NAK und Testimonium

Beiträge zur NAK-Geschichte

Beitragvon Jesse » 23.10.2006, 15:28

Ich hab Dich auch lieb Dietemann. :lol:
Jesse
 

Beitragvon tergram » 23.10.2006, 15:29

Dietemann irrt. Das Ding heisst "Jahresendflügelfigur". Die Wortschöpfung stammt aus der DDR - dort sollte unbedingt jeder Zusammenhang mit christlichen Begriffen vermieden werden. Nebenbei: Särge hiessen dort "Erdmöbel" und Fahnen "Winkelemente".
Aber was meint D. mit Rych/es?
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Beitragvon organa » 23.10.2006, 15:40

tergram hat geschrieben:Aber was meint D. mit Rych/es?


vermutlich das
"Heylige roemische Reych tiutesker Nation"
:lol:
"Es wurden schon viele Kirchen leergepredigt, aber noch keine leergesungen..."
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Beitragvon Jesse » 23.10.2006, 16:42

Er schwächelt schon wieder......
Was machen wir bloß? :roll:
Jesse
 

Beitragvon Fingerhut » 23.10.2006, 16:44

Engelchen, zitiere irgend etwas vom VFB. Fas hilft ihm wieder auf die Beine :)
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Re: NAK und Testimonium

Beitragvon Peter.SDG » 23.10.2006, 16:45

Holytux hat geschrieben:NAK und Testimonium

Der aktuelle Umgang der NAK mit dem Testimonium der englischen Apostel enthält einige interessante Akzente.

Beispiel 1: „Bibelverständnis“, „Amtsverständnis“

Im Teil 2 (http://www.nak.org/fileadmin/download/pdf/GreatTestimony1_dt.pdf)der aktuellen Serie zum „Testimonium“ wird zum Kirchenverständnis ausgesagt:

Diese Kirche war nach Abschnitt 22 schon beschlossen, als Gott den Menschen erschuf. Wir lesen dort unter Verweis auf Epheser 5, 23 ff., dass Gott mit der Erschaffung Evas aus Adams Rippe „in einem Geheimnis“ bereits „die künftige Herrlichkeit der Kirche“ als der „Braut des Lammes, die mit Ihm sitzet auf Seinem Throne offenbaret hat“. Dies ist ein Beispiel der sogenannten typologischen Bibelinterpretation, mit der konservativere Theologen die zu jener Zeit noch neue historisch-kritische Bibelauslegung abzuwehren versuchten. Man wollte beweisen, dass Gott, der allein allwissend war, in verhüllter Form, eben „in einem Geheimnis“, schon im Alten Testament alles niedergelegt hatte, was erst im Neuen Testament in Erscheinung trat und durch das Wirken des Heiligen Geistes offenbart werden konnte. Wenn dies so war, dann spielte die Person des Schreibers in ihrer Gebundenheit an die eigene Zeit, die von der historisch-kritischen Bibelauslegung hervorgehoben wurde, keine Rolle, weil man gezeigt hatte, dass Gott der eigentliche Autor war…
… Ziehen wir die Folgerungen, die diese Interpretation der Erschaffung Evas nahe legt, dann heißt dies, dass Gott nach dem Wortlaut des Großen Testimoniums schon bei der Erschaffung des Menschen den Sündenfall vorausgesetzt und die Kirche als Mittel zur Erlösung vorgesehen hat. Die Kirche soll der Leib Christi sein, regiert von Christus als dem Haupt, das Verhältnis zwischen Mann und Frau legt somit ständig Zeugnis ab von dem Verhältnis zwischen Christus und der Kirche. Durch diese Interpretation ist es katholisch-apostolischen Theologen unmöglich gemacht, die Forderung des Paulus, dass „sich ... die Frauen ihren Männern unterordnen in allen Dingen“ (Epheser 5, 24) irgendwie zu relativieren, etwa durch einen Verweis auf die gesellschaftlichen Verhältnisse ihrer Entstehungszeit.


Im weiteren wird dann über die Aussagen zur Fortnahme des Apostelamtes reflektiert. Die Autoren des NAKI-Artikels formulieren die Auffasung im Testimonium so:

Die Fortnahme des so verachteten Apostelamtes war dann ein weiteres Gericht Gottes, weil auch die heidenchristliche Kirche versagt hatte.


