Ansichten der Forumsteilnehmer

Re: Ansichten der Forumsteilnehmer

Beitragvon Peter B aus E » 11.12.2015, 13:10

orig.gabi hat geschrieben:Vor allem ist es mehr als naiv- weltfremd anzunehmen, jeder Unternehmer, jeder Chef und Vorgesetzte fühlte sich selber einer gerade wie auch immer
erwarteten "reinen Mainstreamgesinnung" innerlich und wahrhaftig verpflichtet. Du liebe Zeit.Wer mit solchen Leuten näheren Umgang pflegt wird immer
wieder feststellen, dass zwischen einer öffentlich bekundeten, einer der Diplomatie geschuldeten Gesinnung und tatsächlich vorhandenen privaten Ansichten
und Meinungen wahre Welten liegen können. Die meisten "Wölfe fressen Kreide", hängen ihr Fähnchen in den Wind- solange dies` im eigenen Interesse, für
das eigenen Fortkommen angebracht ist. Wieso sollten solche Entscheidungsträger ausgerechnet Personen einstellen, deren wirkliche oder vermeintliche
Einstellung ihren eigenen jeweiligen tatsächlichen und wahrhaftigen Überzeugungen ziemlich zuwider läuft? Aus diesem Grunde werden "Gesinnungsbekundungen",
Fragen dazu, i.d.R. eher vermieden und übergangen, aus guten Gründen. Wer selber meinungsmäßig schummelt, unterstellt anderen dort sowieso nicht umgekehrt
bedingungslose Ehrlichket.Was also objektiv zählt, ist die fachliche Qualifikation von Arbeitnehmern und die Frage, ob die Kosten- Nutzen - Rechnung für das
Unternehmen aufgeht.
Selbstbewusst oder gewissenhaft zu einer gerade nicht konformen, gar hinderlichen, dem eigenen Weiterkommen nicht dienlichen Meinung zu stehen, gilt
allgemein gesehen tatsächlich wohl eher als Dummheit. :wink:


@ orig. gabi ,
das ist völlig richtig . Die Einstellung meiner Mitarbeiter zur aktuellen Tagespolitik ... ist uninteressant .
Es wird Loyalität zur " Firmenpolitik " verlangt , deren eigene politische Interessen
unterzuordnen sind .

Grundsätzlich gilt : Wer in seiner Firma keine politischen Diskurse zulässt , brauch sich hinterher auch nicht um positive oder negative Effekte kümmern .
Da man als Unternehmer im Regelfall Leistung ,
und nicht Propaganda bezahlt - wird Politik in die Freizeit verlegt .

Mir ist es völlig egal - ob eine links - oder rechts radikale Putzkolonne meine Firma reinigt .
Das Ergebnis zählt .
Schmutzreste und saubere Gesinnung - werden nicht vergütet .

Da gibt es nichts herum zu diskutieren .
Das weiß auch der " Reinigungsunternehmer " .

Sonia hat geschrieben:
orig.gabi hat geschrieben:
Was also objektiv zählt, ist die fachliche Qualifikation von Arbeitnehmern und die Frage, ob die Kosten- Nutzen - Rechnung für das
Unternehmen aufgeht.

Als ob die "fachliche Qualifikation" von der "Gesinnung" des Arbeitnehmers zu trennen wäre! Mindestens wer irgendwas mit Menschen zu tun hat, dessen Arbeit ist auch geprägt von seinem Menschenbild - je mehr desto mehr. Das muss der kluge Unternehmer bei seiner Kosten-Nutzen-Rechnung selbstverständlich berücksichtigen, selbst in der "kundenorientierten" Autowerkstatt.

Gruß Sonia


@ Sonja ,
ich weiß nicht , ob Du Dir Deinen ersten Satz durchdacht hast . Welche Gesinnung hat denn ein Ingenieur mit / ohne Diplom zu " Haben " ?
Stell Dir mal vor , Du hättest eine " Bohrfirma " .
Stellst 3 Ingenieure ein .

Die Prokura bleibt bei Dir .
Zusätzlich stellst Du 10 Bohrgeräteführer ein . 15 Bohrgerätehelfer .
Welche Gesinnung würdest Du
von den unterschiedlich qualifizierten Personen erwarten ?



Werter Peter B aus E,

ich verstehe Ihr Anliegen nicht.


@ Cemper ,
das verwundert mich sehr . An welcher Stelle haben Sie denn den Faden verloren ?

