Kommentarbereich zu Seilschaften - Segenslinien

Amtsträger und ihre Familienangehörigen dürfen keinerlei persönliche Vorteile aus der Amtstätigkeit ziehen.

Moderator: exkantor

Re: Kommentarbereich zu Seilschaften - Segenslinien

Beitragvon Cemper » 25.10.2012, 18:14

a cappella hat geschrieben: ... hätte die NAK die Größe einer städtischen Tafel, brauchte es keine Angestellten und gäbe es auch keine.


"Die Neuapostolische Kirche ist eine internationale, christliche Kirche."
Quelle: http://www.nak.org/de/kennenlernen/
In einer internationalen Relation ist sie aber eine städtische, nein, eine kleinstädtische Tafel.
Und trotzdem braucht sie Angestellte und hat sie auch.
Das nur als Randnotiz aus Zürich.
Ob ich gläubig bin? Das weiß nur Gott allein.
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Re: Kommentarbereich zu Seilschaften - Segenslinien

Beitragvon orig.gabi » 26.10.2012, 14:02

a cappella hat geschrieben:Ich überlege gerade, ob es nicht möglich wäre, den Vergleich zwischen (Kommunal-)Politikern und Kirchenangehörigen der NAK zu wagen.
Neben einem eventuell festangestellten und hauptberuflichen Bürgermeister und ebenso angestellten Verwaltungskräften gibt es zahlreiche Ehrenamtliche, die quasi nichts für ihre Arbeit erhalten. Diese könnten nun auch beklagen, dass sie nichts und der Bürgermeister "alles" bekommt.
Die Frage ist, ob das Sinn machen würde.
(Und eine Gemeinde oder Stadt ist im eigentlichen Sinn ja auch kein Betrieb.)


Das kann man doch nicht vergleichen.
Die öffentliche Verwaltung, egal ob Kommune, Land, Bund, ist einer der großen Arbeitgeber.
Ehrenamtliche tätige Kräfte sind dort gemessen an der gesamten Anzahl der Beschäftigten in der Minderzahl - und oft hauptberuflich ebenfalls Bedienstete der Städte/Gemeinden, z.B. in Tätigkeiten für politische Parteien. (Parteibuchzugehörigkeit wird dort ja häufig honoriert)
Natürlich verdienen hier die hauptberuflich tätigen Arbeitnehmer, ob ein OB oder Müllwerker, nach genau abgestimmten, vergleichbaren Gehaltsstufen und Arbeitsverträgen.

In der NAK ist das nun nicht so.
Sie ist weder ein bedeutenswerter Arbeitgeber sondern "arbeitet" auf breitester Basis mit ausschließlich Ehrenamtlichen.
Und die "fahren" vielfach die Einnahmen ein.Der Vorsteher, der sich - wie die meisten AT -gratis, in seiner eigentlichen Freizeit um bedrückte Geschwister kümmert, der Diakon, der sich die Sorgen einsamer Alter anhört, die dann aus Dankbarkeit mehr opfern ... die haben alle nix davon.

Das wäre auch nicht tragisch, wenn von deren Einsatz nicht einige andere Begünstigte überaus komfortabel leben würden.

In einer Glaubensgemeinschaft wie der NAK sollte es durchaus bezahlte Leitungskräfte geben.
Jedoch vergütungsmäßig auf einem mittlerem Beamtenniveau.
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe ist,
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Re: Kommentarbereich zu Seilschaften - Segenslinien

Beitragvon Sonia » 26.10.2012, 14:59

Gabi schreibt:
Der Vorsteher, der sich - wie die meisten AT -gratis, in seiner eigentlichen Freizeit um bedrückte Geschwister kümmert, der Diakon, der sich die Sorgen einsamer Alter anhört, die dann aus Dankbarkeit mehr opfern ... die haben alle nix davon.


Letztens las ich, dass ehrenamtliche Arbeit nur dann "funktioniert", wenn sie wirklich ehrenamtlich passiert. Leute, die sich freiwillig zur Verfügung stellen, verschenken ihre Arbeit bewusst. Für einen Gotteslohn sozusagen. Man hat Untersuchungen gemacht, in denen den Freiwilligen etwas bezahlt wurde, und siehe da: der Einsatz ging deutlich zurück. Weil nämlich niemand für einen Hungerlohn arbeiten will, und eine "kleine Anerkennung" ist offenbar weniger wert als das gute Gefühl, etwas verschenken zu können.
Interessant, oder?
(nach Stefan Klein, Der Sinn des Gebens:...)

