NAK und Testimonium

Beiträge zur NAK-Geschichte

Beitragvon Renders » 30.10.2006, 10:24

Holytux hat geschrieben:[...]
In der NAK findet sich eine vollständige Hinordnung sakramentaler Wirksamkeit in Richtung "Apostelamt". Es geht also weniger um die Ordnung in der Gemeinde, sondern darum, dass ohne Apostelamt kein sakramentales Zeichen eine heilsvermittelnde Wirkung besitzt.
Diese Situation hat sich nun seit Uster bezüglich der Heiligen Taufe geändert, ohne dass nun unmißverständlich deutlich wird, wie "wichtig" die Taufe im Verhältnis zur Versiegelung nun wirklich sei.
[...]
Ungelöst bleibt die Frage, wo das Apostelamt in der NAK zukünftig seinen "Platz" finden will, wenn die sakramentale Allgewalt nicht mehr gegeben ist.
[...]


Hallo Holytux,

ja, die Situation bzgl. Taufe hat sich seit Uster geändert.
Man könnte meinen, die Taufe habe an "Wertigkeit" eingebüßt, wenn man liest:

Das Sakrament der Heiligen Taufe
mit Wasser ist die erste und
grundlegende Gnadenmitteilung
des dreieinigen Gottes an den
Menschen, der an Christus glaubt.

Es ist hier die Rede davon, dass
eine grundlegende Gnadenmitteilung
Gottes an den Menschen
erfolgt. Hiermit wird zum Ausdruck
gebracht, dass die hl. Taufe mit
Wasser der erste Schritt des Heils
ist. Auf diesen Schritt baut alles
andere auf [...]

Der Täufling hat
Anteile am Verdienst Christi und
wird in ein erstes Näheverhältnis
zu Gott geführt.[...]

Verdienst Christi, durch die Taufe.
Dann ist hier so schön die Rede
von einem ersten Näheverhältnis
zu Gott. Also der jenige der getauft
ist kommt in ein gewisses
Verhältnis zu Gott, auch wenn es
nur ein erstes Näheverhältnis ist.
Wenn man von einem ersten
Näheverhältnis spricht, dann
bedeutet das natürlich, dass da
auch noch Folgeschritte erfolgen.
Last uns das noch einmal
festhalten: Ein getaufter erreicht
schon ein gewisses Näheverhältnis
zu Gott, auch wenn es nur
ein erstes Näheverhältnis ist.[...]

In der Wassertaufe
eröffnet Gott dem Täufling
den Weg zum Heil in Christus und
letztlich zur völligen Erlösung. Der
Begriff „eröffnet“ zeigt auch, dass
weiter Voraussetzungen notwendig
sind um die völlige Gemeinschaft
mit Christus zu erlangen. Das
heißt, man muss den vom Herrn
gelegten Weg weitergehen. Ich
nenne einige Stichworte: Heilige
Versiegelung, Heiliges Abendmahl
und Nachfolge Christi, das gehört
alles dazu. Also Erlösung ist der
Zustand vollendeter Seelen, die
gläubig das göttliche Heilsangebot
ausgeschöpft haben und dadurch
in die ewige Gemeinschaft mit Gott
gelangt sind.[...]


Und das ist ja auch nach zu vollziehen - man billigt den "Anderen" gleiches zu, daher muß man den Stellenwert etwas herunter schrauben.

Die Frage nach der sakramentalen Allgewalt und dem zukünftigen "Platz" des Apostelamtes in der NAK steht IMO nicht zur Debatte, wenn man weiter folgendes liest:

[...]
Wassertaufe und hl. Versiegelung
gemeinsam bilden die Wiedergeburt
aus Wasser und Geist.
Wassertaufe und Versigelung sind
hier in einem Zuge genannt. Der
Begriff gemeinsam unterstreicht
den Zusammenhang von hl. Taufe
mit Wasser und hl. Versiegelung
– ganz im Sinne der hl. Schrift, in
der unter Taufe häufig zugleich die
Taufe mit Wasser und dem hl.
Geist verstanden wird.[...]

Jemand der ernsthaft,
wenn auch in einer anderen
Kirche, getauft worden ist und
versucht hat dem Christentum
Substanz zu geben ist doch auch
aus unserem Glaubensverständnis
ein Christ.
Das ist zwar noch nicht alles aber
es ist doch ein erster Schritt, ein
erstes Näheverhältnis wie wir es
vorhin gesagt habe.
[...]