Weiter heißt es dann:
Wir kommen zu dem paradox anmutenden Ergebnis, dass die Verfasser des Großen Testimoniums sich einerseits gegen eine geschichtliche Betrachtung der Bibel wehrten, sie andererseits aber selbst betrieben, um eine Antwort auf die Frage zu finden, warum das Apostelamt nicht mehr bestand. Dem Neuen Testament wird das „Muster“ für die wahre Kirche entnommen, und gleichzeitig wird nachgewiesen, dass die Kirche schon in ihren Anfängen nicht dem dargestellten Ideal entsprach.

Hier frage ich mich (hoffend!), ob die NAK sich doch einer etwas differenzierenden Betrachtung der Bibelauslegung öffnet. Ich habe zumindest den Eindruck, dass eine Verteufelung der historisch-kritischen Betrachtung nicht (mehr) stattfindet und wir uns auch nicht in Richtung dieses Lagers bewegen wollen.

Wenn ich die Aussagen Lebers im IDEA berücksichtige:
…“Das Evangelium musste zunächst einige Jahrhunderte verbreitet werden, so dass das Christentum weltweite Bedeutung bekam. Dafür war das Apostelamt nicht notwendig…“


frage ich mich, welche Erklärung künftig für die „apostellose Zeit“ im Katechismus erscheinen wird. Sollte es nicht mehr „Strafe“ sein, sondern vielmehr „sinnvoller“ Bestandteil der „Reichsgottesgeschichte“ ?
Dann könnte die „Kirche Christi“ auch wieder ohne zeitliche Unterbrechung existieren. Allerdings hieße das, den durch Uster eher verdunkelten Kirchenbegriff endlich wahrhaftig zu definieren.

2. „Wassertaufe“ und „Geistspendung“

Hierzu stellt Teil 3(http://www.nak.org/fileadmin/download/pdf/GreatTestimony2_dt.pdf)fest:

Die Verfasser des Testimoniums gingen entsprechend der ihnen vertrauten protestantischen Tradition davon aus, dass es in der christlichen Kirche zwei Sakramente gebe, Taufe und Abendmahl. Allerdings schreiben sie auch von einer Handauflegung durch Apostel, die für die Zukunft erwartet wird (Abschnitt 114). Die sogenannte „apostolische Handauflegung“ oder „Versiegelung“ wurde erstmals 1847, also zehn Jahre nach der Veröffentlichung des Testimoniums, erteilt.


Ich finde diese Aussage durchaus bemerkenswert, wird sie doch gewiss für viele Geschwister neu und überraschend sein (sofern es jemanden interessiert)…

Weiter:
Die Wiedergeburt geschieht nach dem Verständnis der ersten englischen Apostel in der Wassertaufe. So heißt es in Abschnitt 25, dass das Sakrament der Taufe „das Bad der Wiedergeburt“ sei, „wodurch Gott nach Seiner Barmherzigkeit uns selig macht (Titus III. 5.); denn wir, die da todt sind in Übertretung und Sünde (Ephes. II. 1.5.), werden darin wiedergeboren vom Heiligen Geist (Joh. III. 5.), Gottes Kinder, ... und durch die Mittheilung jenes Lebens werden wir wahrhaftige Glieder unseres auferstandenen Herrn Jesu Christi (Ephes. V. 20.)...“. So ist auch die Aussage verständlich, dass auch in den Jahrhunderten, in denen keine Apostel tätig waren, „dennoch Scharen von Menschen ... für Gott wiedergeboren worden sind“ (Abschnitt 65).


Tja, jetzt ist es raus…
Hier hat unsere aktuelle „fortschreitende Erkenntnis“ eine völlig andere Sehensweise hervorgebracht. Da liegt nun allerdings die „Sonderlehre“ nicht im Testimonium, und auch nicht in einem vermeintlich „protestantischen“ Verständnis, sondern in einer, durch Uster zementierten, NAK-spezifischen Auffassung der „Geburt in zwei Akten“.
Denn vollwertig wiedergeboren ist man nur durch das Sakramenten-Doppel der NAK.
Ein Ausweg könnte die „Besiegelung“ sein, ohne Bezugnahme auf „Gotteskindschaft“.

