"Wir schweigen und gehen unseren Weg."

Beiträge zur NAK-Geschichte

"Wir schweigen und gehen unseren Weg."

Beitragvon Phoenix » 06.07.2010, 21:54

6. Juli 2010
Heute vor 50 Jahren ist der Gesalbte des Herrn, Stammapostel J.G. Bischoff trotz Botschaft „der werde zu seinen Lebzeiten wiederkommen“, abberufen worden.
Seit 50 Jahre lautet das Motto: "Wir schweigen und gehen unseren Weg."
Was hat sich in den 50 Jahren wirklich verändert? Eigenverantwortung? Im Christentum gegenüber eine Verantwortung zu übernehmen? "Wir schweigen und gehen unseren Weg."!

Fünfzig Jahre und kein bisschen weise,
aus gehabtem Schaden nichts gelernt.
Hundert Jahre auf dem Weg zum Nichtseins
und doch fünfzig Jahr' davon entfernt.

Heute lautet das Motto: Wir zementieren das Apostelamt!

"Wir schweigen und gehen unseren Weg."!
" Walk on, walk on with hope in your heart, And you'll never walk alone, You'll never walk alone"
Benutzeravatar
Phoenix
 
Beiträge: 401
Registriert: 02.03.2009, 13:05

Re: "Wir schweigen und gehen unseren Weg."

Beitragvon exkantor » 06.07.2010, 22:13

Mein alter Freund!!!

Ja, wir schweigen, neuerdings, und gehen unseren Weg.........weg aus dieser Kirche, und kaum Einer wird es merken!

Weil kämpfen.......will kaum Einer mehr!

Es ist traurig, aber wen interessiert`s!

Siehe Hannover.........

Gute Nacht, alter Kämpfer!

ex.
(Wer schreibt hier, auf gk, auf gf24 noch????)
"Dass nur die Neuapostolischen das(die Apostel) wahrnehmen, ist eigentlich ein Betriebsunfall, das soll ja gar nicht so sein. Die sollen in der Mitte der Kirche Christi stehen und nicht am Rande, wie es jetzt ist." (Dr. Reinhard Kiefer)
exkantor
Administrator
 
Beiträge: 1772
Registriert: 02.08.2005, 09:47
Wohnort: Dortmund

Re: "Wir schweigen und gehen unseren Weg."

Beitragvon exkantor » 06.07.2010, 22:36

Bruder!!! Manchmal.....

www.youtube.com/watch?v=-9diK60AT4s&feature=related

Gayle war um Längen besser!!!!!

ex.
"Dass nur die Neuapostolischen das(die Apostel) wahrnehmen, ist eigentlich ein Betriebsunfall, das soll ja gar nicht so sein. Die sollen in der Mitte der Kirche Christi stehen und nicht am Rande, wie es jetzt ist." (Dr. Reinhard Kiefer)
exkantor
Administrator
 
Beiträge: 1772
Registriert: 02.08.2005, 09:47
Wohnort: Dortmund

Re: "Wir schweigen und gehen unseren Weg."

Beitragvon Heidewolf » 06.07.2010, 22:44

Ja ,lieber exkantor, Gayle war schon gut.
Jetzt bleibt uns nur die Möglichkeit, auf das Amt der Wahrheit hinzuweisen.
Ich hoffe, das ist dem Bruder Leber bewusst.
LG, Heidewolf
Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen, denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. (Matthäus 23,8-12)
Benutzeravatar
Heidewolf
 
Beiträge: 2618
Registriert: 03.12.2007, 11:14
Wohnort: Zwischen Landlust und Kraut und Rüben

Re: "Wir schweigen und gehen unseren Weg."

Beitragvon Püdi » 07.07.2010, 05:50

Was ist das Amt der Wahrheit? :shock:
Bier ist der Beweis, dass Gott uns liebt und will, dass wir glücklich sind.
Benjamin Franklin
Püdi
 
Beiträge: 610
Registriert: 18.12.2009, 21:24

Re: "Wir schweigen und gehen unseren Weg."

