Info-Abend 04.12.07: Entschuldigung von StAp. Leber?

Beitragvon chris » 11.12.2007, 22:11

Schade....schade....Ich finde die Fragen sehr interessant. Die haben eigentlich weniger mit dem 04.12. zu tun.....Wie: Wann ist eine Entschuldigung eine Entschuldigung? Hängt es von dem ab, an den die Entschuldigung gerichtet ist, wie Lars schrieb:
Leider ist das aber völlig belanglos, solange der, an dem Du Dich verschuldet hast, es nicht als Bitte um Entschuldigung ansieht.

Oder objektiv.

Liebe Tergram,
wenn ich jetzt sage: Für mich ist das noch keine (ausreichende) Entschuldigung! Wärs dann keine? Ich denke schon.



Auch frag ich mich: Wie gesagt: Solche Formulierungen hab ich schon mehrfach gehört. Und ernst genommen - deshalb möchte ich sie nicht pauschal als "verbalen Trick" von jemanden ansehen, der eigentlich nicht will und trotdem als "der Gute" dastehen will. (Gerade dann würde ich eher...). Und ich frag mich jetzt: Bin ich einfach zu gutgläubig. Scheinbar....Ich glaub immer an das Gute im Menschen. Obwohl man eigentlich ÜBERALL des besseren belehrt wird. Überall. Überall!

Mir ist es derzeit "Banane", ob es eine war oder nicht! Mir geht es um das "WARUM", das "VERSTEHEN" - nicht um verbalakrobatik.

Ich bin zwar NAKler - aber ich muss niemanden "bekehren" oder "belehren".
Mir sind zwei Dinge klar:
1. Hat das hier keine nötig.
2. Wenn es hier jemand nötig hätte, wäre ich nicht der richtige dafür.

Wir geht es um den Austausch - um das "anders sein" (lassen). Leben und leben lassen. Für beide Seiten! Insoweit....naja....lassen wirs....

Liebe Grüße
Christian
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Beitragvon Randnotiz » 11.12.2007, 22:17

Christian,

worum ging es dir jetzt eigentlich in dem obigen Beitrag?
Irgendwie ist das ... Hirnsülz.
Nur wer die Fakten kennt, kann sie verdrehen.

(Natural Born Kieler)
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Beitragvon exkantor » 11.12.2007, 22:21

Na und, Hauptsache mal was gesagt. :mrgreen:
"Dass nur die Neuapostolischen das(die Apostel) wahrnehmen, ist eigentlich ein Betriebsunfall, das soll ja gar nicht so sein. Die sollen in der Mitte der Kirche Christi stehen und nicht am Rande, wie es jetzt ist." (Dr. Reinhard Kiefer)
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Beitragvon gecko » 11.12.2007, 22:37

fragen wir doch jemanden, der sich auskennt: den stammapostel selbst:

sehr geehrter stammapostel leber,

sicher haben Sie nach dem informationsabend die diskussion im internet verfolgt (verfolgen lassen) - die "fachleute" streiten sich: war das nun eine entschuldigung oder war das keine entschuldigung. mein vorschlag war: fragen wir doch dort nach, wo man es wissen muesste ... beim stammapostel selbst.

hier der wortlaut, der gemeint ist: "Ich würde mir wünschen, dass wir eines Tages zu einer gemeinsamen Erklärung kommen, um so auch offiziell zu einer Versöhnung zu gelangen. Ich möchte hier heute das Signal geben, dass ich bereit bin, mich im Namen der Kirche zu entschuldigen, wenn Dinge geschehen sind, die nicht in Ordnung waren. Das betrifft vor allem den Umgang mit denjenigen, die sich von der Kirche losgesagt haben. Das wird auch Gegenstand der weiteren Gespräche sein."

mit freundlichen gruessen
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Beitragvon mel_eben » 11.12.2007, 22:50

Hallo Chris,

auch ich lese keine Entschuldigung in Lebers Worten. Dass andere anderes gehoert haben, macht schon deutlich, wo der Hund vermutlich begraben liegt: Sie haben es nur gehoert und die subjektiv wichtigen Worte herausgefiltert. Eins davon war eben Entschuldigung.

chris hat geschrieben:1. Ich höre "oft" den Satz: Ich biete meine Entschuldigung an! Und habe den Eindruck, es ist wirklich als demütige Entschuldigung gemeint.


Also, ich kann mich nicht erinnern, den Satz mal gehoert zu haben. Und wenn, ist er falsch formuliert. Das aendert nichts daran, dass er ernstgemeint sein kann. In diesem Fall liegt dann vielleicht sprachliches Ungeschick vor. Er kann aber auch aus einer bestimmten Einstellung heraus formuliert worden sein, dass man naemlich trotz Entschuldigung noch "auf Augenhoehe" bleiben will - dann ist er fast schon frech.

Man kann Entschuldigung, also das Aufheben der Schuld, nicht "anbieten". Das wuerde bedeuten, dass man selber die Aufhebung der Schuld bewirkt. Man kann sie vom anderen erbitten - ihm schulde ich etwas, und er kann mir die Schuld vergeben. Setze fuer Schuld eine Geldschuld ein, dann wirds deutlich.
Stell dir vor, ich leihe mir von dir 100 Euro und biete dir dann an, dass wir die Schuld aufheben - waere dir das recht?

Zweitens: ein Bereit-Sein ist nicht die Tat selber. Wenn ich bereit bin, etwas zu stehlen, ist das nicht strafbar - das Stehlen selber schon.

4. Wo ist die Bedingung? Das "Wenn". Wieso ist meine Meinung, dass durch den nächsten Satz es keine Bedingung ist im Sinn von "falls", sondern der Hinweis "immer dort wo" gemeint ist. Ich denke, nicht jeder hat jedem weh getan. Aber viele/die Meisten vielen anderen. ...Wieso wird dies anders verstanden, woran macht ihr das fest?


Ich kann mir tatsaechlich vorstellen, dass Leber es so gemeint hat: "immer dort wo", denn selbst wenn nun Bischoff ent-schuldigt ist, bleibt vorlaeufig unbestritten, dass manche NAK-Mitglieder angesichts der Botschaftsaffaere ein unchristliches Verhalten gegenueber den skeptischen Mitgeschwistern zeigten. Das Ganze gewinnt aber eine pikante Ironie, weil die grosse Schuld der NAK, die (mindestens) Mitwirkung an der Kirchenspaltung, eben als nicht-existent erklaert wird. Vor diesem Hintergrund verblasst ein moeglicher guter Gedanke in der geschraubten Formel Lebers fast bis zur Unkenntlichkeit. Man mag darin Ungeschick und mangelnde Einfuehlsamkeit sehen - wenn man es weniger wohlwollend interpretiert, mag man es sogar als Schutzbehauptung verstehen ("Wieso - wir haben doch unsere Bereitschaft zur Entschuldigung gezeigt!"). Mir erscheint die erste Variante wahrscheinlicher.

Mit freundlichem Gruss
Melanie
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Beitragvon chris » 12.12.2007, 12:25

Hallo Mel,

ich muss gestehen: Früher dachte ich (vielleicht war ich da noch 100%NAKler (jetzt nur noch 99,99%) (schön wärs - oder auch nicht - je nach dem, was man darunter versteht :wink: ) Du bist überkritisch. Jetzt merk ich langsam, Du bist bemüht um Objektivität und das finde ich richtig klasse.

Ich denke aber, wir kommen nicht weiter, wenn wir "Schuld" an der "Spaltung" suchen.

Da waren die einen um Bischoff, die das Stammapostelamt entsprechend hoch hielten, Bedingungslos glaubten (oder so taten) und auf dieser Seite standen.
Da waren die anderen um Kuhlen, die die Botschaft anzweifelten und vermutlich noch andere Konfliktpunkte mit der Kirchenlehre hatten.

Beide seiten lebten konsequent ihre Einstellung. Das führte zwangsweise zur Trennung.

Dahinter steht, WIE manches gemacht wurde.

Und hier dürfte das Feingefühl teilweise gefehlt haben. - Ich weiß, sehr schwache Formulierung für die Tatsache. Und ich glaub, hier muss man ansetzen.

Der Glaube an die Botschaft ist das eine (war ja zumindest der letzte Tropfen, vermutlich mehr). Die Art und Weise, wie Glaube eingefordert wurde, wie mit "Ungläubigen" umgegangen worden ist, das andere.