Lasst mich noch hinzufügen, dass
auch in der hl. Schrift nicht zu
erkennen ist, dass das Apostelamt
mit der Taufe in unmittelbarer
Verbindung steht, aber bei der hl.
Versiegelung wird nach wie vor
das Apostelamt genannt. Das ist
und bleibt auch so.
[...]

Heilige Versiegelung
Nun kommt das Thema hl.
Versiegelung und da kann ich das
ganz kurz machen. Die hl. Versiegelung
erfährt keine Veränderung.
Nach wie vor ist es eine Aufgabe
des Apostelamtes und es prägt
entscheidend das Profil unserer
Kirche. Dieses Sakrament wird
einzig durch das Apostelamt
gespendet. Es ist unabdingbare
Voraussetzung um zur Brautgemeinde
Christi zu zählen.
[...]


Alles klaro, oder?


Gruß
Renders


Textauszüge aus
Blick Punkt
Sonderausgabe zum
Informationsabend aus
Uster am 24.Januar 2006
(Hervorhebungen von mir)
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Beitragvon ChristSein » 04.11.2006, 14:57

Die kath.apostolische Kirche nahm die vom Propheten Geyer vorgenommene Rufung eines Apostel nicht an. Geyer und der spätere Apostel Schwartz wiedersetzten sich.
Am nächsten Abend, Dienstag, dem 27. Januar 1863 kam Schwarz wieder, Geyer war auch gekommen, weil er zu dieser Zusammenkunft ebenfalls hergebeten worden war.
Es wurde nichts gesprochen. Im Beisein von Thiersch und Rothe las der Apostel Woodhouse den beiden nun kurzerhand und ohne weitere Worte zu verlieren, ihre Exkommunikation vor, wobei er sie feierlich dem Teufel übergab.

Quelle: 100 Jahre Neuapostolische Kirche, Verlag Friedrich Bischoff.

15 Jahre später wird der Prophet Geyer aus gleichen Gründen zum 2.Male abgesetzt:
Es gab ein unwürdiges Durcheinander, bis Wichmann plötzlich mit starker Stimme Ruhe gebot. Er erklärte vor der Gemeinde den Propheten Geyer einfach für abgesetzt und die Aposteleinsetzung von Güldner als ungültig und wies Geyer und seinen Anhängern die Tür. Diese nahmen daraufhin ihre Gewänder und verschiedene Utensilien mit und zogen aus.
Richtig gesehen hätte Wichmann, Geyer nicht absetzen können weil der im Amt höher Stand als Wichmann.

Quelle: 100 Jahre Neuapostolische Kirche, Verlag Friedrich Bischoff

Keine 100 Jahre später:
Als ab 1954 der Glaube an die Botschaft mit der Aufnahme bzw. dem Empfang der Versiegelung in der Neuapostolischen Kirche verknüpft werden sollte, wandte sich Apostel Kuhlen gegen dieses Vorhaben. Er und seine beiden rheinischen Mitapostel Siegfried Dehmel (Oberhausen) und Ernst Dunkmann (Düren) forderten, die Annahme oder Ablehnung der Botschaft in die freie Entscheidung jedes Einzelnen zu legen.
Die Situation eskalierte und am 23. Januar 1955 wurden die drei Apostel, zwei Bischöfe und zehn Älteste aus dem Rheinland in Frankfurt ihres Amtes enthoben und aus der Neuapostolischen Kirche ausgeschlossen.

Quelle: Wikipedia


Letztes Jahr in Halle, über 140 Jahre nach der Trennung erging die Frage an Herrn Hähnel (zwischenzeitlich verstorben) dem Vertreter der kath. apostolischen Kirche, welchen Apostel er von den hier Anwesenden, als solchen anerkenne, seine Antwort war kurz und knapp. Keinen!

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Beitragvon fireangel » 04.11.2006, 15:05

Zitat:

Letztes Jahr in Halle, über 140 Jahre nach der Trennung erging die Frage an Herrn Hähnel (zwischenzeitlich verstorben) dem Vertreter der kath. apostolischen Kirche, welchen Apostel er von den hier Anwesenden anerkenne, seine Antwort war kurz und knapp. Keinen!

Lieber ChristSein,

könntest du bitte etwas deutlicher erklären, was du mit dieser Aussage meinst?

Welches Amt hatte Herr Hähnel denn innerhalb der kath.ap. Kirche inne?