Beitragvon Cemper » 07.07.2010, 07:26

Das Finanzamt.
Ob ich gläubig bin? Das weiß nur Gott allein.
Stanislaw Jerzy Lec (Unfrisierte Gedanken)
Benutzeravatar
Cemper
 
Beiträge: 12420
Registriert: 01.02.2004, 11:12

Re: "Wir schweigen und gehen unseren Weg."

Beitragvon Heidewolf » 07.07.2010, 07:31

Lieber Püdi.

Hier einige Zitate aus Bibelportal .de:

Epheser 4,25 :
"Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten, denn wir sind untereinander Glieder !"

3.Johannes 1,8 :
"So sind wir nun verpflichtet, solche aufzunehmen, damit wir Mitarbeiter der Wahrheit werden."

2.Thess.2,13-14 :
"Wir aber sind Gott allezeit zu danken schuldig für euch, vom Herrn geliebte Brüder, daß Gott euch von Anfang an zum Heil erwählt hat, in der Heiligung des Geistes und im Glauben an die Wahrheit, wozu er euch auch berufen hat durch unser Evangelium, zur Erlangung der Herrlichkeit unsres Herrn Jesus Christus."

Wozu hat uns der HERR berufen ?
Zum Glauben an die Wahrheit.

Wenn wir also nicht der Wahrheit dienen, sondern den Halbwahrheiten, dann handeln wir nicht unserer Berufung gemäß. Wir kämpfen auf der falschen Seite, wir liegen im falschen Schützengraben und kämpfen mit den falschen Waffen. Nur in absoluter Wahrhaftigkeit kann unser Dienst für den Herrn von ihm so gesegnet werden, daß Frucht wächst.

Natürlich ist es selbstverständlich, daß wir als Christen nicht lügen dürfen. Aber halten wir uns auch wirklich daran ? Nun wird es wahrscheinlich seltener vorkommen, daß ein Christ einem anderen offen ins Gesicht lügt, aber "die Lüge", das ist erheblich mehr. Halbwahrheiten zum Beispiel zählen auch dazu.

Jede halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge !
Verschweigen wir einen Teil der Wahrheit ? Oder sagen wir Dinge, die 'einen wahren Kern haben' - aber das Drumherum ist nicht wahr ? Erzählen wir Dinge weiter ("Unter dem Siegel der Verschwiegenheit und nur fürs Gebet"), die wir gar nicht wissen und nur vom Hörensagen kennen ? Jede halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge. Wahrheit ist unteilbar.

Das ist Lüge :

* Halbwahrheiten
* Übertreibungen ("du machst immer.....")
* Untertreibungen ("ich habe noch niemals in meinem Leben .....")
* Ausschmückungen (wirklich geschehene Dinge interessanter machen, indem man sie mit erfundenen Details garniert)
* Weglassungen (bei der Erzählung Dinge weglassen, weil sie mir selbst peinlich sind ?)
* Beschönigen
* Verschweigen !
---------------------------------------

Und zum Schluß:
1. Timotheus

2,4 welcher will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

2,7 dazu ich gesetzt bin als Prediger und Apostel (ich sage die Wahrheit in Christo und lüge nicht), als Lehrer der Heiden im Glauben und in der Wahrheit.

LG, H.
Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen, denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. (Matthäus 23,8-12)
Benutzeravatar
Heidewolf
 
Beiträge: 2618
Registriert: 03.12.2007, 11:14
Wohnort: Zwischen Landlust und Kraut und Rüben

Re: "Wir schweigen und gehen unseren Weg."

Beitragvon Püdi » 07.07.2010, 08:00

Deinen "Schluß" habe ich einmal zuerst in der Bibel nachgelesen. :wink:
Abgesehen davon daß die Autorenschaft des Apostel Paulus in den Briefen an den Bischof Timotheus in Fachkreisen angezweifelt wird, was ich nicht beurteilen kann, bin ich immer sehr dafür Bibelzitate nicht nach Belieben aus dem Zusammenhang zu reißen wie es in evangelikalen Kreisen je nach Gutdünken oft gemacht wird.

