Entwicklung der Glaubensartikel

Beiträge zur NAK-Geschichte

Beitragvon syndrome.2 » 30.07.2007, 21:31

Hier vielleicht noch ein interessanter Link zum Thema der Veränderung des Glaubensbekenntnisses:

http://www.apostolisch.de/fakten/litera ... kennen.php
http://www.apostolisch.de/fakten/litera ... tnisse.php

gruß,
syndrome
Zuletzt geändert von syndrome.2 am 30.07.2007, 21:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon 42 » 30.07.2007, 21:46

Ich sehe gerade dieses Thema oben in der "Hitparade" und moechte nur einen Gedanken bzw. eine Frage zu den Aenderungen der GA aeussern:

Hat der 10. GA ueberhaupt etwas in den Glaubensartikeln einer Kirche zu suchen? Warum sollte der Gehorsam einer irdischen Obrigkeit gegenueber Bestandteil eines Glaubensbekenntnisses werden oder sein?

Meiner Ansicht nach gehoert dieser Artikel nicht in ein Glaubensbekenntnis. Man glaubt (an) Gott, seinen Sohn, den Heiligen Geist.

Aber vielleicht findet sich jemand, der mich ueberzeugen kann, dass dieser GA Bestandteil eines Glaubensbekenntnisses sein sollte.
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Beitragvon chris » 31.07.2007, 06:28

Nun, lieber 42,

man glaubte früher einfach, dass die Obrigkeit auch von Gott gegeben ist. Insoweit musste man ihr gehorchen. Darauf dürfte es zurück gehen.

Richtig erklären kann ich es nicht.
Ich denke aber, dass ein gewisser Gehorsam gegenüber der Obrigkeit wichtig ist.

Liebe Grüße
Christian
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Beitragvon tergram » 31.07.2007, 06:55

chris hat geschrieben:Ich denke aber, dass ein gewisser Gehorsam gegenüber der Obrigkeit wichtig ist.


Hmmm, aber was hat das in einem Glaubensbekenntnis zu suchen? Die evangelischen und katholischen Christen kommen "ohne" aus... und sind trotzdem brave Staatsbürger.
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Beitragvon Mark » 31.07.2007, 07:00

chris hat geschrieben:Nun, lieber 42,

man glaubte früher einfach, dass die Obrigkeit auch von Gott gegeben ist. Insoweit musste man ihr gehorchen. Darauf dürfte es zurück gehen.

Richtig erklären kann ich es nicht.
Ich denke aber, dass ein gewisser Gehorsam gegenüber der Obrigkeit wichtig ist.

Liebe Grüße
Christian


Glaubte man dies, oder glaubte die NAK-Kirchenführung dies?
Meines Wissens nach war das Verständnis anderer Kirchen seit jeher eher, dass die höchste Instanz Gott ist, und auch eine weltliche Obrigkeit sich Gott zu beugen hatt. Ist seinerzeit der Kaiser zum Papst nach Canaossa gegangen, oder ist der Papst zum Kaiser gekommen ... ?
Wie kann sich Moraltheologie entwickeln, wenn man es als Christenpflicht ansieht, gegenüber der Obrigkeit zu kuschen?
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Beitragvon Gaby » 31.07.2007, 07:04

10. Glaubensartikel

Ich glaube, dass ich der weltlichen Obrigkeit zum Gehorsam verpflichtet bin, soweit nicht göttliche Gesetze dem entgegenstehen.

Vielleicht gab es den Artikel wegen dem zweiten Passus >>soweit nicht göttliche Gesetze dem entgegenstehn<< ?

Letztlich stehen die >>göttlichen Gesetze<< ÜBER den Gesetzen der "weltlichen Obrigkeit".

Ich sehe das ähnlich wie bei Martin Luther - "Hier stehe ich und kann nicht anders."

Meine Beziehung zu Gott ist wichtiger als die Beziehung zur "weltlichen Obrigkeit".

Liebe Grüße

Gaby
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Beitragvon Gaby » 31.07.2007, 07:12

Hallo Mark,

das wußte ich nicht.
Nun, dann frage ich mich ehrlich gesagt auch, warum neuapostolische Christen besonders darauf aufmerksam gemacht werden müssen, dass sie sich an irdische Gesetze zu halten haben :wink:

Liebe Grüße

Gaby
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Beitragvon Gaby » 31.07.2007, 07:13

Ups :shock:

Mark wo ist Dein Posting hin?

