Gottesdienst am 22./23.8.2007

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Beitragvon DH » 12.06.2007, 21:51

Überschrift in den Leitgedanken: Segensgaben

1. Mose 33, aus 11:
Nimm doch diese Segensgabe von mir an, die ich dir zugebracht habe; denn Gott hat sie mir beschert und ich habe von allem genug.


Die Predigtvorbereitung geschieht nach Art des Brainstorming; d.h. jeder kann hier konstruktive Gedanken und Anregungen für die Predigt hinterlassen.

Eine Diskussion der einzelnen Ideen und Beiträge erfolgt unter REFLEXION.
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Beitragvon amadeus » 18.08.2007, 10:35

Hauptzweck der Segensgaben war es, Versöhnung und Frieden zu stiften. Jakob hat sich das was kosten lassen. Esau wollte das noch gar nicht mal gerne annehmen. Sein Bruder musste ihn zur Annahme geradezu nötigen.

Der Herr Jesus hat es sich auch was kosten lassen, allen Menschen, die da wollen, Versöhnung und Frieden mit Gott zu stiften, er hat sein Leben hingegeben und sein Blut vergossen. In unserer Zeit wird diese Segensgabe angeboten durch das Amt, das die Versöhnung prdigt. Und siehe da, wieder sind viele gar nicht an dieser Gabe interessiert oder achten sie gering.

Eigentlich hätten es ja die Menschen nötig, sich um Frieden mit Gott zu bemühen, aber er kommt uns darin zuvor. Er baut uns goldene Brücken. Klug ist, wer dieses göttliche Angebot beizeiten ergreift. Noch ist Gnadenzeit, bis zum Tag des Herrn, im Sinne von

NGB 132 Wer da will der komme
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Beitragvon DH » 20.08.2007, 11:02

Segensgabe ...

Es ist sehr interessant und aufschlußreich zu lesen, wie Jakob von Gott gesegnet wird. Sein Schwiegervater Laban und er verabreden, dass er (Jakob) als Lohn nur Tiere mit nicht zu häufig vorkommenden Fellmustern erhalten soll. Scheinbar ein Nachteil.

Dann geschieht das fast Unmögliche: Entgegen den Gesetzen der Vererbungslehre sind nun die Tiere mit an sonst seltenen Fellmustern in der Überzahl. Das geschieht mehrfach.

Hier hat Gott nachhaltig eingegriffen und Jakob mächtig gesegnet.

Man lese in diesem Zusammenhang auch die Begebenheit, wie Jakob um Rahel sieben Jahre dient (welcher Mann macht das heute noch?), und dann von seinem angehenden Schwiegervater übers Ohr gehauen und über den Tisch gezogen wird:

"Bei uns ist es nicht üblich, daß die Jüngere (Rahel) vor der Älteren (Lea) heiratet". Also dient Jakob nochmals 7 Jahre wegen Rahel, und heiratet beide Schwestern. Die Lea wird als stockhäßlich beschrieben ("Sie hatte ein blödes Gesicht" - Lutherbibel von 1912).

Welcher Mann will schon mit einer sehr häßlichen Frau verheiratet sein? - Jakob befreit Lea trotzdem aus ihrer gesellschaftlichen Isolation.

Jakob hatte viel zu erdulden. Die Bibel berichtet, dass Laban -nach Gutsherrenart - ihm 10mal (!) seinen Lohn vorenthalten bzw. gekürzt hat. Er ist trotzdem von Gott reich gesegnet.
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Beitragvon Jesu Juva » 22.08.2007, 11:02

Der Abschnitt aus 1.Mose 33, aus dem das Textwort stammt, macht deutlich, dass zu Versöhnung mehr gehört als ein "Ist schon ok." Jakob möchte den durch seinen Betrug an Esau verursachten Schaden wiedergutmachen. Dabei ist ihm völlig egal, wer nun eigentlich Schuld hat und wer im Recht ist, ob Esau berechtigte Ansprüche an ihn stellen könnte oder er einen Nutzen aus der Versöhnung ziehen wird. Mit seinem demütigen Verhalten nimmt Jakob Esau allen Wind aus den Segeln. Dabei ist aber auch anzuerkennen, dass Esau auf dieses Angebot Jakobs gnädig und offenherzig eingeht. Er trägt ihm nichts nach, er beschuldigt nicht und -- bemerkenswert! -- er nutzt Jakobs Demut nicht zu seinem persönlichen Vorteil aus. Durch diese beidseitige Annäherung wird schnell aus dem ehemaligen Konflikt eine "Win-Win"-Situation.

Wer Versöhnung wirklich wünscht, der darf sich nicht zu schade sein, sich auch mal demütig vor dem Nächsten klein zu machen -- auch, wenn er sich vielleicht im Recht wähnt! Dabei bleibt der Versöhnungsgedanke nach Christi Vorbild ein wichtiger Aspekt christlicher Lebensführung:
  • Anderen ihre Verfehlungen nicht nachzutragen, sondern zu vergeben (Mt 18,22);
  • die verbindenden Gemeinsamkeiten zu Anderen zu suchen und zu betonen, anstatt der Unterschiede;
  • und nach dem Herrenwort aus Mt 23,11, "Der Größte unter euch soll euer Diener sein," den Nächsten auch mal als "Herrn" anzuerkennen.
Nebenbei bemerkt ist obiges Textwort gerade im Kontext der wieder aufgeflammten Diskussion um "Vorraussetzungen" für eine Annäherung zwischen der NAK und aus ihr hervorgegangenen Abspaltungen sehr interessant. Laut Bibeltext haben jedenfalls weder Esau noch Jakob eine Aufarbeitung zur Vorbedingung für eine Versöhnung gemacht. Auch diese Haltung ist nach göttlichem Vorbild: Seine Gnade, Sein Segen bedürfen keiner Vorraussetzungen. Aber ebenso wie bei Jakobs Segensgaben an seinen Bruder Esau nötigt Er uns immer wieder, Seine Geschenke anzunehmen und sie uns zu eigen zu machen.
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Beitragvon ChristSein » 22.08.2007, 16:56

Nimm doch diese Segensgabe von mir an, die ich dir zugebracht habe; denn Gott hat sie mir beschert und ich habe von allem genug.
1. Mose 33, aus 11


Ihr Lieben Alle,

plagte Jakob das Gewissen? Ich denke ja. Was wäre gewesen wenn?

Plagt uns unser Gewissen auch, wenn wir bestimmte Dinge wahrnehmen oder schauen wir wie viele ganz einfach weg.

Hinterfragen wir unser Tun und Denken immer wieder?
Besonders wenn wir die Vorkommnisse sehen und erleben, die in diesen Tagen geschehen sind. Menschen durch die Strassen gejagt und geschlagen, weil sie eine andere Kultur und Hautfarbe haben.

Teilen wir wirklich was wir haben mit unseren Nächsten, lassen wir sie teilhaben an unserem Leben?
Was ihr einem meiner Geringsten getan habt das habt ihr mir getan, das ist und bleibt das Mass, mit dem Gott uns immer wieder misst.

Jesus erzählte das Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus nicht umsonst.
Ist nicht alles was wir haben geliehen, warum fällt es darum so schwer zu teilen.
Reichsein war in dem Gleichnis nicht das Übel, sondern der arme Mann bekam nichts davon ab, ausser den Brotkrumen die vom Tische des reichen Mannes fielen.....!

Geteilte Freude ist doppelte Freude und geteilter Segen ist doppelter Segen, weil wir andere mit einbeziehen. Darum lasst uns Gutes tun und Liebe üben, solange wir die Zeit dazu haben.

Ich denke dabei an Boas, er sah Ruth die Moabitin auf dem Felde, als sie Ähren las. Das gefiel dem Mann aus dem Geschlecht Elimelechs und er gebot seinen Mägden und Knechten, dass sie ihr reichlich von der Ernte übrig liessen.
Aber er ging mit dieser heidnischen Witwe noch weiter, er liess sie teilhaben am Essen und Trinken.

Ein schöner Ausspruch Naemis unterstreicht dies: Gesegnet sei er vom Herrn, dass er seine Gnade den Lebendigen und den Toten nicht entzogen hat.

Und dies alles geschah auf Bethlehems Fluren.

Boas gewann schliesslich die Ruth lieb und heiratete sie. Es wurde ihnen ein Sohn geboren, der hiess Obed, Grossvater des David und Vater des Isais.
Die Moabitin wurde dadurch die Stammmutter des Hauses Davids - die Urahnin von Jesus, der auch auf Bethlehems Fluren geboren wurde, dort wo jener König David einst als kleiner Hirtenjunge die Schafe hütete....!

Welch ein Segen!

Und nun ein besonderes Lied dazu:
Wo du hingehst, da will auch ich hingehen und wo du bleibst da bleibe auch ich.

Daher zurück zum Anfang. Nehmen wir bitte den Auspruch von Jakob immer in unser Leben hinein und hören wir auf unser Gewissen, wie es so gerne unserem Nächsten sagen möchte:
Nimm doch diese Segensgabe von mir an, die ich dir zugebracht habe; denn Gott hat sie mir beschert und ich habe von allem genug.


Liebe Grüsse und gesegnete Gottesdienste im wahrsten Sinne des Wortes,
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