In der von dir zitierten Stelle heißt es nämlich vollständig:

So ermahne ich euch nun, daß man vor allen Dingen zuerst tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, 2für die Könige und alle Obrigkeit, auf daß wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. 3Denn solches ist gut und angenehm vor Gott, unserm Heiland, 4welcher will, daß allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. {Hesekiel.18,23} 18,23
Meinest du, daß ich Gefallen habe am Tode des Gottlosen, spricht der HERR, und nicht vielmehr, daß er sich bekehre von seinem Wesen und lebe?{Römer.11,32} 11,32
Denn Gott hat alle beschlossen unter den Unglauben, auf daß er sich aller erbarme.{2 Petrus.3,9} 3,9
Der HERR verzieht nicht die Verheißung, wie es etliche für einen Verzug achten; sondern er hat Geduld mit uns und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre. 5Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, {Hebräer.9,15} 9,15
Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. 6der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, daß solches zu seiner Zeit gepredigt würde; {Galater.1,4} 1,4
der sich selbst für unsere Sünden gegeben hat, daß er uns errettete von dieser gegenwärtigen, argen Welt nach dem Willen Gottes und unseres Vaters,{Galater.2,20} 2,20
Ich lebe aber; doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich in dem Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dargegeben.{Titus.2,14} 2,14
der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das fleißig wäre zu guten Werken. 7dazu ich gesetzt bin als Prediger und Apostel (ich sage die Wahrheit in Christo und lüge nicht), als Lehrer der Heiden im Glauben und in der Wahrheit. {2 Timotheus.1,11} 1,11
für welches ich gesetzt bin als Prediger und Apostel der Heiden.{Galater.2,7} 2,7
sondern dagegen, da sie sahen, daß mir vertraut war das Evangelium an die Heiden, gleichwie dem Petrus das Evangelium an die Juden
Lutherübersetzung von 1912

Die anderen Stellen werde ich mir heute Abend auch noch einmal durchlesen.
Ansonsten lese ich diese Briefe an den überaus jungen Bischof Timotheus (ich glaube er war 16 Jahre alt, korrigiere mich bitte falls das nicht stimmen sollte.) als Unterweisungen die für ihn in seiner damaligen Situation wichtig waren.

Gruß
Püdi
Bier ist der Beweis, dass Gott uns liebt und will, dass wir glücklich sind.
Benjamin Franklin
Püdi
 
Beiträge: 610
Registriert: 18.12.2009, 21:24

Re: "Wir schweigen und gehen unseren Weg."

Beitragvon Heidewolf » 07.07.2010, 08:14

Püdi, da sind wir uns fast vollkommen einig. Bibelstellen sollten nicht aus dem Kontext gerissen werden. Ich will mit einigen Zitaten auch nicht vage etwas 'beweisen'.
Manchmal hilft mir persönlich auch schon ein einzelner Vers, den kann ich mir dann leichter merken. Mehr lässt der Kopf oftmals nicht zu.
Die Zitate zu dem Stichwort Wahrheit sind allerdings so viele und überwältigend eindeutig.
Ich finde, da kommt kein Christ dran vorbei.
Ich wünsch dir noch einen guten Arbeitstag.
H.
Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen, denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. (Matthäus 23,8-12)
Benutzeravatar
Heidewolf
 
Beiträge: 2618
Registriert: 03.12.2007, 11:14
Wohnort: Zwischen Landlust und Kraut und Rüben

Re: "Wir schweigen und gehen unseren Weg."

Beitragvon Cemper » 07.07.2010, 09:13

Phoenix hat geschrieben:6. Juli 2010
Heute vor 50 Jahren ist der Gesalbte des Herrn, Stammapostel J.G. Bischoff trotz Botschaft „der werde zu seinen Lebzeiten wiederkommen“, abberufen worden.
Seit 50 Jahre lautet das Motto: "Wir schweigen und gehen unseren Weg."
Was hat sich in den 50 Jahren wirklich verändert? Eigenverantwortung? Im Christentum gegenüber eine Verantwortung zu übernehmen? "Wir schweigen und gehen unseren Weg."!