Ich habe Begriffen, dass im eigentlichen Sinn einer Entschuldigung es keine solche war. Mir fällt nur schwer zu glauben, dass es keine sein sollte. Angesichts der Gespräche, die ich hier mit einigen hatte, fällt es mir aber auch schwer, es einfach als "ungeschickt formuliert" abzutun.
Die 100,-- EUR - gutes Beispiel!

Das unchristliche Verhalten mancher NAK-Mitglieder hat er in meinen Augen eingeräumt. Allerdings ist die Frage, fast unerheblich, denke ich gerade, wenn es keine Entschuldigung war. Wenn ich Dir einen "ungültigen Gutschein" gebe, ist egal, ob ich darauf schreibe: Einzulösen am 31.12. oder was auch immer.

Wieso ich immer noch glauben möchte, dass es eine Entschuldigung sein sollte: Sonst macht dieser Zusatz (insbesondere...) eigentlich keinen Sinn. Ich räume ein, dass ich Dir Unrecht getan habe - sage etwas, dass nach Entschuldigung klingt, aber würde es nicht so meinen. Das wäre ja absurd. :x :shock:

Aber wir gesagt: Die genannten Begründungen sind schon kaum zu widerlegen.

Lieber Randnotiz,
1. Bedauern zum Ausdruck bringen, dass die in meinen Augen interessanten Fragen, die ich nicht im Hinblick auf den 04.12. sondern allgemein mir stellte, bis zu diesem Zeitpunkt unbeantwortet geblieben waren.

2. Herausgreifen einer Frage: Wann ist eine Entschuldigung eine Entschuldigung (Ent-Schuldigung)?

3. Hinweis, dass ich diese Formulierung bereits kannte und bisher immer ernst genommen habe. Daraus resultiert die Frage, ob man diese Formulierung pauschal ablehnen kann, oder ob auch eine ernst gemente Ent-Schuldigung so formuliert sein könnte (ohne dies jetzt auf den 04.12. unbedingt übertragen zu müssen).

4. Zweifel am wirklich Guten im Menschen geäußert, da dies in vielen Bereichen keine verlässliche Größe ist. Und dies unabhängig der Personen.

5. Hinweis: Meine Frage zielte jetzt nicht darauf ab, zu ergründen, ob es eine war oder nicht. Sondern mich interessiert nun: Wieso haben einige es so verstanden, andere so. Was waren die Signalwörter. Es auf Brillen zu schieben, ist hier aber zu einfach, bzw. würde umbekehrt genauso funktionieren: Die anderen haben halt Contra-Brillen. Aber das bringt nix. Zumindest nicht dem, der an Dialog interessiert ist.

6. Hinweis auf meine Motivation: Viele NAKler wollen Augen öffnen. Ich weiß, dass ich das nicht muss, nicht brauche - und wenn es nötig wäre, hier jemanden die Augen zu öffnen, dann bin ich nicht der richtige dafür. Damit wolle ich zum Ausdruck bringen, dass ich meinen Standpunkt nicht über den der anderen setzen will.

7. Hinweis, dass ich bei einigen den Eindruck habe, dass sie mich genauso betrachten wie früher die NAK ihre Kritiker: Wir haben Recht, sind im Licht,...der andere. Etwas mehr Gleichberechtigung im Dialog.

8. Abschluss: Es wurde genug gesagt, passt schon.

Äh...wolltest Du überhaupt wissen, was ich damit sagen wollte? Oder war die Hauptsache nur, irgendwas gesagt zu haben, also, sozusagen, quasi "Hirnsülz" (was immer das sein mag: Weder bei wikipedia, noch bei wissen.de, noch in meinem Duden bekomme ich eine Definition) :wink:

Lieben Gruß
Christian
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Beitragvon organa » 12.12.2007, 13:25

Hallo chris,
ich möchte aus Deinem Beitrag einen Punkt herausgreifen:

chris hat geschrieben:Da waren die einen um Bischoff, die das Stammapostelamt entsprechend hoch hielten, Bedingungslos glaubten (oder so taten) und auf dieser Seite standen.
Da waren die anderen um Kuhlen, die die Botschaft anzweifelten und vermutlich noch andere Konfliktpunkte mit der Kirchenlehre hatten.


