Himmelfahrt

Anmerkungen zum Geschehen in der christlichen Welt

Himmelfahrt

Beitragvon Klaus Binding » 17.05.2012, 11:10

Der Himmelfahrtsgedanke ist eng mit dem Auferstehungsgedanken verknüpft. Wird die Auferstehung als ein Wunder in Zeit und Raum betrachtet, weil Christus fähig war über den Tod hinaus weiterzuleben, dann waren die vierzig Tage bis zur Himmelfahrt nur eine geheimnisvolle, wunderbare Frist, die Christus über den Tod hinaus geschenkt wurde. Schließlich ist er dann doch den Weg gegangen, den wir alle einmal gehen müssen. Warum also vierzig Tage zusätzliches Leben? Die Aussendung fand bereits am Ostersonntag statt.
Die gnostische Christologie ging in ihrer vergeistigten Art grundsätzlich von einem Scheinleib Christi aus, so dass das Himmelfahrtsereignis nur ein Hinwegnehmen eines ohnehin nicht realen Menschen war. Trotz der großen Weisheit der gnostischen Lehre, wurde sie deshalb zu Recht als Irrlehre bezeichnet. (Doketismus) Das materielle Gegenstück sind die freimauerisch inspirierten Leben-Jesu-Romane, die berichten, dass Christus nicht wirklich tot war, und mit Hilfe des Josef von Arimathia durch Heilkundige wiederbelebt wurde. So konnte er sich vierzig Tage den Seinen zeigen, starb dann aber doch (oder wanderte nach Indien oder Tibet aus), und wurde durch geschickte Regie des Essäer-Ordens zum Himmelfahrer mythologisiert.

Die Himmelfahrtsfrage wirft die Frage des grundsätzlichen Sinns des Erdenwandels Christi auf. Warum ist er nicht nach seinem Tod in den Himmel aufgefahren ? Für die Freunde der Rechtfertigungsthese wäre das doch zufriedenstellend: Gott hat seinen eingeborenen Sohn für die Sünden der Menschen geopfert. Warum eine Himmelfahrt nach vierzig Tagen? Und warum hat sich Christus nicht Tausenden von Menschen gezeigt, um seine todesüberwindende,göttliche Kraft zu demonstrieren? Warum ist er nicht ins Synedrium marschiert und hat die jüdischen Oberen Lügen gestraft? Er wollte nicht!

War die Himmelfahrt wirklich ein Verschwinden Christi in eine jenseitige Sphäre? Oder war es eher ein Eintreten in die Seelen aller Menschen, eine Menschen-Seelenhimmel-Fahrt?
"Siehe, ICH bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende." Wenn ER als körperliches Wesen nicht bei uns ist, wie dann ??
In unserem Innern fand und findet die Himmelfahrt statt. Mit der Himmelfahrt ist Christus zum Geist der Menschheit und der Erde geworden - wir alle sind Glieder seines Leibes - nicht von der Erde weg, sondern auf die Erde zu, vollzog sich die Himmelfahrt.
Zuletzt geändert von Klaus Binding am 18.05.2012, 08:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Himmelfahrt

Beitragvon Stellungnehmer » 17.05.2012, 12:08

Klaus Binding hat geschrieben:In unserem Innern fand und findet die Himmelfahrt statt. Mit der Himmelfahrt ist Christus zum Geist der Menschheit und der Erde geworden - wir alle sind Glieder seines Leibes - nicht von der Erde weg, sondern auf die Erde zu, vollzog sich die Himmelfahrt.


Blödsinn! Dann wäre an Pfingsten nicht die Ausgießung des Heiligen Geistes nötig gewesen :!:
Außerdem: So wie ihr ihn habt auffahren sehen, wird er wiederkommen .... (aus dem Gedächtnis zitiert) :!:
Und: Er sitzt zur Rechten des Vaters :!:

etc. etc. etc.

Schönen Vatertag noch - Jesus ging zum Vater und bereitet den Seinen die Stätte :!:

LG
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Re: Himmelfahrt

Beitragvon Bert » 17.05.2012, 13:30

Lieber Stellungnehmer,

er sitzt und STEHT zur Rechten ...
Zum Stehen s. Apg 7,55 Er aber, voll Heiligen Geistes, sah auf zum Himmel und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus stehen zur Rechten Gottes

Da wir gerade dabei sind, den Aufenthalt Jesu zu lokalisieren und seine Körperhaltung zu beschreiben, noch ein Hinweis auf die Zukunft Jesu:
Hebr 10,12: Dieser aber hat "ein" Opfer für die Sünden dargebracht
und sitzt nun für immer zur Rechten Gottes.

Stehen, sitzen - ist vielleicht egal, aber: für IMMER !!?? :shock: :shock:

Und nun?

Grüße
Bert
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Re: Himmelfahrt

Beitragvon johnnelsonjun » 17.05.2012, 14:01

Bert hat geschrieben:Lieber Stellungnehmer,

er sitzt und STEHT zur Rechten ...
Zum Stehen s. Apg 7,55 Er aber, voll Heiligen Geistes, sah auf zum Himmel und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus stehen zur Rechten Gottes

Da wir gerade dabei sind, den Aufenthalt Jesu zu lokalisieren und seine Körperhaltung zu beschreiben, noch ein Hinweis auf die Zukunft Jesu:
Hebr 10,12: Dieser aber hat "ein" Opfer für die Sünden dargebracht
und sitzt nun für immer zur Rechten Gottes.

Stehen, sitzen - ist vielleicht egal, aber: für IMMER !!?? :shock: :shock:

Und nun?

Grüße
Bert


Moin Bert,

das ist eine gute Beobachtung :wink: Allerdings erklärt sich das Stehen oder Sitzen aus dem jeweiligen Kontext:

Wenn man Hebräer 10 einmal ganz liest, dann erkennt man, dass uns hier Jesus Christus in seiner Funktion als der Hohepriester Seines Volkes, also der Gläubigen, vorgestellt wird. Ein Priester durften im jüdischen Tempel nie sitzen, denn das Opfern für die Sünden des Volkes war ein fortwährender Vorgang. Aus diesem Grund hatten u.a. auch die Schalen, in denen das Opferblut zum Besprengen des Altars an den Altar getragen wurde, eine spezielle Form. Der so genannte Mizrak, in dem das Blut zum Altar gebracht wurde, hatte keine Abstellfläche, sondern eine Art Knauf (siehe Bild hier: Klick!) Hätte man das Gefäß auf diesem Knauf abgestellt, wäre es umgefallen und das Opferblut wäre ausgeschüttet worden. Das durfte natürlich nicht sein. So waren die Preister dauern "unterwegs" zwischen dem Opfer und dem Altar. Sie kamen während ihres Dienstes nie zur Ruhe, das Werk des Opferns musste immer weitergehen. Der große Unterschied zwischen dem AT-Priesterdienst und dem Hohepriesterdienst des Herrn Jesus Christus besteht nun darin, dass Er "mit einem Opfer" ein für allemal die vollendet hat, die geheiligt werden (Hebräer 10, 14), d.h., alle, die an Ihn glauben. Sein Werk ist vollendet. Seinem Werk ist nichts mehr hinzuzufügen. Darum wird Er uns im Hebräerbrief, der ja die großen Unterschiede zwischen dem alttestamentarischen jüdischen Priestertum und dem Hohepriestertum Jesu herausarbeitet, als sitzend gezeigt.

Wo immer der Herr Jesus uns in der Hl. Schrift als der Sachwalter, d.h. als der Beistand Seiner Gläubigen gezeigt wird, wie z.B. bei der Steinigung des Stephanus, da sehen wir Ihn "in Aktion", tätig, stehend, bereit etwas zu tun (z.B. Stephanus "in Empfang" zu nehmen).

Das Werk der Erlösung ist FÜR IMMER vollendet. Der Herr wird in dieser Weise nie wieder Seinen Hohepriesterdienst aufnehmen. Er muss nie wieder so tätig werden, kein zweites Opfer bringen, Sein Opfer war vollkommen und vollgültig.

Aber solange Seine Kinder Seiner Hilfe bedürfen, gönnt Er sich keine Ruhe, steht für sie auf und steht für sie ein.

Schönen Feiertag,
JNj. :wink:
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Re: Himmelfahrt

Beitragvon Bert » 17.05.2012, 14:16

Lieber Jnj,

danke. Jedenfalls ist einmal vom Sitzen und ein anderes Mal vom Stehen berichtet, d.h. er sitzt und steht - abwechselnd. 8)
Für mich sind diese Bilder Metapher, sie sollen etwas geistig ausdrücken, sind aber nicht Beschreibungen von realen körperlichen Positionen, wie wir sie bei Menschen im Leib kennen. Denn Jesus ist wie sein Vater Geist. Geist steht und sitzt nicht im Wortsinne! :wink:

Ansonsten (Thema 'immer'): Hochachtung, du bist ein Auslegungskünstler. :wink:
(Ist ja erstaunlich, wie man das alles so 'übersetzen' kann, was in der Bibel selbst eigentlich doch sehr verständlich formuliert ist.)

Feiertagsgrüße zurück

Bert
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Re: Himmelfahrt

Beitragvon Randnotiz » 17.05.2012, 15:13

Fakt: Heute haben viele derart einen sitzen, dass sie nicht mehr stehen können.
Nur wer die Fakten kennt, kann sie verdrehen.

