Neue Botschaft veröffentlicht

Beitragvon rommy » 11.01.2008, 08:21

Vielleicht entspringen diese Formulierungen ja ganz einfach der eigenen Überzeugung auserwählt zu sein. Auf jeden Fall zwängt sich mir nicht gerade der Eindruck auf, als ob sich Stap. Leber darum bemüht bei sensiblen Themen eine wie auch immer geartete Form von Deeskalationspolitik betreiben zu wollen. Dafür müsste allerdings ein im Ansatz existierende Form der Akzeptanz anderer christlicher Gemeinschaft vorhanden sein, so daß man sich selbst richtig einordnen und damit im Ton manchmal etwas bescheiden müsste. Vielmehr wird mit vollem Fokus auf sich selbst das eigene Profil gezeichnet und kommuniziert. Und um eben dieses Profil geht es seit einiger Zeit. Aus der deutschen Sicht ist es unverständlich wie man sich so unnachgiebig, geradezu naiv, als eine totalitäre Kirche darstellen kann. Aus Sicht der meisten anderen Nationen dieser Erde ist dieses Gefühl jedoch vielleicht nicht ganz so seltsam. Da dieses unterschiedlich Gefühl mit dem ganz individuellen Geschichtserleben eines Volkes entsteht, sollte man jemandem wie Stap Leber jedoch durchaus zutrauen für sein eigenes Mutterland die richtigen Worte zu wählen. Wenn er dies nicht macht, dann hat das aus meiner Sicht Methode.
Vielleicht hat die NAK ja den Traum aufgegeben in der BRD eine "Volkskirche" zu werden.
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Beitragvon Jesu Juva » 11.01.2008, 09:55

Moin!

Auch ich bin nach reiflichen Überlegungen zu dem Schluß gekommen, dass mit dem Drave-Pamphlet eine bewußte Innenwirkung erzielt werden sollte.

Schlüsselworte, die von Drave immer wieder betont werden, sind eben die Authorität des Stammapostelamtes, verbunden mit einer weitgehenden Vollmacht und Weisungsbefugnis, sowie das Einssein der Apostel in der Nachfolge des Stammapostels. Gerade letzter Punkt ist doch auch ein wesentlicher Bestandteil der proklamierten Agenda von Stammapostel Leber bei Amtsantritt gewesen (siehe hier, S.1 unten).

Gruß, L.
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Beitragvon mikae » 11.01.2008, 10:11

rommy hat geschrieben:Vielleicht hat die NAK ja den Traum aufgegeben in der BRD eine "Volkskirche" zu werden.


Gab oder gibt es solche "Träume"? Der Mitgliederanteil der NAK in Deutschland beträgt m.W. unter 0,5 %! In der Parteienlandschaft spricht man hier von 'Splittergruppen'. Ich denke das sollten sich alle bewusst sein.
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Beitragvon Cemper » 11.01.2008, 10:37

Schneider und Jesu Juva -

in der Zusammenschau steht der oben von Schneider zitierte Satz: „Vielsagend ist die Tatsache, dass die Apostel in einer der Apostelversammlungen ... es offensichtlich für notwendig hielten, dem Stammapostel (den sie zuvor bei nahezu allen Konfliktthemen überstimmt hatten) ihr Vertrauen auszusprechen und dies als schriftliche Erklärung dem Protokoll beizufügen.“

Mir ist diese Aussage auch aufgefallen. Mit ihr wird in einer Offenheit - die ich im neuap. Schrifttum sonst selten finden - die Wirklichkeit beschrieben. Einige andere Aussagen sind ähnlich deutlich und offen. Ich habe deshalb von der Zusammenschau auch positive Eindrücke. Es gibt auch (mehrere) Passagen, die ich skeptisch betrachte, weil es keine Offenheit gibt bzw. weil in einem metaphysischen Nebel argumentiert wird (Stichworte: „christologisch" oder „theologisches Verständnis des Stammapostels“).

Fakt ist: Die Argumentationsqualität in der Zusammenschau ist nicht einheitlich. Es gibt Ambivalenzen.

Die Ambivalenzen zwingen meines Erachtens zu einem differenzierten Urteil über die Zusammenschau. Den Begriff „Pamphlet“ halte ich für falsch.

C.
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Beitragvon Jesu Juva » 11.01.2008, 11:11

Cemper hat geschrieben:Den Begriff „Pamphlet“ halte ich für falsch.

Warum?

