Gemeinsamer GD: NAK u. Ev.-Ref. in Regensdorf (CH)

Diskussionen und Anregungen zu praktizierter Ökumene in der Neuapostolischen Kirche

Gemeinsamer GD: NAK u. Ev.-Ref. in Regensdorf (CH)

Beitragvon Bert » 22.09.2011, 12:00

NAK und Evanglisch reformierte Gemeinde
in einem gemeinsamen GD, man glaubt es kaum, aber in Regensdorf (Schweiz) ist es Realität, wie auf http://www.nak.ch/index.php?id=80&berID=2164&L=0 nachlesbar.

"Am Sonntag, 28. August 2011, durften die Gläubigen der beiden Kirchgemeinden den vierten gemeinsamen Gottesdienst feiern; dieses Jahr wieder in der neuapostolischen Kirche Regensdorf." 2007 war das erste Mal, dann noch 2009 und 2010.
Hirte Christoph Erni, der Vorsteher der NAK-Gemeinde, 'gab auch seiner grossen Freude Ausdruck, dass Pfarrerin Caspers Rüthemann seinem Wunsch entsprochen habe, beim diesjährigen Gottesdienst mit Wortbeiträgen mitzuwirken und dass dies mit Einwilligung der Kirchenleitung der Neuapostolischen Kirche Schweiz möglich geworden sei', berichtet die NAK Schweiz auf ihrer Homepage. Und auch der Bischof-Verlag berichtet darüber unter der Überschrift "Reformierte und Neuapostolische beieinander"

Geht doch!

Hier der NAK-Vorsteher und die ev. Pfarrerin bei der Verabschiedung in der Gemeinde:
http://www.nak.ch/admintools/beilagen/th_145_2011_08_28_11h25m27_1316240815_1316254709.jpg
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Re: Gemeinsamer GD: NAK u. Ev.-Ref. in Regensdorf (CH)

Beitragvon Heidewolf » 22.09.2011, 14:27

Aber sie hat keine Uniform an. :oops: :D
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Re: Gemeinsamer GD: NAK u. Ev.-Ref. in Regensdorf (CH)

Beitragvon Cemper » 23.09.2011, 07:54

Bert hat geschrieben:Geht doch!

Was geht denn da? In der NAK-Kirchenzeitschrift "UF" steht dazu: "Erni zeigte sich erfreut, dass Pfarrerin Eva Caspers Rüthemann seinem Wunsch nachgekommen war, beim Gottesdienst mit einer Bibellesung mitzuwirken – dies mit Einwilligung der Kirchenleitung der Neuapostolischen Kirche Schweiz."

Das muss man sich mal vorstellen! Eine evang.-ref. Pastorin hat in einer neuap. Kirche in einem GD einen Text aus der Bibel gelesen. Das war möglich, nachdem eine Einwilligung der "Kirchenleitung der Neuapostolischen Kirche Schweiz" eingeholt worden war. Und diese Lesung eines Bibeltextes wird dann in einer neuap. Kirchenzeitschrift als erwähnenswerte Aktion "vermeldet". Mannomann. Das ist ungefähr so, als würde der Leiter einer Grundschule im Kultusministerium nachfragen, ob eine Pädagogikprofessorin - die keine der Schule zugewiesene Lehrerin ist - bei Ausfall eines Lehrers in einer Klasse fünf Minuten etwas vorlesen darf. Der Kultusminister willigt dann ein. Und darüber wird in der örtlichen Presse mit dem Unterton "fortschrittliche Bildungspolitik" berichtet. Manchmal fragt man sich wirklich ...

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Re: Gemeinsamer GD: NAK u. Ev.-Ref. in Regensdorf (CH)

Beitragvon Frank » 23.09.2011, 08:08

Schöner Vergleich, lieber Cemper. :D

Und doch könnten Sie falsch liegen. Mir scheint es sich eher um einen Fall von Verschweigen in der UF zu handeln, denn laut http://regensdorf.nak.ch/rueckblick/?berID=2163&L=0 sprach die reformierte Pfarrerin einiges mehr... 8)
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Re: Gemeinsamer GD: NAK u. Ev.-Ref. in Regensdorf (CH)

Beitragvon Sonia » 23.09.2011, 08:10

Gaaanz ruhig, bester Cemper!

