Wo ist das Licht zum Advent?

Gottesdienstberichte und Predigtkritik

Wo ist das Licht zum Advent?

Beitragvon maranatha » 03.12.2005, 10:41

Adventszeit – überall Kerzenschein, kleine Lichter, die Gerüche der Weihnachtsmärkte, wie sie nur zu dieser Zeit sind.
Ach ja wie ist es denn mit dem Licht der Kerze, das zum einem Helligkeit in der dunkeln Zeit bringt, das Geborgenheit ausdrückt, das wieder Hoffnung und wärme gibt.
Wo war denn das Licht am ersten Advent? Ja auf dem Adventskranz zu Hause, würden die einen sagen, ja wo noch?
Nach dem Gottesdienst, fragte mich meine Frau: War nicht heute der 1.Advent? Wo war denn das Licht sichtbar? Ein etwas trostloser Blumenschmuck am Altar, kein sichtbares Licht nur in der Predigt wird vom Licht gesprochen, was in unseren Herzen brennen soll.
Gewiss es ist eine Zeit wo viel Geschäft gemacht wird, wo das Lied: Süßer die Kassen nie klingen als zu der Weihnachtszeit. Wo mancher überfordert wird vom alltäglichen, es wird mehr gefordert. Wo mancher Familienvater ohne Weihnachtsgeld nach Hause kommt, wo er mitunter zufrieden sein darf das er noch einen Job hat. Wo mancher schon Jahre ohne Job ist.
Wo manche Mutter ohne Zusatzverdienst auskommen muss, wo Kinder da sind die immer mehr haben wollen. Es ist auch eine Zeit wo gerade allein stehende nach Wärme und Geborgenheit suchen.
Auch - oder gerade - in der heutigen schnelllebigen Welt freuen sich immer noch viele Menschen auf die vorweihnachtliche Zeit. Den Advent verbindet man vor allem in christlich geprägten Gegenden mit der "staden Zeit"(Bayrischer Ausdruck für stille und besinnliche), in der man sich auf das Fest zur Geburt Christi, auf Weihnachten, vorbereitet. Draußen stürmt und schneit es, drinnen wärmt man sich bei Kerzenschein, aber bloß nicht in der Kirche, könnte ja ein Heidnischer Brauch sein. Gewiss ist es nicht überall so, Gott sei es gedankt.
Aber das Licht der Kerze bedeutet mehr! Als kleines Kind kann ich mich noch gut an den Heiligen Abend erinnern, ich bin ein Kind der Teilung Berlins geworden. Ich wuchs bei meiner Oma in Westberlin auf, meine Eltern und Geschwister in Ostberlin. Der Bürgermeister von Westberlin hatte zur Besinnung an alle Freunde und Verwandten in Ostberlin ein Zeichen zu setzten, eine brennende Kerze ins Fenster Am Heiligen Abend zu stellen. Bevor Bescherung war ging es raus und überall, ja an jedem Fenster brannte eine Kerze, ein Bild wenn auch noch recht klein, was geblieben ist. Wir wohnten in einem Bezirk wo die Mauer nicht da war. Aber mit den Jahren wurden die Lichter weniger, meine Oma hielt weiter daran fest. Jahrzehnte später fragte ich meinen Bruder, wie sie Heilig Abend damals verbracht haben? Er sagte vor der Bescherung ging es hinaus auf die Straße, Spaziergang war angesagt, man wohnte nicht weit weg von der Mauer und als man die ersten Häuser von Westberlin erblickte, blieb unsere Mutter stehen und sagte: Schaut die Kerzen in den Fenstern sie brennen für uns.
Es war die Zeit nach den Anschlägen vom 11.September, wo man an einem abends dazu aufrief eine Kerze in Fenster zu stellen, ich habe das getan, meine Kinder sagten zwar: Was soll denn der Kas, aber ich bin mir sicher sie wurde gesehen.
So hoffe ich auf den zweiten Advent mit einer oder zwei Kerzen am Altar, Feuerzeug nehme ich vorsichtshalber mit, man soll die Hoffnung niemals aufgeben.
Aber heute Abend werden Kerzen angezündet und ein Glas Wein dazu, wenigsten zuhause soll Adventsstimmung herrschen.
Und falls du irgendeine Kerze siehst die nicht brennt, zünde sie an!
Ich wünsche Allen eine besinnliche und schöne Adventszeit
Gott des Aufbruchs, sei mit mir unterwegs zu mir selbst, zu den Menschen, zu dir.
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Beitragvon Knut Knutsen » 03.12.2005, 14:05

