Das Vaterunser - irritierend & beleidigend

Anmerkungen zum Geschehen in der christlichen Welt

Re: Das Vaterunser - irritierend & beleidigend

Beitragvon orig.gabi » 26.11.2015, 18:15

Eben.Welche frischgegründete Organisation mit einer gesamtgesellschaftlichen Intention sollte einen Sinn darin sehen, Koch- und Speiseempfehlungen,
die sozsg. momentan lediglich eine interne Hausordnung und bisher kaum vorhandenes eigenes Personal beträfen, öffentlich herauszugeben?
Oder will man Besucher darauf hinweisen, dass die Speisen und Getränke, die sie aus den büroeigenen Kühlschränken und Mikrowellen der Institution
vorgesetzt bekommen (könnten) unter koscheren und Halalbedingungen erwärmt/serviert werden?
Oder gibt`s da auf der Homepage einen besonderen Hinweis, dazu eine Art Speisekarte?

Die Vereinigung will in einen religiösen und gesellschaftlichen Diskurs eingreifen, sich einmischen und nicht ihre ureigenen (sowieso selbstverständlich geltenden)
"Küchen - und Kantinengesetze" veröffentlichen. Die Empfehlung geht, wie im Link erwähnt, an andere Arbeitgeber in Großbritannien. Das ist logisch, anderes
ergäbe wenig Sinn.
Coexit House strebt doch unter diesem Namen keine Eröffnung eines durch religiöse Speisevorschriften-inspirierten Gastronomiebes an.
Davon gibt es in England inzwischen lange mehr als reichlich.
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe ist,
der bleibt in Gott und Gott in ihm.
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Re: Das Vaterunser - irritierend & beleidigend

Beitragvon a cappella » 26.11.2015, 18:52

Ich möchte die Auseinandersetzung befreundeter Damen nicht unterbrechen, aber tatsächlich liest sich der Artikel ganz deutlich so, als ob es final um verbindliche Regeln für alle Arbeitgeber ginge, die Arbeitnehmer verschiedener Religionen beschäftigen.
Ob das ein Wunschtraum oder Realität ist, geht freilich nicht wirklich aus dem Artikel hervor.
Schließlich verbreitet RT ja auch Märchen ohne Ende.

Nebenbei:
Ich wünschte mir, in einer Welt zu leben, in der jeder jedem so viel Respekt entgegenbringen könnte, dass man von sich aus möglichst alles vermeidet, was den anderen brüskiert.
Ich könnte hier jetzt z.B. Erfahrungen zur Ökumene zum besten geben, wo auch zunächst Bereitschaft und Entgegenkommen signalisiert wurde, um dann einen Rückzieher zu machen. Und das zwischen ganz unterschiedlichen Denominationen, nicht nur der NAK gegenüber.
Ich kann ja Schweinefleisch dort essen, wo es ohne Probleme möglich ist, Muslime können dem Steak-Stand auf dem Weihnachtsmarkt fernbleiben.

FG, a c.
a cappella
 

Re: Das Vaterunser - irritierend & beleidigend

Beitragvon orig.gabi » 27.11.2015, 04:54

Lieber a cappella, wenn es denn nur so einfach wäre!
Jeder wählt aus, was ihm bekommt und gefällt und überlässt den anderen in Frieden das Ihre - und alle wären glücklich.

Leider sieht die Realität seit Jahrtausenden anders aus. Menschen wählen allzugern für sich und zwingen anderen mit Macht und Gewalt ihre Wahl
und Vorstellungen auf.Zerstören mit Absicht und Verachtung, was anderen Freude macht und ihnen bedeutsam ist.Oder auch nur sein könnte.
Selbstverständlich gern unter dem Deckmäntelchen "allerbester" Absichten und "heiliger" Missionen ... :roll:
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Re: Das Vaterunser - irritierend & beleidigend

Beitragvon johnnelsonjun » 27.11.2015, 11:38

Gebet scheint nicht nur als Werbespot in Kinos auf merkwürdige Reaktionen zu stoßen:

Evangelischer Pressedienst: Streit über Verbot christlicher Andachten an Uni Tübingen
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Re: Das Vaterunser - irritierend & beleidigend

Beitragvon orig.gabi » 27.11.2015, 13:26

Möglicherweise steckt hinter der Gebete- Ablehnung ein ganz anderer Gedanke als man glauben könnte. :shock:

Die Frage ist doch, wie sichert und erhält sich die Kirche hier ihre ganzen Privilegien? Um sie nicht angetastet zu sehen, müssen sie auch anderen
Religionsgemeinschaften zugestanden werden. Nach dem GG ist gar nichts anderes möglich.
Wahrscheinlich halten diese staatlich garantierten Kirchenprivilegien nun längst nicht alle Menschen, einschließlich etlicher Universitätsdozenten und Professoren,
mehr für eine gute Idee.Es gibt reichlich Leute in dieser Gesellschaft, die eine völlige Säkularisierung des Staates als die beste aller Lösungen ansehen.
Ein erster Schritt in diese Richtung wäre es,den "heimischen, traditionellen Religionsgemeinschaften" ihre Privilegien langsam aber sicher zu beschneiden.
Erst dann kann man man diese Maßnahmen auch auf andere Religionen übertragen.Lediglich so könnte man verhindern, dass sich andere Glaubensrichtungen
künftig ähnlich wie christliche Kirchen verhalten,was sie evtl. tun werden, wenn sie wachsen und an Bedeutung gewinnen und sich religiöse Vorstellungen weit und
weiter offen verbreiten.Denn auch deren Dachverbände könnten z.B. Institutionen mit eigenen Arbeitgeber/Arbeitnehmergesetzen errichten, die nur den eigenen Glaubensrichtungen zu Gute kommen und weitere Sonderprivilegien rechtmäßig fordern. Führte das nicht zu Unbehagen und Ablehnung unter den "Alteingesessenen"?
Wie jetzt bereitsdie Forderung zur Einrichtung von Gebetsräumen in öffentlichen Einrichtungen seitens verschiedener religiöser Gruppierungen?
Nicht zu vergessen die (in anderen Ländern unübliche) Kirchensteuer, analog eine Religionssteuer ... die könnten andere Religionsgemeinschaften ebenfalls staatlich organisiert eingezogen haben wollen. Gäbe das nicht neuerliche Diskussionen? Weitere Kirchenaustritte von Papierchristen, die sich wieder vermehrt fragten, wozu
eine derartige Abgabe finanzieren?
Wären solche Diskussionen nicht ein Anstoß für einen Weg in den Laizismus? Also gewollt von den "Gebetsverweigerern"? Wer Staat und Religion(en) künftig strikt
trennen will, kommt um eine Beschneidung oder Abschaffung der Privilegien der Kirchen in Deutschland als Schritt Nr. 1 nicht herum.

Hm. Nichts ist unmöglich ...
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