Hatte Judas eine Wahl? - Textwort v. 15.01.06

Gottesdienstberichte und Predigtkritik

Beitragvon Cemper » 15.01.2006, 12:21

tergram - ich sag's nur so: Ich kenne keine Argumente, aus denen sich ergibt, dass die Fragen nach Gott als erledigt angesehen werden können. Ich glaube auch nicht, dass dies jemals so sein wird. Die Naturwissenschaften können entscheidende Fragen nicht beantworten und werden es wohl auch in Zukunft nicht können. Also müssen wir auf anderen "Feldern" unter Berücksichtigung der Perspektiven der Naturwissenschaft Antworten auf die Gottesfrage suchen. Wenn ich dann höre oder lese, was junge (moderne) Theologen sagen - es ist teilweise eiskalt.

Und dann tröste ich mich damit, dass diese Herren und Damen damit selber nicht wirklich zufrieden sind. Einmal habe ich es drastisch erlebt. Der Professor für Theologie hatte eine Hirnhautentzündung. Am Krankenbett sagte er mir: Du kannsts dir die Theologie ans Knie nageln. Das hat er natürlich nicht so gemeint ... Aber! Und noch vor Weihnachten fragte ich einen pensionierten Theologen aus der Fakultät am Kaffeetisch bei Freunden etwas ironisch: Nimmt Gott sie an? Er sagte mit urplötzlichem Ernst: Das hoffe ich doch.

Es bleibt dabei: Es geht um Liebe und Vertrauen. Wer darauf verzichten kann, soll es tun; wenn er nicht mehr weiter weiß, kann er sich melden.
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Beitragvon Uhu-Uli » 15.01.2006, 12:35

Cemper
hat geschrieben:
.. Ich kenne keine Argumente, aus denen sich ergibt, dass die Fragen nach Gott als erledigt angesehen werden können. Ich glaube auch nicht, dass dies jemals so sein wird.


Signatur? Glaubenbekenntis?

Ich find ihn stark ...
Ja und Amen
Uli
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EINE ABSPRACHE ?

Beitragvon maximin » 15.01.2006, 15:45

:) Liebe Uli, hier die m. E. entscheidende Schriftstelle:...

"26Jesus antwortete: Der ist's, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er nahm den Bissen, tauchte ihn ein und gab ihn Judas, dem Sohn des Simon Iskariot. 27Und als der den Bissen nahm, fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du tust, das tue bald! 28Aber niemand am Tisch wusste, wozu er ihm das sagte. 29Einige meinten, weil Judas den Beutel hatte, spräche Jesus zu ihm: Kaufe, was wir zum Fest nötig haben!, oder dass er den Armen etwas geben sollte. 30Als er nun den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus. Und es war Nacht. (Joh. 17...).

Lieben Gruß vom

Micha :roll:
Der kleine Glaube hat denselben starken Heiland wie der große Glaube...
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Beitragvon jab » 15.01.2006, 16:04

tergram hat geschrieben:Um deinen Gedanken weiter zu "spinnen": Hätte Gott die Notwendigkeit des Ausgleichs unserer Sünden durch die Opferung seines Sohnes dadurch vermeiden können, dass er uns als "perfekte" Wesen, ohne die Fähigkeit zur Sünde, geschaffen hätte?

Um es rustikal auszudrücken: Das hätte ihm eine Menge Ärger erspart. :wink:
................
:roll: )


hallo ihr lieben,

ich denke, dass diese für gott sicher möglich gewesen wäre. aber "wo wäre dann der eigene freie wille?"
letzen sonntag hat bezap studer einen satz in seiner predigt erwähnt, über den ich immer noch nachdenke.

"gott hat uns mit einem eigenen willen ausgestattet. ..damit hat er sozusagen ein stück seiner allmacht uns gegeben"

was heisst den eigener wille?
für mich z.B. dass ich bei entscheidungen die möglichkeit habe, nach links oder rechts zu gehen. es liegt an mir, mich zu jesus zu wenden, oder von ihm abzuwenden. etc...

und in bezug auf judas?

es ergibt sich hier wohl mehrere möglichkeiten. zwei argumente für / wider abprache könnten sein:

-a) absprache:

unter dem apsekt des eigenen willens von judas und der these, judas hat hier jesus geholfen, liesse dann den schluss zu, dass judas seinen willen unter den willen jesus gestellt hat.

b) keine absprache:

judas hatte seinen freien willen. es war seine entscheidung.
nun ist ja jesus gottes sohn. hat hier jesus eben schon zukünftiges gesehen, bzw. von seinem vater offenbart bekommen? sprich: jesus wurde von seinem vater bereits "informiert" dass es eben judas ist? und daher er sein wissen "einfach" schon vor der tat den jüngern gesagt hat?
somit keine absprache zwischen jesus und judas. sondern nur "trauriges" wissen jesu, dass er es tun wird.