Fünfzig Jahre und kein bisschen weise,
aus gehabtem Schaden nichts gelernt.
Hundert Jahre auf dem Weg zum Nichtseins
und doch fünfzig Jahr' davon entfernt.

Heute lautet das Motto: Wir zementieren das Apostelamt!

"Wir schweigen und gehen unseren Weg."!


Phoenix -

muss diese „Sache“ - dieses Botschaftsproblem - so dramatisch gesehen werden? Wenn sie dramatisch gesehen wird: Von wem wird sie so gesehen? Und warum sehen manche sie so dramatisch?

Wir haben es bei dieser „Sache“ mit Apokalypse und Naherwartung zu tun.

Kern der Botschaft war die mit apokalyptischem Anspruch (also mit dem Anspruch auf Enthüllung/Offenbarung) verkündete Naherwartung der Wiederkunft „des Herrn“. Apokalyptische Vorstellungen sind aber bekanntlich nichts Neues. Es gab sie schon zur Zeit Jesu und im Urchristentum. Auch Jesus hatte ein apokalyptisches Weltverständnis. Im Urchristentum haben dann viele mit der Naherwartung ihres Herrn und des Reiches Gottes gelebt. Das alles waren zeitbedingte und zeitgebundene Vorstellungen - und wir können sagen: die Menschen einschließlich Jesus haben sich geirrt. Aber was heißt denn hier „geirrt“? Dieser Irrtum muss doch so gesehen werden wie beispielsweise eine überholte naturwissenschaftliche Anschauung. Die Menschen, die etwa an das Ptolemäische Weltbild glaubten, also an ein Weltbild, in dem die Erde fest im Mittelpunkt des Weltalls steht und alle anderen Himmelskörper sich auf vollkommenen Kreisbahnen um diesen Mittelpunkt bewegen, haben sich doch nur in einer „bestimmten Weise“ geirrt. Jesus hatte doch selbstverständlich wie auch die Menschen seiner Zeit ein solches Weltbild. Sie hatten noch nicht die Einsichten, die Menschen in späteren Jahrhunderten hatten. Hier kann man aber doch nur eingeschränkt von „Irrtum“ sprechen. Übrigens leben wir heute wahrscheinlich in ähnlichen „Irrtümern“. Oder glauben Sie, dass unsere naturwissenschaftlichen und sonstigen Weltbilder endgültig richtig und „wahr“ sind?

Das apokalytische Weltbild der Zeiten vor 2000 Jahren gibt es heute nicht mehr. Es kann auch nicht neu „aufgelegt“ werden. Freilich wird das aber in einigen religiösen Kreisen getan. Adventisten und diese eigenartigen Zeugen Jehovas gehören dazu - und die Neuap. Kirche auch.

Für mich ist es verständlich, dass der Führer der religiösen Sondergemeinschaft Neuap. Kirche in der Welt des Jahres 1950 - also in den Zeiten nach den Grauen des Zweiten Weltkrieges - apokalyptische Anwandlungen hatte und sie in einer Naherwartungsbotschaft konkretisiert hat. Das musste nicht passieren. Aber es konnte passieren. Ich bin sogar davon überrascht, dass es weltweit nur so wenige Fälle dieser apokalyptischen Ausuferungen gegeben hat. Hinzu kommen in der NAK mit großer Wahrscheinlichkeit auch noch kirchenpolitische Auseinandersetzungen und Instrumentalisierungen. Dabei war die Nichterfüllung - das versteht sich von selbst - in der Neuap. Kirche eine Katastrophe. Damit konnte keiner richtig umgehen. Stellen Sie sich die Lage doch mal konkret vor. Da gab es Menschen, die - so ihr Glaube - erwählt sind und die sich als „heilige Schar“ verstanden haben. In meinem Karton mit NAK-Schrifttum habe ich einige einschlägige Lieder. In einem Lied heißt es: „Aus Gnaden erwählt.“ In einem anderen: „Über die Erde wandelt eine heilige Schar.“ Das muss man sich richtig vorstellen - diese Menschen haben sich als Objekt verstanden. Als Objekt - das heißt: mit ihnen ist etwas gemacht worden. Diese Menschen haben nicht selber - nicht als Subjekt - gehandelt. Gott hat an ihnen nach ihrem Glauben etwas „vollzogen“. Und dann erleben sie dieses Botschaftsdesaster. Sie waren wieder Objekt. Wieder wurde mit ihnen etwas gemacht. Wie sollten sie sich verhalten? Was konnte von ihnen erwartet werden? Die religiöse oder institutionelle Selbstaufgabe? Die überforderten damaligen kirchlichen Führer haben erklärt, dass Gott seinen Willen geändert hat - und sie haben das vermutlich auch geglaubt. Wieder waren sie Objekt.