Ich verstehe nicht genau, wie das von mir Gefettete gemeint ist. Die "vermutlichen anderen Konfliktpunkte" - sind sie belegt? bei allen, die sich zu Kuhlen hielten? Doch wohl kaum.

Mir selbst sind einige Neuapostolische bekannt, die durchaus glaubten und "treu nachfolgten" - bis die Botschaft kam.

Ich möchte niemanden etwas unterstellen, aber die These, daß die Botschaftsgegner "vermutlich noch andere Konfliktpunkte mit der Kirchenlehre hatten", halte ich für grenzwertig und äußerst tendenziös. Sie beinhaltet unterschwellig die Aussage: Diejenigen, die Kuhlen folgten, waren eh schon laue und unzuverlässige, unzufriedene und halbherzige Leute.

Daraus könnte man schliessen: Die haben die Botschaft nur zum Anlaß genommen. Die wären eh gegangen. So, wie lt. Dr. Drave ja auch Kuhlen nur deshalb opponierte, weil er profilneurotisch war.

Mit der Botschaft hat das alles angeblich nichts zu tun - das kam nach dem Informationsabend bei mir an.

Und diese menschlich indiskutable Art der Vergangenheitsbewältigung bzw. -Zurechtbiegung ist einer Kirche wirklich unwürdig und wird weiterhin für viel Schmerz sorgen.
"Es wurden schon viele Kirchen leergepredigt, aber noch keine leergesungen..."
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Beitragvon chris » 12.12.2007, 13:58

Hallo Organa,

der Info-Abend sagte aus, es gäbe noch andere Gründe als die Botschaft. Und das ist auch etwas, was ich mir vorstellen könnte. Scheinbar hatte Kuhlen und andere auch ein anderes Verständnis über das Stammapostelamt. Und, das ist ja vollkommen in Ordnung. Ich würde nie das unterstellen, was Du dann schreibst: Sie seine lau - und der ganze "Unsinn" (klar, wäre es typsich für viele NAKler).

Auch ist klar, dass dies nicht bei allen so war. Es dürfte weder bei allen alleine die Botschaft gewesen sein (unabhängig, was bei Kuhlen evtl. noch dahinter stand) und umgekehrt dürfte es bei einigen durchaus nur die Botschaft gewesen sein. Ob nun 40:60 oder 60:40.....

Aber ich weiß es nicht. Deshalb vermute ich es. Die Aussage der Kirche war hier eindeutiger. Da war die Botschaft "nur" der letzte Tropfen. Für mich war es mehr. Der letzte Liter, oder was auch immer. Ob 99% oder 50% oder 10% spielt keine Rolle. Und wenn es doch 100% Botschaft wären, ist es auch egal. Ob es gute oder schlechte Gründe für eine Trennung/Scheidung gibt. Die Kinder leiden. Wie stark sie leiden hängt von der Art und Weise der Trennung ab. Manche Kinder würden mehr leiden, wenn die Ehe zum Schein aufrecht erhalten bleibt. Dann trennt man sich - und macht das beste draus. Und begegnet sich weiterhin in Achtung und Verständnis.
Das wäre mein Wunsch für alle Scheidungskinder, und für die NAK und VAG.

Ich weiß, dass diese Aussage - zu meiner Jugendzeit war das so - diese unterschwellige Botschaft vermitteln kann. Aber sie muss es nicht. Neutral gelesen heißt es nur: Der Konflikt ist größer!
Ich möchte nicht wieder Haare spalten oder Brillen aufgesetzt bekommen, deswegen stelle ich jetzt keine Mutmaßungen auf, ob und wie es am 04.12. gemeint war.
Ich weiß aber, wie ich es meine - und distanziere ich von dieser Interpretation (auch wenn Du nur die Worte so ausgelegt hast, wie es viele (früher) gemeint haben, und nicht gesagt hast, ich hätte es so gemeint; aber solche Abwertungen finde ich nicht gut! Ich hab ja darauf hingewiesen, dass ich großen Respekt vor Kuhlen habe und dass er einfach SEINEN Weg gegangen ist. Dies geht nur, wenn man nicht unzuverlässig und nicht halbherzig ist).