Gruß
Sonia
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Re: Kommentarbereich zu Seilschaften - Segenslinien

Beitragvon Bert » 26.10.2012, 15:55

Man hat Untersuchungen gemacht, in denen den Freiwilligen etwas bezahlt wurde, und siehe da: der Einsatz ging deutlich zurück.


Na, das ist ja interessant.

Bekanntlich wird im Öffentlichen Bereich Stadtverordneten und sachkundigen Bürgerinnen und Bürgern, die sich in ihrer Freizeit in Stadträten und Kreisräten, in deren Ausschüssen, in Sitzungen ihrer Fraktionen sowie in den Wahlkreisen um die Belange der Bürgerinnen und Bürger kümmern Aufwandsentschädigungen und Sitzungsgelder aus der öffentlichen Kasse gewährt, weil diese Mandatsträger durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit keine beruflichen oder finanziellen Nachteile haben sollen.Klick. Diese Entschädigungen sind i.d.R. sogar steuerfrei!

Hat man die mal befragt, ob sie darauf verzichten wollen? Sie werden nicht verzichten. Und ich kenne jetzt auch den Grund :D (dann unterliegen sie höchstwahrscheinlich einem geheimnisvoll auf sie einwirkenden Druck, höchstwahrscheinlich einem Leistungsdruck, der ihnen Mehrarbeit abverlangt!! :mrgreen: )

Danke, Sonia, danke für die Aufklärung. :wink:
Bert
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Re: Kommentarbereich zu Seilschaften - Segenslinien

Beitragvon Sonia » 26.10.2012, 16:16

Danke, Sonia, danke für die Aufklärung. :wink:


bitte sehr Bert, gern geschehen und völlig kostenfrei :wink:
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Re: Kommentarbereich zu Seilschaften - Segenslinien

Beitragvon Laura1 » 27.10.2012, 07:13

Sonia hat geschrieben:Letztens las ich, dass ehrenamtliche Arbeit nur dann "funktioniert", wenn sie wirklich ehrenamtlich passiert. Leute, die sich freiwillig zur Verfügung stellen, verschenken ihre Arbeit bewusst.



Ehrenamtlich tätige Mitarbeiter bieten ihre Arbeit freiwillig an.

Aber bieten die Amtsträger der Neuapostolischen Kirche freiwillig ihre Arbeit an...? Wirklich freiwillig...
Meines Wissens nein. Es meldet sich keiner freiwillig, um als Diakon, Priester, Vorsteher usw. einer Gemeinde tätig zu sein. Sie werden gefragt. Sind erwählt.
Ja, sie können auch nein sagen...
Aber wer das Amt ablehnt, also nein sagt, sagt nein zum Herrn. Und wer will zum Herrn schon nein sagen..
Ich könnte mindestens fünf Beispiele nennen die ihr Amt aus diesem Grund angenommen haben.

Bei den Geschwistern die schmücken -und putzen ist es ähnlich. Sie tun es für den ewigen Lohn, den Segen. Das ist nicht freiwillig, bewusst freiwillig. Ich jedenfalls sehe das so.

LG Laura1
Scheint die Inversion absurd und unglaubwürdig, ist die Wahrheit ganz nah.
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Re: Kommentarbereich zu Seilschaften - Segenslinien

Beitragvon Tina » 27.10.2012, 14:38

Laura1,

ich muss widersprechen. Ich habe mich über lange Jahre freiwillig ehrenamtlich in der NAK engagiert, einmal habe ich zu einer angebotenen Aufgabe ja gesagt, weil sie mich inhaltlich interessierte, in anderen Fällen habe ich - teilweise sogar hartnäckig mehrere Jahre lang - um Aufgaben gebeten, die mich interessierten und zu denen ich die Fähigkeit zu haben meinte.

Als ich dann zur Überzeugung kam, dass mein Einsatz nicht mehr nötig war und andere die Arbeit mit neuen Akzenten besser weiterführen könnten als ich, habe ich mich genauso freiwillig zurückgezogen.

Interessanterweise sind mir danach neue ehrenamtliche Aufgaben zugewachsen, zu deren Übernahme ich wiederum initiativ geworden bin, von denen ich weiß, dass sie irgendwann wiederum in andere Hände übergehen werden.

Als Frau kann ich mir diesen Luxus der Unabhängigkeit in der NAK sicher leichter leisten als ein Mann, der, sofern er hinreichend aktiv ist, irgendwann möglicherweise einen Amtsauftrag erhält und ordiniert wird.

