Vom Gottesbild

Anmerkungen zum Geschehen in der christlichen Welt

Re: Vom Gottesbild

Beitragvon Cemper » 31.03.2012, 12:32

Randnotiz hat geschrieben:Weitermachen.

Das sagt auch Herbert Marcuse:

KLICK

PS: Lesenswert: Marcuses Spätwerk: Die Permanenz der Kunst. Wider eine bestimmte marxistische Ästhetik (1977).
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Re: Vom Gottesbild

Beitragvon Tatyana † » 31.03.2012, 13:11

Kati hat geschrieben:Meine Güte! Ich scheine "Sabbelwasser" getrunken zu haben oder irgend etwas anderes, was solch ein Mitteilungsbedürfnis auslöst.

Für alle, dies langweilt: Sorry! :wink:

Ich finde es schön, dass du so aus dir herausgehst, mehr davon :)
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Re: Vom Gottesbild

Beitragvon Peter B aus E » 31.03.2012, 15:32

Kati hat geschrieben:Ehrlich gesagt, lieber Peter B aus E, ich habe nicht ganz verstanden, was du sagen möchtest.

Meinst du, dass Trash-Fernsehen nicht von der kompletten Bevölkerung gutgefunden wird? Dem kann ich nur zustimmen.

Es gibt ja nicht "die Kunst". Kunst ist absolut vielfältig, und es gibt häufig Streit, wo sie beginnt oder aufhört. Das Zitat "Ist das Kunst oder kann das weg" ist ja schon gefallen.

In einer freien und offenen Gesellschaft können sich völlig verschiedene Kunstsparten herausbilden. Du kannst in Deutschland Trahsfernsehen schauen und glauben, dass das nun das Maß der Gesellschaft ist. Du kannst aber auch jedes Wochenende ein klassisches Konzert besuchen und meinen, dass hier eben die "echte" Kunst gelebt wird. Viele blicken voll Verachtung auf die Florian Silbereisens unserer Zeit; aber viele gefällts auch - und sie ordnen es unter Kunst ein. Vom Grafitti (oder Wandschmierereien?) bis zur seriösen Elitekunst haben wir in unserer Gesellschaft alle Möglichkeiten.

Spannend ist es an der Stelle, wie Kunst in Szene gesetzt oder repräsentiert wird. Wie stellen sich die Künstler dar, wie werden sie in den Medien wahrgenommen. Wo findet statt Kunst nur noch Kommerz statt? Oder (sorry) Verarsche?

Wir finden in freien Demokratien alle möglichen (und unmöglichen) Kunstformen. Diese Vielfalt beantwortet die Frage, wieviel eine Gesellschaft (oder deren politische oder religiöse Vertreter) zulässt und ertragen kann.

Ich bin wahrlich keine Freundin von den Katzenbergers, Bushidos, Gottschalks und Silbereisens unserer Generation. Und doch bin ich froh über die Vielfalt, die uns allen zur Auswahl steht.

Das ist in anderen Ländern anders. In religiös geführten Staaten kann es deinen Kopf kosten, wenn du eine falsche Karikatur zeichnest. Oder den falschen Film drehst. Oder zur falschen Musik tanzt. Kunst in China, Nordkorea oder dem Iran kann sich nicht so entfalten wie in anderen Ländern. Und es ist erst 70 Jahre her, dass in Deutschland Kunst und Literatur als entartet bezeichnet, vernichtet und die Künstler verfolgt und ermordet wurden. Wie scheußlich aus heutiger Sicht die arische Nazikunst - diese harten ideologisierten Arbeiterburschen und blondzopfigen Maiden - ein Offenbarungseid war das über die Gesellschaft!

Oder religiöse Kunst. Mich erinnern die Bilder in den Büchern der Zeugen Jehova immer auch etwas an die Nazikunst. Erinnert sich noch jemand an die immer gleichen Gesichter der Zeichnungen im "Guten Hirten"? Oder in den alten "Kalendern Unsere Familie"? Das sagt doch alles, oder nicht?

Kati


Ganz einfach Kati,
ich wollte sagen,daß Kunst eben kein gesellschaftlicher Indikator ist!!
sondern maximal eine gesellschaftliche Facette!

Die Begrifflichkeit " oberflächliche Katzenberger-Gesellschaft" spricht gerade für eine großflächige Verflachung der Gesellschaft , hervorgerufen und gefördert durch Medien.
In einer Gesellschaft in der tatsächliche Tiefe der Kunst stetig durch
-das Hof-und Gesellschaftsfähigmachen von Grammatikalem Schwachsinn ( Da werden sie geholfen, So muß Technik usw.)
- hochstilisieren von rhetorisch und qualitativen Blödsinn ( Geiz ist Geil ....)
- das Schönheitsideal von " Hungerkindern" bestimmt wird, ja da ist Kunst ( ob umstritten oder nicht) _KEIN__ Indikator der Gesellschaft!