Lieben Gruße
Christian
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Beitragvon chris » 13.12.2007, 07:08

Hallo zusammen,

erstmal: Sorry, ich bitte um ent-schuldigung, dass ich so vernagelt war. Aber nach ersten Gesprächen, meinem Eindruck, war ich der Überzeugung, es war eine Entschuldigung, war so gmeint.

Danke für die, die die Geduld (schön, 3*die) mit mir nicht verloren haben und mir Gelegenheit gegeben haben, meinen Standpunkt zu reflektieren. Es ist sicher nicht leicht - aber nur so kann der andere wachsen. Danke.

Ich hab mit Glaubensgeschwister auch über die Frage gesprochen. Die liebraleren waren der Meinung: Es war eine Entschuldigung (YEAH! Ich hab Recht! :wink: ). Und die konservativen meinten: Ne, natürlich nicht!

Und dann kam noch etwas, was den Groschen fallen hat lassen:
Bei einem Infoabend für NAK-Glaubensgeschwister ist der falsche Rahmen sich bei den VAG-Geschwistern zu entschuldigen.
Stimmt doch. Er muss sich nicht bei mir entschuldigen. Sondern bei den anderen. Deshalb wäre es eigentlich auch nicht mehr absurd.

Es wird sich zeigen, ob und wann und wie diese "Absichtserklärung" (Andeutung) in die Tat umgesetzt werden wird.

Nochmals DANK!

Liebe Grüße
Christian
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Beitragvon dialog » 13.12.2007, 22:27

Hallo Chris,

an vielen Stellen hab ich jetzt deine Beiträge gelesen und meine mich in manchen Dingen wieder zu erkennen.

Es ist noch nicht lange her, da habe ich auch versucht das Verhalten der Kirche unter göttlichen Gesichtspunkten zu bewerten und das Gute hinter allem zu sehen.

Auch habe ich immer wieder grampfhaft versucht zusammen zu bringen, was nicht zusammen zu bringen war (für mich jedenfalls).

Setz einfach mal die NAK-Brille ab und lass gesunden Verstand nüchtern betrachten.

Geh einfach mal davon aus, dass in der NAK Menschen handeln wie sonst über all auch und alles ganz normal abläuft (Grabenkämpfe, Macht, Eitelkeiten,...).

Wenn der Pathos des Göttlichen abgestreift wird und die schnöde, sachliche Fassade einer Organisation und Machtstruktur zum Vorschein kommt, kann man ziemlich ernüchtert da stehen (beispielsweise Seegenslinie kontra Vetternwirtschaft).

Für mich war und ist es immer noch ein sehr wichtiger und intensiver Prozess, meinen Glauben an Jesus Christus zu trennen von einer Organisation, die aktuell an allen Ecken und Enden versucht zu gefallen und zu restaurieren.

Nicht dass wir uns falsch verstehen. Ich bin NAKler, ich bin im Amt, ich gehe zum Gottesdienst, ich bringe mich ein.

Aber mit Verstand und meinem eigenen Gewissen, dort wo ich will und wie ich will.

Keiner sagt mir, wie und was ich zu denken habe und was wie gewesen ist oder sein wird oder wie ich was zu sehen habe.

Nüchtern betrachtet, wurde am 04.12. u.a. sehr viel Porzellan zerschlagen, da hilft alle Rethorik und alles erklären und verstehen wollen nicht.

Von einer Geschichtsaufarbeitung kann nicht die Rede sein.

Von einer Entschuldigung kann nicht die Rede sein.

Von Respekt, Anstand und aufeinander zugehen kann nicht die Rede sein.

Um jetzt gleich manche Frage zu beantworten:

Ja - ich überlege, welche Konsequenzen u.a. der 04.12. für mich hat und so manches andere, was dieses und letztes Jahr so in der NAK gelaufen ist.

Aber da lasse ich Ruhe walten.

Einfach so entwurzelt werden ist auch nicht die Lösung.

Ich habe auf Gemeindeebene und in meiner eigenen Familie Verantwortung für viele, mir sehr wichtige und liebe Menschen.

Da reisst man nicht einfach so alles nieder, nur weil ein paar grosskopfete meinen, Wirbel machen zu müssen.

In der Gemeinde fühlen wir (ich und meine Familie) uns sehr wohl.

Und da denk ich bei all dem was gerade so los ist an meine Oma.

