Nach "Ver"fälschung nun noch ein Plagiat?

Beiträge zur NAK-Geschichte

Nach "Ver"fälschung nun noch ein Plagiat?

Beitragvon PeterSgotzai » 28.12.2006, 15:31

Nach "Ver"fälschung nun noch ein Plagiat?

Im Artikel: Der Umgang mit dem Großen Testimonium in der Neuapostolischen Kirche, Seite 5, Absatz 2, auf nak.org bzw. in der UF 24/2006, Seite 37 wird von den Autoren Drave und Henke die Schrift:

    „Die Vollendung des Heilsplanes Gottes nach den Worten Jesu (1935)“

    als neuapostolisches Schrifttum des Stammapostels J.G. Bischoff dargestellt, in der die neuapostolische Lehre größere Eigenständigkeit gegenüber katholisch-apostolischen Lehrinhalten gewinnt.
Im Internet finden wir im Gegensatz zum UF-Artikel nachfolgende Fußnote (17):

    „Im Licht neuerer Erkenntnisse der Verfasser muss diese Aussage (die Vorgenannte) modifiziert werden. Das Buch: "Die Vollendung des Heilsplanes Gottes nach den Worten Jesu", lehnt sich in wesentlichen Aussagen an eine katholisch-apostolische Vorlage an, und die Eigenständigkeit besteht in den diesbezüglichen Teilen des Buches darin, dass Aussagen der Vorlage verändert werden.

    Bei der Vorlage handelt es sich um William R. Caird, Johann E. G. Lutz, Christi Worte über die Vollendung der Wege Gottes mit seiner Kirche, dem Volke Israel und der ganzen Menschheit und Schöpfung, Augsburg 1879.“


Was hier (Fußnote 17) umschrieben wird, ist ein Plagiatsfall besonderer Ordnung. Über 80% der Schrift „Die Vollendung des Heilsplanes Gottes nach den Worten Jesu (1935)“ bestehen aus dem geistigem Eigentum von Caird und Lutz (Christi Worte über die Vollendung der Wege Gottes mit seiner Kirche, Augsburg 1879).

Die „Die Vollendung des Heilsplanes Gottes nach den Worten Jesu (1935)“ nennt keinen Verfasser, sondern nur J.G. Bischoff als Herausgeber. Man müsste gerade von jemand, der den Anspruch erster Apostel Jesu, Stammapostel (damals noch Stellvertreter Jesu auf Erden) erhebt, einen besonderen Umgang mit dem geistigen Eigentum von Anderen und der Liebe zur Wahrheit erwarten. Dazu muss gesagt werden, dass die Rechte am Text, zu der Zeit, noch bei den Erben von Lutz und Caird bzw. beim Verlag Preyß lagen.

Schon im Titel zeigt sich die Ähnlichkeit:

KAG = Christi Worte über die Vollendung der Wege Gottes mit seiner Kirche (Caird und Lutz)
NAK = Die Vollendung des Heilsplanes Gottes nach den Worten Jesu (Bischoff)

Der erste Vergleich der Schrift "Christi Worte über die Vollendung der Wege Gottes mit seiner Kirche" von Caird und Lutz (kurz: C+L) mit der Bischof-Schrift "Die Vollendung des Heilsplanes Gottes nach den Worten Jesu" (kurz JGB) zeigt, dass 82% der JGB aus Text von C+L besteht und der Eigenanteil bei 18% liegt.

JGB Vergleich zu C+L (ohne Titel und Inhaltsverzeichnis):

C+L Gesamt = 41.482 Worte = 100%
JGB Gesamt = 21.195 Worte = 51% von C+L
JGB Fremdanteil = 17.301 Worte = 42% des C+L

JGB Vergleich Eigenanteil zum Fremdanteil (ohne Titel und Inhaltsverzeichnis):

JGB Gesamt = 21.195 Worte = 100%
JGB Eigenanteil *) = 3.894 Worte = 18%
JGB Fremdanteil **) = 17.301 Worte = 82%

*) Eigenständiger Text.
**) Wörtlich, bzw. durch Wortumstellung übernommener Text.