@Maran_Atha:

wir hatten in den letzten Tagen eine Zusammenkunft zu dem Thema: Jesus Christus- Licht, das in die Welt gekommen.
Ein sehr interessanter Artikel dazu findest du in Lehre und Erkenntnis - Zusammenfassung Band II S. 63. Es lohnt sich, gerade dieses mal zur Adventszeit durchzulesen.
Zuletzt geändert von Knut Knutsen am 03.12.2005, 14:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Wo ist das Licht zum Advent?

Beitragvon maranatha » 03.12.2005, 14:29

Danke Knut Knutsen,
werde es wenn ich es finde (bei meiner Ordnung ist das nicht so leicht :oops: ) auch tun.
Liebe Grüße aus Oberbaýern und eine schöne Adventzeit
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Licht leuchten lassen...!

Beitragvon maximin » 03.12.2005, 15:18

:) Lieber Uwe und lieber Knut!

Zum Thema ein Bild. Dieses hier: Bild

Ich habe auch nachgedacht und versucht, nachzufühlen:

"Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht; und über die da wohnen im finstern Lande scheint es hell." (Jesaja 9,1)

Kennt ihr die Geschichte von dem Mädchen mit den Schwefelhölzchen? Um ihre bittere Armut zu lindern, versucht es in der Weihnachtszeit Streichhölzer zu verkaufen. Vergeblich! Niemand will dem Mädchen Streichhölzer abkaufen, obwohl doch gerade in der Weihnachtszeit Bedarf dafür bestehen dürfte, um Kerzen auch anzünden zu können.

Am Ende der Geschichte wärmt sich das Mädchen an seinen Streichhölzern und als der letzte Streichholz erlischt, erfriert das Mädchen. Woran erfriert es? Nur an den Außentemperaturen?

Als dieses bettelarme Mädchen ihre lichtentzündenden Hölzchen anbot, liefen gewiss viele Leute an ihr vorüber. Aber sie hatten keinen Blick für die kleine Bettlerin, keinen Blick für deren Not. Alle hasteten vorbei an dem Angebot, mit Streichhölzern selber Lichter anzünden und gleichzeitig Not lindern zu können.

In freudiger Erwartung des Christfestes liefen die Leute, gleichsam wie blind, hastend dem freudig erstrahlenden Christbaum im eigenen Heim entgegen und an dem um wenige Almosen bettelnden Mädchen vorbei.

Angesichts der anheimelnden weihnachtlichen Lichterwartung in den eigenen vier Wänden, ließen sie das bettelnde Mädchen gedankenlos in ihrer kalten Finsternis und sitzen.

Was wollen wir zu dieser traurigen Geschichte sagen und mitempfinden in dieser vorweihnachtlichen Zeit? Bleiben nur magere, vielleicht nur zwei sentimentale Minuten, um unserem fragenden Gewissen nachzugeben?

Ich bleibe bei dem eingangs zitierten Jesajawort: "Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht; und über die da wohnen im finstern Lande scheint es hell."

Wenn ich in diesen Tagen mein Lebensumfeld betrachte, dann sehe ich viel Dunkelheit, ja sogar Finsternis. Ich will dazu gar nicht auf die einen oder anderen bedrückenden aktuellen Lebensumstände in dieser Welt zu sprechen kommen.

Übrigens ist die Geschichte von dem bettelnden Mädchen höchst aktuell.