Dramatisch gesehen wurde die „Sache“ von denen, die daran geglaubt hatten. Und diese Menschen haben die „Sache“ dramatisch gesehen, weil sie - und das ist meine Kritik - gern geglaubt und wenig nachgedacht haben. Sie haben sich nicht klar gemacht, dass dieses historische Verständnis von Apokalypse ein zeitbedingtes und zeitgebundenes Verständnis war. Die Neuap. Kirche ist in diesem Punkt - so weit ich das sehe - weiter. Aber sie ist noch nicht weit genug.

Zu Ihrem zweiten Teil - dem Hinweis auf das Apostelamt:

Ich erkenne die neuap. Aussagen dazu als konsequente Aussagen auf der Basis des neuap. Verständnisses biblischer Texte und im Rahmen der neuap. Logik. Damit ist aber nichts über die Richtigkeit gesagt. Auf mich wirken die Aussagen zum Apostelamt - die ja in den Glaubensartikeln geschärft wurden - so ähnlich wie der Fall einer falschen Knöpfung. Sie kennen das ja: Wir haben an einem Kleidungsteil eine längere Knopfleiste. Wenn wir den untersten Knopf in das falsche Loch knöpfen und dann weiterknöpfen, dann haben die folgenden Knöpfungen durchaus ihre Logik. Am Ende habe wir aber ein Loch zu viel bzw. einen Knopf zu wenig. Der Grund ist klar. Der Anfang stimmte nicht. Anders gesagt oder besser vorsichtig gefragt: Stimmt das neuap. Bibelverständnis - also das Verständnis der Basis?

Ich meine, dass dieses Verständnis fehlerhaft ist. Es ist freilich das gute Recht eines jeden Menschen, seinen Glauben selber zu bestimmen. Er kann - wenn er mag - glauben, dass das Apostelamt das Amt ist, das unter anderem auf die nahe Wiederkunft Christi vorbereitet. Er kann aber auch überlegen, ob die Verkündigung des kommenden Gottesreiches eine andere und tiefere Dimension hat. Betrachtungen dazu würden uns in die Tiefen und Untiefen der Theologie führen. Es ist aber - und das muss auch gesagt werden - nicht das Recht eines jeden Menschen, über den Glauben anderer mehr oder weniger polemisch zu palavern und andere Kirchen und Religionsgemeinschaften zu kritisieren. Die sachliche theologische und sonstige Auseinandersetzung ist eine Selbstverständlichkeit. Die konfessionskundlichen Auseinandersetzungen mit der Neuap. Kirche sind hier überwiegend vorbildlich. Die Beiträge mancher Menschen mit einem neuap.-kirchlichen Hintergrund sind es nicht. Jedenfalls wirkt es auf mich manchmal seltsam, wenn Menschen aus der Neuap. Kirche austreten und dann - nachdem sie sich früher als "erwählt" verstanden und anderen die Welt erklärt haben - wieder mit einem gewissen Eifer erklären, dass etwas so und so ist. Das ist irgendwie seltsam. Aber so "unüblich" ist das nicht. Wir beobachten so etwas auch anderenorts. Ein Beispiel: An der hiesigen Universität hat vor einiger Zeit ein Soziologe einen Ruf an eine andere Universität bekommen. Er hat den Ruf angenommen. In den Tagen seines Abschieds hat er in einem längeren Interview mit der örtlichen Tageszeitung erklärt, dass an der hiesigen Universität - ich pointiere jetzt - nur Leute wären, die man nicht wirklich ernst nehmen könne.