… Die an den Gläubigen vollzogene Handauflegung wird als „Besiegelung und Bestätigung der Heiligen“ gekennzeichnet, bei der die „Mittheilung der Gaben des Heiligen Geistes, je nachdem sie der Heilige Geist einem Jeglichen zutheilen will“ (Abschnitt 37) stattfindet. Die Versiegelung wird als Ergänzung und „Festigung“ der Wassertaufe verstanden.


Bleibt zu hoffen, dass unsere Wurzeln diesbezüglich genauestens bedacht und geprüft werden.
Möge das „herumustern“ zu einem christlichen Ende kommen,

LG
Wenn wir gelernt hätten, richtig in unseren Herzen zu lesen, würden wir erkennen, dass wir in uns ein Verlangen tragen, das in dieser Welt nicht gestillt werden kann. Auf dieser Erde bleibt immer ein Rest an Enttäuschung.
(C.S. Lewis)
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Beitragvon Jesse » 23.10.2006, 16:51

Dietemann, kannst Du dich mal hier austoben?
Jesse
 

Beitragvon moosgummi » 24.10.2006, 11:10

Hallo Holytux,

erst einmal auch von mir danke für deine Mühe in und zwischen den Zeilen zu lesen.
Es immer wieder erstaunlich, dass sich unsere Kirche meist nur das aus der Vergangenheit und ihrem Geschichtsverständnis herausgesucht hat, was ihr am besten gefiel.
Um so erstaunlicher ist es nun, dass im Punkt des Handauflegens scheinbar keine Geschichtsklitterung stattfand, indem gesagt wird, dass die Apostel erst 10 Jahre nach dem Testemonium durch Handauflegen den Heiligen Geist spendeten. ( Ob sich die NAK überhaupt auf die Katholisch Apostolische Kirche als Ursprung der NAK berufen kann, ist m.E. ohnehin fraglich.)

Wie du schon gesagt hast, wen interessiert es überhaupt...... ?????

Da wir ja nun noch zwei Jahre auf den angekündigten Katechismus warten und der eine oder andere doch mal zufällig

etwas lesen möchte, über die Nähe oder Ferne inhaltlicher Aussagen anderer christlicher Kirchen, möchte ich an dieser

Stelle aus dem

Kleinen Evangelischen Erwachsenen Katechismus zitieren :


Punkt 5. Leben in der Kirche: Heiliger Geist;

Unterpunkt 3. Priestertum und Amt...
……
„Das kirchliche Amt hat seine Wurzeln im Amt der Apostel.

Dennoch lässt sich seine gegenwärtige Gestalt des

kirchlichen Amtes nicht ungebrochen auf die Reformation

oder auf das Neue Testament zurückführen.

Vielmehr hat jede neue Epoche eine spezielle Ausprägung

des Amtes hervorgebracht und dafür gesorgt,

dass das Evangelium für die jeweilige Gegenwart gepredigt wurde.

Dabei ist die Kirche ihrer Tradition ebenso verpflichtet

wie der schöpferischen Neugestaltung aller ihrer Lebensäußerungen."
…..



Unterpunkt 4. Ordination

Die Voraussetzung dafür, dass eine Theologin oder

ein Theologe ein Pfarramt übernehmen kann,

ist – nach einer erfolgreich durchlaufenen theologischen Ausbildung –

die Ordination, in dem die Berufung, die Segnung und

die Sendung in das Amt der öffentlichen Wortverkündung

und der Sakramentsverwaltung vollzogen wird.

Dabei wird an die neutestamentlichen Anfänge des

geistlichen Amtes erinnert, die Kandidatin oder der Kandidat

legt das Versprechen ab, das Amt gemäß der Heiligen Schrift

und dem Bekenntnis der Kirche zu führen;

die Gemeinde tritt bei Gott fürbittend für ihre Pfarrerin oder ihren Pfarrer ein.

Schließlich wir ihr/ihm durch Gebet und

Handauflegung die Gabe des Heiligen Geistes


für ihren/seinen Dienst zugesprochen. Diese Ordination

nimmt der Bischof oder ein von ihm beauftragter Träger

des kirchenleitenden Amtes vor.

Die Ordination ist keine Amtseinführung in den Dienst

an einer einzelnen Gemeinde. Sie steht vielmehr am

Anfang der Dienstzeit des Ordinierten und bleibt lebenslang gültig.
…..