Viele von uns beratschlagen, ob es zum Weihnachtsfest wieder den traditionellen Gänsebraten, eine Pute oder vielleicht dieses mal doch lieber eine würzige französische Flugente geben wird...

Ob wir wohl auch daran denken, dass nur wenige Flugstunden von uns entfernt jeden Tag, viele Menschen, darunter vor allem Kinder, Alte und Kranke, verhungern?

Wen hat der Prophet Jesaja konkret gemeint, wenn er aussprach und aufschrieb: ..." und über die da wohnen im finstern Lande scheint es hell."

Pardon, ich halte meinen Christenstand eigentlich schon für ziemlich hell und beleuchtet. Eine schöne Glaubensgewissheit! Aber was mache ich mit dem Elend um mich herum? Was macht dieses Wissen mit mir?

Unser Heiland, Jesus Christus, hat uns zugesagt, dass "ER" das Licht der Welt ist (Johannes 8,12). Weiterhin hat er seinen Jünger mutmachend versichert:..."ihr seit das Licht der Welt..." (Matthäus 5, 14). Jesus Christus fordert uns damit ja geradezu heraus, unser Licht leuchten zu lassen (Matthäus 5, 16).

Welches Licht denn...?

Da komme ich wieder bei unserer eingangs besprochenen Geschichte von dem Mädchen mit den Zündhölzern an: Der Heiland erklärt mir das Licht.

Er zeigt mir mein Licht! Das Licht, das in mir ist oder eben auch wieder nicht wenn er sagt:..."Das Auge ist des Leibes Licht..." (Matthäus 6, 22). Lies mal selber, was das bedeutet und was das für Konsequenzen haben könnte...

Gerade in diesen vorweihnachtlichen Tagen erreicht uns immer wieder neu die gute Nachricht, dass ein lebendiger Christ nicht in Finsternis und Dunkelheit sitzen zu bleiben braucht. Er muss sich nicht mehr sein Gewissen darüber zermartern, ob über und in ihm das Licht Gottes leuchtet oder nicht.

Ein Leben mit Jesus lässt anteilnehmender sein, macht es leichter, sich anderen zu öffnen, gerne abzugeben und zu teilen, zuhören zu können, sensibler mitzufühlen, um auf diese Weise das Licht des wärmenden Evangeliums ganz praktisch anzuzünden.

Womit zündet man aber das Evangelium an? Dazu braucht es keines Streichholzes. Nur ein wenig Jesusliebe. Das ist alles.

Es könnte ja gut sein, dass uns diese Nachdenklichkeiten beim Entzünden der weihnachtlichen Kerzen an das Eingangs zitierte Wort des Propheten Jesaja erinnern und auch an das elend erfrierende Mädchen mit den unverkauften Streichhölzern, wo auch immer es in diesen Tagen einsam und frierend sitzt...

Schauen wir uns um und fühlen gerade jetzt mal etwas genauer hin, wo jemand vielleicht gerade auf unser Licht, unsere spezielle Begabung wartet, damit es auch in ihm, in ihr oder wo auch immer in unserem Lebensumfeld, wenigstens etwas heller und wärmer wird....

Michael Steinbach - Berlin :roll:
Der kleine Glaube hat denselben starken Heiland wie der große Glaube...
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Beitragvon maranatha » 03.12.2005, 17:38

