Verschoben: über Mitleid mit Problemfällen

Beitragvon Cleopatra » 21.04.2007, 19:25

Das war auch einer von vielen Knackpunkten für mich. Da ich nicht befähigt bin, die Bibelverse in ihrer eigentlichen Bedeutung zu erfassen, mußte ich mir eben die Erklärungen hierzu durchlesen. Erklärt von Theologen. Dann war es für mich plötzlich logisch, ich begriff diesen Vers in der eigentlichen Bedeutung. Nun haben auch Theologen unterschiedliche Ansichten, wobei es Sachverhalte gibt, die allgemeine Gültigkeit haben, aber nicht unbedingt in der NAK. Was einem sonst noch bleibt, ist darauf zu hoffen, daß einem Gott das erschließt, was noch unklar ist. Gibt es ihn, wird er es schon machen....denk ich mal. :roll:

LG, Cleo
Jedes Phänomen, das uns bewusst wird, ist stets eine Manifestation des Geistes. [Buddha Shakyamuni, Surangama Sutra, ca. 500 v. Chr.]
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"Du bist, was du denkst!"
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Namaste
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Beitragvon Mark » 21.04.2007, 19:47

Zum Stellenwert der Bibel in der NAK bin ich 32 Jahre lang so sozialisiert worden ...
der Buchstabe tötet ... allein der Geist macht lebendig ... so wurden Bibelworte, teilweise sogar nur "Wortfetzen" aus dem Zusammenhang gerissen, als "Schale" für den Gottesdienst benutzt, und nur anhand der Leitgedanken oder der eigenen Gedanken die der Geist im Gottesdienst erweckte ausgelegt ... ohne historische Hintergründe, Zusammenhänge etc. zu beachten ...
einmal ging ich mit meinem Konfirmandenlehrer zum Gottesdienst ... und er schwärmte mir vor, wie gut wir es doch hätten, das bei uns der Geist alles erweckt .. ich schaute ihn an und meinte bereits als 13jähriger nur ... wenn Ihr Eure Leitgedanken nicht hättet wärt Ihr doch auch ganz arm dran ... einen Moment Stille ... dann meinte er sehr nachdenklich ... ja, da hast Du recht ....
Laudate omnes gentes, laudate Dominum.
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Beitragvon Dietmar » 21.04.2007, 20:23

Ich habe insofern Verständnis für das Anliegen von Senderweb, als dass es genauso ein Exklusivdenken von progressiv orientierten Leuten ist, wenn diese zum Ausdruck bringen, dass ihr Verständnis von Religion und Religiosität besser ist als die der sogenannten Traditionalisten. Oder vielleicht sogar denken, ihre Form von Religiosität sei die einzig wahre.
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Beitragvon Matula1 » 22.04.2007, 06:59

dietmar aus dem süden hat geschrieben:Ich wohne in NRW, also nicht allzu weit von Hessen entfernt, habe jedoch bis soeben noch nichts davon gehört und erfahren, dass es in den 80-ziger Jahren zu einer Spaltung der NAK im Bezirk Hessen gekommen ist.
woran das nun liegt????


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Beitragvon Tatyana † » 22.04.2007, 09:41

Dietmar hat geschrieben:Ich habe insofern Verständnis für das Anliegen von Senderweb, als dass es genauso ein Exklusivdenken von progressiv orientierten Leuten ist, wenn diese zum Ausdruck bringen, dass ihr Verständnis von Religion und Religiosität besser ist als die der sogenannten Traditionalisten. Oder vielleicht sogar denken, ihre Form von Religiosität sei die einzig wahre.


...und die Wahrheit liegt, wie immer, irgendwo in der Mitte...
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Beitragvon tosamasi » 22.04.2007, 09:44

Tatyana hat geschrieben:
Dietmar hat geschrieben:Ich habe insofern Verständnis für das Anliegen von Senderweb, als dass es genauso ein Exklusivdenken von progressiv orientierten Leuten ist, wenn diese zum Ausdruck bringen, dass ihr Verständnis von Religion und Religiosität besser ist als die der sogenannten Traditionalisten. Oder vielleicht sogar denken, ihre Form von Religiosität sei die einzig wahre.


...und die Wahrheit liegt, wie immer, irgendwo in der Mitte...


Dem kann ich mich nur anschließen.
Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden
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Beitragvon Dietmar » 22.04.2007, 10:15

Tatyana hat geschrieben:...und die Wahrheit liegt, wie immer, irgendwo in der Mitte...


...dem kann ich mich nicht unbedingt anschließen. Wahrheit hat m.E. nur eine subjektive Gültigkeit. Eine objektive Wahrheit wäre nicht fassbar - und so sie denn doch Bestandteil des Denkmodells eines Menschen wäre, wieder subjektiv und damit Bestandteil eines subjektiven logischen Konstrukts.

