Judas Iskariot

Gottesdienstberichte und Predigtkritik

Beitragvon Bert » 08.07.2008, 17:22

ich weiß gar nichts,


Na, das ist ja beruhigend. 8)
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Kreuzigung - Gottes Plan?

Beitragvon Thomas » 08.07.2008, 17:32

Hallo Uli,
wenn du eine Verantwortung bei Gott im Ursprung der Welt siehst, in dem Sinne, dass er schon verantwortlich war als er mit der Schöpfung begann, stimme ich dir zu. Aber ich denke auch, in dem er Engeln und später Menschen den freien Willen gab, hat er Verantwortung übertragen, zum Beispiel "macht euch die Erde untertan und alles was da kreucht und fleucht oder so ähnlich".
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Beitragvon tosamasi » 08.07.2008, 17:51

Wenn ich meinen Kindern zuschaue und genau weiß, dass als Nächstes etwas Schlimmes passiert, aber nicht eingreife, und sie also wissentlich 'in ihr Unglück' rennen lasse (vielleicht, um ihnen eine Lehre zu erteilen), habe ich mich schuldig an ihrem Schicksal gemacht. Moralisch und vor dem Gesetz.

Wenn in der Bibel von dem Bild gesprochen wird, das Ihm gleich sei, würde das auch bedeuten, dass er ist, wie wir sind und wir sind, wie er ist.
Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden
(Hermann Hesse)
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Beitragvon Uli » 08.07.2008, 17:54

Thomas - Nochmal: Der Punkt ist, dass Gott zuvor wusste, ob der Mensch der übertragenen Verantwortung gerecht werden wird, oder nicht. Und Gott hat den Menschen so gemacht, dass er der übertragenen Verantwortung nicht immer gerecht werden kann. Die These vom freien Willen ist mithin von der Psychologie und der Hirnforschung längst relativiert worden. Einen absolut freien Willen besitzen wir nicht. Der Mensch handelt zu einem sehr großen Teil nach unbewussten Verhaltensmustern und entsprechend seiner nicht selbst zu verantwortenden Prägung - und nochmal: Gott hat den Menschen so(!) gemacht...
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Re: Kreuzigung - Gottes Plan?

Beitragvon Cemper » 08.07.2008, 21:10

Thomas hat geschrieben:... jedenfalls spricht Gott dort (in den Büchern Mose) zum ersten Mal davon ...

Sehr geehrter Herr Thomas -

haben Sie schon einmal in Erwägung gezogen, dass die von Ihnen erwähnten Bücher Texte enthalten könnten, die über längere Zeiträume - einige Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung - von mehreren Autoren verfasst wurden und dass diese Autoren Erklärungen für die bekannten alten Fragen nach Entstehung, Sinn und Ziel der Welt und dem Dasein der Menschen in der Welt geben wollten? Haben Sie auch schon einmal in Erwägung gezogen, dass der Gott, der in diesen Texten spricht, ein Gott ist, den die Autoren sprechen lassen, und dass die Autoren einen (einen!) Gott - den Gott Israels - sprechen lassen und sich damit von den Nachbarvölkern und deren Vielgötterei absetzen wollten? Haben Sie schon einmal in Erwägung gezogen, dass es sich bei diesen Texten um frühe geschichtsphilosophische Texte handelt und dass das Denken des einen Gottes (Monotheismus) ein Fortschritt in der Menschheitsgeschichte war?

Sie müssen das nicht tun. Sie können getrost glauben, dass Gott tatsächlich gesprochen hat und dass seine Worte stenographisch oder auf einem Tonband erfasst wurden und dass es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen diesen alten Texten, der Kreuzigung Jesu und einem kirchlichen Ereignis (katholisch, evangelisch oder ...) in Konstanz am Bodensee oder in Stuttgart-Degerloch oder Vancouver im Jahre 2008 gibt.

Denken Sie mal darüber nach. Und schlafen Sie gut!

C.
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Beitragvon Vancouver » 08.07.2008, 21:48

He Cemper,

kennen Sie das 11. Gebot nicht? Du sollst den Namen deines Mitforisten nicht mißbrauchen, oder so.

Trotzdem eine gute Nacht!

V.

PS: Was machen Sie, wenn demnächst ein StAP-GD aus Vancouver weltweit via Satellit übertragen wird? :mrgreen:
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Beitragvon chris » 09.07.2008, 05:47

Thomas:

Es ist sicher provokant, wenn man sagt, Gott habe Satan erschaffen.

Aber: Wer hat die Engel erschaffen? Oder waren die auch ewig?

Ich verstehe Uli inzwischen gut.
Auf der einen Seite will Gott, dass allen Menschen geholfen wird - auf der anderen Seite macht er es so schwer den Weg der Erlösung zu erkennen. Und das gilt, selbst wenn man das Christentum insgesamt als den Weg nimmt.


Uli:
Ich denke, etwas freien Willen haben wir schon. Sonst könnten alle Straftäter und alle untreuen Tomaten sagen: Tut mir leid, aber ich bin ja nur "unbewussten Verhaltensmustern und entsprechend seiner nicht selbst zu verantwortenden Prägung" gefolgt. :wink:
Aber du hast schon Recht. Vieles, wie wir reagieren und uns entscheiden, ist einfach "Prägung" - anerzogen durch Gesellschaft, Glaube etc. Bei uns isst man halt einfach keine Insekten. Ich denke, der "Butterfly-Effect" gilt auch für unsere Entscheidungen. Es gibt gewisse Randbedingungen - wenn diese Zusammenwirken, dann entscheiden wir uns fast zwangsläufig für die eine oder andere Richtung.

Ist sicher auch beim Sündigen so.
Mord, Lüge, Ehebruch, Diebstahl bewerten wir unterschiedlich schwer. Manchen "Diebstahl" empfinden wir nicht als solchen etc. Und je nach solchen Wertungen und wie gern wir das "Verbotene" tun würden, tun wir es oder tun es nicht, weil man ja nicht "sündigt".
Kommt dies so einigermaßen hin?

LG
Christian
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Beitragvon Uli » 09.07.2008, 07:51

@Chris und @Thomas

Die Frage nach der "Gerechtigkeit Gottes" ist nicht neu. Schaut einmal :arrow: HIER, :arrow: DA und :arrow: DORT...
Uli
 

Beitragvon Uli » 09.07.2008, 07:52

Cemper - Geht es ihnen wieder besser? Lässt Sie die Hexe in Frieden?
:)
Uli
 

Beitragvon Uli » 09.07.2008, 09:43

Zur Frage der historischen Hintergründe des (jüdischen) Messianismus' und der Verbindung zwischen Judentum und Christentum untermauert der Bibelforscher Israel Knohl seine bisherige Qumran-These des zweiten Messias' mit seiner Übersetzung der Gabriel-Offenbarung. U.a. berichtet :arrow: DIE WELT in der gestrigen Ausgaben darüber...
Uli
 

Re: ohne Judas keine Erlösung???

Beitragvon Bruder08/15 » 09.07.2008, 21:07

Thomas hat geschrieben:Hallo Rene´,
ich ich finde, diese These würde in einen Irrtum münden.


Hallo Thomas,

Jesus wusste im vorraus wer ihn verraten wird. Matthäus 26,Vers 25 "Da antwortete Judas, der ihn verriet, und sprach: Bin ich's Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagst es. "

Also muss in meinen Augen der Plan das Judas Jesu verraten würde schon festgestanden haben. Und wie in in der Bibel zu lesen kannte Jesu diesen Plan. Sonst hätte Jesu den Verräter nicht vorher schon benannt.

Die Aussage Jesu in Matthäus lässt natürlich jetzt auch Raum für Spekulationen das Jesus Judes gedrängt haben könnte ihn zu verraten (wie im Judas Evangelium angedeutet) und diese Aussage durch die referierten Apostel in Richtung "Verrat" ausgelegt wurde.

Gruß,
Rene'

PS: Ich hab gestern übrigens den wortwörtlichen Gottesdienstbericht bekommen. Ich werde die entsprechene Textstelle die mir sauer aufgestoßen ist mal rauskopieren.
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Beitragvon Bruder08/15 » 09.07.2008, 21:11

Hier noch wie angekündigt der Wortlaut des Bezirksapostelgottesdienstes zu dem Thema. Die Passage die ich meine habe ich Fett hervorgehoben.

Lieben Gruß in die Runde,

Rene'



"Und noch so ein Gebot der heutigen Zeit, in der wir leben, das ist Nachfolge. Nachfolge ist auch ein Gebot der Stunde, welches wir untadelig, unbefleckt halten wollen. Jetzt kann ich mir so vorstellen: Wir folgen ja nach, wir sind ja in jedem Gottesdienst, wir hören das Wort des Herrn, wir stehen also in der Nachfolge. Judas Iskariot hat auch mal beim Passamahl am Tisch mit den Jüngern gesessen, und war doch innerlich weit, weit, weit von Jesus entfernt. Da hatte sich eine Distanz eingestellt; er war noch da, aber innerlich hatte er mit dem ganzen Plan, mit dem Heilswerk nichts mehr zu tun. Lasst uns, wenn wir über Nachfolge sprechen, mal in uns hinein schauen! Nicht die äußere Nachfolge, die Gottesdienstbesuche, das, wenn der Priester zum Familienbesuch kommt, wir die Tür aufmachen, dass wir uns möglichst auch noch darüber freuen. Sonder, ihr Lieben, lasst uns mal unsere Seele betrachten. Wie dicht sind wir an Jesus Christus, wie dicht sind wir am Wort? Wir wirkt sich der Glaube in unserem Alltag aus? Wie distanzlos sind wir mit unseren Segensträgern zusammen? Gibt es da Distanzen, sind da Trennungen, vielleicht sogar Aversionen? Oder folgen wir nach im Sinne von voll umfänglicher innerer Nachfolge? Und lasst uns nicht denken, das wäre etwas so Normales, etwas Leichtes. Wir leben in einer Zeit vielfältiger Einflüsse, mancher Lehren und Ideen. Wie leicht könnte man da durch den Wind der vielen Lehren aus der Nachfolge geweht werden, dass wir einfach unser Herz öffnen gegenüber den vielen anderen Einflüssen. Wir wollen in der Nachfolge bleiben, das ausschalten, was uns das Einssein mit Jesus Christus verhindern könnte. Und Nachfolge, das ist eine ganz wichtige Voraussetzung zur Vollkommenheit. Jesus Christus hat gesagt: „Willst du vollkommen sein“, ich lasse jetzt mal die natürlichen Dinge weg, „so folge mir nach.“ (Matth. 19; aus 21) Ohne die innere Nachfolge werden wir im Glauben nicht vollenden! So lasst uns dieses Wort mitnehmen, die Gebote halten bis der Herr wieder kommt. Lasst uns die Gebote voll umfänglich halten. Es sind noch mehr Gebote, die erwähnt werden könnten, aber die Gemeinschaft, die Liebe, die Nachfolge, das sind so wichtige Gebote, die wir halten wollen. Die Gottesfurcht vor allen Dingen, Liebe dem Nächsten gegenüber und die Nachfolge – lasst uns darin beständig bleiben bis der Herr Jesus Christus wiederkommt. Amen!"
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