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Re: Himmelfahrt

Beitragvon Bert » 17.05.2012, 16:36

:D :D :D

Du auch? :mrgreen:
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Re: Himmelfahrt

Beitragvon Westfale » 17.05.2012, 17:23

..und morgen hängen sie durch oder ganz ab.
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Re: Himmelfahrt

Beitragvon Klaus Binding » 17.05.2012, 17:51

liebe Laura,
gute Frage... es gab wahrscheinlich kalendarisch keinen besseren Tag, der auch als ein arbeitsfreier Tag zum Saufen geeignet war. Weihnachten und Ostern sind noch zu "realistisch". Pfingstmontag hätte auch der Vatertag werden können, weil Pfingsten auch nicht mehr verstanden wird. In Wirklichkeit gibt es keinen Vatertag, und in dieser Wirklichkeit doch ! Es zeigt letztendlich wie rituelle christliche Feiertage verwässert werden. Was hat Christi Himmelfahrt als religiöses, geistiges Geschehnis mit besoffenen Trupps auf Anhängern hinter Traktoren, die durch die Landschaft knattern, zu tun? Es ist ein kleines Wunder, das Himmelfahrt noch nicht offiziell abgeschafft wurde. Trotzdem, ein wunderbarer Tag---- Himmelfahrt
Ciao, Klaus
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Re: Himmelfahrt

Beitragvon Peter B aus E » 17.05.2012, 18:30

Klaus Binding hat geschrieben:liebe Laura,
gute Frage... es gab wahrscheinlich kalendarisch keinen besseren Tag, der auch als ein arbeitsfreier Tag zum Saufen geeignet war. Weihnachten und Ostern sind noch zu "realistisch". Pfingstmontag hätte auch der Vatertag werden können, weil Pfingsten auch nicht mehr verstanden wird. In Wirklichkeit gibt es keinen Vatertag, und in dieser Wirklichkeit doch ! Es zeigt letztendlich wie rituelle christliche Feiertage verwässert werden. Was hat Christi Himmelfahrt als religiöses, geistiges Geschehnis mit besoffenen Trupps auf Anhängern hinter Traktoren, die durch die Landschaft knattern, zu tun? Es ist ein kleines Wunder, das Himmelfahrt noch nicht offiziell abgeschafft wurde. Trotzdem, ein wunderbarer Tag---- Himmelfahrt
Ciao, Klaus


:?: :?: Klaus,

ich kann hier einfach die Frage von Laura nicht sehen.
Kam sie per PN?

Oder hat einer von uns beiden einen " Sitzen" ?
Wofür einer von uns beiden ja keinen Alkohol bräuchte .

Hilfe bitte in kleinen homäop. Dosen
an Peter B.
Danke
Mit Toleranz definiert man die Feigheit,jemand mal ordentlich die Meinung zu geigen ( Rainer Sarkasmus )
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Re: Himmelfahrt

Beitragvon Klaus Binding » 17.05.2012, 18:36

@ B aus E, du bist offensichtlich selbst zum Schreiben zu dämlich ... oder hast mehr als ich intus. homöop. wäre entsprechend. Laura hat ihre Frage zwischenzeitlich gelöscht.
Prost, du Wirrkopf, und denke an den Katzenjammer morgen, Klaus
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Re: Himmelfahrt

Beitragvon orig.gabi » 17.05.2012, 19:52

Ach... meine Tochter meinte bereits im Alter von fünf Jahren, dass der angebliche "Vatertag" lediglich
ein "Männer - Neid - Tag" wäre.
Den gäbe es ja gar nicht.

Weil ... eben.

Kluges Kind. :wink:
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe ist,
der bleibt in Gott und Gott in ihm.
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Re: Himmelfahrt

Beitragvon Laura1 » 17.05.2012, 20:23

Ich habe hier die Frage, warum Christi Himmelfahrt und Vatertag zusammen gefeiert werden, gestellt. Kurz nachdem ich es geschrieben hatte, kam mir die Idee doch mal im Internet nachzusehen...
Daraufhin habe ich meinen Eintrag hier wieder gelöscht. Offensichtlich hatte Klaus es schon gelesen - und geantwortet, kurz nachdem ich gelöscht hatte. Das tut mir leid.
Danke für Deine Antwort Klaus.
Meine Güte, so etwas verrücktes aber auch... :oops: :lol:

LG Laura1
Scheint die Inversion absurd und unglaubwürdig, ist die Wahrheit ganz nah.
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Re: Himmelfahrt

Beitragvon Klaus Binding » 19.05.2012, 06:58

@ org. gabi

in unserer Familie gibt es auch keinen Vatertag, und Kindern kann man die Himmelfahrt noch schön kindgerecht beibringen- nur die "Erwachsenen" tun sich so schwer damit, weil sie nicht wissen, wie sie die Geschichte verstehen sollen/können. Es wird immer schwerer zu diesem Ereignis Zugang zu finden: Was ist da wirklich passiert? Der auferstandene Jesus Christus konnte fliegen ? ...und schwebte dann aufwärts in die Atmosphäre, bis er nicht mehr zu sehen war?? Mit Himmel ist doch nicht das sichtbare Universum über uns gemeint. Christus betont doch ausdrücklich: das Himmelreich ist in euch ! An dieser Stelle beginnt das Verständnis der Himmelfahrt.
liebe Wochenend-Grüße, Klaus
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