NAK Ehrich - Kirchentag 2014

Anmerkungen zum Geschehen in der christlichen Welt

Re: NAK Ehrich - Kirchentag 2014

Beitragvon Punk Schaf » 02.08.2013, 12:03

heinrich hat geschrieben:Kurz in die Runde gefragt:

Was haltet Ihr von solchen Events?



Wieso sollte man nicht versuchen, Stammapostelgottesdienste zu vermarkten? Wer ihn Pfingsten live erleben möchte, muß halt Eintritt zahlen :mrgreen:

Man könnte durchaus um jeden Auftritt des Stammapostels einen solchen Rummel veranstalten. Könnte sich rechnen.

Und der Rest des Events ist Unterhaltung, Spiele, panem et circensis um das Volk bei der Stange zu halten und vom Nachdenken abzuhalten. Keine wirklich neue Idee... Es sei denn, es gibt tatsächlich einen kritisch-selbst-kritischen Austausch. Wir werden sehen...
Punk Schaf
 

Re: NAK Ehrich - Kirchentag 2014

Beitragvon Cemper » 05.08.2013, 19:21

Punk, warum sollte man es denn versuchen ...?

* * *

philipp hat geschrieben:
Randnotiz hat geschrieben:Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet.

Das hat wohl mal der Sohn eines Zimmermannes gesagt.

Philipp, wie kommen Sie eigentlich zu dieser Aussage? Ich weiß, man redet so. Da gab es einen Josef, von dem gesagt wird, er sei Zimmermann gewesen, und es gab seine Ehefrau Maria, die schwanger wurde, aber nichts von einem Manne wusste - und sie gebar einen Knaben: Jesus. Dieser Jesus wurde - obwohl seine Mutter nichts von einem Manne wusste - "Sohn eines Zimmermanns" genannt. Das ist doch seltsam. Steht in der Bibel, dass dieser Josef Zimmermann und Vater des Kindes Jesus war? Schreibt Paulus dazu etwas? Die Paulus-Texte sind ja die ältesten Texte des Neues Testaments (also die frühesten). Paulus war zeitlich sozusagen "dicht dran". Jedenfalls dichter als die Autoren der Evangelien. Oder redet Paulus nur von "den Eltern"? Was sagen die drei synoptischen Evangelien und das Johannes-Evangelium? Schauen Sie mal in die Texte und vergleichen Sie ... Und: Gab es in der Gegend eigentlich so viel Holz, dass es den Beruf des Zimmermanns geben konnte?

Sie sehen - es ist alles wieder mal komplizierter als man nicht denkt. Oder so.

Und Ihnen gute Besserung.
Cemper
Ob ich gläubig bin? Das weiß nur Gott allein.
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Re: NAK Ehrich - Kirchentag 2014

Beitragvon Cemper » 05.08.2013, 20:12

johnnelsonjun hat geschrieben:Klick!

Da steht "kognitive Dissonanz".
Was ist das denn?
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Re: NAK Ehrich - Kirchentag 2014

Beitragvon Franke » 06.08.2013, 07:59

Cemper hat geschrieben:
johnnelsonjun hat geschrieben:Klick!

Da steht "kognitive Dissonanz".
Was ist das denn?



Manchmal (nicht immer) hilft einfaches googeln :mrgreen:

Kognitive Dissonanz bezeichnet in der (Sozial-)Psychologie einen als unangenehm empfundenen Gefühlszustand, der dadurch entsteht, dass ein Mensch mehrere Kognitionen hat – Wahrnehmungen, Gedanken, Meinungen, Einstellungen, Wünsche oder Absichten –, die nicht miteinander vereinbar sind.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kognitive_Dissonanz
So ist Einiges in unsere apostolische Tradition eingegangen, aber wenn man dann mal in der Bibel nachliest, merkt man: „Oh, so wie ich das predige, steht das gar nicht in der Bibel.“
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Re: NAK Ehrich - Kirchentag 2014

Beitragvon johnnelsonjun » 06.08.2013, 08:07

Franke hat geschrieben:Manchmal (nicht immer) hilft einfaches googeln :mrgreen:

Kognitive Dissonanz bezeichnet in der (Sozial-)Psychologie einen als unangenehm empfundenen Gefühlszustand, der dadurch entsteht, dass ein Mensch mehrere Kognitionen hat – Wahrnehmungen, Gedanken, Meinungen, Einstellungen, Wünsche oder Absichten –, die nicht miteinander vereinbar sind.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kognitive_Dissonanz



Werter Franke,

der werte Cemper braucht nicht googlen. Der hat eine Literaturliste mit mindestens 1.923 Titeln zu dem Thema giffbereit.
Er gehlört nämlich einer der Buchreligionen an :mrgreen:
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Re: NAK Ehrich - Kirchentag 2014

Beitragvon Cemper » 06.08.2013, 08:13

Werter Franke, danke sehr. Unter uns: Manchmal hilft auch zweifaches googeln. Man kann dann zweideutig eindeutige oder eindeutig zweideutige Ergebnisse oder gar Erkenntnisse bekommen. Freilich stellt sich dann die Frage, wie weit unsere Erkenntnisfähigkeit reicht und ob wir zu objektiver Erkenntnis fähig sind. Da scheitert mancher. Es ist aber auch schwierig: Klack.

Aber es wird schon! :mrgreen: :mrgreen:
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Re: NAK Ehrich - Kirchentag 2014

Beitragvon johnnelsonjun » 06.08.2013, 08:19

Wenn ich nicht mehr weiter weiß
google ich einfach im Kreis ....
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Re: NAK Ehrich - Kirchentag 2014

Beitragvon Westfale » 06.08.2013, 08:39

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Re: NAK Ehrich - Kirchentag 2014

Beitragvon philipp » 06.08.2013, 14:15

Cemper hat geschrieben:Und Ihnen gute Besserung.

Danke, es wird schon werden. - Einen ausführlichen Antwortversuch auf Ihre Fragen muss ich aber erstmal aufschieben.

Noch einen schönen Tag bzw. einen schönen Feierabend.
P.
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Re: NAK Ehrich - Kirchentag 2014

Beitragvon Franke » 07.08.2013, 19:47

Cemper hat geschrieben:Werter Franke, danke sehr. Unter uns: Manchmal hilft auch zweifaches googeln. Man kann dann zweideutig eindeutige oder eindeutig zweideutige Ergebnisse oder gar Erkenntnisse bekommen. Freilich stellt sich dann die Frage, wie weit unsere Erkenntnisfähigkeit reicht und ob wir zu objektiver Erkenntnis fähig sind. Da scheitert mancher. Es ist aber auch schwierig: Klack.

Aber es wird schon! :mrgreen: :mrgreen:


Werter Cemper,
wie recht sie doch haben. Und zur Not bleibt uns dann immer noch die kritische Philosophie. Also der Stoff aus dem die Träume... äh Verzeihung, die Diskussionen hier sind, wird uns so schnell nicht ausgehen.
Mit dieser erfrischenden Hoffnung werde ich den Tag nun beschließen.

Wünsche Ihnen einen angenehmen Abend und wenn angebracht, grüßen Sie bitte Ihre Frau... :wink:

Franke
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Re: NAK Ehrich - Kirchentag 2014

Beitragvon philipp » 09.08.2013, 10:16

Cemper hat geschrieben:Philipp, wie kommen Sie eigentlich zu dieser Aussage? Ich weiß, man redet so. Da gab es einen Josef, von dem gesagt wird, er sei Zimmermann gewesen, und es gab seine Ehefrau Maria, die schwanger wurde, aber nichts von einem Manne wusste - und sie gebar einen Knaben: Jesus. Dieser Jesus wurde - obwohl seine Mutter nichts von einem Manne wusste - "Sohn eines Zimmermanns" genannt. Das ist doch seltsam. Steht in der Bibel, dass dieser Josef Zimmermann und Vater des Kindes Jesus war? Schreibt Paulus dazu etwas? [...] Was sagen die drei synoptischen Evangelien und das Johannes-Evangelium? Schauen Sie mal in die Texte und vergleichen Sie ... Und: Gab es in der Gegend eigentlich so viel Holz, dass es den Beruf des Zimmermanns geben konnte?

O Cemper, sie stellen Fragen! Sie geben auch nie auf, oder? Aber warum hätten Sie das in den vergangenen 7 Jahren (oder sind’s 9?), seit wir hier schreiben, auch ändern sollen.
Was Josef betrifft, lasse ich die Bibel mal zu und bemühe das Internet. Dort finde ich, dass sein Beruf von Matthäus als griech. Tekton angegeben wird. Das ist ein Bauhandwerker, der sowohl in der Holz- als auch in der Steinverarbeitung ausgebildet ist, also nicht nur als Zimmermann, sondern wahrscheinlich auch als Steinmetz, Maurer und Dachdecker tätig ist. Außerdem ist der hl. Josef neben anderen der Schutzpatron der Zimmerleute und der Ingenieure. Letzteres macht ihn besonders sympathisch. Und ich werde den 19. März demnächst feierlich begehen.
Über die Verfügbarkeit der erforderlichen Baustoffe mache ich mir weniger Gedanken. Die Handelswege waren damals schon sehr gut ausgebaut.