C.
Ob ich gläubig bin? Das weiß nur Gott allein.
Stanislaw Jerzy Lec (Unfrisierte Gedanken)
Benutzeravatar
Cemper
 
Beiträge: 12420
Registriert: 01.02.2004, 11:12

Re: "Wir schweigen und gehen unseren Weg."

Beitragvon reh » 07.07.2010, 15:20

Ja, lieber Herr Cemper, :D
Ihre Erklärungen sind einfach gut und sollten von der KL übernommen werden.
Hinzufügen möchte ich allerdings:
Sie schreiben "Dabei war die Nichterfüllung - das versteht sich von selbst - in der Neuap. Kirche eine Katastrophe. Damit konnte keiner richtig umgehen."
Das stimmt so nicht ganz, "KEINER konnte damit richtig umgehen", DOCH, es gab und gibt vermutlich mehr als man denkt, die damit "richtig" umgehen. Die einen weil sie gleubten und glauben (und warum auch nicht), und die andern, die Ihre Sehensweise dazu haben (Ich brauche da nur an meine verstorbene Mutter denken), und NUR Vorteile wie z.B. einen Halt und Trost in ihrem Leben dadurch hatten.

Wir schweigen und gehen unseren Weg? WER macht das? Nun, ALLE sicher nicht, ich auch nicht, und mir geht es sehr gut dabei.
Gruß vom Reh

Bittet Gott mit Danken
(K. Müller-Osten, 1942)
Benutzeravatar
reh
 
Beiträge: 997
Registriert: 14.09.2008, 13:38

Re: "Wir schweigen und gehen unseren Weg."

Beitragvon a cappella » 07.07.2010, 17:58

Schweigst Du nicht oder gehst Du Deinen Weg nicht? Oder beides?
a cappella
 

Re: "Wir schweigen und gehen unseren Weg."

Beitragvon Gaby » 07.07.2010, 19:31

>>gern geglaubt und wenig nachgedacht haben<< .... auch aus dem Zusammenhang .... aber trifft das heute nicht auch noch oft zu? Ich habe mich dies nachträglich nach meiner NAK-Zeit gefragt ... habe ich nicht gern geglaubt und wenig nachgedacht? Eine Zeitlang vielleicht auch auf Grund meiner Jugend???
Denn in alledem liegt der Anfang des Reiches Gottes, das entstehen soll an der Stelle, an der du stehst. Nicht irgendwo, sondern in dir selbst. (Jörg Zink)
Benutzeravatar
Gaby
 
Beiträge: 3820
Registriert: 01.02.2003, 11:12
Wohnort: St. Andreasberg

Re: "Wir schweigen und gehen unseren Weg."

Beitragvon alter Mann » 08.07.2010, 06:33

Interessante Aussagen hier, leider trifft immer wieder zu, was Martin Urban in seinem Buch: "Wer leichter glaubt, wird schwerer klug: Wie man das Zweifeln lernen und den Glauben bewahren kann" schreibt; viele von denen, die eine Kirche, egal ob NAK oder andere Konfessionen verlassen haben, begründen das damit, dass sie "vorher sich das denken und fragen verboten haben!" und dann kamen Zweifel, Ärger etc. und es blieb kein anderer Weg, als zu gehen. Meine These ist, dass, wer sich mit seinem Glauben, seiner Kirche kritisch auseinandersetzt, dabei den (kritischen) Blick über den Tellerrand nicht vergisst, Glauben finden und bewahren kann! Letztlich geht es doch um den persönlichen Weg des Menschen zu Gott!
Ein zweifelnder, nachdenkender, kritischer alter Mann der immer noch glauben kann!
Es gibt keinen Grund zur Resignation, denn noch lebt Christus
alter Mann
 
Beiträge: 175
Registriert: 07.07.2008, 21:09

Nächste

Zurück zu NAK Geschichte



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast