28.8.2011 Vertrau auf das Gebet

28.8.2011 Vertrau auf das Gebet

Beitragvon alexander rombach » 19.08.2011, 14:16

Das ist die Zuversicht, die wir haben zu Gott: Wenn wir um etwas bitten nach seinem Willen, so hört er uns.

1. Johannes 5,14
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Die Predigtvorbereitung geschieht nach Art des Brainstorming; d.h. jeder kann hier konstruktive Gedanken und Anregungen für die Predigt hinterlassen. Eine Diskussion der einzelnen Ideen und Beiträge erfolgt unter Reflexion Predigtvb
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Re: 28.8.2011 Vertrau auf das Gebet

Beitragvon Bert » 27.08.2011, 17:16

gelöscht, da nachfolgend nochmals eingetragen.
B.
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Re: 28.8.2011 Vertrau auf das Gebet

Beitragvon a cappella » 27.08.2011, 21:50

Entnommen aus einer Veröffentlichung auf www2.kirche-reutlingen.de
Anruf genügt? - Vom Beten
Thomasmesse, 17. Juli 2011

Nützt beten etwas?“ und „Gibt Gott mir das, worum ich ihn bitte?“

Wie hat es Jesus damit gehalten?
Für Jesus war das Beten etwas sehr Wichtiges. Er hat es für selbst gebraucht. Ja, er betete für sich selbst. Im Garten Gethsemane, wo uns ein sehr menschlicher Jesus überliefert ist.
Wo er bittet: „Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir“.

Jesus hat sich auch immer wieder zurückgezogen um in der Stille zu sein, sich zu sammeln, zu beten.

Und Jesus betete für andere damals.
Am Kreuz bittet er für die, die sich um ihn zu schaffen machen: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“

Was ist das Gebet überhaupt?
Die Jünger und die Frauen haben Jesus darum gebeten: Sag uns, wie wir beten sollen. Welche Worte sollen es sein? Und Jesus hat die Worte des Vater Unser gesetzt.
Lukas hat in seinem Evangelium nach dem Vater Unser eine kleine Geschichte aufgeschrieben. Lukas 11.5-8

Gott kennt kein: Hör´ mir damit auf! Kein: Nicht schon wieder! Kein: Muss das sein?
Gott wird immer die Türe öffnen.

Je älter ich werde, umso wichtiger wird mir das alltägliche Reden mit Gott.
Mir ist sehr vertraut das Tischgebet, auch ein Morgengebet.
Mit Gott in Gedanken in Verbindung sein, an ihn denken, ihn mitnehmen auf einen Weg. Das wird mir wichtiger.
Da braucht es keine formulierten Sätze. In Kontakt bleiben, ihn denken, ihn bei mir wissen. Mit einem Gedanken an ihn seufzen, auch weinen. Das ist beten.
Sogar den kurzen Satz zu denken: „Ich bin da.“ Oder: „Siehst du mich?“ Das ist beten.

„Gibt Gott mir das, worum ich ihn bitte?“ So wurde Jesus damals auch gefragt.
Dietrich Bonhoeffer hat einmal gesagt: „Gott erfüllt zwar sicher nicht all unsere Wünsche, aber ganz gewiss alle seine Verheißungen.“

Haben sie sich schon an Gott gewandt und vermissen eine Antwort, eine Erhörung?
Christen reden ja immer wieder von Gebetserhöhrungen. Und das glaube ich wohl, dass es das gibt. Dass Menschen das ganz konkret empfinden können. Worum ich gebeten habe, das ist eingetreten und ich bringe das mit Gott in Verbindung.
Aber, es ist gewiss kein Naturgesetz. Je mehr, je intensiver ich bete, um so eher lässt sich Gott erweichen.
Ein Missverständnis wäre es, ein Art Naturgesetz „Ursache – Wirkung“ zu denken. Darin sind manche Christen gefährdet. Das ist vor allem gefährlich, weil es zu einem Irrglauben führen kann.
Wenn mir das nicht erfüllt wird, worum ich bitte, dann liegt es an meinem zu schwachen Gebet.

Mancher fragt auch: Lohnt es sich, für politische Veränderungen zu beten?
Menschlich gesprochen: Was soll Gott denn tun, wenn sich gegensätzliche Interessengruppen, vielleicht Völker an Gott wenden?
Ich glaube, es ist schon ein Wert an sich, wenn ich mich als Mensch an Gott wende, wenn ich erkenne, dass wir Menschen alleine keine Lösung zu finden scheinen.
So wie es im Heiligen Land zu sein scheint. Hier fängt Demut an.
Und wer kann sagen, dass die Friedengebete in der früheren DDR nicht zu der friedlichen Revolution geführt haben?