Der Anschub zu diesem eigenartigen Diskurs ... kam von Eric.
Er hatte sie , Cemper - etwas gefragt .
Es ging um eine Diskrepanz .

Sie legten Ihm dar , es
sei komliziert . Beantwortet
haben Sie ihm seine Frage nicht .
Zumindest nicht substanziell ...

Das habe ich dann getan ,
der ganze restliche Disput hier ... fusst ALLEIN auf Ihre
Fragen und auf ein von Ihnen Praxisfremdes Gesetzeskonfliktkonstrukt .

Ich habe da kein Anliegen , ich schrieb lediglich
wie man ein mittelständisches Unternehmen
denn führt . Wenn man solche Konflikte , wie Sie eines konstruierten -
vermeidet .

Was fragen Sie mich denn , ich solle mir vorstellen
ich wäre Unternehmer ?
Wenn ich Ihnen dann erkläre , wie ein Unternehmer denkt
schütten Sie Tomatensoße in den Kaffee :

....Ansonsten: An das halbwegs leitende Personal oder an Damen und Herren in wirklich relevanten Leitungsfunktionen ist das Verständnis der politischen Zusammenhänge wirtschaftlicher oder sonstiger Tätigkeiten und die Kommunikation dazu doch eine Forderung. Verbandswesen und Lobbyismus usw. - das alles gibt es doch, weil "alles" politisch ist.


Cemper ,
Lobbyismus ist im bestimmten Sinne die Einflussnahme der Wirtschaft auf politische Entscheidungen ,
es hat mit der privaten politischen Einstellung
eines Arbeitnehmers - rein gar nichts zu tun .

Da Sie derartig abschweifen vom Thema , welches Eric bemühte
erinnere ich mal Sinngemäß - an dessen Frage : " Wieso darf der Inhaber eines Hotelbetriebes einen Gast auf Grund seiner politischen oder religiösen Einstellung

als Gast ablehnen - ohne gegen das Grundgesetz zu verstoßen ?"

Nachdem denn nun der Vorsitzende Richter schon erklärte, dass das Grundgesetz
und " Unternehmerische Entscheidungsfreiheit "
eben keine gekoppelten Geschichten sind .... hätten Sie es auch

sehr leicht gehabt .
Weshalb haben Sie es denn verkompliziert ?
Was ist denn Ihr eigentliches Anliegen ?

freundlichst aus
G.bei E .
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Re: Ansichten der Forumsteilnehmer

Beitragvon Cemper » 11.12.2015, 13:46

Peter B aus E - es war mein Anliegen, eric auf die Problematik der unmittelbaren und der mittelbaren Drittwirkung der Grundrechte im Zusammenhang dieser Hotelgeschichte hinzuweisen. Dabei ging es ja um Diskriminierung. Vielleicht habe ich das nicht "gut genug" gemacht. Es ist aber nicht so, dass ich verkompliziere, sondern es ist so: Sie vereinfachen komplizierte Sachverhalte. Falls es interessiert: Die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES, nicht zu verwechseln mit FEST = Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft) hat in diesem Jahr in einer Studie Argumente für eine Novellierung des AGG (das ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz) vorgelegt. Schauen Sie da mal rein. Mir erspart das längere Schreiberei.

http://library.fes.de/pdf-files/wiso/12022.pdf

C.
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Re: Ansichten der Forumsteilnehmer

Beitragvon orig.gabi » 11.12.2015, 14:00

Sonia hat geschrieben:
orig.gabi hat geschrieben:
Was also objektiv zählt, ist die fachliche Qualifikation von Arbeitnehmern und die Frage, ob die Kosten- Nutzen - Rechnung für das
Unternehmen aufgeht.

Als ob die "fachliche Qualifikation" von der "Gesinnung" des Arbeitnehmers zu trennen wäre! Mindestens wer irgendwas mit Menschen zu tun hat, dessen Arbeit ist auch geprägt von seinem Menschenbild - je mehr desto mehr. Das muss der kluge Unternehmer bei seiner Kosten-Nutzen-Rechnung selbstverständlich berücksichtigen, selbst in der "kundenorientierten" Autowerkstatt.