Mein lieber „alter“ Weggefährte Michael,
danke für deine liebe Geschichte, die auch in der Zeit sehr Nachdenklich macht und machen soll. Aber du kennst auch die Zeit, wo man nur vom Licht sprach in den Gottesdiensten zur Adventszeit. Wo es verpönt war auf das Licht am Altar hinzuweisen, weil keines da war.
Gewiss ist der Kerzenschein Symbolik, mitunter auch Brauchtum, aber er ist immer noch besser als davon nur zu reden. Du hast geschrieben: „Unser Heiland, Jesus Christus, hat uns zugesagt, dass "ER" das Licht der Welt ist“. Das ist unser aller Überzeugung als Christen und sollte es zumindest sein.
Aber es heißt auch: (Mt 5,15) Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind.
Oder Markus 4,21 Und er sprach zu ihnen: Zündet man etwa ein Licht an, um es unter den Scheffel oder unter die Bank zu setzen? Keineswegs, sondern um es auf den Leuchter zu setzen.
Christus wollte nicht nur das Licht im Herzen brennt und da muss es brennen, sondern wir können es auch nach außen zeigen.
Und Micha, wenn du in Berlin an einem Fenster eine Kerze entdeckst, denk an mich, sie ist auch für dich.
Einen Adventlichten Gruß im Kerzenschein
Uwe
Zuletzt geändert von maranatha am 03.12.2005, 18:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon lotus » 03.12.2005, 18:34

Hallo,
wahrscheinlich kennen schon einige diese kleine Geschichte, doch sie passt so gut zu dem Thema.


Die Vier Kerzen am Adventskranz
Vier Kerzen brannten am Adventskranz. Es war still. So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen. Die erste Kerze seufzte und sagte: Ich heiße Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden, sie wollen mich nicht. Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich ganz.


Die zweite Kerze flackerte und sagte: Ich heiße Glauben, aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen. Es hat keinen Sinn mehr, dass ich brenne. Ein Luftzug wehte durch den Raum, und die Kerze war aus.

Leise und sehr traurig meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort. Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich an die Seite. Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie lieb haben sollen. Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.

Da kam ein Kind in den Raum. Es schaute die Kerzen an und sagte: Aber, aber ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!

Und fast fing es an zu weinen. Da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte: Hab nur keine Angst! So lange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden. Ich heiße Hoffnung.

Mit einem Streichholz nahm das Kind Licht von dieser Kerze und zündete die anderen Lichter wieder an.



Nur so am Rande, bei uns standen nicht nur 4 Kerzen am Altar, nein die erste wurde auch am letzten Sonntag und Mittwoch angezündet.

Einen schönen Abend, sowie einen schönen 2. Advent und eine restliche, besinnliche Adventszeit

Lotus
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Beitragvon Loreley 61 » 04.12.2005, 06:00

Guten Morgen und einen schönen Sonntag,

kam erst jetzt dazu hier mal reinzuschauen. Viel ist vom Licht die Rede und von Kerzen. Nun erlebe ich es ja auch einmal anders. Ich gehe in die ev. Kirche, manchmal auch in die kath. Kirche und finde überall und immer Kerzen, vor allem in der Weihnachtszeit. Ein schöner Brauch. Was ich nie verstanden habe, war, daß es das in der NAK nicht gab. Ich weiß bis heute nicht warum man dort so ein großes Problem mit Kerzen am Altar in der Adventszeit hat. In einer anderen Gemeinde mußte noch im letzten Jahr ein AT, der zusammen mit seiner Ehefrau für den Altarschmuck verantwortlich war, die dicke Kerze aus dem Gesteck entfernen. "Befehl" vom dortigen Vorsteher. Wieso, Weshalb, Warum ???

Letztes Jahr war ich am heiligen Abend schon in der ev. Kirche. Während des Gottesdienstes sagte der Pfarrer, daß jeder der möchte nun nach vorne kommen soll, um eins von den bereitstehenden Teelichtern anzuzünden und vor dem Altar abzustellen. Wer wollte, sprach in Gedanken ein kurzes Bit - oder Dankgebet und man begab sich wieder auf seinen Platz. Es war herrlich anzusehen, wie dutzende von kleinen Kerzen vor dem Altar brannten. Irgendwie bekam ich ein Gefühl von Geborgenheit und Wärme. Dieses Jahr kann der Gottesdienst- Ablauf ein ganz anderer sein, aber Kerzen brennen auf alle Fälle.

