Gibt es göttliche Weissagungen?

Beitragvon evah pirazzi » 13.02.2008, 23:54

Cemper,

zum Abschluß noch mal eine Frage zu dem aufgekommenen Thema: Göttliche Prophetien und ihre Erfüllung, auf das Sie ja auch zurückkommen wollten.

Was halten Sie von der Prophezeiung, die Jesus Christus vor Jerusalem aussprach:

Lk 21,6
5 Und als etliche von dem Tempel sagten, daß er mit schönen Steinen und Weihgeschenken geschmückt sei, sprach er:
6 Diese Dinge, die ihr sehet !!- Tage werden kommen, in welchen nicht ein Stein auf dem anderen gelassen wird, der nicht abgebrochen werden wird


Und die sich dann 70 nach Chr. erfüllte?

Schlafen Sie drüber, gute Nacht.

:wink:
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Beitragvon Cemper » 14.02.2008, 07:45

Evah -

ich habe "drüber" geschlafen. Was ich davon halte? Ich sehe, dass etwas in einem biblischen Text - hier dem Lukasevangelium - steht und befasse mich dann mit der Fachliteratur zu diesem Text. Das setzt selbstverständlich immer ausreichend Zeit voraus (die ich nicht habe) und oft auch diverse Vorkenntnisse (die mir auch oft fehlen).

Zu diesem Thema gibt es einen ganzen Berg Literatur. Hier ist ein Beispiel: KLICK

Eins tue ich gewiss nicht: Ich sage nicht, dass etwas in der Bibel steht und behaupte dann, dass es sich - weil es in der Bibel steht - so ereignet hat. Ich sage nur: In der Bibel steht das und das - und das kann man so oder auch so verstehen. Das schützt mich vor Leichtfertigkeit in Glaubenssachen.

C.
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Beitragvon werwolf » 14.02.2008, 08:46

Liebe evah pirazzi,

es ist davon auszugehen, dass viele "Prophezeiungen" erst nach dem Eintritt des Ereignisses in den Text aufgenommen wurden, also in dem Wissen um das Geschehene.

Liebe Grüße
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Beitragvon Protestant » 14.02.2008, 09:09

johnnelsonjun hat geschrieben:Falsch, Protestant - Ketzer, es muß Ketzer heißen

So, der Ketzer geht jetzt arbeiten ... die Recht-Gläubigen haben wieder Ruhe ... :wink:

... zumindest für eine begrenzte Frist



Nee Freund, ... dann wäre a cappella ja zumindest "gottähnlich" ...

... dagegen wehre ich mich ... wenigstens ein bischen ... :wink:


Gruß
P.
Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst Euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!

(Galater 5.1)
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Beitragvon trinity » 14.02.2008, 09:17

Cemper hat geschrieben:Eins tue ich gewiss nicht: Ich sage nicht, dass etwas in der Bibel steht und behaupte dann, dass es sich - weil es in der Bibel steht - so ereignet hat. Ich sage nur: In der Bibel steht das und das - und das kann man so oder auch so verstehen. Das schützt mich vor Leichtfertigkeit in Glaubenssachen.

C.

Guten Morgen Cemper,

wenn ich über ihr "so-oder-auch-so-Verständnis" der biblischen Überlieferungen reflektiere, dann frage ich mich und Sie: auf welcher "Basis" haben sie Ihren Glauben gegründet?

Herr T
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Beitragvon Cemper » 14.02.2008, 09:57

trinity hat geschrieben:
Cemper hat geschrieben:Eins tue ich gewiss nicht: Ich sage nicht, dass etwas in der Bibel steht und behaupte dann, dass es sich - weil es in der Bibel steht - so ereignet hat. Ich sage nur: In der Bibel steht das und das - und das kann man so oder auch so verstehen. Das schützt mich vor Leichtfertigkeit in Glaubenssachen.

C.

Guten Morgen Cemper,

wenn ich über ihr "so-oder-auch-so-Verständnis" der biblischen Überlieferungen reflektiere, dann frage ich mich und Sie: auf welcher "Basis" haben sie Ihren Glauben gegründet?

Herr T

Lieber T. -

die einfache Antwort ist: Grund meines Glaubens ist die Heilige Schrift - die Bibel.

Eine nicht ganz so einfache Antwort ist: Grund meines Glaubens ist der in der Heiligen Schrift bezeugte allmächtige und gnädige Gott.

Die Kurzfassung einer genaueren Antwort könnte so sein: Mein Glaube und auch mein Unglaube sind Teil meiner Weltanschauung. Grund dieser Weltanschauung und eben des Glaubens und Unglaubens sind zunächst weltliche Umstände: das Jahrhundert und der geographische Lebensraum/Kulturkreis meines Lebens. Ich lebe im 20. Jahrhundert in Europa in einer christlich geprägten Kultur. Von Eltern, Lehrerinnen und Lehrern und vielen anderen Menschen (und Medien) bin ich beeinflusst worden. Dabei ist ein religiöses und politisches Bewusstsein entstanden. Ich erkenne, dass ich die Welt nur von dem Standpunkt aus sehen und verstehen kann, auf dem ich stehe und dass ich - wenn ich die Welt besser verstehen will - meinen Standpunkt oder Standort verlassen und einen anderen suchen muss. Dieses Wechseln ist eine lebenslängliche Aufgabe: ein Kreisgang. Zu den anderen - neuen - Standorten nehme ich die alten Erfahrungen und Einsichten mit und prüfe und korrigiere sie. Dabei hat das Christentum - die überlieferte Religion - große Bedeutung. Es ist eine Basis. Ich versuche, diese Basis zu verstehen und damit dem Glauben einen verstandenen Grund zu geben. Dieser Prozess ist vielschichtig und wechselhaft. Auf einer Ebene entfaltet sich die Einsicht, dass die Frage nach Gott diese Frage ist: „Was soll ich tun?“ oder „Wie muss ich handeln?“ Auf einer anderen Ebene wächst die Erkenntnis, dass ich mich in den engen Grenzen meines Verstandes nie fehlerfrei verhalte und in der Hoffnung auf einen gnädigen Gott lebe. Grund dieser Hoffnung ist oft die Unsicherheit - ein tiefer Zweifel.

So ungefähr. Ihnen wird es - vermute ich - nicht anders gehen.

C.
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Beitragvon Joergen Hansson » 14.02.2008, 12:12

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Beitragvon werwolf » 14.02.2008, 13:04

Lieber J.H.,

da ich das weder das Apostolikum, noch das Nicäanum als Glaubensgrundlage akzeptiere,hat sich eine Stellungnahme meinerseits hiermit erübrigt.

Liebe Grüße
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Beitragvon Joergen Hansson » 14.02.2008, 13:19

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Beitragvon syndrome.2 » 14.02.2008, 14:23

Joergen Hansson hat geschrieben:
Wenn über christliche Glaubensgrundlagen diskutiert wird, sollte man sich wenigstens darüber verständigt haben, dass die Aussagen der Bibel, die Grundlage des apostolischen Glaubenbekenntnisses sind (ich meine nicht das Bekenntnis der NAK oder der VAG, sondern das Apostolikum), als gegebene Basis akzeptiert werden.


Ich möchte hier kurz anmerken, das seit 2005 das Apostolikum das Glaubensbekenntnis der VAG ist!!!

Gruß,
S.
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Beitragvon evah pirazzi » 14.02.2008, 14:37

werwolf hat geschrieben:es ist davon auszugehen, dass viele "Prophezeiungen" erst nach dem Eintritt des Ereignisses in den Text aufgenommen wurden, also in dem Wissen um das Geschehene.


Cemper hat geschrieben:...ich habe "drüber" geschlafen. Was ich davon halte? Ich sehe, dass etwas in einem biblischen Text - hier dem Lukasevangelium - steht und befasse mich dann mit der Fachliteratur zu diesem Text...