Josef existiert im NT nur wie ein Schatten, der zwar namentlich erwähnt wird, aber doch nie so recht in Erscheinung tritt. Selbst der elterliche Tadel bei der Begegnung des 12-jährigen Jesus mit seinen Eltern im Tempel kommt von Maria. Danach taucht Josef nicht mehr auf.
Johannes nennt Jesus den Sohn Josefs, die damalige Bevölkerung hat das wohl auch so gesehen, während Matthäus und Lukas Josef nur als gesetzlichen Vater Jesu ansehen; vielleicht kann man Josef als Ziehvater Jesu bezeichnen. - Und Paulus war übrigens gerade nicht greifbar.

Außerdem: ... Cemper, ich stelle mir vor, eine(n) der in der Nachbargemeinde tätigen LektorInnen oder den zugehörigen Pfarrer nach der wahren Vaterschaft des Josef zu fragen oder nach dessen Berufstand als Bautechniker bzw. Handwerker, oder ob Jesus wirklich ein Zimmermannssohn war. Vielleicht frage ich mal unsere Altpfarrerin. Oder eine befreundete Predikantin. Oder eine andere Bekannte, die sich mit ihrem Mann Pfarramt und Kindererziehung teilt. Oder ich frage mal an, ob der Bibelkreis unserer Gemeinde mir dazu eine Antwort geben kann.
Vielleicht kommt dann diese hier: „Lieber Herr Organist,“ oder: „Lieber Philipp, warum und für wen soll das denn wichtig sein?“ – Eine andere Antwort würde ich übrigens in meiner alten neuapostolischen Heimat auch nicht erwarten.

Sommerliche Grüße
philipp
 
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Re: NAK Ehrich - Kirchentag 2014

Beitragvon philipp » 09.08.2013, 11:05

@Cemper

noch mal ich:
Bezüglich Josef von Nazareth habe ich bei Heiligenlexikon.de nachgeschaut – Sie werden es vielleicht bemerkt haben.
Dort ist die Rede davon, dass die bei Matthäus 13,55 genannte Brüder und Schwestern des Jesus von Nazareth möglicherweise Kinder aus Josefs erster Ehe waren. In anderen Überlieferungen sollen diese Geschwister des Jesus von Nazareth jüngere Faamilienmitglieder sein, die aus der Ehe von Josef und Maria stammen. Wieder anderen Quellen zufolge soll Maria eine Tempeljungfrau gewesen sein, die einem Manne anverheiratet werden sollte, der sie aber nicht anrühren durfte (die sog. Josefs-Ehe). Josef hatte sich dazu gegen mehrere andere, allesamt verwitwete Bewerber durchgesetzt. - Woher hätten dann aber aus dieser Josefs-Ehe jüngere Geschwister herkommen sollen?
Die verschiedenen christliche Traditionen und ihr jeweiliges Schriftverständnis haben schon seltsame Blüten getrieben.

Oder war Josef vielleicht nur ein alter Herr, ein guter Bekannter oder entfernter Verwandter, der sich fürsorglich um eine junge Frau bemüht hat, die durch jugendliche Unachtsamkeit oder Übermut in „andere Umstände“ geriet? Oder wurde die junge Dame etwa durch Gewalt ge..?
In der damaligen Zeit hätte beides nichts Gutes für ein Mädchen bedeutet.
Was würde das aber für das christliche Abendland und seine Glaubenslehre bedeuten?

Da tun sich wahrhaftige Abgründe auf.
Man sollte doch nicht so tief in der Schrift graben.
(Und darauf achten, dass die Phantasie nicht durchgeht.)
:wink:
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Re: NAK Ehrich - Kirchentag 2014

Beitragvon otto-I » 09.08.2013, 12:11

hier passt doch der eine Satz des pensionierten Stammapostels Leber voll und ganz:

WIR WISSEN ES NICHT !!

Diesen Satz werde ich als "gute" Erinnerung behalten :D
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