Gottesdienst am 19./20.12.2007

Gottesdienst am 19./20.12.2007

Beitragvon DH » 28.11.2007, 14:05

ApG 8, 34+35:
Da antwortete der Kämmerer dem Philippus und sprach: Ich bitte dich, von wem redet der Prophet das, von sich selber oder von jemand anderem? Philippus aber tat seinen Mund auf und fing mit diesem Wort der Schrift an und predigte ihm das Evangelium von Jesus.


Die Predigtvorbereitung geschieht nach Art des Brainstorming; d.h. jeder kann hier konstruktive Gedanken und Anregungen für die Predigt hinterlassen.

Eine Diskussion der einzelnen Ideen und Beiträge erfolgt unter REFLEXION.
Nur wer in der NAK ist, kann zu ihrer Veränderung beitragen.
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Beitragvon egil » 16.12.2007, 18:29

Apostelgeschichte 8,26-40

Diese Kämmerer war wohl Proselyt, der in seiner Tempelwallfahrt und seiner Schriftlesung seine Heilswilligkeit offenbart.

Hamp, Vinzens/Stenzel, Meinrad/Kürzinger, Josef (Hrsg.): Die Bibel. Augsburg: Weltbild, 2006, S.1219

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Apostelgeschichte 8,26-40: Der Kämmerer aus Äthiopien

Mit dem Kämmerer (dem „Finanzminister“) aus Äthiopien nimmt zum ersten Mal ein „Heide“ aus fernem Land den christlichen Glauben an. Philippus öffnet ihm die Augen: Das alttestamentliche Zeugnis vom Gottesknecht, der „den vielen Gerechtigkeit schafft“, ist in Christus erfüllt. Seine Gültigkeit wird durch das Bekenntnis bejaht und durch die Taufe besiegelt. Folge: „Er zog seine Straße fröhlich.“

(aus: BibelLesebuch. Das Neue Testament. Mit Auslegungen von Klaus Peter Schmid. Stuttgart: Deutsche Bibelgesellschaft. 1984, S.299f.)

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Samstag, 23. Juli 2005

An jenem Tage wird dein Mund aufgetan werden, sodass du reden kannst und nicht mehr stumm bist. (Hesekiel 24,27)

Philippus aber tat seinen Mund auf und fing mit diesem Wort der Schrift an und predigte ihm das Evangelium von Jesus. (Apostelgeschichte 8,35)

Tu auf den Mund zum Lobe dein,
bereit das Herz zur Andacht fein,
den Glauben mehr, stärk den Verstand,
dass uns dein Nam werd wohlbekannt. (Wilhelm II. von Sachsen-Weimar [?])

Herrnhuter Brüdergemeinde: Losungen 2005, S.88

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Apostelgeschichte 8,26-39

Da ist einer auf der Suche – einer, der viel erreicht hat in seinem Leben. Bis zum Finanzminister der mächtigen Königin von Äthiopien hat er es gebracht. Doch dafür hat er auch einen hohen Preis zahlen müssen. Äthiopische Minister waren damals Eunuchen, hatten sich kastrieren lassen müssen, weil es zwischen ihnen und der Königin zu keinen intimen Beziehungen kommen sollte. Nun hat er Karriere gemacht, ist oben angekommen – doch irgendwann anstellt sich die Frage: Hat sich das alles gelohnt? War es das?

Für seine Seele will der Kämmerer etwas tun, er wendet sich der Religion zu. Warum es gerade Jerusalem sein muss, erfahren wir nicht. Vielleicht hat er in Äthiopien von dem Tempel gehört und von dem Gott, der kein Bild von sich duldet. Dreitausend Kilometer legt er zurück, aber die Hoffnungen erfüllen sich nicht. Er, der Eunuch, darf nicht in den Tempel, darf nicht dazugehören. Traurig und unverrichteter Dinge kehrt er zurück, kauft in Jerusalem noch eine der teuren Bibelhandschriften, in der er nun liest, allein in seinem Reisewagen.

„Verstehst du auch, was du liest?“ Er versteht nichts. Allein müht er sich vergebens, allein kommt er nicht weiter. Jetzt aber tritt jemand an seine Seite und spricht ihn an. Wenn ich verstehen will, dann brauche ich einen anderen Menschen. Nicht jemand, der mich belehrt, sondern der zu mir steigt in meinen „Lebenswagen“ und ein Stück mitfährt – wie Philippus.

„Und predigte ihm das Evangelium von Jesus“. Wir wissen nicht, was Philippus dem Kämmerer im Einzelnen von Jesus erzählt hat. Doch der Kämmerer muss gespürt haben: Das ist es, was ich gesucht habe. Ich muss mich nicht mehr um meine Karriere kümmern, ich muss nicht mehr ruhelos nach einem Sinn suchen. Gott hat mich längst gefunden.

„Siehe, da ist Wasser...“ Der Kämmerer meint es ernst: „Was hindert’s, dass ich mich taufen lasse?“ Er hätte sich auch anders verhalten können: erst einmal die Sache in Ruhe bedenken, abwarten, sich nicht festlegen – und dabei bleibt es dann meistens. Nein, der Kämmerer will den Kontakt zu Gott nicht mehr abreißen lassen. Er begnügt sich nicht damit, das Evangelium einmal gehört zu haben, er will mehr davon, will es in seinem Leben ausprobieren.

Die Erzählung vom Kämmerer aus Äthiopien – eine Wundergeschichte. Denn ein Wunder ist es, dass hier zwei Menschen zusammentreffen, die ursprünglich nichts miteinander zu tun haben: ein Finanzminister und ein einfacher Missionar, einer aus Palästina und einer aus Äthiopien, ein geborener Jude und ein schwarzer Afrikaner. Aber Gott hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, dass sie sich treffen. So ist Gott am Werk und verknüpft die Lebenswege, damit am Ende ein fröhlicher Mensch dabei herauskommt – damals auf der Straße von Jerusalem nach Gaza, heute vielleicht auf dem Weg, der morgen vor mir liegt.


Hans-Martin Lübking

(aus: Lübking, Hans-Martin/Törner, Günter (Hrsg. ) (2002): Beim Wort genommen. Ein Andachtsbuch. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus, S. 144)

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Sein Geist lässt uns verstehen

Hymnus

Du, Herr, hole mich!
Du sende Deinen Geist,
dass er mich umschaffe.
Du gib mir den neuen Sinn,
der im Stande ist,
das Deinige von Dir her zu denken.
Du gib mir das neue Herz;
aus Gottes Liebe geformt
und fähig zu würdigen, was Gottes ist.

Du ewiger Ursprung, hole mich zu Dir!
Du Schöpfer Geist, schaffe mich um!
Der Du mich begonnen hast, vollende mich!

Romano Guardini


Psalm

Wie schön ist es, dem Herrn zu danken,
deinem Namen, du Höchster, zu singen,
am Morgen deine Huld zu verkünden
und in den Nächten deine Treue
zur zehnsaitigen Laute, zur Harfe,
zum Klang der Zither.
Denn du hast mich durch deine Taten froh gemacht;
Herr, ich will jubeln über die Werke deiner Hände.
Wie groß sind deine Werke, o Herr,
wie tief deine Gedanken!
Ein Mensch ohne Einsicht erkennt das nicht,
ein Tor kann es nicht verstehen.
Herr, du bist der Höchste,
du bleibst auf ewig.
Doch deine Feinde, Herr, wahrhaftig, deine Feinde vergehen;
auseinandergetrieben werden alle, die Unrecht tun.
Der Gerechte gedeiht wie die Palme,
er wächst wie die Zedern des Libanon.
Gepflanzt im Hause des Herrn,
gedeihen sie in den Vorhöfen unseres Gottes.
Sie tragen Frucht noch im Alter
und bleiben voll Saft und Frische;
sie verkünden: Gerecht ist der Herr;
mein Fels ist er, an ihm ist kein Unrecht.

aus Psalm 92


Schriftwort

Ein Engel des Herrn sagte zu Philippus: Steh auf und zieh nach Süden auf der Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt. Sie führt durch eine einsame Gegend. Und er brach auf. Nun war da ein Äthiopier, ein Kämmerer, Hofbeamter der Kandake, der Königin der Äthiopier, der ihren ganzen Schatz verwaltete. Dieser war nach Jerusalem gekommen, um Gott anzubeten, und fuhr jetzt heimwärts. Er saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja. Und der Geist sagte zu Philippus: Geh und folge diesem Wagen. Philippus lief hin und hörte ihn den Propheten Jesaja lesen. Da sagte er: Verstehst du auch, was du liest? Jener antwortete: Wie könnte ich es, wenn mich niemand anleitet? Und er bat den Philippus, einzusteigen und neben ihm Platz zu nehmen. Da begann Philippus zu reden, und ausgehend von diesem Schriftwort verkündete er ihm das Evangelium von Jesus. (Apostelgeschichte 8,26-31.35)

Gönne dir heute ein wenig Stille, um den Geist in dir zu verspüren! Anschließend kannst du fragen: „Wo war ich, wenn ich nicht bei Gott oder seinem Wort war?“ Zerstreuungen geben oft Hinweise darauf, was mir wichtiger ist, was mich fesselt und entfremdet) – „Wo spüre ich Einklang mit Gott?“ (Gottes Handeln an mir hinterlässt einen positiven „Nachgeschmack“, der sich auswirkt in vermehrter Kraft, in Frieden, Güte, Nächstenliebe)


Zum Nachdenken

Worauf sollen wir hören, sag uns, worauf?
So viele Geräusche, welches ist wichtig?
So viele Beweise, welcher ist richtig?
So viele Reden! Ein Wort ist wahr.

Wohin sollen wir gehen, sag uns, wohin?
So viele Termine, welcher ist wichtig?
So viele Parolen, welche ist richtig?
So viele Straßen! Ein Weg ist wahr.

Wofür sollen wir leben, sag uns wofür?
So viele Gedanken, welcher ist wichtig?
So viele Programme, welches ist richtig?
So viele Fragen! Die Liebe zählt.

Lothar Zenetti


Gebet

Du bist wie der Wind
Heiliger Geist

Öffne mich für dein Wehen
in den unerbetenen Reden der Kritiker
in den ungewohnten Gedanken der Denker
in den überraschenden Vorgängen der Geschichte
in den banalen Abläufen des Alltags

Öffne mich für dein Wehen
im stummen Dasein Buddhas
im bewegten Tanz der Derwische
im ehrfürchtigen Kniefall der Muslime
im frommen Gebet der Juden

Öffne mich für dein Wehen
in unseren Gemeinschaften
in unseren Werken
in unserer Kirche
in unseren Gottesdiensten

Denn du bist wie der Wind
Heiliger Geist
und niemand kann dich fassen

Anton Rotzetter


Nach(t)lese

Jeder Mensch soll schnell bereit sein zu hören, aber zurückhaltend im Reden.

Wie konntest du die Einladung zu ein wenig Stille bei Gott annehmen? Hast du etwas von dem „Nachgeschmack“ gespürt, an dem sich der Geist Gott erahnen lässt?

(aus: Bode, Bischof Franz-Josef (Hrsg.): Zeit mit Gott. Ein Stundenbuch. Stuttgart: Verlag Katholisches Bibelwerk, S.660-664)
Christ ist erstanden von den Martern allen. Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.
Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit dass er erstanden ist, so freut sich alles was da ist. Kyrieleis.
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Beitragvon philippus » 17.12.2007, 20:09

Hier wurde schonmal übers Thema gepredigt:

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