Dass die UF eine oberpeinlich zensierte Berichterstattung betreibt, ändert in diesem Fall nichts daran, dass die Pfarrerin im Gottesdienst tatsächlich mehr getan hat als aus der Bibel vorzulesen. Wie aus dem verlinkten schweizer Artikel hervorgeht:

Pfarrerin Caspers griff in ihrem Wortbeitrag den Grundgedanken des verbindenden Glaubens auf und stellte die Frage, wie denn dieser Glaube verbinde. Oft erlebe man, dass verschieden gelebter Glaube eher trenne, dass eine Glaubensüberzeugung, wie jene eines Paulus, einen zum sich Abwenden veranlasse. Selbst könne man vielleicht nur hoffen, dass da „etwas“ sei, aber eine Gewissheit sei dies nicht. Hinter dem Beisammensein der beiden Gemeinden stecke mehr, ein Gefühl des Herzens: Interesse, Zuneigung, Sympathie – gewachsen durch die vorsichtigen Begegnungen der letzten Jahre. Wir würden gemeinsam Gottesdienst feiern, weil wir gerne zusammen seien – und zwar so, wie wir sind.

Der Hauptmann von Kapernaum habe sich mit seinem kranken Knecht verbunden gefühlt, mit ihm gelitten. Als Heide habe er wohl nicht viel von Gott gewusst. Aber aus seiner Sorge und Verantwortung für seinen Knecht sei eine Kraft hervorgegangen. Er habe für den Knecht gehofft, für ihn geglaubt und habe schliesslich Jesus gebeten: „Sprich nur ein Wort – und mein Knecht wird gesund!“ Nicht der Glaube habe den Hauptmann und seinen Knechten verbunden. Hier sei es eher umgekehrt gewesen, denn hier habe die menschliche Verbundenheit den Glauben genährt und ihm eine so ungeheure Kraft gegeben, dass Jesus sagte: „Dir geschehe, wie du geglaubt hast.“ Pfarrerin Caspers wünschte allen, diese Kraft auch heute zu verspüren. Sie wünschte, dass das Zusammensein, das gegenseitige Fragen und Anteilnehmen, das Singen und Zuhören, uns (ver-)eine und so den Glauben stärke.


Wäre es nur eine olle Bibellesung gewesen, hätte Bert das sehr laut gesagt.

Viele Grüße
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Re: Gemeinsamer GD: NAK u. Ev.-Ref. in Regensdorf (CH)

Beitragvon exi » 23.09.2011, 08:14

wenn es der NAK gut tut...lasst sie doch...Dann haben es die NAK_Mitglieder beim Wechsel der Konfession nicht so schwer :mrgreen:
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Re: Gemeinsamer GD: NAK u. Ev.-Ref. in Regensdorf (CH)

Beitragvon Cemper » 23.09.2011, 08:22

Vielen Dank, Frank und Sonia! Ich hatte nur schnell nebenher die verlinkte Verlagsseite angeklickt und dann - weil ich die dortige Meldung unmöglich fand - nur dazu etwas geschrieben. Der Bericht auf der Schweizer NAK-Seite macht einen anderen (besseren) Eindruck. Wenn man beide Berichte betrachtet, bleibt aber auch noch ein etwas seltsames Gefühl. Erstens: Warum wird auf der Verlagsseite anders als auf der Kirchenseite berichtet? Zweitens: Warum muss ein Gemeindevorsteher vor einer solchen Mitwirkung einer Pastorin eine Einwilligung einholen? Ein Gemeindevorsteher wie der Herr Erni ist doch - das darf man mal voraussetzen - ein vernünftiger Mann. Wieso muss dann für so eine Mitwirkung der "Dienstweg" zwecks Einholung einer Einwilligung bemüht werden? Warum kann der das nicht selber entscheiden?

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Re: Gemeinsamer GD: NAK u. Ev.-Ref. in Regensdorf (CH)

Beitragvon Sonia » 23.09.2011, 09:12

Erstens: Warum wird auf der Verlagsseite anders als auf der Kirchenseite berichtet? Zweitens: Warum muss ein Gemeindevorsteher vor einer solchen Mitwirkung einer Pastorin eine Einwilligung einholen? Ein Gemeindevorsteher wie der Herr Erni ist doch - das darf man mal voraussetzen - ein vernünftiger Mann. Wieso muss dann für so eine Mitwirkung der "Dienstweg" zwecks Einholung einer Einwilligung bemüht werden? Warum kann der das nicht selber entscheiden?


Cemper, ich nehme an, das ist so: der "Stand der Dinge" (der offiziellen Ökumeneverhandlungen) ist meines Wissens, dass gemeinsame Gottesdienste der NAK mit anderen Denominationen noch nicht möglich sind. Und was nicht dem "Stand der Dinge" entspricht, ist nicht erlaubt bzw. bedarf mindestens einer Sondergenehmigung der Kirchenleitung. Die Kirchenleitung der NAK Schweiz hat sich über den Stand der Dinge hinweggesetzt und etwas erlaubt, was üblicherweise nicht zu erlauben wäre und was deshalb keinesfalls weiterempfohlen werden darf. ALSO berichtet die UF nur das, was dem Stand der Dinge entspricht und unterschlägt das, was lieber nicht alle lesen sollen.
Oder so ähnlich.
Gruß Sonia
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Re: Gemeinsamer GD: NAK u. Ev.-Ref. in Regensdorf (CH)