Worin liegt nun die gesunde Mitte zwischen dem, was Jesus in seiner Geschichten sagt: Wenn ihr bittet, dann hört Gott - und der Erfahrung, dass dies nicht immer meinem erwachsenen Alltag entspricht.
Ich glaube schon, dass Gott jedes „Ach Gott ...“, die vielen „Gott sei Dank!“ und auch die häufigen Bitten im Gottesdienst „Herr, erbarme dich“ hört. Womöglich unterscheidet Gott zwischen hören und erhören. Ja, es kann auch sein, dass Gott nicht meine Situation ändert, um deren Veränderung ich bitte, sondern dass er mich verändert. Meine Haltung. Meinen Blick auf die Situation.
Gott ist frei in dem, wie er hört und erhört.

Sören Kierkegard, der Theologe und Philosoph, hat einmal gesagt:
„Als mein Gebet immer andächtiger und innerlicher wurde, da hatte ich immer weniger und weniger zu sagen. Zuletzt wurde ich ganz still. Ich wurde, was wo möglich noch ein größerer Gegensatz zum Reden ist, ich wurde Hörer. Ich meinte erst, Beten sei Reden. Ich lernte aber, dass Reden nicht bloß Schweigen ist, sondern Hören. So ist es: Beten heißt nicht sich selbst reden hören. Beten heißt: still werden und still sein und warten, bis der Betende Gott hört.“ So Kierkegaard.

Und wenn ein Schwerkranker seufzt und die Angehörigen händeringend beten?
Wenn eine Mutter wortlos klagt, die ihr Kind verloren hat?
Wo kann hier Beten helfen. Beten verändern?
Wir Menschen drohen dann zurückfallen in altes Denken:
Womit habe ich das verdient? Zurückfallen in ein Denken, dass Gott Schicksale zuteilt, je nachdem wir leben. Er straft und lobt. Verständlich, so zurückzufallen, aber gefährlich.

Christen können in solchen Zeiten keine Antworten geben. Was können sie tun?
Es geht dann weniger um Antworten, es geht um Anteilnahme.
Ich kann:
- ... mit dem anderen mitleiden und mit fragen
- ... mit dem anderen aushalten und still sein, da sein
- ... mit dem anderen mit klagen und so wenden, dass ich das vor Gott beklage.

Was hat Jesus gemacht?
Scheue dich nicht, dich bei Gott zu beklagen, Gott Vorwürfe zu machen.
Was hat Hiob gemacht? Genau dies.

In einem Psalm heißt es einmal: „als ich´s verschwieg, da verschmachteten meine Gebeine“.
Aus dem neuen Testament ist der Satz überliefert:“... es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du Herr nicht schon wüsstest.“
Wozu dann noch beten? Weiß Gott nicht ohnehin schon, was ich auf dem Herzen habe, was mir auf der Zunge liegt?

Aus einer Wundergeschichte ist ein bemerkenswerter Satz von Jesus überliefert. Er steht einem Blinden gegenüber. Es ist klar, was die Not dieses Menschen ist. Er leidet unter der Blindheit. Unter seiner Isolierung.
Und was tut Jesus? Er fragt ihn: Was willst du, dass ich dir tun soll? Als ob das nicht klar wäre.
Nein. Was Jesus will ist, dass er es selber sagt. Dass er Worte für sich findet.
Das kann schon ein erster Schritt in eine Veränderung einer Situation sein, dass ich sagen kann, was mir fehlt, was mich bedrückt, was mir helfen könnte.
Das hat etwas Therapeutisches. Gott wünscht sich also, dass ich mich ihm zuwende. Dass ich Worte für mich finde. Dass ich meine Gedanken mit ihm teile.

Und wenn ich gar keine Worte habe, wenn ich gedankenleer bin?
Die Bibel ist hier bemerkenswert realistisch.
Paulus sagt einmal im Römerbrief in einer neueren Übersetzung:
In unserer Ohnmacht seht uns die Geistkraft bei, wenn wir keine Kraft mehr haben, so zu beten, wie es nötig wäre. Die Geistkraft tritt für uns ein mit wortlosem Stöhnen. Gott kennt unserer Herzensanliegen …“

Was mir bleiben kann ist, Gott zu atmen. Gott in mir zu hoffen und zu glauben. So wie die Mystiker es gelebt haben. Denken, atmen und glauben zu können:
Jah – we. Einatmen – Ausatmen. Jah –we.
Auch das ist beten.
Amen

17. Juli 2011
Frieder Leube
a cappella
 


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