nun schreib ich hier, ich wollt es so !

Gottesdienstberichte und Predigtkritik

nun schreib ich hier, ich wollt es so !

Beitragvon MASEL TOV » 28.04.2007, 22:18

Hallo Ihr da draussen,

nun wird es Zeit, meinem Herzen auch einmal Luft zu machen und mich an diesem Forum nicht nur durch Beobachtung zu beteiligen. Vorab möchte ich erzählen, wie ich hierher gekommen bin und auch ein bisschen über mich und mein Leben schreiben, auch wenn dadurch meine Person evtl. „nachvollziehbar“ wird (oder sich der eine oder andere etwas langweilt).

Anfang diesen Jahres, glaubensmäßig niedergeschlagen und ausgelaugt, bat ich den lieben Gott um eine Begegnung mit einem Menschen, der meinen Glauben wieder aufrichten könnte. Als Zeichen dafür, dass Er – Gott – mich noch kennt und liebhat.
Es war kaum noch ein Gefühl da für Gott, für das Evangelium Jesu, für die NAK, kein Gebetsleben. Nur noch Pflicht- und Engelschutzgebete als „Hauspriester“. Aber ein Gefühl dafür, dass etwas ganz Wesentliches in meinem Leben fehlte!

Im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit bekam ich Ende Januar den Anruf eines Kundens, der bei der Lösung eines speziellen Problems bezüglich der Einrichtung seiner Wohnung meine Hilfe brauchte. Im ersten Gespräch gegenüber stellte sich heraus, dass er das baugleiche Nachbarhaus dessen erworben hatte, welches wir für uns vor etwa einem guten halben Jahr zuvor ebenfalls in eine engere Wahl gezogen hatten. Seine Probleme waren in der Planung die gleichen wie damals meine. So war die erste Brücke geschlagen.

Im zweiten Treffen nach etwa einer Woche beim Abgleich der Planung und Unterhaltung über Lage und Zustand des Hauses bemerkte ich bei dem sympatischen Herrn im Rentenalter einen geistlichen Hintergrund. Ein Wort gab das andere über Christenheit und Weltanschauung. Im Rahmen dessen „outete“ ich mich als NAK und war sehr erstaunt über sein Wissen darüber. Er bemängelt die hierachische Struktur, Exklusivansprüche und mangelnden Sinn für Ökumene. Auch sprach er vom ACK und etwas von einem holländischen Apostel (Ap. Sepers), was ich damals aber noch nicht begriff. Ich versuchte, „dagegenzuhalten“ mit der Gemeinde 2010, einer spürbaren Veränderung in der NAK, von offenen und freien Predigten von Bezirks-AP Klingler (letzte Übertragung im Bezirk: ein mitdienender AP rief dazu auf, sich über alte Regeln einfach hinwegzusetzen). Und mit meiner eigenen Meinung und Evangelien-Sicht (die, ohne es zu wissen ganz nah an Thomas H., Blankenese, liegt).

Auch erzählte ich ihm, um Weiterentwicklung und Starrsinn gleichermassen zu dokumentieren, von einer Begebenheit mit meinem verunsichert-konservativen Vorsteher: Dieser kam irgendwann im letzten Jahr ganz stolz und voller Aktionismus zu mir und erzählte, dass die NAK zu der Erkenntnis gekommen sei, dass sich der Heilige Geist auch in anderen Kirchen offenbaren, bedienen könne und dass es nicht schlecht sein könne, mal mit anderen Kirchen Kontakt aufzunehmen. Die Botschaft kam so an, als sei das das Selbstverständlichste von der Welt und dass die AP`s das schon immer so gewusst hätten. Es war ihm allerdings anzusehen, dass er von seiner Rede selbst nicht so recht überzeugt war (offensichtlich sprach er von Uster). Über diese neue Ansicht und Weiterentwicklung erfreut erwiderte ich halb im Ernst, halb im Spass, dass ich diese Erkenntnis schon seit über 15 Jahren habe (dazu später mehr).