Machte er möglicherweise, diese aussage aufgrund der Annahme der ersten AP der Neuzeit, dass es nur zwölf Ap geben dürfe?

LG
fireangel
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Beitragvon ChristSein » 04.11.2006, 15:27

Lieber fireangel,

Herr Hähnel war als Mitglied der apostolischen Gemeinde als dessen Vertreter und Referent eingeladen.
Er bezog sich mit seiner Aussage sicher darauf, dass es wie es ja die Meinung der englischen Apostel war, es nach der Zwölfzahl in der kath. apostolischen Kirche keine legitimierten Apostel mehr geben könne.

Liebe Grüsse
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Beitragvon fireangel » 04.11.2006, 15:31

Lieber ChristSein,

ich danke dir für deine Erläuterung!

LG
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Auseinandersetzung zu Teil 3 der NAK-Veröffentlichung

Beitragvon PeterSgotzai » 06.11.2006, 02:46

In der kirchen-offiziellen Zeitschrift "Unsere Familie" erschien am 20. Oktober der dritte Teil einer fünfteiligen Serie über das Testimonium.

Der dritte Teil setzt sich mit unterschiedlichen Auffassungen zur Wassertaufe und Apostolischen Handauflegung auseinander. Des weiteren wird die Lehre vom 4fachen Amt in Frage gestellt und Gedanken zur E-schatologie (Lehre über die letzten Dinge) geäußert.

Der Artikel gipfelt in einer höchst spekulativen Aussage, die von Historikern bzw. einer Arbeitsgruppe, die sich mit der geschichtlichen Aufarbeitung der Neuapostolischen Kirche auseinandersetzt, nicht zu erwarten war:

    „Die weitere Entwicklung der Katholisch-apostolischen Kirche zeigt, dass die Deutungsvielfalt, die in den Worten des Testimoniums enthalten ist, auch dem Zwecke diente, Lehrunterschiede innerhalb des Apostelkreises zu überdecken.“


Zum dritten Teil bezieht ad fontes nun Stellung.

http://www.adfontes.apostolic.de/artikel/index.php

Peter
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Beitragvon Renders » 06.11.2006, 08:22

Zukunftserwartung/Eschatologie

Die Artikelschreiber scheinen bezüglich der Eschatologie
der katholisch-apostolischen Gemeinden keinen
Überblick zu besitzen.
Aus diesem Grund und mangels Überblick kommen sie
zum Ergebnis, dass „die weitere Entwicklung der Katholisch-
apostolischen Kirche zeigt, dass die Deutungsvielfalt,
die in den Worten des Testimoniums enthalten
ist, auch dem Zwecke diente, Lehrunterschiede innerhalb
des Apostelkreises zu überdecken.“

Diese Unterstellung, wäre sie haltbar, würde bedeuten,
dass sich die Apostel bewusst unklar ausgedrückt hätten,
um Differenzen untereinander, die Lehre betreffend,
nach außen zu verheimlichen.
Diese Aussage
der Projektgruppe, die genau weiß, dass das Testimonium
auf geistigen Antrieb hin verfasst wurde, stellt ihre
ganze Objektivität, Glaubwürdigkeit und geistige Haltung
in Frage.



Ja, man gewinnt den Eindruck, die Herren der Projektgruppe schließen ausgehend von heutigen Zuständen innerhalb der KL zurück in die Geschichte 8)
Starker Tobak!
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Beitragvon Peter.SDG » 06.11.2006, 08:45

Renders hat geschrieben:Ja, man gewinnt den Eindruck, die Herren der Projektgruppe schließen ausgehend von heutigen Zuständen innerhalb der KL zurück in die Geschichte
Starker Tobak!


Das überrascht Dich doch nicht etwa, oder? 8)

Ich sage es immer wieder, und kann es auch diesmal nur wiederholen: Allein die Bezeichnung der KAG als "Katholisch-Apostolische Kirche", statt als katholisch-apostolische Gemeinden vermittelt einen völlig falschen Eindruck vom Selbstverständnis der KAG. Da geht mir immer wieder die Hutschnur hoch, wenn ich das lese.


