Aktuelles aus dem chrl. Spektrum

Anmerkungen zum Geschehen in der christlichen Welt

Re: Aktuelles aus dem chrl. Spektrum

Beitragvon Holytux » 12.02.2018, 17:32

@Nachdenker

Ich meine, dass Versuche, mit wissenschaftlichen Methoden "Gott" zu beweisen, zum Scheitern verurteilt sind. "Wahrscheinlichkeiten" sind ja keine Gefühlsangelegenheit, sondern lassen sich zumindest mathematisch ausdrücken.
Wenn ich 6 aus 49 spiele, sind die Gewinnwahrscheinlichkeiten statistisch darstellbar.
Wenn ich mir "nicht vorstellen kann", dass ohne "Geist" irgendetwas sein kann oder etwas "werden" kann, heißt dies nicht, dass es nicht doch möglich ist.
Der christliche Glaube hat sich noch nie einen Gefallen getan, wenn er mit "Gottesbeweisen" aufwartet.

"..Eine besonders anfechtbare und abstoßende
Form der Apologetik war das sogenannte „argumentum ex ignorantia“, mit dem
man versuchte, Lücken in unserer wissenschaftlichen oder historischen Erkenntnis
zu entdecken und dann Gott und seine Taten inmitten einer sonst völlig
berechenbaren und „immanenten“ Welt unterzubringen suchte. Jedesmal wenn
die Wissenschaft einenSchrittweiter machte, mußteman wieder einen Stützpunkt
aufgeben. Aber diese ununterbrochenen Rückzugsgefechte haben einige eifrige
Apologeten trotz allem nicht entmutigt, in den allerneusten Entwicklungen der
physikalischen und historischen Forschung wiederum neue Lücken zu finden, in
denen sich Gott unterbringen läßt. Dieses würdelose Verfahren hat alles, was
Apologetik heißt, in Verruf gebracht..."

(DeGruyter,Tillich Systematische Theologie, I-II S. 13)

Da es um die klassische Frage geht, was denn das "Primäre" ist, also "Materie" oder "Bewußsein", hat aus meiner Sicht jedes philosophische Gebäude seinen Begriff von "Ewigkeit". Irgendwann kommt die Frage "Und was war vorher?", an ein Ende.
Ich singe mit Schubert: "ER, der nie begonnen, ER der immer war..."
Ebenso könnte ich auch irgendwie die "Materie" besingen... 8) Ich glaube nicht, dass dies "statistisch" unwahrscheinlicher ist. Es fühlt sich für mich nur doof an... :roll:
Insofern ist es nicht abwegig, vom "Wagnis des Glaubens" zu sprechen. Nicht als billiger Trost, sondern als Hoffnung.

Freundliche Grüße
H.
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Re: Aktuelles aus dem chrl. Spektrum

Beitragvon Bonbon » 15.02.2018, 10:04

Ich denke auch, dieser Versuch es wissenschaftlich zu beweisen ist von vornherein zum scheitern verurteilt. Jeder Wissenschaftler kann da entgegen halten, dass es doch vorher schon eine praktisch unendlich lange Zeit Ereignisse gab, bei denen diese Bedingungen nicht aufgetreten sind, erst bei diesem Urknall sind sie dann zustande gekommen.
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Re: Aktuelles aus dem chrl. Spektrum

Beitragvon Holytux » 23.02.2018, 15:55

http://www.vaticannews.va/de/papst/news/2018-02/papst-franziskus-fasten-exerzitien-ariccia-vatikan-ansprache.html