Dementsprechend gestehe ich sowohl den konservativen NAK-Mitgliedern zu, eine für sie selbst gültige religiöse Wahrheit zu kennen wie auch den sogenannten progressiven.
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Beitragvon tosamasi » 22.04.2007, 10:32

Dietmar hat geschrieben:
Tatyana hat geschrieben:...und die Wahrheit liegt, wie immer, irgendwo in der Mitte...


...Dementsprechend gestehe ich sowohl den konservativen NAK-Mitgliedern zu, eine für sie selbst gültige religiöse Wahrheit zu kennen wie auch den sogenannten progressiven.


Ja, ja, mit den Wahrheiten ist es eine schwierige Sache. Jedem die Seine :wink:
Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden
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Beitragvon Robinson » 22.04.2007, 10:40

Schön, auch in diesem Sinn die Bibel zitieren zu können, wenn auch nur das Wort des weltlichen Herrschers Pilatus: Was ist Wahrheit?

Die Frage ist so alt, wie das Problem selbst.
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Beitragvon Matula1 » 22.04.2007, 11:41

Die einzige gültige Wahrheit liegt nicht in der Mitte oder links oder rechts, sondern bei und in Jesus.

Er sagte: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich.
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Beitragvon Jesu Juva » 22.04.2007, 14:36

Moin Dietmar!

Dietmar hat geschrieben:Dementsprechend gestehe ich sowohl den konservativen NAK-Mitgliedern zu, eine für sie selbst gültige religiöse Wahrheit zu kennen wie auch den sogenannten progressiven.


Prinzipiell stimme ich Dir hier zu. Vielleicht aber noch zwei einschränkende Punkte, auch in Erklärung meines etwas harten Postings weiter oben:
1) Ich schrieb oben, Mitleid für die Konservativen wäre unangebracht. Dazu stehe ich auch. Damit meinte ich aber nicht, sie hätten kein Mitleid verdient, sondern vielmehr, wie Du auch schreibst, dass sie und ihre Bedenken ernstgenommen werden. (Warum? Weil Mitleid gegenüber Andersgläubigen immer auch eine Form des Herabschauens auf diese beinhaltet, und ich begegne den Konservativen durchaus auf Augenhöhe.) Damit ich ihre Bedenken ernstnehmen kann, wäre es aber notwendig, dass sie diese formulieren. Dies ist ja teilweise schon geschehen ("Abdriften in die Beliebigkeit", etc.) und an dieser Stelle kann dann ein Dialog einsetzen, der gerade in obigem Punkt schon stattfindet. Ich habe aber andererseits auch das Gefühl, dass viele Konservative Bedenken haben, die zu äußern sie sich niemals trauen würden, weil sie selbst wissen, dass diese Einwände keine wirklichen Gründe darstellen, aus denen man an überholten und widerlegten Lehren festhalten könnte, ohne damit gegen andere, fundamentalere Punkte christlicher Lehre zu verstoßen. Ein Beispiel wäre für mich die Exklusitivät der NAK. Die Bedenken bezüglich der Aufgabe dieser Alleinstellung kann ich denn auch nur schlecht ernstnehmen.

2) Ich würde längst nicht alle Konservative als verblendet bezeichnen, vielleicht war das oben mißverständlich von mir formuliert. Aber es hat auch nicht jeder seine subjektive Wahrheit -- schließlich sind viele Dinge eben doch objektiv überprüfbar, auch im religiösen Bereich, und besonders im Christentum, wo wir die christliche Lehre zwar nicht widerspruchsfrei, aber in den grundlegenden Elementen konsistent im Neuen Testament neidergelegt finden. Und was gegen diese grundlegenden Punkte verstößt, kann einfach nicht christliche Wahrheit sein. Und dann muß man sich doch fragen, was für eine Wahrheit ist es dann? Ist es überhaupt noch Wahrheit, oder habe ich mich täuschen, bzw. eben blenden lassen? Wenn dazu noch die völlige Ablehnung eines Dialogs über andere Möglichkeiten von Wahrheit kommt, kann man, denke ich, schon von Verblendeten sprechen. Die werden aber in der NAK glücklicherweise auch immer weniger.

Liebe Grüße, L.
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Beitragvon tar_gawan » 22.04.2007, 18:31

Hallo Leute,

ich denke das eigentliche Problem sind nicht "die Progressiven" oder "die Konservativen", sondern die Art, wie miteinander umgegangen wird bzw. wie die Kirchenleitung mit ihnen umgeht.

