Gestern bin ich "fremd gegangen" ... und es war so

Gottesdienstberichte und Predigtkritik

Beitragvon tergram » 09.02.2008, 12:07

Ich nehme - als ebenfalls gelegentlicher Gast - in der evangelischen Kirche am Abendmahl teil, wenn mir "danach" zumute ist. Da in unserem kleinen Ort Unbekannte sofort auffallen, habe ich die zuständige Pfarrerin telefonisch gefragt, ob das in Ordnung ist. Sie war über meine Frage erstaunt; ich musste erklären, wie das in der NAK gelegentlich immer noch gehandhabt wird usw. ...

Ihr wohltuendes Fazit: "Kommen sie zu uns, wann immer sie wollen. Nehmen sie nach ihrem Bedürfnis teil an allem, was Jesus und die Kirche ihnen anbieten. Wenn sie mich brauchen bin ich da."

Ich halte es für ein Gebot der Höflichkeit und des Respekts vor einer "fremden" Glaubensgemeinschaft, dort zuvor anzufragen, wie die Handhabung ist und sich daran zu halten.
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Beitragvon rommy » 09.02.2008, 15:36

Da in unserer Gemeinde der RKK grundsaetzlich alle Christen zum "Abendmahl" eingeladen werden, eruebrigt sich die Frage nach dem duerfen.
Allerdings muss man fairerweise auch immer im Hinterkopf behalten, dass diese Praxis von dem ortsansaessigen Pfarrer eigenmaechtig durchgefuehrt wird und nicht der offiziellen Linie der RKK entspricht.
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Beitragvon Ruhrgebiet » 09.02.2008, 19:15

Ein Priester, Diakon oder Kommunionhelfer darf dir aber nie die Kommunion während der Eucharistiefeier verweigern.

Frühestens im Anschluß daran, kann er ein Gespräch mit dir führen.
„Empfangt, was ihr seid: Leib Christi, damit ihr werdet, was ihr empfangt: Leib Christi.“ (Augustinus)
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Beitragvon Cemper » 09.02.2008, 20:19

@ Ruhrgebiet -

... wenn der andere es will und zulässt. Insofern sind der Priester, Diakon und Helfer vom anderen abhängig - trotz der Allmacht Gottes. Ggfs. müssten sie zu rabiateren Mitteln greifen.

Hier sind die einschlägigen Vorschriften aus dem kath. Kirchenrecht - dem Codex Iuris Canonici (CIC):

Can. 844

§ 1. Katholische Spender spenden die Sakramente erlaubt nur katholischen Gläubigen; ebenso empfangen diese die Sakramente erlaubt nur von katholischen Spendern; zu beachten sind aber die Bestimmungen der §§ 2, 3 und 4 dieses Canons sowie des can. 861,

§ 2. Sooft eine Notwendigkeit es erfordert oder ein wirklicher geistlicher Nutzen dazu rät und sofern die Gefahr des Irrtums oder des Indifferentismus vermieden wird, ist es Gläubigen, denen es physisch oder moralisch unmöglich ist, einen katholischen Spender aufzusuchen, erlaubt, die Sakramente der Buße, der Eucharistie und der Krankensalbung von nichtkatholischen Spendern zu empfangen, in deren Kirche die genannten Sakramente gültig gespendet werden.

§ 3. Katholische Spender spenden erlaubt die Sakramente der Buße, der Eucharistie und der Krankensalbung Angehörigen orientalischer Kirchen, die nicht die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche haben, wenn diese von sich aus darum bitten und in rechter Weise disponiert sind; dasselbe gilt für Angehörige anderer Kirchen, die nach dem Urteil des Apostolischen Stuhles hinsichtlich der Sakramente in der gleichen Lage sind wie die genannten orientalischen Kirchen.

§ 4. Wenn Todesgefahr besteht oder wenn nach dem Urteil des Diözesanbischofs bzw. der Bischofskonferenz eine andere schwere Notlage dazu drängt, spenden katholische Spender diese Sakramente erlaubt auch den übrigen nicht in der vollen Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stehenden Christen, die einen Spender der eigenen Gemeinschaft nicht aufsuchen können und von sich aus darum bitten, sofern sie bezüglich dieser Sakramente den katholischen Glauben bekunden und in rechter Weise disponiert sind.

§ 5. Für die in den §§ 2, 3 und 4 genannten Fälle darf der Diözesanbischof bzw. die Bischofskonferenz nur nach Beratung zumindest mit der lokalen zuständigen Autorität der betreffenden nichtkatholischen Kirche oder Gemeinschaft allgemeine Bestimmungen erlassen.

Can. 908

Katholischen Priestern ist es verboten, zusammen mit Priestern oder Amtsträgern von Kirchen oder kirchlichen Gemeinschaften, die nicht in der vollen Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stehen, die Eucharistie zu konzelebrieren.

Can. 923

Die Gläubigen können in jedwedem katholischen Ritus am eucharistischen Opfer teilnehmen und die heilige Kommunion empfangen, unbeschadet der Vorschrift des can. 844.