Ob es Dir gefällt,oder mir...
spielt dabei keine Rolle. Randgruppen- denen Du und ich nun mal mit unseren Ansichten über Kunst und deren Bewertung angehören, sind eben keine allgemeine gesellschaftliche Indikation.
Sie könnten mit Ihrem individuellem Anspruch eventuell zur Bereicherung oder Vertiefung der eher
auf den Weg der sich allgemein ausbreitenden Verblödung befindlichen Gesellschaft beitragen.

Damit wollte ich sagen : Medienberieselung mit dem scheinbarem Auftrag der Allgemeinverblödung ist unser gesellschaftlicher Indikator.
Aber nicht die Vielfältigkeit vorhandener und ausgeübter Kunst .
Ich erhebe aber auch nicht den Anspruch , verstanden zu Werden.
Nur meine Anmerkung , weiter dann mit dem ursprünglichen Thema.

LG,Peter B
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Re: Vom Gottesbild

Beitragvon Sonia » 04.05.2012, 07:54

Lieber Cemper,

bevor die Diskussion in diesem Thread auf Kunst abbog, hatten Sie auf Seite 3 ein Zitat von C. F. von Weizsäcker eingestellt.
Ich hatte gehofft, Sie würden selbst noch etwas zu diesem Zitat und/oder zu meinem Beitrag dazu schreiben. Kommt das noch, oder hatte sich das Thema mit Ihrer Frage bereits erledigt?
Zur Erinnerung kopiere ich den Beitrag hier nochmal rein. Ich hoffe nämlich immer noch :)

Viele Grüße
Sonia
Re: Vom Gottesbild

Beitragvon Sonia » 29.03.2012, 08:49

Eine Anmerkung dazu:

Carl Friedrich von Weizsäcker schreibt in Der Garten des Menschlichen: „In den mathematischen Gesetzen der Natur enthüllt sich eine ungeahnte Herrlichkeit... Die Welt ist nach Gottes Schöpfungsgedanken, d.h. in mathematischer Harmonie gebaut. Der Mensch, nach Gottes Bild geschaffen, vermag diese Gedanken nachzudenken. Naturwissenschaft ist Gottesdienst.“

Und noch eine Frage: Was heißt das konkret? :wink:



Werter Cemper,

was das "konkret" heißt, weiß ich natürlich mal wieder nicht, aber mir "sagt" das schon was.

Das Gottesbild "für alle", das ich als zuerst kennengelernt habe, hielt Naturwissenschaft von Gott streng getrennt. Zwar hatte Gott wunderbar alles geschaffen (man sehe sich nur mal eine Blume ganz genau an, wie wunderbar!) aber im Grunde war Gott nur für das zuständig, was von Menschen nicht zu berechnen und nicht zu beweisen war. Gott war da, wo die Dinge unerklärlich und Naturgesetze gar aufgehoben waren. DAS galt als Nachweis seiner Existenz und seiner Allmacht. Beliebtes Beispiel für Gottes unerklärliche Schöpfung und die menschliche Dummheit: die theoretisch flugunfähige Hummel. Soweit ich weiß, ist der Hummelflug inzwischen erklärt, was so ein Gottesbild natürlich empfindlich stört.
Dann schob sich davor ein leicht geändertes Gottesbild, das Gott eine bedeutendere Rolle in seiner Schöpfung erlaubte. Es wurde ihm etwa gestattet, sich zwecks Schöpfung eventuell der Evolution bedient zu haben. Jede Erlaubnis wurde allerdings nur zähneknirschend erteilt. Jeder Hinweis auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die frühere Erkenntnisse in Frage stellten, wurde triumphierend als Beweis angeführt, dass der Mensch eben doch nicht Gott auf die Spur kommen kann. Und - sehr wichtig - dass Gott weiterhin vor allem zu finden ist, wenn man nichts versteht. Naturwissenschaften blieben also Menschenkram.

Im Gegensatz zu dem, was Sie in Ihrer Anmerkung zitieren, ist dieses Gottesbild ziemlich peinlich. Nicht nur für Gläubige, sondern auch für Leute, die nicht an Gott glauben. Die einen befürchten, dass menschliches Denken vielleicht doch etwas über die Existenz Gottes aussagen könnte und trauen sich nicht, diesem Denken Raum zu lassen. Und die anderen nutzen genau diese Befürchtungen und preisen jede unerwartete Erkenntnis als weiteren Beweis für die Nichtexistenz Gottes. Die hartnäckige Kopplung von Gott an Dinge und Vorgänge, die es "nicht gibt" ist eigentlich ziemlich armselig.
Also ich selbst komme mit mathematischen Gedanken nicht weit, aber ich finde es völlig logisch, dass man den "Schöpfungsgedanken" nachgeht.
Dass sich eine Schöpfung enthüllt, die nicht ein System ist, das auf ein paar letzte schlaue Beweise wartet, sondern eine "ungeahnte Herrlichkeit" die der Mensch nach-denken kann, ohne je die ganze Herrlichkeit ausgelotet zu haben - das ist für mich eine wunderbare Vorstellung von Gottes Allmacht und Größe, und von der Rolle die ihm zugestanden wird.