KLICK

... Ich sage nicht, dass etwas in der Bibel steht und behaupte dann, dass es sich - weil es in der Bibel steht - so ereignet hat. Ich sage nur: In der Bibel steht das und das - und das kann man so oder auch so verstehen. Das schützt mich vor Leichtfertigkeit in Glaubenssachen.


Werwolf und Cemper,

noch einmal zurück zur Ankündigung der Tempelzerstörung: In dem Link ist zu lesen, dass sich die Geschichtsforscher nicht einig sind, ob das Lukasevangelium vor oder nach der Zerstörung geschrieben wurde. Dafür, dass es vor dem Ereignis verfasst wurde, spricht einerseits, dass die Zerstörungsweissagungen Jesu den Geschehnissen um 70 n.Chr. keinesfalls so genau entsprechen, wie das zu erwarten wäre, wenn der Autor Jesus diese Worte nach den Geschehnissen in den Mund gelegt hätte und andererseits, dass die Ermordung des Leiters der Jerusalemer Gemeinde im Jahre 62 - Jakobus, ein Bruder Jesu - sowie der Tod des Petrus und Paulus im Zuge der neronischen Christenverfolgung nach dem Brand Roms im Jahre 64, nicht berichtet wird - dagegen die Steinigung des Stephanus sehr ausführlich behandelt wird.

Cemper hat geschrieben: ...Mein Glaube und auch mein Unglaube sind Teil meiner Weltanschauung.
...Ich erkenne, dass ich die Welt nur von dem Standpunkt aus sehen und verstehen kann, auf dem ich stehe und dass ich - wenn ich die Welt besser verstehen will - meinen Standpunkt oder Standort verlassen und einen anderen suchen muss. Dieses Wechseln ist eine lebenslängliche Aufgabe: ein Kreisgang.
...Dabei hat das Christentum - die überlieferte Religion - große Bedeutung. Es ist eine Basis. Ich versuche, diese Basis zu verstehen und damit dem Glauben einen verstandenen Grund zu geben.
...Ihnen wird es - vermute ich - nicht anders gehen.


Nun, mir geht es anders. Der Glaube ist für mich eher etwas Instinktives, ein Bauchgefühl. Es ist vorhanden, oder auch nicht.
Da haben es die Frauen generell wohl etwas leichter, als die oft kopfgesteuerten Männer.
Auf jeden Fall ist der Glaube immer das ganz persönliche Verhältnis zu Gott/Jesus Christus. Nicht umsonst hatte Christus eine ganz besonders herzliche Beziehung zu einigen Frauen.

:wink:
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Beitragvon trinity » 14.02.2008, 15:33

danke, lieber cemper, für diese antwort! mir geht es nicht anders - ich hätte es nur etwas anders gesagt ...

evah, ja, es gibt schon den unterschied zwischen männer und frauen bezüglich des glaubens! aber für mich geht es hier um die basis, auf der sich ein glaube bildet und entwickelt! und erstmal nicht um (bauch-)gefühle! die habe ich auch - wenn es um andere dinge geht. schwierig finde ich ein bauchgefühl in glaubensdingen. ein bauchgefühl will ja auch immer bestätigt sein (ist doch so!?) - wie soll das in glaubensdingen gehen?

gruss
t
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Beitragvon Joergen Hansson » 14.02.2008, 15:34

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Zuletzt geändert von Joergen Hansson am 23.02.2009, 14:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon werwolf » 14.02.2008, 17:20

Lieber Joergen Hansson,

eine ausführliche Stellungnahme zu den von Dir angegebenen Bibelstellen würde den Rahmen eines Forumbeitrages sprengen.

Wenn Du mutig bist, empfehle ich Dir in Bezug auf die Bibel zwei Bücher:

1. "Ist die Bibel richtig übersetzt" von Pinchas
Lapide

2. "Nein und Amen" von Uta Ranke-Heinemann

Liebe Grüße
werwolf
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