Christentum und Islam

Re: Christentum und Islam

Beitragvon johnnelsonjun » 08.12.2012, 16:12

a cappella hat geschrieben:Ich halte aber eine Argumentation nach dem Motto: "Wir Christen haben unsere dunkle Vergangenheit wenigstens schon über 50 Jahre hinter uns" für - vorsichtig ausgedrückt - lächerlich.


Ich halte eine solche Aussage nicht nur für lächerlich, werter a.c., ich halte sie sogar für gefährlich. Solche Einstellungen führen nämlich dazu, dass dass die Wachsamkeit, die allen extremen Tendenzen gegenüber geboten ist, abnimmt.

a cappella hat geschrieben:BTW, Anschläge auf Ärzte in Amerika wegen Schwangerschaftsabbrüchen sind recht aktuell und keineswegs germanisch begründet.


Aber sind sie christlich/neutestamentarisch begründet? Ich kenne nach 30 Jahren Lektüre dieses Buches keine einzige Aussage aus den Evangelien, den apostolischen Briefen oder der Offenbarung, die zu so etwas aufruft oder eine solche Einstellung fördert. Ganz im Gegenteil: Lese ich die Evangelien, so habe ich Jesu Liebesgebot vor mit, das - und das unterstreichen auch die Briefe - sich explizit auf Menschen erstreckt, die meine Weltsicht nicht teilen oder sie sogar bekämpfen. Lese ich z.B. den 1. Petrusbrief, dann lerne ich, dass ich Respekt vor jedem Menschen - unabhängig von seiner sozialen, religiösen etc. (Ein-)Stellung haben soll.

Die Ermordung eines Arztes, der Abtreibungen vornimmt, kann weder mit dem christlichenm Glauben noch mit irgendeiner Stelle aus den grundlegenden Schriften desselben gerechtfertigt werden. Ganz abgesehen davon, dass Lebensschutz zu fordern und gleichzeitig Leben zu töten ein Widerspruch in sich selbst ist. Wer Abtreibungen reduzieren will, muss Armut reduzieren. Das haben Christen über viele Jahrhunderte verstanden und sich entsprechend sozial-caritativ eingesetzt. Dass diese Sicht der Dinge in Amerika noch nicht angekommen ist, ist aber nicht ein Problem des christlichen Glaubens/der christlichen Glaubenslehre an sich, sondern ein Problem von "Gläubigen", die sich durch pseudochristliche Propaganda aus dem rechten politischen Spektrum religiös-politisch manipulieren lassen.
Solch eine Manipulation kann nur auf dem Boden eines biblisch-theologischen Analphabetismus gedeihen und die ist (leider nicht nur in USA) weit verbreitet.

Ähnlich verhält es sich mit den "Deutschen Christen" die Cemper angesprochen hat. Er hat zu Recht darauf hingewiesen, dass diese das Christentum der NS-Ideologie anpassen wollen. Aber das konnten sie nur wollen, weil sie eben das biblische Christentum mit seinen jüdischen Wurzeln verwarfen und aus Christus den Sohn eines blonden Römers machten. Das von ihnen verkündete und "gelebte" Christentum war nichts anderes als ein Pseudo-, ja ein Antichristentum.

Wenn man versucht "das Ganze" zu sehen, dann halte ich es für wichtig, dass man eine Unterscheidung macht zwischen dem, was christlicher Glaube wirklich ist, und dem, was als christlicher Glaube ausgegeben wird, sich bei näherer Betrachtung aber als antichristliche Ideologie entpuppt.

Und diese Unterscheidung würde ich dann auch auf den muslimischen Glauben anwenden. Auch hier muss man der Frage nachgehen - und das passiert m. E. noch zu wenig - was verbindliche muslimische Glaubenslehre ist und was nicht. Ich würde es für sehr hilfreich erarchten, wenn z.B. der Zentralrat der Muslime in Deutschland entsprechende Vorgaben machen würde. Vielleicht würde auch ein - zumindest für den größten Teil der Muslime verbindlicher "Katechimsmus" (und das meine ich jetzt nicht ironisch) hilreich sein.

Aber das nur meine 2 Cents am Rande.

(Wer weiter mit mir diskutieren will, muss jetzt mit raus zum Schneeschüppen :mrgreen: )
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Re: Christentum und Islam

Beitragvon a cappella » 08.12.2012, 16:48

Mein Lieber,
ich kann Deinen letzten Beitrag (wie fast alle Deine Beiträge, v.a. die über Katzen :mrgreen:) voll unterschreiben.
LG, a c.
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Re: Christentum und Islam

Beitragvon johnnelsonjun » 08.12.2012, 17:09

a cappella hat geschrieben:Mein Lieber,
ich kann Deinen letzten Beitrag (wie fast alle Deine Beiträge, v.a. die über Katzen :mrgreen:) voll unterschreiben.
LG, a c.


Das wird höchstwahrscheinlich daran liegen, dass Du weißt, wie ich auf Kritik reagiere und was mit Wesen passiert, die mich kritisieren: Klick!
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Re: Christentum und Islam

Beitragvon orig.gabi » 08.12.2012, 21:46

Traurig. :cry:
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Re: Christentum und Islam

Beitragvon orig.gabi » 08.12.2012, 21:55

johnnelsonjun hat geschrieben:Wer Abtreibungen reduzieren will, muss Armut reduzieren.



Genau das stimmt so nicht.Gerade die Ärmsten der Armen in dieser Welt haben überdurchschnittlich
viele Kinder - und keinerlei Möglichkeiten zur Abtreibung.
Wozu auch, wenn im nächsten Zyklus die nächste Schwangerschaft mangels vorhandener Verhütungsmittel
sowieso wieder möglich wäre.

Und, das sage ich jetzt einmal als Frau, eine Abtreibung hat längst und lange nichts, oft gar nichts,
mit wirtschaftlich gegebenen Verhältnissen zu tun.
Da spielen oft völlig andere Faktoren eine Rolle.
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Re: Christentum und Islam

Beitragvon johnnelsonjun » 08.12.2012, 22:22

Hallo orig.gabi,

orig.gabi hat geschrieben:Traurig. :cry:


Wieso? Denk Dir einfach das Ganze im Frotzelmodus - bei a.c. schreibe ich das nie dazu, weil ich davon ausgehe, dass er mich auch so versteht.

Zur Abtreibung: Sicher ist Armut nicht der einzige Faktor, aber wie ich glaube, doch auch ein sehr entscheidender: Klick!

Jedenfalls halte ich es für sinnvoller, daran mitzuarbeiten, Armut zu reduzieren und Familien mit Kindern ein einigermaßen gesichertes Leben zu ermöglichen, als vor Abtreibungskliniken zu stehen und Schilder mit irgerndwelchen Sprüchen hochzuhalten.

Gute N8,
JNj.
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Re: Christentum und Islam

Beitragvon orig.gabi » 08.12.2012, 22:27

Äh ... ich fand`s traurig, weil das graugetiegerte Kätzchen tot zu sein scheint.

Ansonsten , ja.
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Re: Christentum und Islam

Beitragvon johnnelsonjun » 08.12.2012, 22:38

Keine Sorge! Wie man hier sieht: Klick! pennt die Kleine nur tief und fest und lässt sich durch nichts aus ihrer Ruhe bringen.
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