Gruß Sonia



Genau Sonia. Deshalb hat z.B. die kath.Kirche als Arbeitgeber auch noch nie und niemals gegen einen ihrer MitarbeiterInnen irgendeinen Arbeitsgerichtsprozess
geführt, keinen Geistlichen versetzt, kein Disziplinarverfahren gegen irgendeinen ihrer Angestellten eingeleitet und durchgeführt. Weil ja die berufliche Qualifikation
und die lupenrein katholische Gesinnung dieser Beschäftigten in jedem Fall untrennbar verbunden sind. Ach was ...
Oder behandelt umgekehrt ein Arzt, der große Bedenken gegen Zuwanderung hat, Asylsuchende schlampig? Der begabte KFZ-Mechaniker repariert die Autos von
Kunden, deren Lebesweise, Herkunft oder Gesinnung nicht mit seinen Vorstellungen positiv übereinstimmt, nicht oder fehlerhaft?.Und der großartige griechische Gastronom in DE, der die Deutschen für arrogant und selbstherrlich hält, serviert diesen Gästen selbstveständlich halb verdorbenes Zeug, sofern er sie überhaupt
bedient?
Anwälte vertreten nur Klienten, deren Rechtsbrüche einwandfrei in ihr eigenes Weltbild passen... Der Hotelier vermietet seine Zimmer nur an Gäste, die ihm
genehm und symphatisch sind. Der konservative Friseur nimmt keine schwulen Kunden.Die Beispiele ließen sich endlos fortsetzen.
Nach deiner Logik "vergessen" also sämtliche Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Dienstleister ihre fachlichen Qualifikationen, lehnen einen Arbeitsauftrag von Kunden,
oder eine Einstellung von Mitarbeitern, die nicht mit ihrem Menschenbild kompatibel sind, gleich ab? Mit Sicherheit nicht.
Zumal es erstens zwischen sehr vielen Arbeitgebern und Arbeitnehmern und auch ihrer Kundschaft oft nur wenige persönliche Berührungspunkte gibt und selbst
wenn es sie gibt, die meist belanglos sind.Sogar in KFZ-Betrieben. 8)
Mein Auto blieb neulich übrigens mit einem großen Defekt liegen. Ich ließ es in eine Werkstatt abschleppen.Telefonisch wurde ich über die anstehenden Reparaturen
informiert.Telefonisch bestätigte ich den Auftrag.Telefonisch teilte man mir drei Tage später mit, ich könne den Wagen dann und dann abholen.Bezahlt habe ich die
Rechnung bei einer netten Bürokraft.Den Reparateur meines Autos bekam ich weder zu Gesicht, noch hatte ich ihn selber am Telefon. Ich weiß nichts über diesen
KFZ-Monteur, er weiß nichts über mich."Menschenbilder" eingeschlossen.Interessant für mich ist lediglich, dass mein Auto wieder okay ist und für die Werkstatt, dass
die Rechnung sofort und ordentlich beglichen wurde. Alles andere wäre gequirlter Quark.
Würde das "Menschenbild" in den beruflichen Realitäten der meisten Leute eine besondere Rolle spielen, so wäre mindestens die halbe Arbeitnehmerschaft
beschäftigungslos und viele Unternehmen pleite.

Sorry, aber deine Meinung dazu ist - ganz freundlich ausgedrückt - total weltfremd. :wink: :mrgreen:

Gruß Gabi
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe ist,
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Re: Ansichten der Forumsteilnehmer

Beitragvon Sonia » 11.12.2015, 14:35

Peter B aus E hat vorgeschlagen:
Stell Dir mal vor , Du hättest eine " Bohrfirma " .


Peter, das kann ich mir nicht vorstellen. Ich habe keine Ahnung, was eine Bohrfirma so macht und musste auch noch nie eine in Anspruch nehmen.
Aber wir können ja bei der erwähnten Autowerkstatt bleiben.
Ich fahre Auto und bin Kundin in einer Autowerkstatt, die ich aus gutem Grund seit einigen Jahren nicht gewechselt habe. Es ist nämlich so, dass ich mich dort "gut aufgehoben" fühle. Ich bin mit meinem ältlichen Auto kein besonders lukrativer Kunde und habe trotzdem den Eindruck, dass sie mich als Kundin behalten möchten. Heißt: man redet mit mir als wäre ich ein normal intelligenter Mensch, ich werde freundlich und umfassend beraten (Schon mal als Frau in Autowerkstätten Kundin gewesen?) und die vorgenommenen Arbeiten halten was sie versprechen.
Wenn der Chef des Ladens dauerhaft seinen Ruf erhalten möchte (der schließlich auch sein Geschäft florieren lässt), muss er seine Mitarbeiter neben ihrer fachlichen Qualifikation sehr wohl auch nach ihrer Einstellung aussuchen. Nicht danach, wo sie auf dem Wahlzettel ihr Kreuzchen machen, aber z. B. danach, wie ihre Einstellung den Kunden gegenüber ist.