Die Texte von G+L und JGB wurden bestmöglichst verglichen. Absolute Gewähr, dass wirklich alles aufs genaueste gegenübergestellt und bis aufs kleinste richtig von mir bewertet wurde ist, bei dem Umfang des Textes, mir leider nicht möglich. Ob nun 20% zu 80%, 18% zu 82% oder 16% zu 84% ändert an den eigentlichen Tatsachen nichts.

Das Vorwort und die Einleitung (geringfügiger Fremdteil) von JGB sind eigener Text. Alles andere zeichnet sich durch weglassen ganzer Absätze und wörtliche Übernahme bzw. Wortumstellung von der Schrift G+L aus.

Besonders markant ist das fünfte Kapitel.

Es besteht aus 843 Wörtern, wobei die eigene geistige Erkenntnis aus der

1. Überschrift: „Der fünfte Zeitabschnitt.“
2. dem Text: „Es ist somit folgendes ganz besonders zu beherzigen:“ und
3. dem Schluss: „Amen.“

besteht.

Berechtigterweise stellt sich nun die Frage ob das Schrifttum aus dem Zeitraum von J.G. Bischoff, nach diesem Eigentor der Autoren Drave und Henke in der UF 12/2006 Seite 37, überprüft werden muss.

Peter



PS: Der Vergleich der Schrift C+L mit JGB besteht derzeit aus 513 DinA5-Seiten. Er muss nochmals nach Rechtschreibung überprüft werden (das Original war in Frakturschrift). Die Veröffentlichung erfolgt in Form einer Gegenüberstellung in den nächsten Tagen.

Aus Wikipedia: Ein Plagiat (von lat. plagium, "Menschenraub" abgeleitet) ist die Vorlage fremden geistigen Eigentums bzw. eines fremden Werkes als eigenes oder Teil eines eigenen Werkes. Es ist unter bestimmten Voraussetzungen strafbar und verpflichtet den Plagiator zum Schadenersatz.

http://de.wikipedia.org/wiki/Plagiat

William Renny Caird: geb. 1802 in Montrose/Schottland - gest. 23.10.1894 in Edinburgh (92 Jahre alt); Kaufmann; 20.10.1832 Berufung zum Evangelisten (durch Drummond); Dez. 1832 Priester (erste Ordination überhaupt, durch Cardale); 2.8.1865 Koadjutor in Süddeutschland; 1831 Heirat mit Mary Campbell; 1831 erstmals Worte der Weissagung in einer Versammlung in Albury; 1834 und 1836 als Evangelist in den USA; Herbst 1842 erste Begegnung mit Lutz; am 17.10.1847 im ersten Versiegelungsdienst (Carlyle) auf deutschem Boden in Frankfurt.

Johann Evangelist Georg Lutz: geb. 1801 - gest. 09.07.1882 in Esslingen (81 Jahre alt); röm.-kath. Priester in Karlshuld; vers. 1.9.1857 in Basel; 1857 Priester; 1859 Engel der Gemeinde in Bern; 1860 Bezirksevangelist in Süddeutschland; im Herbst 1842 erste Begegnung mit Caird.
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Beitragvon titus » 28.12.2006, 16:12

Vielen Dank, Peter!

Und dabei hat JGB doch alles nur gut gemeint :lol:

Man hat sich in der NAK eine Theologie zusammengezimmert, nach Gutdünken weggelassen, kopiert, umgeschrieben.

Ich nehme an, je weiter man gräbt, desto mehr kommt zutage ...

Wie schon erwähnt: auch die Startzsche Offenbarungs-Auslegung ist verdächtig nah dran an F.W.Schwartz' "Buch für unsere Zeit" (das ja angeblich auch nicht von Schwartz selbst stammt: http://www.adfontes.apostolic.de/artike ... c01439a7ca)
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Beitragvon Cleopatra » 27.05.2007, 04:57

Jedes Phänomen, das uns bewusst wird, ist stets eine Manifestation des Geistes. [Buddha Shakyamuni, Surangama Sutra, ca. 500 v. Chr.]
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Beitragvon derReutlinger » 27.05.2007, 06:24

Wir haben hierfür die Altpapiersammlung.
hg
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Beitragvon abendstern_ » 27.05.2007, 06:39

kurze Frage:
wird dieses Buch (bzw die ganze Reihe, wenn ich mich richtig erinnere, waren es drei Bücher) heute immer noch im Reli-Unterricht verwendet?