Nach meiner Einschätzung erfüllt das Machwerk von Drave die Kriterien eines Pamphlets, wie etwa Wikipedia sie nennt. Oder nicht?
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Beitragvon Randnotiz » 11.01.2008, 11:22

Schneider,

ein weiteres Fazit muss dann aber auch lauten:
Wer zur Stärkung seiner Position eine derartige Aktion nötig hat, hat ein Autoritäts- und Führungsproblem.
Nur wer die Fakten kennt, kann sie verdrehen.

(Natural Born Kieler)
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Beitragvon Ruhrgebiet » 11.01.2008, 11:24

...und noch ganz andere Probleme :roll:
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Probleme

Beitragvon Frank » 11.01.2008, 11:28

Vor allem das Problem, dass immer mehr Gläubige nicht mehr bereit sind diesen Murks mitzumachen - siehe die heftige Diskussion in allen Foren... :roll:
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Beitragvon Cemper » 11.01.2008, 12:50

Jesu Juva hat geschrieben:
Cemper hat geschrieben:Den Begriff „Pamphlet“ halte ich für falsch.

Warum?

Nach meiner Einschätzung erfüllt das Machwerk von Drave die Kriterien eines Pamphlets, wie etwa Wikipedia sie nennt. Oder nicht?

@ Jesu Juva

Sie verweisen wg. der Verwendung des Begriffes „Pamphlet“ auf Wikipedia. Dort wird ausgeführt: „Ein Pamphlet oder ‚Schmähschrift’ ist eine Schrift, in der sich jemand engagiert, oft polemisch, zu einem wissenschaftlichen, religiösen oder politischen Thema äußert. Die sachliche Argumentation tritt dabei in den Hintergrund. Die leidenschaftliche Parteinahme gegen eine Sache überwiegt bei der Argumentation. Die Herabsetzung einer anderen Person wird dabei billigend in Kauf genommen oder ist sogar das eigentliche Ziel des Pamphlets. Umgangssprachlich hat die Bezeichnung Pamphlet ihrerseits abwertenden Charakter angenommen.“

Ich kann nicht bestreiten, dass die Zusammenschau Elemente der oben zitierten Erläuterungen des Begriffes Pamphlet enthält. Die Erläuterungen treffen nach meinem Eindruck auf die Zusammenschau teilweise zu - aber eben nur teilweise. Ich sehe nicht, dass Drave insgesamt „engagiert“ schreibt. Ich sehe auch nicht, dass er „oft polemisch“ schreibt, dass „die leidenschaftliche Parteinahme gegen eine Sache“ überwiegt und dass „die Herabsetzung einer anderen Person ... billigend in Kauf genommen wird oder ist sogar das eigentliche Ziel“ ist. Ich kann nur sagen, dass ich all diese Elemente auch - auch! - sehe. Eine genaue Zuordnung einzelner Passagen und eine Quantifizierung ist aber schwierig. Ein Grund dafür ist die in der Zusammenschau oft erkennbare Vermischung der Sachebene und der Glaubensebene. Einem neuap. Historiker fällt es - wie ich schon an anderer Stelle schrieb - offenbar schwer, hier zu trennen. In den Auseinandersetzungen gibt es oft - seitens der Neuap. Kirche - die Vorstellung: "Wer nicht für mich ist, ist gegen mich." Das macht die Diskussion dann so kompliziert und vielleicht unmöglich.

Ich habe nicht den Eindruck, dass die Kirchenleitung der NAK andere "schmähen" und herabsetzen will - und ich habe zugleich den Eindruck, dass andere sich genau so behandelt fühlen. Die insofern betroffenen Menschen sollten eine Zusammenschau erarbeiten und vorlegen; sie hätten dabei den Vorteil, auf das neuap. Zusammenschau detailliert eingehen zu können und das vorläufig letzte Wort zu haben.

Ich persönlich verstehe den Begriff „Pamphlet“ etwas einfacher und umgangssprachlich. Ich verstehe ihn als „Schmähschrift“ und die Verwendung als ein abwertendes, die sachliche Diskussion erschwerendes Urteil - und ich würde ihn schon deshalb nicht benutzen.
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Beitragvon Cemper » 11.01.2008, 13:04

Schneider hat geschrieben:Noch einmal: Es heisst in der Zusammenfassung des Drave-Papiers auch:
Als wesentliche strukturelle Probleme jener Zeit sind zu nennen:
(...)
mangelnde Einsicht in den Offenbarungscharakter der Botschaft des Stammapostels
und die damit verbundene Missachtung der Amtsautorität des Stammapostels;


Das ist für mich der Wink mit dem Zaunpfahl und zugeleich der Schlüsselsatz zum Verständnis der ganzen Aktion.