Die hat alle diese Zeiten über die hier diskutiert wird durchgestanden. Hat alles nüchtern und mit Abstand betrachtet, glasklar und kritisch erkannt was da getrieben wurde und wird.

Aber ihren Glauben, den konnte ihr keiner nehmen.

Dieser Glaube ist nicht konformistisch mit dem offiziellen Leh(e)raussagen einher gegangen, sondern hat sich selbstständig und individuell entwickelt.

Und ich bin überzeugt, da gibt es noch eine ganze Menge mehr Leute, bei denen das genau so ist.

Getreu nach dem Motto:
"Lass die da oben doch erzählen, das Leben schreibt die wahren Geschichten"

Viel anders ist es u.a. in der RKK sicherlich auch nicht.

Wenn da die Milliarden von Gläubigen nach jeder neuen Ausarbeitung eines Papstes oder eines Kardinals ausrasten würden, nur weil da wieder (und das studiert) "blödsinn" werzapft wird?

Die Mächtigen sind einfach leicht zu durchschauen.

Hat nicht Jesus selbst genau vor diesen mächtigen Heilsbringern gewarnt?

Ohne eine Gemeinschaft, ein soziales Gefüge geht es wohl nicht. Aber die Oberen sind da halt auch immer inklusive. Und da muss man dann entscheiden, wie weit man mitgehen kann und wo für einen persönlich die Grenzen sind. Am System selbst, wird man selbst wohl kaum etwas ändern können. Aber den eigenen Standpunkt muss man vertreten und sich jeden Morgen im Spiegel sehen können.

Entschuldige, aber du warst jetzt einfach der Anlass, um mal so ein wenig was los zu werden.

Hat aber schlussendlich wohl mehr mit mir zu tun und weniger mit dir.

Liebe Grüsse
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Beitragvon chris » 14.12.2007, 08:51

Lieber Dialog,

hm, ich finde nicht, dass es was mit "Brille" zu tun hat, sondern mit "Verstehen".

Für mich waren zwei Dinge maßgeblich:
1. Finde/Fand ich die Formulierung "ich biete an" nicht ungewöhnlich.

2. Durch das genaue benennen eines konkreten Fehlers war für mich ersichtlich, dass man diesen zugibt.

Wenn ich einen Fehler zugebe, dann Entschuldige ich mich auch dafür. Und in Kompination war es für mich eindeutig.

Jetzt gingen mir viel nach. Und dann hab ich eingesehen. Ich will ja einsehen. Ich will - und tu es auch nicht - einfach blind nachfolgen. Aber ich will auch nicht alles immer gleich negativ bewerten. Hinter jedem gewählten Word in einer freien Predigt wird teilweise ein Skandal aufgebaut, weil das Wort auch ... Ohne verstehen zu wollen, ohne nachdenken zu wollen, ob er es so gemeint haben kann. Oft ergibt sich aus dem Zusammenhang dann was anderes, eben dass es nicht so gemeint gewesen sein kann (auch ein Brille).

Ich finde die Aufarbeitung jetzt nicht so schlimm wie alle. Ich konnte noch nicht lesen, was im Internet steht (muss erst Harry Potter lesen, meine Frau will mit mir darüber reden; ich will ihn ja auch lesen - aber ich hätte Zeit gehabt), ich betrachte das was gesagt wurde nicht alleine: Für mich ist es im Zusammenhang mit den anderen Informaitonen daher ein eher ausgewogenes Bild. Ich hatte vorher vor Kuhlen schon so viel Achtung, dass die Darstellung diese gar nicht schwächen konnte. Ich betrachte es auch nicht nach gut/böse, Recht/Unrecht - damit tun wir, den damaligen Beteiligten teilweise unrecht. Wenn ich darauf hinweise, dann eben, weil mir klar ist: Vielleicht ist es so, nur ich habs einfach nicht wahrgenommen. Nicht, weil ich mir denke: Meine NAK macht das nicht (die macht so einiges, wenn ich an den Brief über Ap. R. jun. denke - ich weiß zwar nicht mehr, was darin stand. Das Entsetzen über ihn, dass der Brief ausgelöst hat, wieß ich aber noch. Kann also nicht nett gewesen sein, vermutlich auch nicht nüchtern. Eine Darstellung: Wegen Differenzen haben wir uns getrennt, wir wünschen ihm Gottes Segen auf seinem weiteren Weg (wäre nüchtern gewesen, hätte aber vermutlich nicht Entsetzen ausgelöst). Was ich mitgenommen habe: Dass die Sachlage vermutlich auch nicht so eindeutig alleine zu Lasten der NAK geht, wie dies für mich aus den bisherigen Dokumenten hervor ging.