Aus dem Ruhrgebiet grüßt
Tina
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Re: Kommentarbereich zu Seilschaften - Segenslinien

Beitragvon orig.gabi » 27.10.2012, 18:09

Das kann ich gut verstehen.
Ich habe mich jahrelang in der ev. Kirche auch ehrenamtlich betätigt, in der Kindergottesdienstvorbereitung.
Natürlich war auch dieser Dienst einerseits und selbstverständlich verpflichtend, solange ich dort meine Mitarbeit fest zugesagt hatte.
Andererseits konnte ich dieses Ehrenamt irgendwann relativ schnell und zwar ohne auf Ermahnungen und Vorwürfe zu stoßen, irgendwann wieder abgeben.
Vor allem hatte mich niemand ungefragt, fast über meinen Kopf hinweg damit betraut.

Ein neuapostolischer AT steckt in einer ganz anderen Verpflichtung, er hat das Amt fast "lebenslänglich", kommt da so einfach nicht raus.

Und ich muss sagen, hätte ich damals in der ev. Kirche den Eindruck gewonnnen, ich und andere Ehrenamtliche würden die Hauptlast der Arbeit tragen, wenige angestellte, hauptberuflich tätige Mitarbeiter würden jedoch von den Früchten dieses Opfers, dieser Anstrengungen sehr gut leben, ich hätte damit Schwierigkeiten gehabt.
Allerdings nicht lange, wie ich mich kenne. :wink:
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Re: Kommentarbereich zu Seilschaften - Segenslinien

Beitragvon Westfale » 28.10.2012, 06:56

Wie ich das von Kollegen mit Parteibuch gehört habe, geht es den braven Parteisoldaten auch nicht anders.
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Re: Kommentarbereich zu Seilschaften - Segenslinien

Beitragvon reh » 28.10.2012, 15:15

Nein, Leute, solch ein Hoffen ist schon seit Jahren vorbei.
Gott belohnt unsere Arbeiten nicht in dem Sinne. Sicher, Friede, Freude, vielleicht auch Segen, ansonsten wie in dem Spruch: denn die Freude die wir geben, kehrt ins eigene Herz zurueck.

Diese Arbeiten tun wir auch nicht "für den Herrn" (von einigen Aufgaben, speziell der ATs mal abgesehen), wir tun sie für die KIRCHE, das Gebäude / Anwesen, die Gemeinschaft, die Geschwister, den Menschen.
Also nichts mit Punktesammeln bei Gott, wie ich mal jemanden sagen hörte.
Gruß vom Reh

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Re: Kommentarbereich zu Seilschaften - Segenslinien

Beitragvon Corinna » 28.10.2012, 18:42

:shock: :shock:


Echt jetzt? Mist! :P
Ohne Vollpfosten hätten wir nichts zu lachen. Also nimm dir Zeit und danke dem nächsten Pfosten dafür.
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Re: Kommentarbereich zu Seilschaften - Segenslinien

Beitragvon Westfale » 28.10.2012, 19:20

Und wer einem dieser Geringen auch nur einen Becher kalten Wassers zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist, wahrlich, ich sage euch: Es wird ihm nicht unbelohnt bleiben. (Matth. 10; 42)
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Re: Kommentarbereich zu Seilschaften - Segenslinien

Beitragvon reh » 28.10.2012, 20:42

Matthäus?

Gnade oder Werke - NUR Gnade

(Frage zur "Werkgerechtigkeit")
Gruß vom Reh

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Re: Kommentarbereich zu Seilschaften - Segenslinien

Beitragvon mel_eben » 28.10.2012, 21:37

Hallo zusammen,

ich las jetzt mehrfach von dem "komfortablen Leben der Hauptamtlichen", die von den "Früchten der Arbeit" der Nebenamtlichen leben sollen.
Ich verstehe Gabis Unbehagen, gleichzeitig ist mir das alles zu simpel und nicht zu Ende gedacht, nach dem Motto "die da oben - wir da unten".
Ich sehe das eher so, dass ich als Gläubige mir einen Hauptamtlichen "leiste", damit der sich um Dinge kümmert, die ich grundsätzlich oder in dem Umfang nicht leisten möchte. Ansonsten wurden schon in einem anderen Thread in diesem Jahr differenzierende Argumente zum Thema genannt.

Mir fehlt es aber an Fakten, daher die Frage: was verdient eine Kirchenverwaltungsangestellte, was verdient ein angestellter Apostel bei der NAK denn nun konkret?

Schönen Gruß
Mel
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