Schneider

@ Schneider -

diese Drave-Schlussfolgerung verstehe ich als "neuap. Wahrheit". Sie ist ein Beispiel für die Vermischung von Glaubens- und Sachebene. Wie soll bei dieser Grundhaltung klärend diskutiert werden? Es geht wohl nicht. Und dann sollte man es auch lassen.

Oder man diskutiert doch und versucht zu klären, ob diese Stelle - wie Sie meinen - ein Schlüsselsatz ist. Kirchlich engagierte Damen und Herren können es "austesten". Wenn ich neuap. wäre und in der NAK ein Amt hätte - ich täte es sofort. Als Gemeindevorsteher würde ich meine Gemeinde und meine Bezirksleitung zu einem Gemeindeabend einladen und meine Sicht des Selbstbildes und der Zusammenschau referieren und dann eine Diskussion eröffnen. Und wenn ich kritisiert würde, würde ich nachfragen. Und wenn die bezirksleitenden Herren keine gescheiten Antworten geben, würde ich Ihnen sagen, dass sie schlecht vorbereitet sind und dass das so nicht geht.
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Beitragvon Ruhrgebiet » 11.01.2008, 13:17

Cemper hat geschrieben: Und wenn ich kritisiert würde, würde ich nachfragen. Und wenn die bezirksleitenden Herren keine gescheiten Antworten geben, würde ich Ihnen sagen, dass sie schlecht vorbereitet sind und dass das so nicht geht.


...und damit wäre Ihre neuapostolische Amtsträgertätigkeit an ihrem Ende angelangt :wink:
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Beitragvon heinrich » 11.01.2008, 13:43

...und damit wäre Ihre neuapostolische Amtsträgertätigkeit an ihrem Ende angelangt


Das könnte sein, Ruhrgebiet, ist sogar wahrscheinlich :?

Hier im wilden Süden hatten wir jedoch auch mal den anderen Weg. Der besagte Gemeindevorsteher wurde frei nach dem Peter-Prinzip „befördert“ und steht heute seinem BÄ treuestens zur Seite…….. :D

Ein schönes Wochenende uns allen,
Heinrich
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Beitragvon orig.gabi » 11.01.2008, 14:09

Jetzt ist mir endlich klar, warum sich so viele AT der NAK mit ihrer "Rechtsscheitelfrisur" irgendwie ähneln.
Es liegt am Vaselineshampoo ... :mrgreen:
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe ist,
der bleibt in Gott und Gott in ihm.
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Beitragvon Cemper » 11.01.2008, 14:56

Schneider -

das Wort Schlüsselsatz hatte ich so verstanden, wie Sie es meinen.

Zu dem Fall Schulz:

Ich kenne diese Dokumentation. Ich habe einige Zeit darin geblättert und mir lesend einen Eindruck verschafft. Das Buch von Schulz "Ist Gott eine mathematische Formel" habe ich ganz gelesen. Schulz war ja - wie Sie wohl wissen - von der Kirche einige Zeit beurlaubt und konnte in München praktisch seine Vorstellungen im Licht der Wissenschaft prüfen. Damals ist auch vom Starnberger MPI/Weizsäcker ein positives Gutachten erstellt worden. Darin wurde der Kirche in Norddeutschland empfohlen, Schulz in brüderlicher Liebe zu tragen ...

Meine Meinung dazu ist: Die Freiheit/Offenheit im Protestantismus ist riesig. Sie wird auch genutzt. Probleme gibt es selten (man sieht es ja am Fall Schulz - der einzige Fall). Schulz hat sich aber mit seinen Predigten und Thesen - so jedenfalls lese und verstehe ich die Texte im hinteren Teil des Buches "Ist Gott eine mathematische Formel" - der Kirche gegenüber unnötig provokativ verhalten. Schulz hat - so mein Eindruck - gegen kirchliche Positionen argumentiert, die so - wie er sie beschreibt - in der ev. Kirche nicht vertreten werden. Dabei hat er in einseitiger Deutlichkeit traditionell gläubige Menschen verletzt. Kollegen - die ähnlich denken/glauben - formulieren offener; sie formulieren so, dass der traditionell gläubige Gottesdienstbesucher sich "noch finden kann".

Ein solcher Krach füllt die Kirchen. Das ist so.

Es wäre wohl besser gewesen, wenn die Kirche ihn nicht ...

PS: Ich korrigiere den Eintrag. Der Satz "... die so - wie er sie beschreibt - in der ev. Kirche nicht vertreten werden" müsste präziser lauten: "die so - wie er sie beschreibt - in der ev. Kirche nach meinem Eindruck von wenigen Pastoren und von Universitätstheologen noch seltener vertreten werden."
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