Kerzenlicht gehört für mich zum Advent und zu
Weihnachten, wie das Amen in der Kirche. Es ist nicht nur eine pure Äußerlichkeit. Es vermittelt auch etwas. Wie schön kann es sein, wenn ich zum Altar gehen kann und im Gedenken an jemand anderes eine Kerze anzünde, um ihm damit auch in einem symbolischen Akt und einem kurzen Gebet - Licht und Wärme zu senden.

In diesem Sinne - einen gesegneten 2. Advent
Loreley 61
 

Beitragvon Pucki » 04.12.2005, 11:37

Liebe Loreley,

das mit den Kerzen verstehe ich auch nicht. Aber ich glaube, das mag Sache des Vorstehers sein. Ich sah Gemeinden, da brannten Kerzen und wieder einige, da hatten sie Angst wegen dem Brandschutz.
Nun, wie es auch sei. Eine Kerze zum 11. September, Kerzen für die Menschen im damaligen Ostberlin, Kerzen im Gedenken an jemanden, das ist einfach nur schön.
Wenn ich mal besonders traurig bin, zünde ich Kerzen an. Habe ein Lichtermeer um mich. Kann gut nachfühlen, Loreley, denn die Kerzen spenden Wärme. Es ist einfach nur eine Symbolik.

Und Michael, die Geschichte mit dem armen Mädchen und den Zündhölzern hörte ich zum erstenmal, als ich noch ziemlich klein war. Und diese Geschichte hat mich mein Leben lang begleitet. Wenn ich die armen Leute frierend und bettelnd in der Winterszeit sehe, denke ich automatisch an diese Geschichte. Wir können nicht allen helfen, soviel Geld ist nicht da. Aber etwas Zuwendung, ein Lächeln, Aufmerksamkeit, das gibt es kostenlos.
Nicht nur für solche, auch andere bedürfen der Wärme und Geborgenheit. Mehr als wir ahnen.

Heute werde auch ich Kerzen anzünden und meine Gedanken wandern lassen - Euch liebe Grüße

Pucki
Wohin du auch gehst, geh mit deinem ganzen Herzen!
(Konfuzius)
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Beitragvon Dietemann » 04.12.2005, 11:46

Advent –

dazu gehört für mich Kerzenlicht und Stille, Engel und leise Musik, Tee und Spekulatius, Mandarinen und Nüsse.

Johannes der Täufer gehört zum Advent, der Wegbereiter, der Vorläufer, der auf den weist, der nach ihm kommt, dem die Schuhriemen zu lösen er sich nicht für würdig hält. Auch seine Botschaft ist eine adventliche: Dem Herrn den Weg zu bereiten, die Straßen zu ebnen

Jetzt, im Advent, tragen die Hindernisse und Stolpersteine Namen wie Hektik, Lärm, Trubel, Weihnachtsgeschenke Einkaufsstress. Wie immer frage ich mich auch dieses Jahr: Kann ich mich da auf vorbereiten? Wie können diese so menschlichen Stolpersteine aus dem Weg geräumt oder umgangen werden?

Vielleicht ist es mir aber auch ganz recht, dass Weihnachten Hindernisse im Wege stehen. Denn wenn Gott kommt, in die eigene Lebenswelt hinein, das könnte unangenehm werden. Ich müsste mich eventuell ändern, hinter die eigene Lebensplanung Fragezeichen setzen, die eigenen Zweifel und Ausreden, die oft doch so ganz bequem sind, beseitigen. Ich müsste vielleicht mein Sofa der Bequemlichkeit verlassen, oder, was noch schlimmer ist, andere dazusetzen lassen. Nein, es ist schon recht, dass sich vor Weihnachten Hindernisse auftun oder große Berge im Weg stehen. Es ist schon recht, dass Gott einem nicht so sehr auf die Pelle rückt!