Und außerdem bestimmt die "Einstellung" entscheidend die Qualität jeder Arbeit. Meines Erachtens ist es völlig abstrus, das abzustreiten.

Gruß Sonia
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Re: Ansichten der Forumsteilnehmer

Beitragvon Peter B aus E » 11.12.2015, 15:31

Sonia hat geschrieben:
Peter B aus E hat vorgeschlagen:
Stell Dir mal vor , Du hättest eine " Bohrfirma " .


Peter, das kann ich mir nicht vorstellen. Ich habe keine Ahnung, was eine Bohrfirma so macht und musste auch noch nie eine in Anspruch nehmen.
Aber wir können ja bei der erwähnten Autowerkstatt bleiben.
Ich fahre Auto und bin Kundin in einer Autowerkstatt, die ich aus gutem Grund seit einigen Jahren nicht gewechselt habe. Es ist nämlich so, dass ich mich dort "gut aufgehoben" fühle. Ich bin mit meinem ältlichen Auto kein besonders lukrativer Kunde und habe trotzdem den Eindruck, dass sie mich als Kundin behalten möchten. Heißt: man redet mit mir als wäre ich ein normal intelligenter Mensch, ich werde freundlich und umfassend beraten (Schon mal als Frau in Autowerkstätten Kundin gewesen?) und die vorgenommenen Arbeiten halten was sie versprechen.
Wenn der Chef des Ladens dauerhaft seinen Ruf erhalten möchte (der schließlich auch sein Geschäft florieren lässt), muss er seine Mitarbeiter neben ihrer fachlichen Qualifikation sehr wohl auch nach ihrer Einstellung aussuchen. Nicht danach, wo sie auf dem Wahlzettel ihr Kreuzchen machen, aber z. B. danach, wie ihre Einstellung den Kunden gegenüber ist.

Und außerdem bestimmt die "Einstellung" entscheidend die Qualität jeder Arbeit. Meines Erachtens ist es völlig abstrus, das abzustreiten.

Gruß Sonia


@ Sonia,
ich glaube - Du bist entschuldigt .
Eigentlich ging es um die die Frage der politischen Einstellung eines Arbeitnehmers bei / vor Aufnahme seiner Arbeitstätigkeit .

Und was sich für Rechtsfolgen ( z. Bsp.Haftungsansprüche des AG ) ergeben , sollte eine falsche politische Gesinnung
am Tage der Bewerbung widergespiegelt werden .
Welche Schlußendlich zum
Nachteil des Arbeitgebers " gereichen " könnte .

Es ging also nicht um " positive oder negative Grundeinstellungen zu Arbeitsaufgaben " .
Sondern um politische Haltung und Einstellung
als " Arbeitsverträglich " relevant -oder nicht .

Eine positive , freundliche " Einstellung " zu Arbeit und Kundschaft ,
wird natürlich immer gern gesehen und ist eine
völlig unpolitisch wichtige Prämisse für einen " Arbeitsvertrag" .

Mit einer Bohrfirma bekommst Du vllt Kontakt . Wenn Du Deine Ölheizung auf Erdwärme umstellen möchtest .

freundlichst aus E.
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Re: Ansichten der Forumsteilnehmer

Beitragvon Cemper » 11.12.2015, 16:04

Werter Herr Peter B aus E!

Zu meinem Eintrag oben - heute, 15:46 - schicke ich Ihnen noch einen Nachtrag. Ich verlinke extra für Sie aus der Fachzeitschrift JZ (JuristenZeitung) einen Aufsatz "Grundrechte im Privatrecht". Schauen Sie da mal rein. Sie sehen dann, was ich meinte, als ich schrieb, Sie würden komplizierte Sachverhalte vereinfachen. Wenn Sie nach der Lektüre immer noch meinen, "der Cemper" würde verkomplizieren, dann …