nachdenkliche grüsse

jab
jab
 

Beitragvon tergram » 15.01.2006, 17:16

Ketzerische Frage:

Was wäre geworden, wenn Judas sich anders verhalten hätte? :wink:

Hätte er den Lauf der Geschichte verändert? Das Christentum verhindert? Hätte Gott einen anderen Weg gewählt, sich eines anderen Menschen bedient? Hätte Gott hilflos vor den Scherben von Plan A gestanden und sich Plan B ausdenken müssen? Wenn ja, welchen?

Ich frag ja nur mal... :wink:
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Beitragvon jab » 15.01.2006, 17:33

...gelöscht. siehe nächsten beitrag.
Zuletzt geändert von jab am 15.01.2006, 17:43, insgesamt 1-mal geändert.
jab
 

Beitragvon jab » 15.01.2006, 17:42

jab hat geschrieben:hallo tergram,

ich find deine frage nicht ketzerisch sondern interessant...können wir ja dann bei der hochzeit im himmel zwischen 1. und zweiten gang den lieben gott fragen. :wink:

aber: meinst du wir würden das dann überhaupt wissen? hätten dies die geschichtsschreiber überhaupt aufgeschrieben?

weitere möglichkeit (lapidare antwort): jesus wusste es eben. sonst hätte er es gar nicht gesagt.

aber mal ne frage: ich unterstelle dir mal eine gute menschenkenntnis. kennst du nicht auch menschen, wo du zu fast 100% sagen könntest was sie in einer speziellen situation tun werden?

liebe grüsse und einen schönen abend noch

jab
jab
 

Beitragvon tergram » 15.01.2006, 17:43

jab, Hilfe, ich dachte immer, dann würden wir ihn nichts mehr fragen!? Da habe ich wohl wieder mal etwas falsch verstanden... :wink: Es gibt ohnehin eine eher private Grillparty am kristallnen Meer - ist vielleicht die bessere Gelegenheit, weil nicht all die zehntausend mal zehntausend plus 144.000 unsere dummen Fragen hören. :roll: Ich werde dich dran erinnern! :lol:
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Beitragvon jab » 15.01.2006, 17:46

:D :D in ordnung, bin dabei :D :D
jab
 

Beitragvon Uhu-Uli » 15.01.2006, 17:53

Grillpartyem am kristallen Meer oder Wüstenparty ;-)
Uhu-Uli
 

Beitragvon tergram » 15.01.2006, 18:00

Das kristallne Meer liegt am Rand der Wüste. Da kann man notfalls mal eben rüber. Immer dem fröhlichen Lärm nach. :P
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Beitragvon Uhu-Uli » 15.01.2006, 18:15

@ tergram

Was wäre wenn ...
Judas sich anders verhalten hätte?

Was wäre wenn,
Jesus länger gelehrt hätte,
Jesus deutlicher gesagt hätte, wie Gemeinde sich gestalten soll,
Jesus einen Jünger beauftragt hätte, seine Lehre niederzuschreiben ...

Was wäre wenn, es damals das Römische Reich nicht gegeben hätte,
was wäre wenn, andere Schriften als Kanon der Bibel gewählt worden wären,
die Sache mit Jesus einfach im Sand verlaufen wäre statt zur Religion zu werden ...

was wäre Karfreitag ohne Ostern, was wären die Jünger ohne Pfingsten,
welche Hoffnung hätten die Christen ohne Himmelfahrt ...

immer diese Fragen ... alles Stückwerk ...
:wink: Uli

9Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk.10Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. 11Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war. 12Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin. 13Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.
Uhu-Uli
 

Beitragvon tergram » 15.01.2006, 18:51

Eben! Durch einen Spiegel ein dunkles Bild. Und ausgerechnet wir wollen ein bißchen um die Ecke gucken... ER wird´s verstehen! :wink: und vergiß die Party nicht- jab kommt auch.
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Beitragvon Uhu-Uli » 15.01.2006, 19:00

schau mal tergram,

da woltle ich jetzt schreiben, dass wir als Frauen, aus Adam sein Rippe
besser mit dem Eingestehen des Stückwerk klar kommen ...
und google und wo land ich ?

http://www.antjeschrupp.de/adam_und_eva.htm

*fg* früher sagte man ja immer und da hab ich mein Gesangbuch aufgeschlagen .. ob das bei dieser Spezi Gk-schreiberlinge jetzt google heißt?!
Uhu-Uli
 

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