Wie Nahe und/oder wie Ferne sind die Christen nun von einander….

Eine Anregung zum Nachdenken für alle Interessierten.....

Liebe Grüße @ all

Moosgummi
Psalm 139, 23,24

23Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich's meine. 24Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.
moosgummi
 
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Re: NAK und Testimonium

Beitragvon TheologDiskurs » 28.10.2006, 12:54

TheologDiskurs hat geschrieben:
… Die an den Gläubigen vollzogene Handauflegung wird als „Besiegelung und Bestätigung der Heiligen“ gekennzeichnet, bei der die „Mittheilung der Gaben des Heiligen Geistes, je nachdem sie der Heilige Geist einem Jeglichen zutheilen will“ (Abschnitt 37) stattfindet. Die Versiegelung wird als Ergänzung und „Festigung“ der Wassertaufe verstanden.



LG


Liebe / r (?) Holytux,

noch eine Ergänzung aus dem katholischen Katechismus (köln 1989, Verlag Styra) zur firmung Seite 339 ff.:
... Der Stärkung und Vollendung der Taufe dient vor allem das Sakrament der Firmung. Es ist, obwohl ein eignes Sakrament, doch eng mit der Taufe verbunden und soll das in der Taufe Grundgelegte entfalten, bekräftigen und vollenden. ...


Wie sich die Aussagen doch gleichen. Kehren wir doch zurück zu unseren wurzeln, NAK!

...
Gruß,

TheologDiskurs


Lieber Moosgummi, Peter, Holytux,

noch eine Ergänzung zu meinem Beitrag, den ich nochmals teilweise selbst zitiere, weil er in Wurmdiskussionen unterging.

Zur Ergänzng aus der kath. Katechismus noch etwas zu den Aussagen aus der orthodoxen Lehre.
Ich zitiere aus 'die Orthodoxie' von Sergij Bulgakov:

Seite 174:
"
...
1. Die Taufe ist die Geburt im Geist, in der kraft der Bekleidung mit Christus der natürliche Mensch it der Ursünde, die ihm zu eigen ist, stirbt und ein neuer geboren wird. Das ist die Aneignung der rettenden Kraft der erlösungstat Christi.
...
2. Die Myronsalbung wird von der Orthodoxen Kirche gleich nach der Taufe vollzogen. Sie kann nicht von Laien volzogen werden, sondern nur vom Priester oder vom Bischof, und das Hl. Myron für sie wird von der Versammlung der Bischöfe geweiht, so daß sie in diesem Sinne ein episkopales Sakrament ist, obwohl sie auch unmittelbar vom Priester vollzogen werden kann. Sie bezeichnet die allgemeine Weihe, die auch in der Urkirche von den Aposteln selbst an den Getauften vollzogen wurde, zwar nicht die Weihe zum Priestertum, so doch in den heiligen Stand der Laien. Daher wird sie auch von der Vollmacht des Episkopats in der Kirche vollzogen. Sie öffnet den Zutritt zum Gnadenleben in der Kirche durch die Teilnahme an allen Sakramenten der Kirche. Daher werden Christen, die zur Orthodoxie aus Konfessionen übertreten, die das Gnadenpriestertum verloren haben, durch die Myronsalbung aufgenommen, wodurch sie sozusagen in den Stand der Laien geweiht werden, zu Gliedern der Kirche, und erst nach der Myronsalbung werden sie zu den Sakramenten der Kirche zugelassen. Die Myronsalbung, bei der die Salbung mit dem Myron mit den Worten 'Siegel der Gabe des Heiligen Geistes' vollzogen wird, entspricht einem persönlichen Pfingsten im Leben jedes Christen. In ihr wird jedem die Gabe des Hl. Geistes verliehen, die ihm zu eigen ist, und es kehrt der Ruhm zurück, der der Seele und dem Körper des ersterschaffenen Adam zu eigen war und den dieser beim Sündenfall verloren hat (Röm. 3,23), das Keimstück der Verklärung und der Auferstehung.
"

Ich stelle das einfach mal so ein. Insbesondere die Myronsalbung ist für mich so ein Anhaltspunkt. Das erinnert mich sehr stark an die Heilige Versiegelung.