Zum Selbstverständnis der KAG nach Ludwig Albrecht:

Ludwig Albrecht hat geschrieben: Der Name der Kirche

Wie die ganze Kirche den Namen katholisch-apostolisch trägt, so sollte auch jede einzelne Gemeinde innerhalb der einen Kirche nur diesen Namen führen. Legt sie sich einen anderen Namen bei, so macht sie sich der Sektiererei schuldig. Darum nennen sich auch die Gemeinden, welche in der Gegenwart unter der Leitung der Apostel des Herrn stehen, obwohl sie von den Menschen in irrtümlicher und unbilliger Weise mit einem Sektennamen gebrandmarkt werden, „katholisch-apostolische“ Gemeinden in der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche. Sie bezeugen durch diesen Namen nicht ihre Trennung von der Kirche, sondern gerade im Gegenteil ihre vollkommene Einheit und Gemeinschaft mit der ganzen Kirche Gottes aller Zeiten. Sie erklären mit diesem Namen, dass sie keine besondere Partei in der Kirche bilden wollen - denn wie könnten jemals Apostel des Herrn zu Parteiführern und Sektenstiftern sich aufwerfen? — sondern dass sie alle Sektiererei und Spaltung in der Kirche als Sünde verabscheuen, und sie erkennen es auch als ihre Pflicht, diese Sünde im Namen aller Getauften als eine schwere Schuld, die auf uns liegt, vor Gott zu bekennen und bußfertig zu bereuen.


http://www.apostolic.de/03_kag/0800_kirche.shtml

Die KAG sahen sich eben als einen Teil der Einen Heiligen Katholischen und Apostolischen Kirche an. Daher ist im Deutschen (und vor allem im neuapostolischen Kontext) der Ausdruck "Gemeinden" für die KAG meines Erachtens angebrachter - "Kirche" kann da doch zu sehr als ausschließend/exklusiv missverstanden werden.
Ist zumindest mein Eindruck.

Peter
Wenn wir gelernt hätten, richtig in unseren Herzen zu lesen, würden wir erkennen, dass wir in uns ein Verlangen tragen, das in dieser Welt nicht gestillt werden kann. Auf dieser Erde bleibt immer ein Rest an Enttäuschung.
(C.S. Lewis)
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Beitragvon Renders » 06.11.2006, 09:46

Bin völlig Deiner Meinung.
Wer so oberflächlich redet, ignoriert den wesentlichen Kern, die Substanz der KAG oder hat von vielem einfach nichts verstanden.
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Neuer Artikel zur Kirchengeschichte in UF Nr. 24

Beitragvon James » 15.12.2006, 20:08

Hallo alle Interessierte...

Ich möchte Eure geschätzte Aufmerksamkeit auf einen neuen Artikel lenken.
Er steht in der UF Nr.24; - KIRCHENGESCHICHTE - S. 34-37: "Umgang mit dem Großen Testimonium in der Neuapostolischen Kirche".

Ich kann nur empfehlen: lesen und nachdenken, wieder lesen und wieder nachdenken....

Es kommt mir immer wieder dar alte Satz in den Sinn:

"Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen!"

Muße zum Lesen wünscht


James
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Beitragvon PeterSgotzai » 15.12.2006, 23:09

Testimoniumsvergleich c-0001

Das Zeugnis der Apostel - Testimonium, an die geistlichen und weltlichen Oberhäupter der Christenheit, aufgestellt im Jahre 1836, Quelle E.A. Roßteuscher, Aufbau der Kirche Christi, 2.A. 1886

mit

Ausgabe des Verlages F. Bischof 1932

http://www.apostolic.de/02_edition/0400 ... nium.shtml

Der Vergleich wurde erstmals 1997 im Internet veröffentlicht.
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Beitragvon 42 » 25.12.2006, 12:55

Fuer die Herren der Projektgruppe, die die Verfaelschungen im Testimonium zu bewerten hatten, kam der sogenannte Gottesdienst in Osnabrueck wohl eine Idee zu spaet, sonst haetten sie ueber das Wort nachdenken muessen:

"Ich merkte, dass alles, was Gott tut, das besteht für ewig; man kann nichts dazutun noch wegtun. Das alles tut Gott, dass man sich vor ihm fürchten soll." Prediger 3, 14.
MherzlG, 42
(Nein, mein Name ist nicht "NoAvatar")

HABE EHRFURCHT VOR DEM ALTEN UND MUT DAS NEUE FRISCH ZU WAGEN
BLEIB TREU DER EIGENEN NATUR UND TREU DEN MENSCHEN DIE DU LIEBST.
(Grossherzog Ernst Ludwig, Darmstadt)
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