Sowas ungefähr fällt mir dazu ein.
Beste Grüße
Sonia
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Re: Vom Gottesbild

Beitragvon Cemper » 04.05.2012, 19:52

Guten Abend Sonia,

ich muss "beichten", dass ich die Antwort vergessen habe. Ihre Frage ist ja recht kompliziert. Ich hatte mir überlegt, was ich Ihnen schreiben könnte, und dann wurde mir - je mehr ich darüber nachdachte - klar, wie schwierig eine Antwort ist. Ich habe "die Sache" dann vergessen, was aber nicht heißt, dass mich das Thema nicht interessiert. Im Gegenteil - ich frage mich oft, womit wir es zu tun haben oder wovon wir reden, wenn wir "von Gott " sprechen.

Ich antworte Ihnen noch. Aber jetzt nicht. Am Abend habe ich schon etwas Zeit gebraucht, um im Nachbarforum einige Antworten zu einer mich nervenden Geschichte zu geben:

http://forum.glaubensforum24.de/viewtop ... 0&start=60

Mir machen diese Diskussionen keinen Spaß mehr - sofern man überhaupt davon reden kann.

Morgen oder übermorgen ...

Cemper
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Re: Vom Gottesbild

Beitragvon Kati » 04.05.2012, 20:01

Machen Sie sich nix draus, Cemper. Man kann nicht von allen geliebt werden.

Gute Nacht!
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Re: Vom Gottesbild

Beitragvon Randnotiz » 04.05.2012, 20:32

Cemper, wer überall die Feuer austreten will, verbrennt sich nur die Füße.
Nur wer die Fakten kennt, kann sie verdrehen.

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Re: Vom Gottesbild

Beitragvon Sonia » 04.05.2012, 21:04

Werter Cemper,

ich freue mich auf Ihre Antwort - lassen Sie sich ruhig Zeit.

Mir machen diese Diskussionen keinen Spaß mehr - sofern man überhaupt davon reden kann.

Nach einem Blick in den Link würde ich sagen, man kann weder von Spaß noch von Diskussion reden.
Man fragt sich... besser nix.

Dann erholen Sie sich mal gut.
Sonia
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Re: Vom Gottesbild

Beitragvon Peter B aus E » 04.05.2012, 22:23

Randnotiz hat geschrieben:Cemper, wer überall die Feuer austreten will, verbrennt sich nur die Füße.


... mich erstaunt manchmal die Sachlichkeit und scheinbare Hingebung -
in offensichtlichen Platitüden
den unmöglich vorhandenen Funken des Intellekts
wecken zu Wollen.

Mit seiner doch sicher vorhandenen Menschenkenntnis.
Dafür hat er meinen Respekt.

LG,Peter B.
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Re: Vom Gottesbild

Beitragvon Tatyana † » 11.05.2012, 13:32

Cemper hat geschrieben:
Ich antworte Ihnen noch. Aber jetzt nicht. Am Abend habe ich schon etwas Zeit gebraucht, um im Nachbarforum einige Antworten zu einer mich nervenden Geschichte zu geben:

http://forum.glaubensforum24.de/viewtop ... 0&start=60

Lustig finde ich dort in dem speziell eröffneten Cemper-Thread(in dem Forum, in dem es einmal eine Hauptmaxime war, dass einzelne Fories NICHT gemobbt werden), die Bemerkung eines Fories, wie unanständig er Forenquerdiskussionen finde. Gleichzeitig merkt er aber auch an, welches administrative Vorgehen er hier im Forum wegen des Querverweises von Cemper auf das andere Forum von mir erwartet. Diese verdrehte Denkweise finde ich grade wirklich putzig 8)

Dietmar, nein, ich bin nicht im Urlaub.
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Re: Vom Gottesbild

Beitragvon Randnotiz » 11.05.2012, 18:26

Das war sicher Löwensenf.
Nur wer die Fakten kennt, kann sie verdrehen.

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Re: Vom Gottesbild

Beitragvon orig.gabi » 11.05.2012, 18:32

Oder Bullshit. :roll:
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Re: Vom Gottesbild

Beitragvon Tatyana † » 11.05.2012, 18:35

Randnotiz hat geschrieben:Das war sicher Löwensenf.

Nicht ganz, aber Anton, der schielende Löwe, gibt seinen Senf reichlich dazu.
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Re: Vom Gottesbild

Beitragvon orig.gabi » 12.05.2012, 08:00

Man darf der Spezies Löwe jetzt allerdings nicht pauschal ein Senf - Laber - Niveu bescheinigen.

Es gibt schließlich durchaus intellektuelle, anspruchsvolle und berühmte Exemplare.

brüll
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