Aber da sind diese Worte des adventlichen Johannes, die mir nicht mehr aus dem Sinn gehen. Sie führen Jahrhunderte zurück: das Volk Israel wurde aus fremdbestimmter Sklaverei befreit, unüberwindlich scheinende Hindernisse konnten weggeschafft und der Heimweg aus dem babylonischen Exil angetreten werden. Israel erfuhr auf seinem Weg Hoffnung, Erneuerung, Heil. Johannes der Täufer greift diese Erfahrung auf, wenn er Umkehr predigt und dem Herrn die Wege bereiten will. Dieser Herr, der zu seinem Volk kommen will, ist nun Jesus. Gottes Heil, Gott selbst ist uns in Jesus nahegekommen.

Ob ich mich im Advent nicht darauf einlassen sollte?

Werde ich dann vielleicht, wie schon viele Menschen, entdecken, dass Jesu Botschaft auch für mich eine frohe, gute Nachricht ist, mit heilender und befreiender Wirkung?

Dass die Nähe Jesu in mir womöglich ganz neue Saiten zum Klingen bringt?

Dass ich Gott ganz neu entdecke?

Ich werde es riskieren.
Sie auch?
Dietemann
 

Beitragvon Winnie » 04.12.2005, 11:48

:wink: Ein bischen Zuwendung, ein Lächeln gibts kostenlos, - sagt Pucki. Ja! Ich schicke euch gleich mal eines, verbunden mit einem ganz herzlichen Gruß zum 2. Advent. Auch ich liebe Kerzen und genieße es immer wieder, wenn sie brennen. Manchmal gelingt es sogar durch diese äußere Tradition, Wärme auch im Herzen zu empfinden. Ich schicke euch ein Lichtlein in eure Häuser. :lol:
Winnie
 

Beitragvon Josef Knecht » 04.12.2005, 16:51

Hallo ihr Lieben,

ist zwar schon 1 Jahr her, aber meine Nichte und mein Neffe fanden das toll, kuckt mal nach, auch bei den Bilderbogen:

http://www.nak-essen-nord.de/kinder/kig ... _12_04.htm

Die Kerzen am Tannenbaum waren auch echt meine Nichte hatte am Schluss richtig angst daß der Baum brennen würde, aber der Neffe sagt da war ein Eimer mit Wasser.

Ich wünsche euch allen eine schöne Adventzeit mit viel Licht.

Glück auf!
Jupp
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Beitragvon gast » 04.12.2005, 18:25

Pucki hat geschrieben:Liebe Loreley,

das mit den Kerzen verstehe ich auch nicht. Aber ich glaube, das mag Sache des Vorstehers sein. Ich sah Gemeinden, da brannten Kerzen und wieder einige, da hatten sie Angst wegen dem Brandschutz.
Pucki


Meines Wissens ist es nicht Sache des Vorstehers, sondern des jeweiligen Bezirksapostels. Bei uns in Süddeutschland, speziell in Baden sind "brennende" Kerzen in den Gottesdiensten strengsten verboten. Bei den Weihnachtsfeiern sind dann manchmal ein paar ganz mutig und sie brennen dann doch.

Einen schönen Ausklang des 2. Advents bei Kerzenschein wünscht Manne
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Beitragvon tergram » 04.12.2005, 19:07

Bei den Weihnachtsfeiern sind dann manchmal ein paar ganz mutig und sie brennen dann doch.

Lieber Gast, wer/was um alles in der Welt brennt denn da bei euch??? Sorry, den konnte ich mir nicht verkneifen. :lol:
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Beitragvon Loreley 61 » 04.12.2005, 19:44

Wenn wegen des Brandschutzes in Süddeutschland brennende Kerzen verboten sind, kann ich dann daraus schlußfolgern, daß Kirchen im Norden eher den Brandschutzbestimmungen entsprechen? (Bessere Fluchtwege) Oder hat man da weniger Angst? Oder mag euer BAP einfach keine Kerzen? Wo ist da mal wieder die Einheit der Apostel?

Kath. oder ev. Kirchen könnten doch theoretisch auch abbrennen. Da brennen aber überall Kerzen. :?:
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