Abschiedsbrief von Bezirksapostel Wend

Abschiedsbrief von Bezirksapostel Wend

Beitragvon Jesu Juva » 08.01.2009, 12:38

Der auf nak.org veröffentlichte Abschiedsbrief des scheidenden Bezirksapostels Hagen Wend enthält eine Passage, die ich einfach wundervoll finde:

Bezirksapostel Hagen Wend hat geschrieben:Nun sind mir in meiner Amtsführung sicher auch Fehler unterlaufen. Wenn ich dabei jemand verletzt oder gekränkt habe, bitte ich um Verzeihung. Zugleich danke ich all denen, die mich auf Fehler und Ungeschicklichkeiten aufmerksam gemacht bzw. Aussagen oder Verhalten kritisiert haben. Das gab Gelegenheit, manches zu erklären bzw. war ein guter Anlass, mich selbst zu überprüfen.

Ich verneige mich vor dem Menschen, der diese Einstellung entwickeln durfte. Damit gibt er ein großartiges Vorbild ab. Danke!
Benutzeravatar
Jesu Juva
 
Beiträge: 1221
Registriert: 17.02.2006, 11:22

Beitragvon Cemper » 08.01.2009, 13:07

Ja - das ist ein schöner Brief. Die Lektüre sei denen empfohlen, die die Neuap. Kirche ganz anders sehen und hier im Forum schimpfen, dass es nur so kracht.

Ich möchte aber gerade hier - im Blick auf Wend - einen Punkt ansprechen. Ich hatte mal Gelegenheit zu sehen, welche Bücher Wend in seinem Arbeitszimmer hat. Da gab es einige theologische Fachliteratur. Angesichts dieser Literatur frage ich mich, wie jemand wie Wend - der diese Literatur verstehen dürfte (er ist ja Jurist und hat über ein rechtshistorisches Thema promoviert) - die neuap. Glaubensbekenntnisaussagen und das von ihm vorgestellte NAK-Selbstbild versteht. Ich frage mich, wie Wend - abweichend von der theologischen Literatur - die Wiederkunft Christi versteht, auf die er in seinem Brief hinweist und auf die er (so seine Worte) freudig wartet.

Ich wünsche Herrn Wend eine gute und ruhige Zeit nach seinem Dienstende. Und dann habe ich auch noch einen Wunsch: Vielleicht kann Herr Dr. Wend in seiner Ruhestandszeit etwas schreiben. Einige Aufsätze in der Art von Beiträgen für Fachzeitschriften - Aufsätze über Themen, die im neuen NAK-Katechismus behandelt werden. Oder - als Beispiel - eine Auseinandersetzung etwa mit den Interpretationen des Glaubensbekenntnisses von Pannenberg und Küng aus neuap. Sicht (von Küng stand etwas bei ihm rum - wenn ich das richtig erinnere ...).

Heinrich Cemper
Ob ich gläubig bin? Das weiß nur Gott allein.
Stanislaw Jerzy Lec (Unfrisierte Gedanken)
Benutzeravatar
Cemper
 
Beiträge: 12421
Registriert: 01.02.2004, 11:12

Beitragvon heinrich » 08.01.2009, 13:35

@JesuJuva

Die von Ihnen aufgezeigte und sehr bemerkenswerte Passage im Dankesbrief von Herrn Dr. Wend könnte man doch – leicht abgewandelt – in die Richtlinien für Amtsräger der NAK aufnehmen, in etwa so:

„Wenn ich in meiner Amtsführung jemand kränke oder verletze, bitte ich um Verzeihung.

Zugleich werde ich all denen danken, die mich auf Fehler und Ungeschicklichkeiten aufmerksam machen bzw. Aussagen oder Verhalten kritisieren.

Das gibt mir Gelegenheit, manches zu erklären bzw. ist ein guter Anlass, mich selbst zu überprüfen.“

Liebe Grüße aus dem eiskalten Süden :D
Heinrich
heinrich
 
Beiträge: 875
Registriert: 13.08.2007, 14:17
Wohnort: 279 m über dem Meer

Beitragvon Jesu Juva » 08.01.2009, 13:49

Hallo Heinrich,

ich denke nicht, dass eine Kodifizierung dieser Sätze zu einer allgemeinen Verhaltensregel für Amtsträger den gewünschten Effekt haben dürfte. Schließlich handelt es sich dabei um eine innere Einstellung, die man sich selbst erwerben muss, und nicht um ein äußerliches Verhaltensmuster, dass man sich überstreift wie einen schwarzen Anzug.

Viele Grüße!
Benutzeravatar
Jesu Juva
 
Beiträge: 1221
Registriert: 17.02.2006, 11:22

Beitragvon Uli » 08.01.2009, 13:56

heinrich - das käme ja einem Persilschein nahe!
:shock:
Uli
 

Beitragvon Ruhrgebiet » 08.01.2009, 13:56

JJ,

es ist sicherlich "lobenswert", dass Herr Wend diese Passage geschrieben hat. Ich bin mir sicher, es handelt sich bei ihm um eine ehrliche und authentische Aussage. Allerdings sind dies Kompetenzen, die heutzutage von jeder Führungskraft erwartet werden. Insofern halte ich das, was er schreibt für eine Selbstverständlichkeit.

LG RG :wink:
„Empfangt, was ihr seid: Leib Christi, damit ihr werdet, was ihr empfangt: Leib Christi.“ (Augustinus)
Benutzeravatar
Ruhrgebiet
 
Beiträge: 3218
Registriert: 19.03.2005, 15:53
Wohnort: ...tief im Westen

Beitragvon Jesu Juva » 08.01.2009, 14:11

Ruhrgebiet hat geschrieben:Allerdings sind dies Kompetenzen, die heutzutage von jeder Führungskraft erwartet werden. Insofern halte ich das, was er schreibt für eine Selbstverständlichkeit.

Naja, immer den geltenden Bezugsrahmen berücksichtigen. In der NAK ist vieles, was ansonsten bereits selbstverständlich ist, noch die Ausnahme. Dazu gehört leider auch, dass "Führungskräfte" irgendwelche wie auch immer gearteten Kompentenzen mitbringen. Insofern: Ein schönes Vorbild.

LG JJ ;-)
Benutzeravatar
Jesu Juva
 
Beiträge: 1221
Registriert: 17.02.2006, 11:22


Zurück zu Aus den Gebietskirchen



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste