernen. Die
Inbrunst, mit der manche Menschen ums Goldene Kalb tanzen, vermisse ich in einer
Vielzahl christlicher Gebete. Auf der anderen Seite sollen wir in der Wahrheit anbeten.
Das heißt: in Übereinstimmung mit unserem Inneren, in Übereinstimmung mit
der Realität und in Übereinstimmung mit Jesus, der von sich behauptet hat: „Ich bin
die Wahrheit" (Johannes 14,6). Jedes „Amen" („Das ist wahr!" - „So soll es sein!") in
unserem Gebet erinnert daran, dass Gebete in der Wahrheit gesprochen werden wollen.
Was hat die Frage der Anbetung mit der Lebensproblematik der Frau aus unserer
Geschichte zu tun? Sehr viel. Denn erst in der Anbetung finden wir die wahre Erfüllung
unserer Sehnsucht nach Zuwendung und Liebe, nach Geborgenheit und
Heimat. Was wir in der Beziehung zu unserem Partner ersehnen, nämlich dass wir
uns fallenlassen und vergessen können, dass wir präsent sind, geborgen, das wird uns
kein Partner ganz erfüllen.
Erst wenn wir vor Gott als unserem Schöpfer und Vater niederfallen, kommt
unsere Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit zur Erfüllung. Erst in der Anbetung
spüren wir, dass wir ganz und gar von ihm geliebt sind. Vor Gott können
wir uns selbst vergessen, weil seine Gegenwart unser Herz ganz und gar erfüllt. Und
wir erkennen die Wahrheit, wir schauen durch den Schleier, der auf unserem Leben
liegt, hindurch auf das eigentliche Geheimnis unseres Lebens: auf Gott.
Expedition zum ICH, Klaus Douglass
Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

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