Fragende Grüße

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Beitragvon Gaby » 31.07.2007, 07:15

Gerade bei wikipedia gefunden:

>>Bischoff wurde 1930 zum Stammapostel berufen und begann rasch gute Beziehungen zum nationalsozialistischen Regime aufzubauen:

1933 fügte er in „Fragen und Antworten“, eine Art Katechismus der NAK, den 10. Glaubensartikel wieder ein: „Ich glaube, dass die Obrigkeit Gottes Dienerin ist uns zugute, und wer der Obrigkeit widerstrebt, der widerstrebt Gottes Ordnung, weil sie von Gott verordnet ist.“ (Römer 13) <<

http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Gottfried_Bischoff
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Beitragvon tergram » 31.07.2007, 07:34

Hatten wir es nicht geahnt? Der Schatten des JGB liegt stärker über der NAK, als man vermuten mag.
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Beitragvon Mark » 31.07.2007, 07:43

Wenn ich dann im Nachinein daran denke, das man früher oft freudestrahlend erzählt hatt, das die NAK in Gebieten missionieren dürfe, wo andere Kirchen kaum Zutritt hätten, weil die Regierungen von der NAK so begeistert seien, wird mir im Nachinein noch irgendwie ... anders ...
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Beitragvon Jesse » 31.07.2007, 07:52

Mark hat geschrieben:Wenn ich dann im Nachinein daran denke, das man früher oft freudestrahlend erzählt hatt, das die NAK in Gebieten missionieren dürfe, wo andere Kirchen kaum Zutritt hätten, weil die Regierungen von der NAK so begeistert seien, wird mir im Nachinein noch irgendwie ... anders ...


Die Zeitverhältnisse waren damals sehr schwierig. :cry:
Immer die richtigen Entscheidungen zu treffen war fast unmöglich.

Gelingt es Dir? Mir nicht.... leider :roll:
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Beitragvon weltmensch » 31.07.2007, 07:55

Gaby hat geschrieben:

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„Also wenn ich ehrlich sein soll, glaube ich eher, es hat niemanden interessiert.
Wer beschäftigt sich schon intensiv mit Glaubensfragen? Den meisten geht es doch mehr um die Gemeinschaft, ob man sich in der Gemeinde wohlfühlt.“



Ehrlich gesagt, es wundert mich nicht, wenn es nicht wirklich interessiert, und ich kann dies sogar verstehen!

Diese ganze „Kirchenlehre“ ist dermaßen eigenartig konstruiert, dass so mancher, der von seinen Eltern dort hineingezerrt wurde, einfach nur noch mitschlappt ohne sich großartig Gedanken über Dinge zu machen, über die Kopfzerbrechen zu machen sich möglicherweise auch nicht (für jeden) lohnt.

Wir sollten da mal ehrlich sein. Ist dies vielleicht nicht auch in den Großen Kirchen ähnlich? Wer weiß da wirklich bescheid, und wen interessiert es wirklich? Auch das, was ein Herr Papst so alles von sich gibt, lohnt nicht für jeden Menschen den Einsatz seines Hirnschmalzes.
Mich würde schon interessieren, welcher Katholik weiß, was dort wirklich geglaubt wird. Möglicherweise sind da ja manchmal sogar Theologen überfordert.

Dann geht man halt aus Gewohnheit dorthin, das eine oder andere Ritual macht man mit. Warum nicht?

Was ist so schlimm daran, wenn man der Gemeinschaft wegen, in der man sicht wohlfühlt, mitmacht?


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Beitragvon chris » 31.07.2007, 07:59

Hallo Mark,

Hier ist eine "NAK-Seite", zwar eher kritisch/negativ. Aber Thema ist die NAK. Insoweit ist der Satz "man glaubte früher einfach" sicher in erster Linie auf die NAK zu beziehen, wenngleich auch andere Glaubensgesellschaften in irgend einer Form angepasst waren und sich oft Staat und Kirche gegenseitig beeinflussten.

Der Glaubensartikel fordert meiner Meinung nach nicht zum Kuschen auf. Dies wird in der Neuformulierung doch deutlich!

Ja Mark. Da ist das Problem:

Sage ich zum Herrscher A, dass er falsch handelt, darf ich nicht in sein Land und kann das Evangelium nicht verkünden und das ist aber eigentlich ein Auftrag von Jesus an uns.
Sage ich es ihm nicht, tue ich "schön", kann ich zwar und erfülle diesen Auftrag - auf der anderen Seite ist die Grenze zwischen "schön tun" und Lügen oft fließend, außerdem könnte es so aufgefasst werden, als ob man das Handeln selbst unterstützt etc.

Wie viel Anpassung darf sein?



Hallo Tergram,

wie stark wohl der Schatten ist? Mir ist insbesondere ein Wort aufgefallen:
1933 fügte er in „Fragen und Antworten“, eine Art Katechismus der NAK, den 10. Glaubensartikel wieder ein......

LG
Christian
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