Hier die Adresse: https://epub.ub.uni-muenchen.de/5766/1/ ... s_5766.pdf

C.
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Re: Ansichten der Forumsteilnehmer

Beitragvon 1800 » 11.12.2015, 16:11

Da Sie, wertgeschätzter Cemper gerade am Arbeitverteilen sind, schließe ich mich Ihnen mal an:

http://www.juraforum.de/forum/t/owig-zp ... ig.376738/

Viel Spaß beim Lesen.
1800
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Re: Ansichten der Forumsteilnehmer

Beitragvon orig.gabi » 11.12.2015, 16:51

Sonia hat geschrieben:Ich fahre Auto und bin Kundin in einer Autowerkstatt, die ich aus gutem Grund seit einigen Jahren nicht gewechselt habe. Es ist nämlich so, dass ich mich dort "gut aufgehoben" fühle. Ich bin mit meinem ältlichen Auto kein besonders lukrativer Kunde und habe trotzdem den Eindruck, dass sie mich als Kundin behalten möchten. Heißt: man redet mit mir als wäre ich ein normal intelligenter Mensch, ich werde freundlich und umfassend beraten (Schon mal als Frau in Autowerkstätten Kundin gewesen?) und die vorgenommenen Arbeiten halten was sie versprechen.
Wenn der Chef des Ladens dauerhaft seinen Ruf erhalten möchte (der schließlich auch sein Geschäft florieren lässt), muss er seine Mitarbeiter neben ihrer fachlichen Qualifikation sehr wohl auch nach ihrer Einstellung aussuchen. Nicht danach, wo sie auf dem Wahlzettel ihr Kreuzchen machen, aber z. B. danach, wie ihre Einstellung den Kunden gegenüber ist.

Und außerdem bestimmt die "Einstellung" entscheidend die Qualität jeder Arbeit. Meines Erachtens ist es völlig abstrus, das abzustreiten.

Gruß Sonia



Liebe Sonia,

ich fahre auch Auto und trete zuweilen ohne männliche Begleitung als "Kundin" in der Werkstatt auf.Keine Probleme, keinerlei Gefühl "abgezockt" oder unaufrichtig
beraten zu werden. In der früher von mir besuchten KFZ-Werkstatt war es nicht anders.Gewechselt habe ich die nicht weil mir dort irgendwelche Gesinnungen
oder Menschenbilder des Betreibers oder der Angestellten nicht passten, sondern weil sie uns schlicht zu teuer wurde. Gute Arbeit zum fairen Preis = guter Ruf,
eine Regel, egal in welcher Branche.
Im Übrigen lässt ein freundliches Gesicht und ein verbindliches Auftreten noch lange nicht auf einen angenehmen Charakter, eine "reine Gesinnung" oder ein
positives Menschenbild schließen.Oft ist ein solches Verhalten lediglich geschäftmäßig "aufgesetzt" und kein bisschen authentisch. Wer kennt keine Kollegen die, unbemerkt von den Betroffenen, kein gutes Haar (ob zu Recht oder Unrecht) am Vorgesetzten, an Kunden lassen und ihnen gegenüber dennoch zuvorkommend und
durchaus charmant auftreten.
Dieses Verhalten ist weit verbreitet und zwar, weil es als professionell gilt, nützlich ist, erwartet wird.Eine Fassade oft, nichts weiter.

Dass die "Einstellung" der Mitarbeiter die Qualität ihrer Arbeit entscheidend bestimmt, beeinflusst, dürfte unbestritten sein. Allerdings doch in erster Linie
die Einstellung gegenüber der Arbeit und Aufgabe.Daraus ergeben sich Motivation, Interesse und Können im Beruf. Welche privaten Interessen, Menschenbilder
und Meinungen jemand nach Feierabend pflegt, dürfte in sehr vielen Fällen die beruflichen Qualifikationen eher unberührt lassen.

Schöne Grüße.

Gabi
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Re: Ansichten der Forumsteilnehmer

Beitragvon Cemper » 11.12.2015, 17:19

1800 hat geschrieben:Da Sie, wertgeschätzter Cemper gerade am Arbeitverteilen sind, schließe ich mich Ihnen mal an:

http://www.juraforum.de/forum/t/owig-zp ... ig.376738/

Viel Spaß beim Lesen.
1800


1800 - der von Ihnen verlinkte Text ist so doof, dass ich beim Lesen gedacht habe, mein Monitor könnte schwarz werden oder gleich Feuer fangen und brennen. So ein unglaublicher Quatsch - es ist nicht zu fassen. Lassen Sie mich mit diesem Unfug in Ruhe. Obwohl - diese Betrachtungen sind so bescheuert, dass man wirklich was zu lachen hat. Das hat ja auch einen gewissen Wert. Und ich "gestehe" nochmals, dass ich erst durch Sie von dieser total schrägen Gedankenwelt Kenntnis bekommen habe. Dafür danke ich Ihnen.

Ansonsten: Vor einiger Zeit ist im Forum etwas halbwegs Lustiges passiert. Da hatte jemand einen Text verlinkt und mir die Lektüre mit einem gewissen belehrenden Hinweis empfohlen. Etwa so, als würde es für mich von Nutzen sein, wenn ich das mal lese. Dann habe ich auf "Klick" geklickt - und wurde zu einem Buchbeitrag geleitet. Der Autor war ich. Passen Sie auf, dass Ihnen das nicht auch passiert; die Wahrscheinlichkeit geht aber gegen Null, denn in dem Müll, den Sie lesen, werden Sie von mir nichts finden.

C.
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Re: Ansichten der Forumsteilnehmer

Beitragvon orig.gabi » 11.12.2015, 17:46

Peter B aus E hat geschrieben:

[...] Eigentlich ging es um die die Frage der politischen Einstellung eines Arbeitnehmers bei / vor Aufnahme seiner Arbeitstätigkeit .

Und was sich für Rechtsfolgen ( z. Bsp.Haftungsansprüche des AG ) ergeben , sollte eine falsche politische Gesinnung
am Tage der Bewerbung widergespiegelt werden .
Welche Schlußendlich zum
Nachteil des Arbeitgebers " gereichen " könnte .

[...]




Geht es darum wirklich ?
Wo?

Gesinnungstests bei Einstellungen - das war einmal lediglich im öffentlichen Dienst üblich.
Ist lange her und derartige Gesinnungsschnüffeleien sind, man achte auf die Herausgabedaten der Artikel,
http://www.zeit.de/1975/24/linke-im-gesinnungstest / http://www.zeit.de/1993/02/horrorvisionen inzwischen bundesweit fast abgeschafft.

Ferner hat sich die öffentliche Meinung über eine, "die", "richtige" oder "falsche" politische Gesinnung zwischenzeitlich annähernd beinahe völlig gedreht.
Damals waren "die Linken" die misstrauisch beäugten politischen Provokateure, heute sind es die, deren Ansichten in jenen Jahrzehnten von einer breiten
Öffentlichkeit als recht und richtig wahrgenommen wurden.
Das Meinungsbild wird sich wieder drehen ... und damit gleichzeitig die "Gesinnung" einer breiten Masse.
Berufliche, fachliche Qualifikationen werden davon in vielen Branchen nicht wirklich beeinflusst werden. :wink:
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe ist,
der bleibt in Gott und Gott in ihm.
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Re: Ansichten der Forumsteilnehmer

Beitragvon Peter B aus E » 11.12.2015, 18:15

orig.gabi hat geschrieben:
Peter B aus E hat geschrieben:

[...] Eigentlich ging es um die die Frage der politischen Einstellung eines Arbeitnehmers bei / vor Aufnahme seiner Arbeitstätigkeit .

Und was sich für Rechtsfolgen ( z. Bsp.Haftungsansprüche des AG ) ergeben , sollte eine falsche politische Gesinnung
am Tage der Bewerbung widergespiegelt werden .
Welche Schlußendlich zum
Nachteil des Arbeitgebers " gereichen " könnte .

[...]




Geht es darum wirklich ?
Wo?

Gesinnungstests bei Einstellungen - das war einmal lediglich im öffentlichen Dienst üblich.
Ist lange her und derartige Gesinnungsschnüffeleien sind, man achte auf die Herausgabedaten der Artikel,
http://www.zeit.de/1975/24/linke-im-gesinnungstest / http://www.zeit.de/1993/02/horrorvisionen inzwischen bundesweit fast abgeschafft.

Ferner hat sich die öffentliche Meinung über eine, "die", "richtige" oder "falsche" politische Gesinnung zwischenzeitlich annähernd beinahe völlig gedreht.
Damals waren "die Linken" die misstrauisch beäugten politischen Provokateure, heute sind es die, deren Ansichten in jenen Jahrzehnten von einer breiten
Öffentlichkeit als recht und richtig wahrgenommen wurden.
Das Meinungsbild wird sich wieder drehen ... und damit gleichzeitig die "Gesinnung" einer breiten Masse.
Berufliche, fachliche Qualifikationen werden davon in vielen Branchen nicht wirklich beeinflusst werden. :wink:


@ orig. Gabi ,
darum ging es -
- da war Cemper noch in Bullerbü ,
lies bitte selbst :

Cemper hat geschrieben:Werter "freundlichst aus E" -

stellen wir uns mal vor, dass Sie ein mittelständisches Unternehmen leiten und unseren Forumsfreund 1800 in einem Bewerbungsgespräch nach seinen politischen Ansichten fragen und er bewusst eine falsche Antwort gibt. Stellen wir uns weiter vor, dass er seine politischen Ansichten wahrheitsgemäß darstellt. Könnte die erste Antwort eine arglistige Täuschung im Sinne des § 123 BGB sein? Könnte die zweite Antwort - wenn sie zu einem Nachteil für 1800 führt - eine Schadensersatzpflicht nach §§ 823 und 847 BGB begründen?

Freundlichst aus Bullerbü
Cemper


entspannt aus E.
grüsst Peter B .
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Re: Ansichten der Forumsteilnehmer

Beitragvon orig.gabi » 11.12.2015, 18:33

Nun ja ...

klick

:wink: :D
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Re: Ansichten der Forumsteilnehmer

Beitragvon orig.gabi » 11.12.2015, 19:15

orig.gabi hat geschrieben:Vor allem ist es mehr als naiv- weltfremd anzunehmen, jeder Unternehmer, jeder Chef und Vorgesetzte fühlte sich selber einer gerade wie auch immer
erwarteten "reinen Mainstreamgesinnung" innerlich und wahrhaftig verpflichtet. Du liebe Zeit.Wer mit solchen Leuten näheren Umgang pflegt wird immer
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und Meinungen wahre Welten liegen können. Die meisten "Wölfe fressen Kreide", hängen ihr Fähnchen in den Wind- solange dies` im eigenen Interesse, für
das eigenen Fortkommen angebracht ist. Wieso sollten solche Entscheidungsträger ausgerechnet Personen einstellen, deren wirkliche oder vermeintliche
Einstellung ihren eigenen jeweiligen tatsächlichen und wahrhaftigen Überzeugungen ziemlich zuwider läuft? Aus diesem Grunde werden "Gesinnungsbekundungen",
Fragen dazu, i.d.R. eher vermieden und übergangen, aus guten Gründen. Wer selber meinungsmäßig schummelt, unterstellt anderen dort sowieso nicht umgekehrt
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Unternehmen aufgeht.
Selbstbewusst oder gewissenhaft zu einer gerade nicht konformen, gar hinderlichen, dem eigenen Weiterkommen nicht dienlichen Meinung zu stehen, gilt
allgemein gesehen tatsächlich wohl eher als Dummheit. :wink:



Ein ganz aktuelles, passendes und sehr anschauliches Beispiel dazu:

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/ils ... -1.2769939

Es glaubt doch wohl niemand, dass diesen Burka- Befürwortern ausgerechnet in Bayern mehrheitlich die Gesinnung derer, die das Tragen einer Burka fordern
und anordnen, irgendwie genehm ist und mit deren eigener politischer, privater Gesinnung übereinstimmt.
Was interessiert ist einzig der Profit, den diese arabischen Kunden "abwerfen". Selbst wenn man sie in Wahrheit persönlich wegen ihrer archaischen Einstellungen
und ihres mittelalterlichen Menschenbildes verachten sollte ...
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Re: Ansichten der Forumsteilnehmer

Beitragvon 1800 » 11.12.2015, 19:43

Ach Cemperchen,
Das Juraforum ist also auch schon absoluter Irrsinn in Ihren Augen.
Nun denn, dann halten sie sich an den Reichsdeppen Rechercheur, er hat heute ZDF Info im Programm.

In einem Bewerbungsgespräch sind Ihre in den Raum gestellten Thesen unzulässig.
Und ich darf hier sogar lügen.
Cemper, Cemper, ich glaube, Sie waren noch sehr selten in einem Bewerbungsgespräch, sowohl auf der Arbeitgeberseite, als auch auf der Arbeitnehmerseite.
Ihre Kenntnis diesbezüglich sollten Sie mal dringend auffrischen.
Vorneweg, ich helfe Ihnen da sicherlich nicht.
1800
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