LG Marina
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Beitragvon a cappella » 27.05.2007, 06:56

Meines Wissens waren es zwei Bücher, und sie werden nicht mehr verwendet.

Liebe Grüße
a cappella
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Beitragvon derReutlinger » 27.05.2007, 06:57

neee ist schon lange ausgemustert
lg
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Beitragvon Don Camillo » 27.05.2007, 07:16

Ausgemustert!
Und deswegen war es keine Fälschung?

Meines Wissens wurden diese Bücher in Hamburg unter Mitwirkung damaligen Gymnasial-Geschichtslehrers und Evangelisten Walter Drave verfasst.
Heute Vorsitzender der AG Geschichte der NAKI.

Nix Altpapier.

D.C.
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Beitragvon Cleopatra » 27.05.2007, 07:21

Nun, das meine ich aber auch!
Was ändert es an der Tatsache einer "Verfälschung" oder Plagiates, wenn entsprechendes Buch heute im Reli-Unterricht keine Verwendung mehr findet?

Meint Cleo
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Beitragvon derReutlinger » 27.05.2007, 07:24

Ausgemustert!
Und deswegen war es keine Fälschung?

Das habe ich doch nicht behauptet :!: :!:

Meine Exemplare an Fälschungen und Plagiaten habe ich jedoch auf diese Weise entsorgt.
hg
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Beitragvon Cleopatra » 27.05.2007, 07:40

so kann man es natürlich auch machen. Ich habe alles verschenkt. Aber es wäre doch zu wünschen, dass die Kirche sich auch hierzu äußert. Was stammt überhaupt aus eigener "Werkstatt"? Im Abkupfern waren sie anscheinend Weltmeister, aber die Theologen anderer Kirchen wurden oft verunglimpft. Aber deren geistliches Eigentum nahm man gerne und gab es als Eigenes aus. Wenn dies nun tatsächlich ein neuerlicher Fall von "Verfälschung" ist, sollte die NAK auch hierzu Stellung beziehen.

LG, Cleo
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Beitragvon Don Camillo » 27.05.2007, 07:43

Okay, Mißverständnis.

NAK-Fälschungen einfach entsorgen - ein Beitrag zum Umwelt-Schutz!

8)
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Beitragvon tergram » 27.05.2007, 08:30

Guten Morgen und einen geistdurchwehten Pfingstsonntag in die Runde!

Es geht nicht darum, dass diese Bücher nicht mehr aktiv verwandt werden. Es geht darum, dass ihr Inhalt in vielen Köpfen und Herzen tief verankert ist. Da hilft keine Altpapierentsorgung.

Die Tatsache, dass das 'Gotteswerk NAK' nur Menschenwerk ist - abgekupfert, zusammengeschustert und mit dem Kleber 'Angst vor dem Tag des Herrn' verkleistert, ist nicht zu leugnen. Die Geister der Vergangenheit wird man nicht los; vielleicht will man das auch gar nicht.

Möge der Geist Gottes, der in alle Wahrheit leitet, alle Ecken des NAK-Glaubensgebäudes kräftig ausfegen und in Kopf und Herz reinigend und klärend wirken.

Herr, reinige die Kirche. Sie hat es nötig. Amen.
Zuletzt geändert von tergram am 27.05.2007, 08:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon abendstern_ » 27.05.2007, 08:32

Ich wunderte mich eben, dass diese alten Bücher lt. Olaf Wieland jetzt (also 2007) von Reli-Kindern in die Schule (bzw. den evang. Reliunterricht) mitgenommen werden. Warum nehmen die nicht das aktuelle Lehrwerk mit um es zu zeigen?
abendstern_
 

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