NAK-Brille:
Gerade die Konservativen sagen auch: Keine Entschuldigung.....
Finde ich interessant! Hat das auch jemand anderes beobachtet?

Liebe Grüße
Christian
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Beitragvon gecko » 14.12.2007, 17:46

gecko hat geschrieben:fragen wir doch jemanden, der sich auskennt: den stammapostel selbst:

sehr geehrter stammapostel leber,

sicher haben Sie nach dem informationsabend die diskussion im internet verfolgt (verfolgen lassen) - die "fachleute" streiten sich: war das nun eine entschuldigung oder war das keine entschuldigung. mein vorschlag war: fragen wir doch dort nach, wo man es wissen muesste ... beim stammapostel selbst.

hier der wortlaut, der gemeint ist: "Ich würde mir wünschen, dass wir eines Tages zu einer gemeinsamen Erklärung kommen, um so auch offiziell zu einer Versöhnung zu gelangen. Ich möchte hier heute das Signal geben, dass ich bereit bin, mich im Namen der Kirche zu entschuldigen, wenn Dinge geschehen sind, die nicht in Ordnung waren. Das betrifft vor allem den Umgang mit denjenigen, die sich von der Kirche losgesagt haben. Das wird auch Gegenstand der weiteren Gespräche sein."

mit freundlichen gruessen


die antwort ist eingetroffen:

Lieber Bruder ......

Der Stammapostel hat Ihre Anfrage erhalten und teilt Ihnen mit, dass seine Aussage so zu verstehen ist, dass es ein Angebot für eine Entschuldigung ist. Wie seiner Erklärung zu entnehmen ist, soll der Dialog mit der VAG weitergeführt werden, um letztlich zu einer Aussöhnung und einer gemeinsamen Erklärung zu kommen. Diese könnte dann eine offizielle Entschuldigung seitens der NAK enthalten, wenn Dinge geschehen sind, die nicht in Ordnung waren.

Wir hoffen, dass diese Aussage Ihre Frage beantwortet.

Mit freundlichen Grüssen
..... .....
Sekretariat des Stammapostels
Neuapostolische Kirche International
Ueberlandstrasse 243
CH-8050 Zürich
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Beitragvon johnnelsonjun » 14.12.2007, 18:09

Danke, Herr gecko :wink: ,

da ist ja mal wieder alles klar :arrow:
"Entschuldigung, wenn ..."

Meine Güte, hinter welchem Mond leben sie denn in Zürich?!!? :shock:

Ich habe zu Hause zwei "ältere Herrschaften" sitzen, die voll durch das Botschafts-Drama gegangen sind und zwar in einem Bezirk, der von Kuhlen nichts mitbekommen hatte (jedenfalls nicht die einfachen Kirchenmitglieder), weil man dort hunderte von Kilomtern entfernt war und die nur - einzig und allein nur - wegen der Nichterfüllung der Botschaft der NAK den Rücken gekehrt haben. Letzteres hatte jahrzehntelanges Spießrutenlaufen in der eigenen "treuen NAK-Familie" zur Folge. Und dieser Spießrutenlauf war abgesegneten von einem BAP! "Wenn Dinge geschehen sind (!!!), die nicht in Ordnung waren ... "

Nichts für ungut, Herr gecko, aber das musste jetzt mal raus. Schönen Abend noch - und grüßen Sie Frau gecko (unbekannterweise),

JNj. :wink:
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Beitragvon gecko » 14.12.2007, 22:22

ja, das waere geklaert ... jetzt braucht niemand mehr in vorlaufendem gehorsam und mit rosa brille eine entschuldigung hineininterpretieren ...

dass ich die aussage des stammapostels so verstanden habe hab' ich geantwortet ... dass ich darueber aber nicht gluecklich bin hab ich auch geantwortet ...

danke fuer die gruesse :wink:
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