Beitragvon Bert » 23.09.2011, 09:21

Sonia,
gestern war die Homepage der Schweizer Gemeinde in Regensdorf nicht zugänglich (warum, weiss ich nicht), habe daher die Adresse hier nicht angeführt. Allerdings war mir schon gestern bekannt, dass die ev.-ref. Pfarrerin mehr tat in dem GD als nur aus der Bibel etwas vorzulesen.
"Geht doch" (nakseits) habe ich vor dem Hintergrund angeführt, dass hier, wo ich wohne (NRW), derzeit so etwas, wie es in Regensdorf geschah, schon durch die örtlichen NAK-At abgelehnt würde. Hier würde man selb st eine blosse 'Bibellesung' durch eine Nicht-NAK-Person im GD nicht gestatten.
FG
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Re: Gemeinsamer GD: NAK u. Ev.-Ref. in Regensdorf (CH)

Beitragvon Sonia » 23.09.2011, 10:07

@Bert
Hä? Adresse nicht angeführt? Ich habe den Link doch aus deinem Beitrag.
Der Hinweis auf dich war übrigens gar kein Seitenhieb - wenn nur eine Lesung dringewesen wäre, wo Wortbeitrag draufstand, wäre von dir kein anerkennendes "geht doch" gekommen. Ich kenn dich doch :wink:
Gruß Sonia
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Re: Gemeinsamer GD: NAK u. Ev.-Ref. in Regensdorf (CH)

Beitragvon Heidewolf » 23.09.2011, 10:29

Der Papst hat gestern so sinngemäß gesagt, das Negatives oftmals nur an der Oberfläche ist. Der Kern, das Wertvolle ist darunter in einem Mysterium. Darauf sollten die Gläubigen sich konzentrieren.

Also, wenn ich mir diesen Bericht aus Regensdorf noch mal so verinnerliche, dann bekomme ich schon Wut auf die Dogmatiker, die das Mysterium des christlichen Glaubens so mit oberflächlichen Argumenten behindern.

Gibt es bei Gott eigentlich Strafen für Glaubensbehinderung?
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Re: Gemeinsamer GD: NAK u. Ev.-Ref. in Regensdorf (CH)

Beitragvon Westfale » 23.09.2011, 11:05

aus Matth. 25; 40: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.
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Re: Gemeinsamer GD: NAK u. Ev.-Ref. in Regensdorf (CH)

Beitragvon exkantor » 23.09.2011, 12:40

Und was sagt heute der Papst dazu......

......"Das Notwendigste für die Ökumene ist zunächst einmal, dass wir nicht unter dem Säkularisierungsdruck die großen Gemeinsamkeiten fast unvermerkt verlieren, die uns überhaupt zu Christen machen und die uns als Gabe und Auftrag geblieben sind.".......

....Die geforderte Annäherung der getrennten christlichen Kirchen könne nicht - wie in der Politik üblich - in Form eines Kompromisses ausgehandelt werden: "Der Glaube der Christen beruht nicht auf einer Abwägung unserer Vor- und Nachteile", so der Papst. ......

...."Ein selbstgemachter Glaube ist wertlos. Der Glaube ist nicht etwas, was wir ausdenken und aushandeln." Vielmehr komme es darauf an, gemeinsam im Glauben zu wachsen, so der Papst. "Nur durch tieferes Hineindenken und Hineinleben in den Glauben wächst Einheit."......

...."Aber nicht Verdünnung des Glaubens hilft, sondern nur ihn ganz zu leben in unserem Heute. Dies ist eine zentrale ökumenische Aufgabe.".....


(Quelle: spiegel-online.de)

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"Dass nur die Neuapostolischen das(die Apostel) wahrnehmen, ist eigentlich ein Betriebsunfall, das soll ja gar nicht so sein. Die sollen in der Mitte der Kirche Christi stehen und nicht am Rande, wie es jetzt ist." (Dr. Reinhard Kiefer)
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Re: Gemeinsamer GD: NAK u. Ev.-Ref. in Regensdorf (CH)

Beitragvon Heidewolf » 23.09.2011, 12:43

...."Ein selbstgemachter Glaube ist wertlos. Der Glaube ist nicht etwas, was wir ausdenken und aushandeln." Vielmehr komme es darauf an, gemeinsam im Glauben zu wachsen, so der Papst. "Nur durch tieferes Hineindenken und Hineinleben in den Glauben wächst Einheit."......

Typisch Akademiker.

Glaube muss einfach sein und beruht auf Vertrauen.
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