2002 gab es dazu eine interessante Tagung:

Klick

Schauen Sie mal rein und diskutieren Sie das mit Ihren neuap. Freunden.

Bestens
Ihr :lol:
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Beitragvon maranatha » 09.02.2008, 21:44

Cemper hat geschrieben:......
... wenn der andere es will und zulässt. Insofern sind der Priester, Diakon und Helfer vom anderen abhängig - trotz der Allmacht Gottes. Ggfs. müssten sie zu rabiateren Mitteln greifen.
.......


Das ist sehr interessant Verehrtester Cemper,
hier habe ich noch was von SELK zum Thema Abendmahl - Abendmahl feiern!
http://www.lutherischegemeinde.de/html/ ... dmahl.html
Da heißt es unter anderem:
8. Zu Gast bei anderen Kirchen
Im Urlaub, zu Trauungen oder anderen Anlässen sind wir Gäste in Gottesdiensten anderer Kirchen mit denen die Lutherische Kirche keine Kirchen- und Abendmahlsgemeinschaft hat. Dass das Tischtuch gerade beim Heiligen Abendmahl zerschnitten ist, tut weh. (Vgl. Abschnitt 4). Andere Kirchen glauben, lehren und bekennen sich zu einem anderen Abendmahlsglauben. An dieser Stelle wollen wir andere Kirchen nicht kritisieren, sondern Fragen, wie wir uns verhalten sollen, wenn wir im Gottesdienst zum Abendmahl einer anderen Kirche eingeladen werden.
Wir haben gesehen, dass das Heilige Abendmahl in ganz besonderer Weise Gemeinschaft herstellt. Die Einheit der Kirche kommt am lebendigsten, deutlichsten und umfassensten als Gemeinschaft am Altar zum Ausdruck. Es ist gegenüber anderen Kirchen lieblos, wenn wir dort zum Heiligen Abendmahl gehen, weil wir ihren Abendmahlsglauben nicht respektieren. Gleichzeitig bescheinigen wir, dass die Abendmahlslehre der anderen Kirche mit Jesu Abendmahlsworten übereinstimmt. Vielfach wissen wir als Gemeindeglieder aber nicht, was die andere Kirche für ein Abendmahlsbekenntnis hat. Aus Liebe und Respekt dem anderen gegenüber gehen wir darum bei anderen Kirchen, die mit der Lutherischen Kirche nicht in Kirchen- und Abendmahlsgemeinschaft stehen, nicht zum Heiligen Abendmahl. Hier gilt es verantwortungsvoll und liebevoll mit anderen Christen umzugehen. Gerade im Gespräch mit ihnen darf es nicht zu Hochmut, Stolz, Rechthaberei kommen. Vielmehr gilt es den anderen zu respektieren, auch wenn die Lutherische Kirche mit ihren Gliedern den anderen Abendmahlsglauben auf Grund der Treue zum Wort Gottes nicht akzeptieren kann. Auch sollen wir fröhlich weitersagen, was wir glauben.

9. Christen anderer Kirchen bei uns zu Gast
Immer wieder freuen wir uns über Christen, die mit uns zusammen Gottesdienst feiern. Sie sind eingeladen mitzusingen, Gott zu loben, zu danken, auf Gottes Wort zu hören, den Segen zu empfangen. Gleichzeitig bitten wir aber auch Christen aus anderen Kirchen, mit denen die Lutherische Kirche keine Abendmahlsgemeinschaft hat, vorher mit dem Pfarrer zu sprechen, wenn der Wunsch besteht zum Heiligen Abendmahl zu kommen. Denn oftmals wissen andere Christen nicht, was die Lutherische Kirche von Gottes Wort und den Lutherischen Bekenntnisschriften her über das Heilige Abendmahl glaubt, lehrt und bekennt. In einem Gespräch wird der Pfarrer dies liebevoll erläutern und wenn es die seelsorgerliche Situation erfordert auch zum Heiligen Abendmahl zulassen. Ansonsten erbitten wir von ihnen denselben Respekt vor dem Lutherischen Abendmahlsbekenntnis, wie wir es anderen Kirchen und Christen auch entgegenbringen. Das heißt, dass sie nicht zum Heiligen Abendmahl kommen sollen, weil sie einen anderen Abendmahlsglauben haben.


Zu empfehlen sei die Seite der EKD
Abendmahl
http://www.ekd.de/lexikon/abendmahl.html

Zur Praxis der evangelischen Landeskirchen, alle Getauften einzuladen,

Ach ja und wie sagte mal Kirchenpräsident Dr. W. Leber, so wenn ich mich recht erinnere, zur würdevollen Einnahme des Heiligen Abendmahls, das das eigentlich nur Mitgliedern dieser Kirche erlaubt sei und wir unseren Gästen das auch mal behutsam nahe bringen sollten. Also keine SB und nicht zu vergessen die Ev. Kirche spricht auch zumindest von Getauften.
Und noch was zum Titel: „Gestern bin ich "fremd gegangen" ... und es war“?
Gefällt mir nicht so ganz, weil wenn ich Fremdgehe, tue ich bewusst, was ungutes, wenn ich bewusst in andere Kirchen gehe, besuche ich freunde, die einen schönen Glauben haben, an den gleichen Heiland.
m.
Gott des Aufbruchs, sei mit mir unterwegs zu mir selbst, zu den Menschen, zu dir.
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Beitragvon Ruhrgebiet » 10.02.2008, 09:11

Guten Morgen Cemper,

ich glaube, Sie haben mich missverstanden. Oder war es Absicht :wink:

Freundliche Grüße,

RG 8)
„Empfangt, was ihr seid: Leib Christi, damit ihr werdet, was ihr empfangt: Leib Christi.“ (Augustinus)
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Beitragvon gecko » 14.09.2008, 10:52

hallo xxx (befreundeter gottesdienstleiter),

xxx (frau gecko) hat mir vom gottesdienst in xxx (gecko's heimatgemeinde) erzaehlt ... und von xxx's (die orgelspielerin) (fast) missgluecktem abendmahl als Du sie uebersehen hast ... und von xxx's hustenanfall ... und von momenten der stille im gottesdienst als Du den faden verloren hast ;-)

... und ich haette Ihr gerne erzaehlt vom gottesdienst bei den alt-katholiken in heidelberg, die ich nach langer zeit mal wieder besuchen wollte ... aber es kam anders: kurz vor heidelberg ist der motor ausgegangen ... ich bin dann noch bis zu einem parkplatz gerollt ... der motor liess sich einfach nicht mehr starten ...

ich hab' dann ueberlegt auf welchem parkplatz ich stehe und hab' den adac angerufen ... danach hab' dann auch ein paar leute gefragt, ob sie wissen wie der parkplatz heisst ... es konnte mir keiner sagen ... dann bin ich an die notrufsaeule gegangen und wollte erfragen, wie denn der parkplatz heisst - da hat sich dann rausgestellt, dass die notrufsaeulenNummer nicht zu den kmAngaben passt ... aber wenn die kmAngaben stimmen muesste der parkplatz "schwetzinger hardt" heissen, so die stimme am anderen ende der leitung ... ich hab' dann beim adac meinen standort korrigiert/geschaerft ...

... irgendwann ist dann die polizei gekommen und ich hab' den freudlichen helfer gefragt, ob das den der parkplatz "schwetzinger hardt" sei ... den namen haette er noch nie gehoert aber den autobahnKilometer 585,4 konnte er mir bestaetigen ... und dass wir uns ca. 2 km vor der rastStaette "hardtwald" befinden ...

... ich hab' dann einen dritten anruf beim adac gewagt und wollte meinen standort mit den erweiterten erkenntnissen praezisieren ... da kam aber auch schon der "gelbe engel" angefahren ...

er hat gefragt, was den los sei mit dem auto ... ich hab' ihm erklaert, dass der motor mitten unter der fahrt ausgegangen ist, ich noch die 500 m bis zum parkplatz ausgerollt bin und ich den motor trotz mehrmaligem versuch nicht mehr starten koennte ... ich solle einfach mal den anlasser betaetigen und er wollte sich im motorraum anschauen, was da so passiert ...

... es ist nix passiert ausser dass der motor wieder angesprungen ist

da der gottesdienst in heidelberg in der zwischenzeit schon wieder vergangenheit war, hab ich an der naechsten ausfahrt die richtung gewechselt und bin wieder nach hause gefahren.

in der einen stunde des wartens habe ich mir dann auch so meine gedanken gemacht:
- wollte mir der liebe gott sagen, dass ich doch bitteschoen nicht fremdgehen solle (so haette vermutlich ein fundamentalistischer neuapostolischer christ der alten gattung argumentiert) oder
- hat mich der teufel davon abgehalten, den lieben gott in dem gottesdienst bei den alt-katholiken zu erleben (so haette womoeglich ein fundamentalistischer altkatholik argumentiert ... wenn's den ueberhaupt gibt ...) oder
- war einfach nur ein relais ueberhitzt ... oder ein kontakt in der elektronik gestoert ... oder ... (der "gelbe engel" hat noch mehr moeglichkeiten aufgezaehlt, die ich mir aber leider nicht merken konnte)

ich werd' morgen das auto zur werkstatt bringen ... und den besuch in heidelberg am uebernaechsten WE vielleicht nochmal probieren

was sich zum guten gewendet hat heute morgen moechte ich nicht unerwaehnt lassen ... lag der parkplatz anfaenglich total im schatten (was zu kalten fuessen meinerseits gefuehrt hat) so kam dann im laufe der zeit die sonne raus ... und hat mir die wartezeit doch recht angenehm gemacht

einen schoenen sonntag wuensch ich Euch allen noch
gruss xxx (gecko)
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