Gruß,

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Beitragvon Holytux » 28.10.2006, 15:58

Liebe Interessierte, herzlichen Dank für die Belebung des Themas... :wink:

Wir sehen: Das theologische Dilemma der NAK ist dermaßen vielschichtig, dass es einer Quadratur des Kreises gleichkommt, an diesem Lehrgebäude etwas zu korrigieren, ohne den Einsturz der gesamten Konstruktion zu riskieren.
Es erscheint mir schon recht mutig, über die Wurzeln der apostolischen Bewegung eine doch etwas "kritische" Abhandlung von NAKI zu lesen. Denn es stellt sich dann schon die Frage, ob wir möglicherweise beabsichtigen, mit UNSERER NEUapostolischen Geschichte ebenfalls etwas kritischer umzugehen.
Fest steht, dass die NAK nie einen Zweifel daran gelassen hat, dass es sich bei den englichen Aposteln um Apostel im "Vollsinne" gehandelt hat.
Gleichwohl zeigen die Inhalte des Testimoniums neben dem "ökumenischen Grundgedanken", der gerne von uns "Ökumenikern" bemüht wird, auch Passagen, die durchaus kritische Betrachtung rechtfertigen.

Wenn ich bedenke, welchen Stellenwert das Apostelamt in der NAK hatte und in maßgeblichen Punkten des Heilsverständnisses noch hat, muß ich natürlich auch im Blick zurück möglichst jegliche Schwärmerei und Verklärung ablegen und schon fragen, welchen Stellenwert das Apostelamt in der KAG hatte.

Apostel Henry Drummond: „Eine Krone von zwölf regie-
renden Mächten wie in der Urkirche, die, weil sie „mit
der Sonne bekleidet“ sind, unmittelbare Gemeinschaft
mit dem Thron Gottes durch den Heiligen Geist, der
durch Propheten spricht, haben –
diese regierenden
Mächte können nicht irren, und deshalb kann es auf
ihre Entscheidungen keine Berufung geben.
Diese
Sterne lösen daher alles Sektierertum innerhalb ihrer
Machtausübung auf; Spaltung ist das tödliche Gift und
die Schwachheit der Christenheit, denn darin besteht
die große macht Satans, des Engels der Lüge und
Verwirrung! Und daher muss sie aus der Kirche ausge-
trieben werden.“

Zitat: ad.fontes Dokument 104 "Sonnenfrau"

Freilich dominiert hier wohl eher die "Ordnung", nicht das "Heil" des Einzelnen.
In der NAK findet sich eine vollständige Hinordnung sakramentaler Wirksamkeit in Richtung "Apostelamt". Es geht also weniger um die Ordnung in der Gemeinde, sondern darum, dass ohne Apostelamt kein sakramentales Zeichen eine heilsvermittelnde Wirkung besitzt.
Diese Situation hat sich nun seit Uster bezüglich der Heiligen Taufe geändert, ohne dass nun unmißverständlich deutlich wird, wie "wichtig" die Taufe im Verhältnis zur Versiegelung nun wirklich sei.
Hier zeigt sich auch der deutliche Unterschied zu den Großkirchen und zum sakramentalen Verständnis der KAG.
Ungelöst bleibt die Frage, wo das Apostelamt in der NAK zukünftig seinen "Platz" finden will, wenn die sakramentale Allgewalt nicht mehr gegeben ist.

Paulus zumindest hatte damit wenig Probleme:
Denn Christus hat mich nicht gesandt, zu taufen, sondern das Evangelium zu predigen..
1. Kor. 1,17

Liebe Grüße :wink:
"Man kann kein Vaterland haben, wenn man nicht auch mit seinen Spießbürgern und Nachtwächtern zu leben bereit ist."
Karl Rahner
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Beitragvon philippus » 28.10.2006, 16:33

Holytux hat geschrieben:Denn Christus hat mich nicht gesandt, zu taufen, sondern das Evangelium zu predigen..
1. Kor. 1,17

Das kann gar nicht oft genug betont werden! :wink:

Liebe Grüße
Frank
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Beitragvon Peter.SDG » 28.10.2006, 18:54

Ging gerade eben online:


Eine Auseinandersetzung mit der NAK-Veröffentlichung zum "Großen Testimonium"


http://www.adfontes.apostolic.de/artikel/index.php

Liebe Grüße,
Peter SDG
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ad fotes bezieht Stellung zum Teil 1 und 2

Beitragvon PeterSgotzai » 28.10.2006, 18:56

Zum
ersten und zweiten Teil
bezieht ad fontes Stellung.