Danke, dass Sie uns daran erinnert haben, dass die Kirche kein Käfig für den Heiligen Geist ist, sondern dass der Geist auch draußen weht und wirkt.“
Franziskus unterstrich diesen Punkt noch stärker: Der Heilige Geist wirke auch unter den sogenannten „Heiden“, den Nichtglaubenden, den Menschen anderer Religionen: „Universal“ sei er, der Geist Gottes, „für alle“. Auch heute seien viele Menschen innerlich auf der Suche oder hörten in ihrem Inneren einen Ruf.
„Danke für diesen Ruf, dass wir uns ohne Angst öffnen, ohne Starrheit, um flexibel im Geist zu sein, nicht mumifiziert in unseren Strukturen, die uns einschließen. Danke, Padre!“


Derlei Aussagen erzeugen in bestimmten katholischen Kreisen erhebliche Schnappatmung... 8)
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Re: Aktuelles aus dem chrl. Spektrum

Beitragvon Sonia » 24.04.2018, 20:41

In bayerischen Staatsbehörden ist das Kreuz ab 1. Juni kein religiöses Symbol mehr und muss aufgehängt werden:
ZACK!
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Re: Aktuelles aus dem chrl. Spektrum

Beitragvon Holytux » 25.04.2018, 05:13

Kein religiöses Symbol mehr...
Aha!
...als sichtbares Bekenntnis zu den Grundwerten der Rechts- und Gesellschaftsordnung in Bayern und Deutschland...


Schön, dass weltweit über 2 Mrd. Menschen ein Bekenntnis für Deutschland ablegen... :mrgreen:
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Re: Aktuelles aus dem chrl. Spektrum

Beitragvon Holytux » 30.04.2018, 15:29

"...Söder macht aus dem "Zeichen von Ohnmacht, Leid und dem Schrei nach Barmherzigkeit" (Margot Käßmann) einen staatlich beamteten Balkensepp. Das ist pure Blasphemie. Aber Söder ist eben kein Priester sondern bayerischer Ministerpräsident. Und darum hat seine Entscheidung mit Religion gar nichts, mit Politik dagegen sehr viel zu tun...."


http://www.spiegel.de/politik/deutschland/markus-soeder-das-kreuz-und-die-kippa-macht-der-symbole-a-1205478.html

:roll:
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Re: Aktuelles aus dem chrl. Spektrum

Beitragvon alter Germane » 09.05.2018, 17:32

Das Kreuz hat in Amtsstuben nichts zu suchen.

Staat und Synagoge/Kirche sind zu trennen, die Macht zwischen Staat und Synagoge/Kirche ist zu trennen.

In den Amtstuben darf das Bild des Staatspräsidenten hängen.

Wenn das umgesetzt wird kann der Staat darauf verweisen, dass er seine Gesetze umsetzt und gemenschelter Spaß wie die Verkappung, Verhüllung und Bekappung (Kippa) keine Friedenszeichen der Religion sind.
Gott, der Eine, (mit drei Wesen) erneuerte den „einen“ Bund, die jüdisch, christliche Religion
mit „Gesetz + Evangelium“, präzisierte Weg und Ziel und Gemeinschaft - Synagoge/Tempel/Kirche Jesu Christi.
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Re: Aktuelles aus dem chrl. Spektrum

Beitragvon Cerebron » 18.07.2018, 07:58

Die FAZ zitiert Joseph Ratzinger:

Zuerst verwirft dieser die Formel des Johannes Paul II, der Dialog zwischen Christentum und Judentum sei „die Begegnung zwischen dem Gottesvolk des von Gott nie gekündigten (vgl. Röm 11,29) Alten Bundes und dem des Neuen Bundes“. Dann führt er aus:

Ratzinger hat geschrieben:Ja, Gottes Liebe ist unzerstörbar. Aber zur Bundesgeschichte zwischen Gott und Mensch gehört auch das menschliche Versagen, der Bruch des Bundes und dessen innere Folgen: Tempelzerstörung, Zerstreuung Israels, der Ruf in die Buße hinein, der den Menschen neu des Bundes fähig macht.
... Die Umstiftung des Sinai-Bundes in den neuen Bund im Blute Jesu, das heißt in seiner den Tod überwindenden Liebe, gibt dem Bund eine neue und für immer gültige Gestalt.