Mein Gegenüber, dieser freundliche gläubige Mensch, sagte, er wisse um diese Entwicklung und wisse auch um die Predigten dieses Kirchenpräsidenten Klingler. Er erzählt etwas von „Glaubenskultur“, was so etwas wie eine Zeitung sei. Weder verstand ich, was er damit meinte, noch habe ich mir den Hinweis auf gk gemerkt. Auf meine immer größere Neugierde und Freude über ein solches Gespräch hin outete er sich als ein pensionierter Prediger einer Baptistengemeinde, der sich hier in der Nähe seiner Kinder einen Ruhesitz ausgesucht hatte. Meine Freude darüber war riesig, dass aber der liebe Gott mir diesen Menschen in den Weg gedrängt hat, ist mir erst seit ein paar Tagen klar.

Die oben benannte Planung machte einen Besuch vor Ort notwendig, dort stand uns etwa eine Stunde zur Verfügung. Den beruflichen Teil konnte ich in der Hoffnung auf ein weiteres Gespräch nach zehn Minuten abschliessen.

Es wurde ein Gottesdienst.

Im kleinen Kreis zusammen mit seiner Frau war Gott, Jesus, das Evangelium und die Liebe zu den Menschen das Thema – völlig konfessionslos, ohne Vorbehalte, ohne Spitzfindigkeiten, gleichberechtigt, fast eins. Als es Zeit wurde zu gehen fragte mich Herr S., ob er noch ein Gebet sprechen könnte, was ich ohne zu Überlegen bejahte. In diesem nannte er mich Bruder, was mich zugleich verwirrte als auch tief in der Seele traf. Tief bewegt durch dieses Erleben verliess ich diesen Ort. Sicherlich übertreibe ich an dieser Stelle, doch kam ich aus der Dunkelheit und konnte nun wieder etwas Licht und Wärme empfinden.
(Lieber Bruder S., solltest du dich in diesen Zeilen wiedererkennen, so grüße ich dich ganz herzlich, denn seit diesem Tag haben wie uns noch nicht wieder gesehen!)

Es folgte der Alltag, die Routine. Das Vergessen? – nicht ganz! Im weiteren Verlauf der Zeit unterhielt ich mich mit meinem Priester über dieses Erlebnis, der darüber gar nicht irritiert war, sonder sah, dass sich in meiner Seele etwas bewegte. Auch ist er – meist – ohne Vorbehalte offen für das freie Wirken der Liebe Jesu – toller Priester!

Scheinbar vom Thema abgekommen? Na, ja fast – aber nicht ganz. Angeregt durch eine Vielzahl von Gedanken suchte ich nach NAK-Hinweisen ausserhalb der offiziellen Seiten. Da kam die Erinnerung an die Bezeichnung „Kirchenpräsident Klingler“ – gesagt, gegoogelt, kurze Zeit später landete ich auf der Seite von „glaubenskultur“.

Katzes Frage nach der Konfliktfähigkeit von AT`s war mein erster Artikel. http://forum.glaubenskultur.de/viewtopi ... highlight= Diese Frage und dieses Thema halte ich für so elementar und desaströs in der NAK dass ich sofort wusste, hier bin ich richtig. Hier ist offener Diskurs, besprochene Konflikte, Themen die mich seit meiner Kindheit bewegen, mit Meinungen, denen ich mich anschliessen konnte, in denen ich mich wiedererkannte, die ich ablehnen konnte. Ich sah, dass es ganz vielen anderen so wie mir ging. Endlich Input, endlich aufarbeiten – wunderbar! Es war aus so vielen Artikeln eine positive Aufbruchstimmung in der NAK zu lesen, ein Vorankommen, ein Sich-Öffnen zu fühlen trotz kritischer Stimmen, trotz manch dummer Polemik. Wieviel verletzte Seelen muss es da draussen geben, die sich durch 150%-ige Auslegung von Wahrheit und Tradition gequält fühlten in ihrer Kindheit und Jugend, weit entfernt von der Liebe Jesu und dieses nun endlich ein Forum hat (da denke ich auch besonders an Dietemann, den ich für seine provokante und scharfe Art sehr schätze und der mich oft zum Nachdenken anregt). Zum ersten Mal las ich von AP Sepers, von Uster, sah, dass es noch viele weitere Foren im Internet gibt. Ich konnte meinem Psychotherapeuten mit Stolz mitteilen, eine klasse Plattform für meine kirchlichen und glaubensbezogenen Fragen gefunden zu haben. Eigenlich ein klasse Anfang...

Und nun haben wir „Blankenese“!!!

nun reichts erstmal für heute.
habt ne schöne nacht und nen seliegen sonntag!

wir lesen uns.
masel tov


ps: sorry für die vielen ich´s, stehe halt ganz am anfang meiner schreiberei.
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Beitragvon gecko » 28.04.2007, 23:24

schreib' einfach weiter, masel tov

ich hoer' Dir gerne zu :wink:

auch fuer mich war gk die erste moeglichkeit mit jemanden zu "reden" ...

gecko
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Beitragvon 42 » 29.04.2007, 06:53

Willkommen im Forum, masel tov! Umgeschaut hast Du Dich ja schon in der Vergangenheit, wie ich lese.
MherzlG, 42
(Nein, mein Name ist nicht "NoAvatar")

HABE EHRFURCHT VOR DEM ALTEN UND MUT DAS NEUE FRISCH ZU WAGEN
BLEIB TREU DER EIGENEN NATUR UND TREU DEN MENSCHEN DIE DU LIEBST.
(Grossherzog Ernst Ludwig, Darmstadt)
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Beitragvon godzilla » 29.04.2007, 06:54

Hallo MASEL TOV,
ich schliess mich Gecko an;
Es ist so spannend,was Du schreibst,mach damit bitte weiter!
LGG :)
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Beitragvon werwolf » 29.04.2007, 11:28

Hallo MASEL TOV,

ich nehme Deinen Forennamen einmal wörtlich, das heißt, aus dem Hebräischen und wünsche Dir dieses:

MASEL TOV = VIEL GLÜCK

werwolf
Wir sind immer auf der Suche
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Beitragvon Jesse » 29.04.2007, 17:00

Herzlich Willkommen

Engelchen
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Beitragvon mel_eben » 29.04.2007, 21:23

Hallo masel tov,

herzlichen willkommen hier im Forum. Ich habe deine offenen Schilderungen mit Interesse gelesen - du musst dich nicht fuer deine Erzaehlungen entschuldigen, auch fuer so etwas ist hier Raum.

Mit freundlichem Gruss
Melanie
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Beitragvon Gaby » 30.04.2007, 09:00

Hallo masel tov,

schön, dass Du hergefunden hast :wink:
Wünsche Dir eine interessante Zeit bei GK.

Bild

Liebe Grüße

Gaby
Denn in alledem liegt der Anfang des Reiches Gottes, das entstehen soll an der Stelle, an der du stehst. Nicht irgendwo, sondern in dir selbst. (Jörg Zink)
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Beitragvon Bruder X » 30.04.2007, 11:03

Liebe(r) MASEL TOV,

ebenfalls ganz herzlich willkommen im Forum !

Die von Dir geschilderte Situationsbeschreibung trifft sicherlich auch noch auf viele andere zu.

Jesus erleben zu wollen, dieser Wunsch sollte in noch viel mehr Seelen stehen, die sich mit wirklich nichtssagenden Predigten (aktiv und passiv meine ich)
sowie erstarrten, rituellen Abläufen zufrieden geben.

Bruder X
Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus.
Galater 3,26
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Beitragvon MASEL TOV » 30.04.2007, 19:23

Erklärung Wikipedia:" Masel tov ist die jiddische Form des hebräischen Ausdrucks מזל־טוב‏ masal-tov und bedeutet Viel Glück, wird aber oft in Sinne von Glückwunsch! gebraucht. Da das hebräische Wort Masal ursprünglich Sternzeichen bedeutet, hat der Ausdruck einen astrologischen Hintergrund.

Wie andere Segen wird dieser oft wiederholt und gelegentlich lauthals bei jüdischen Hochzeiten und Bar Mitzwas gesagt. Es ist üblich, dies innerhalb der jüdischen Gemeinde zu sagen.

Umgangssprachlich wird Massel tov manchmal sarkastisch verwendet, wenn Glückwünsche nicht angebracht oder überfällig sind."

(besoders der dritte absatz gefällt mir sehr.)




Hallo ihr da draußen!,

Vielen dank für die freunliche aufname,
bitte wundert euch nicht darüber wenn mal texte nur klein und mit mindestens tausend fehlern geschrieben sind und andere wider fehlerfrei mit richtig groß und klein und so. die letzternen schreibt dann meine liebe frau für mich denn ich habs nich so mit der orthogrfaphi. damit ist dann auch die fragen nach lieber oder liebe masel tov geklärt.
da bei mir das mit dem schreiben immer so lange dauert und ich leider sehr wenig zeit habe wird sich mein beitrag wohl ehr in grenzen halten was sich hoffentlich im sommer schlagartig ändern wird. da bekomm ich dann ein spracherkennungsprogramm mit diktirgerät,bin mit mitte dreißig zwar nicht blind aber faul.meine gadanken sind viel viel schneller als meine finger.

wir lesen uns
masel tov
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Beitragvon August Prolle » 03.05.2007, 21:14

MASEL TOV hat geschrieben:die letzternen schreibt dann meine liebe frau für mich denn ich habs nich so mit der orthogrfaphi.


hallo masel tov,

leider ist mir frau werwolf alias herr werwolf bereits zuvor gekommen. darum lasse ich die pointe
mit "masel tov = glückwunsch" weg.

was mir zu wünschen übrig bleibt:

1. möge dir das geschick erhalten bleiben, das du bei deiner namenswahl bewiesen hast!

(für „masel tov“ sind lt. wiktionary folgende schreibweisen möglich:
masseltoff, masseltov, maseltov, mazzeltov, mazeltov -häufig-
und masseltow, maseltoff, maseltow, mazzeltoff, mazzeltow, mazeltoff, mazeltow -selten-.
einen besseren namen hättest du nicht finden können. man kann ihn einfach nicht falsch schreiben. :wink: )

2. möge dir die arbeitskraft deiner frau erhalten bleiben! mögen orthodoxie und orthographie, mögen rechter glaube und rechte schreibe, mögen bibel und duden, mögen herr masel tov und frau masel tov immer beieinander bleiben!

wir machen es übrigens genau umgekehrt: ich denke und mein lieber gehülfe, der A.P. verkündet, ähh… schreibt. diese bewährte arbeitsteilung haben wir uns von unserem alten vorsteher abgeguckt. heute nennt man das – soweit ich weiß – „zum dienen führen“ oder „er dient, wie sie führt“ oder so ähnlich.

jedenfalls wünsche ich dir, lieber masel tov,
immer genug quassel-stoff
und verbleibe voller vorfreude auf dein diktiergerät,

deine augustine prolle

p.s.:
mein mann, der A.P. lässt dich herzlich grüßen.
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Beitragvon Paul-Gerhardt-Fan » 08.02.2008, 22:32

Auch wenn der letzte Beitrag schon über ein halbes Jahr alt ist:

Mir ging es ähnlich. Durch beruflichen Kontakt mit engagierten Christen anderer Konfessionen war ich gezwungen, mich mit zentralen Inhalten neuapostolischer Lehre zu beschäftigen. Fragen und Antworten gaben da überhaupt nix her, also habe ich mir (um anfangs NAK-Lehre entschieden und gutbegründet zu verteidigen) div. Bibelübersetzungen und Fachliteratur gekauft.
Inzwischen ist mir natürlich klar, warum Kontakte mit anderen Konfessionen immer ungern gesehen wurden ;-) ...
Jetzt bin ich zum in-erster-Linie-Christ geworden, auf der Suche nach der passenden Konfession... open end... (wobei auch die Konfessionsfrage nicht mehr die allerwichtigste ist)
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Beitragvon Zwischenruf » 09.02.2008, 07:15

Mir ging es ähnlich. Durch beruflichen Kontakt mit engagierten Christen anderer Konfessionen war ich gezwungen, mich mit zentralen Inhalten neuapostolischer Lehre zu beschäftigen


Es zeigt sich immer wieder: Das ist häufig der Anfang vom Ende der heilen NAK-Welt. Deswegen lässt man es besser und glaubt einfach! :mrgreen:

Z.
Auch und gerade in dem , was uns aufgrund unserer tiefsten Glaubensüberzeugung voneinander unterscheidet, müssen wir uns gegenseitig respektieren und lieben. (Papst Benedikt XVI.)
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Beitragvon Paul-Gerhardt-Fan » 09.02.2008, 08:02

ich hoffe doch jetzt mal, dass das ironisch gemeint war? ...;-)
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