Vorschau zum dritten Teil:

Der dritte Teil setzt sich mit unterschiedlichen Auffassungen zur Wassertaufe und Apostolischen Handauflegung auseinander. Desweiteren wird die Lehre vom 4fachen Amt in Frage gestellt und Gedanken zur Eschatologie (Lehre über die letzten Dinge) geäußert.

Der Artikel gipfelt in einer höchst spekulativen Aussage:

    „Die weitere Entwicklung der Katholisch-apostolischen Kirche zeigt, dass die Deutungsvielfalt, die in den Worten des Testimoniums enthalten ist, auch dem Zwecke diente, Lehrunterschiede innerhalb des Apostelkreises zu überdecken.“

Unser Kommentar dazu demnächst.

Einen gesegneten Sonntag
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„Jesus irrt nie, aber der Mensch irrt“

Beitragvon PeterSgotzai » 30.10.2006, 09:13

An die, die es anders sehen.

Der Metropolitan of Glastonbury Seraphim Newman-Norton*), berichtet in seinem Buch “Die Zeit der Stille”, Document a-0658 **) folgendes:

    Ein seltsamer Zwischenfall, der sich zu dieser Zeit ereignete, ist von einigem Interesse. Ein dänisches Mitglied, eine Dame von edler Herkunft, sprach mit dem König von Dänemark, Christian X., über kirchliche Dinge und wurde vom König gefragt, welcher Kirche sie angehöre. Als sie es ihm gesagt hatte, antwortete der König: „Ich besitze ein Schreiben, welches vor langer Zeit meinem Großvater übergeben worden war. Ich habe es nicht gelesen, aber ich will es Ihnen zeigen“. Er geleitete sie dann in sein privates Schreibzimmer und nahm aus einem Schrank eine Kopie des Großen Testimoniums,welches in Pergament eingeschlagen war.

    Der König hatte einige Kenntnis vom apostolischen Glauben, weil er einmal bei einem Gottesdienst in London zugegen gewesen war, und die Königin hatte einem Dienst in der Zentralkirche von Kopenhagen beigewohnt, inkognito. Nachdem er das Testimonium gelesen hatte, berief er am 31. Oktober 1936 ein Treffen im Amalienburg Palast ein, zu dem einhundertundfünfzig Gäste, Höflinge und Würdenträger, geladen worden waren, so dass er ihre Aufmerksamkeit auf das Testimonium lenken konnte, das von den Aposteln herausgegeben worden war.

    Fast drei Stunden lang saßen die Gäste und lauschten, wie der König mit Tränen in den Augen das Zeugnis verlas und seine Dolmetscher es ins Französische und Deutsche übersetzten. Zum Abschluss der Zusammenkunft bemerkte der König, dass das, was der Herr getan hatte, eine Gnade war, die wir nicht verstanden hätten, und nun müssten wir stille sein.

    Die Auswirkung auf die Gäste war die von Trauer, dass sie gekommen waren, das Werk anzunehmen, als es zu spät war. Ein Bischof bemerkte: „Warum setzen wir nicht wieder Apostel?", und es wurde ihm gesagt: „Es war das Werk des Herrn“. „Dann können wir nichts tun, als des Herrn zu harren“, antwortete der alte Bischof. Ein anderer Priester sagte: „Einstens sandte der Herr den Heiligen Geist, aber wir wollten es nicht glauben. Nun kann durch dieses Werk nichts mehr getan werden“.

    Einige der alten Priester erinnerten sich an den vollen Gottesdienst, und einer war bei Dr. Capadose in Albury zu Gast gewesen. Diese seltsame Zusammenkunft endete mit dem Gesang den Liedes: „Jesus irrt nie, aber der Mensch irrt“ und einer zweiminütigen Stille.

Die Einen sehen es so, die Anderen sehen es so ***).

Ich wünsche allen die rechte Sehensweise.
Peter

*) Newman-Norton http://en.wikipedia.org/wiki/Metropolitan_Seraphim_of_Glastonbury

**) Document a-0658 http://www.apostolic.de/02_edition/0200_documente.shtml

***) die Anderen http://www.nak.org/fileadmin/download/pdf/GreatTestimony2_dt.pdf
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