Das kann ich nur mit Mühe unterscheiden von der Aussage, es gebe den Alten Bund nicht mehr, vielmehr sei der Neue Bund Rechtsnachfolger durch Formwandel geworden. Oder sehe ich das nicht pedantisch genug?

Gruß,
C.E.
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Re: Aktuelles aus dem chrl. Spektrum

Beitragvon Holytux » 18.07.2018, 21:20

Guten Abend,

ich habe mir die betreffende "Communio"-Ausgabe mit dem Artikel jetzt mal bestellt.
Das ist ja schon eine filigrane Angelegenheit. Auf den ersten Blick glaube ich nicht, dass Ratzinger hier zu weit gegangen ist. Aber zunächst werde ich den ganzen Artikel lesen. Ich halte Kard. Koch eigentlich für so unmsichtig, dass er nicht leichtfertig auf die Veröffentlichung drängte, wenn er da Gefahren für den jüdisch-christlichen Dialog gesehen hätte.
Ich denke grundsätzlich, dass eine "Gleichschaltung" von sogenanntem "alten" und "neuen" Bund auch von JP nicht gemeint war. Es gibt nach christlichem Verständnis keinen expliziten jüdischen Heilsweg. Ratzinger hat das vormals eher inklusivistisch formuliert: "Denn durch die Begegnung mit Jesus von Nazareth ist der Gott Israels zum Gott der Weltvölker geworden. Durch ihn hat sich in der Tat die Verheißung erfüllt, dass die Völker zum Gott Israels als dem einen Gott beten werden, dass der "Berg des Herrn" über die anderen Berge erhöht sein wird." (Die Vielfalt der Religionen und der Eine Bund, Bad Tölz 1998, zitiert aus gesammelte Schriften 8/2 S.1130)
Das ist aus meiner Sicht kein "Formwandel", sondern eher "Erfüllung".
Aber das sehe ich vielleicht zu pedantisch... :mrgreen:

Ich werde nach Lektüre noch mal berichten, oder zumindest meine Ratlosigkeit kundtun. :wink:

Viele Grüße
H.
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Re: Aktuelles aus dem chrl. Spektrum

Beitragvon alter Germane » 17.08.2018, 09:01

Liebe Christen, ob wir den vor 2000 Jahren präzisierten Bund Gottes pedantisch genau, wörtlich oder
philosophisch, mathematisch, physikalisch oder wirtschaftlich, juristisch oder theologisch sehen wollen,
Juden & Christen stehen als Gruppe und als Einzelne vor Gott und haben alle einen Kopf zum Denken.
Heute gibt es Chancen zum Nachschlagen (in Speichern – nicht wörtlich nehmen) und da komme ich
(Entschuldigung) zu dem Schluss, dass die Weltsicht Judentum vor 2550 Jahren auf Eis gelegt wurde.
Gott kündigte den Messias an und weitere Informationen gab es nicht, weil eh keiner mehr hörte.
Und nun komme mir keiner mit der Keule Antisemitismus!!!
Das ist keine Behauptung von mir, das ist Realität.
Heute gibt es vor allem Antichristianismus.

Erst mit der Weltsicht der Christen wurde das Produkt „Gesetz & Evangelium“ zur Religion und
aus der Sicht von Jesus Christus zum einzigen Weg zurück zu Gott und damit zur einzigen Religion
neben den vielen animalischen Weltsichten der Menschen.

In 2018 hilft es niemanden zurück zuschauen.
Die Einheit zwischen Juden und Christen wird es nicht wieder geben, aber für alle gilt Epheser 4,
das Einssein mit Christus dem Haupt und nur das zählt, nicht mit Denominationen sondern
nur das Einssein der Synagoge/Kirche Jesu Christi führt die Seelen zum Ziel laut Evangelium.

entschuldigt meine Rechthaberei
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