Mich selbst würde ich keiner dieser Gruppen zuordnen. Einerseits bin ich ganz im Sinne der Konservativen der Ansicht, dass man am Bewährten festhalten sollte. Doch im Gegensatz zu vielen anderen will ich das nicht um jeden Preis. Wo sich im Laufe der Jahre herausgestellt hat, dass vieles nicht mehr haltbar ist ("Botschaft" und Exklusivismus), wird man nicht umhin kommen, diesen Vorstellungen den Abschied zu geben.

In den letzten Jahren hat die Kirchenleitung es geschafft, sowohl die Konservativen als auch die Progressiven vor den Kopf zu stoßen und eine tief greifende Unsicherheit zu erzeugen, die sicherlich noch nicht in ihrem vollen Umfang bewusst geworden ist. Da wird einmal ein Vorstoß gemacht "ich bin für Ökumene" (Stammapostel Fehr), "wir wissen nicht ob das Apostelamt heilsnotwendig ist" (derselbe) - kurz darauf wird wieder gesagt, dass Ökumene doch nicht wirklich geht (schon gar keine ökumenischen Gottesdienste) und dass es ohne das Apostelamt in unserer Zeit kein Heil gibt (was schon bei der hochgelobten Uster-Veranstaltung festgeklopft wurde).

Meinetwegen soll die Kirchenleitung lehren und behaupten, was immer sie möchte. Doch erwarte ich eins von ihr: Wahrhaftigkeit. Und die vermisse ich in den letzten Jahren schmerzlich. Dazu fällt mir nur das Wort von den "blinden Blindenführern" ein.

Wenn die Kirchenleitung nicht weiß (oder sich nicht einig ist), was Sache ist, soll sie das zugeben. Davon wird die (NAK-) Welt nicht untergehen. Und das bietet Raum zur Entwicklung.

Liebe Grüße
Thomas
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Beitragvon SRN » 22.04.2007, 20:08

Matulaone schrieb:
Die einzige gültige Wahrheit liegt nicht in der Mitte oder links oder rechts, sondern bei und in Jesus.

Er sagte: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich.

Unser Stap sagte in Uster sinngemäß, dass auch bei anderen Elemente der Wahrheit zu finden sind.
Beim nächsten Uster-Abend wird er uns dann erklären, WIEVIEL Wahrheit in der NAK zu finden ist.
Ich suche jedenfalls noch danach.
Durch die vielen Änderungen der letzten 150 Jahre bin ich doch etwas irritiert und kann zumindest keine endgültige erkennen.
Aber, da ist uns ja gesagt, das wird sich dann im nachhinein erklären.
SRN
 

Beitragvon Matula1 » 23.04.2007, 06:04

SRN hat geschrieben:Matulaone schrieb:
Die einzige gültige Wahrheit liegt nicht in der Mitte oder links oder rechts, sondern bei und in Jesus.

Er sagte: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich.

Unser Stap sagte in Uster sinngemäß, dass auch bei anderen Elemente der Wahrheit zu finden sind.
Beim nächsten Uster-Abend wird er uns dann erklären, WIEVIEL Wahrheit in der NAK zu finden ist.
Ich suche jedenfalls noch danach.
Durch die vielen Änderungen der letzten 150 Jahre bin ich doch etwas irritiert und kann zumindest keine endgültige erkennen.
Aber, da ist uns ja gesagt, das wird sich dann im nachhinein erklären.


Zitat:
Die vielen Änderungen und Neuerungen sagen nicht aus, dass in den vergangenen Jahrzehnten bewusst die Unwahrheit gepredigt wurde. Ich denke, dass man die meisten Lehraussagen, wie man so schön sagt, nach bestem Wissen und Gewissen gemacht hat. Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte haben sich die Erkenntnisse gewandelt. Hier und da ist es geschehen und das ist natürlich schlimm genug für eine Kirche, die sich nicht nur in besonderer Weise dem Evangelium verpflichtet fühlt, sondern sich auch der Wahrheit verpflichtet fühlen sollte, dass man es mit dem Begriff der Wahrheit nicht allzu genau genommen hat.

Heute morgen habe ich in der Tageszeitung einen kurzen Artikel gelesen, dass Papst Benedikt es nunmehr abgeschafft hat, dass die ungetauften Kinder nicht mehr wie bisher, in der röm. kath. Kirche bestand diese Lehrmeinung, in einer Art von Vorhölle kämen. (Ich wusste das bisher auch nicht und man muss sich das einmal vorstellen) Hintergrund für diese Entscheidung ist die grosse Anzahl von Abtreibungen, also ungeborene Kinder, die unschuldig aus dem Leben gerissen wurden. Diese waren bisher nach kath. Lehre, in einer Art von Vorhölle. Man muss sich diese Lehr- und Denkungsweise nochmals vor Augen führen. Das war auch eine sogenannte Wahrheit, die weit von Jesus entfernt war und es hat bis ins Jahr 2007 gedauert, bis man das erkannt hat.
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