Falsches historisches Quellenmaterial zur NAK?

Beiträge zur NAK-Geschichte

Beitragvon Bert » 16.08.2006, 15:59

Hallo Matze,

inzwischen habe ich das hier empfohlene Buch von S c h r ö t e r gelesen. Ich habe nicht alles inhaltlich mit dem verglichen, was auf der von mir eingangs des Threads benannten Homepage steht. Die Punkte, auf die es mir ankam, sind indes hier wie da angeführt.

Zum Einen ist in den Veröffentlichungen deckungsgleich, wie die Rufung des ersten 'Apostels' in England vor sich ging, eine Sache, die die NAK als die Wiederaufrichtung des 'Apostelamtes' betrachtet und wovon sie annimmt, dass sich das Amt in ihr manifestiert hat.

Die neue Lektüre, die den Punkt anführt, gibt mir nicht Veranlassung, in dem Geschilderten eine göttliche Handlung zu sehen. Es kann sich genauso gut um Wunschdenken der Beteiligten damals und um Wunschdenken der heutigen NAK handeln.

Aber selbst dann, wenn man annehmen wollte, damals sei der Herr tätig gewesen und habe das Amt wiedergegeben, so bleibt nach dem Lesen des Buches die Feststellung, dass die neuap. Kirche nicht von den 'Aposteln' der kathol.-apostolischen Gemeinden errichtet wurde. Es gab keine Sukzession! Der für die neuap. Entwicklung massgebliche 'Apostel' Schwarz hatte sein Amt von dem aus der kathol.-apostolischen Gemeinde ausgeschlossenen Ex-'Propheten' Geyer empfangen, also von einem Manne, der zu solcher Amtshandlung wegen Suspension nicht mehr befugt war. Der also nicht von der KAG ordinierte 'Apostel' Schwarz wiederum sonderte neue 'Apostel' aus, die dadurch natürlich auch keine Legitimation der alten England-'Apostel' erlangten.

Die NAK begann somit ihr Leben mit 'Aposteln', die von dem nicht mehr der KAG zugehörigen Geyer und von Schwarz berufen wurden.

Die Lektüre des o.a. Buches bestätigt auch in diesem Punkte die Richtigkeit der Schilderungen auf der erwähnten Homepage.

Das Buch erhellt zudem - ebenso wie jene Veröffentlichungen - , dass die seinerzeitgen Verhältnisse sich keineswegs so gestalteten, dass man von göttlichem Walten reden kann, es sei denn man meint Gott verhalte sich wie wir Menschen. Es ist schon erschreckend zu lesen, was sich da an Infamitäten, an Hintergehen, an Zerwürfnissen, an Streiterein, an Heimlichtuereien usw. unter den 'führenden' Männern der beteiligten kirchlichen Gruppierungen abspielte.
Geradezu respektlos ging Geyer mit dem letzten 'Apostel' der kath.-ap. Gemeinden, Woodhouse, um, der ihn letztlich aus der kath.-ap. Kirche herauswerfen musste. Geyer war eine sehr zwielichtige Figur. Seine Apostelrufungen beruhten auf eigenen Initiativen. Jedenfalls ist nicht zu erkennen, dass Gott diesen zwielichtigen Mann als sein Werkzeug verwendete.

Das Buch zeigt weiterhin auch anhand der zahlreichen abgedruckten alten Dokumente, dass die NAK wesentliche Lehrinhalte, liturgische Komponenten und andere Rahmenregelungen der kath.-apostolischen Gemeiden nicht übernommen hat. Ich erkenne aufgrund dessen wie auch aus den personellen Querelen nicht, dass die heutige NAK dort ihre Wurzeln haben soll.

Was die neue apostolische Kirche, heute NAK, gemacht hat, ist die Übernahme der Amtsbezeichnung 'Apostel'. Dazu muss man aber sagen, dass diese Massnahme niemals eine Grundlage sein kann, aus gleichem 'Recht' oder auf gleichem Grund wie die KAG handeln zu können. Hier muss die NAK einsehen, dass sie genauso behandelt werden muss, wie sie die Organisationen behandelt, die aus von ihr 'abgefallenen' und von ihren NAK-Ämtern enthobenen 'Aposteln' neu gegründet worden sind. Die 'Apostel' dieser neuen apostolischen Kirchen erkennt sie nämlich nicht an. Also, NAK, so muss man sagen, sind auch eure ersten 'Apostel' nicht den 'Aposteln' der englischen ersten Stunde gleich zu setzen.

Soweit zur Sache nach Lesen des o.a. Buches. Es mag sein, dass das eingangs benannte Quellenmaterial stellenweise Fehler aufweist. Doch der Abgleich mit S c h r ö t e r s Buch zeigt in den Hauptpunkten keine Fehler der Abhandlungen auf.

Viele Grüsse
Bert
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Beitragvon Matze » 17.08.2006, 07:36

Hallo Bert,

das Buch ist mir gut bekannt.
Vielleicht ist es für Dich aber interessant, dass der Verfasser persönlich dort Gottes Wirken sieht und glaubt, dass die englischen Apostel göttlich gesandt waren.

Beste Grüße,
Matze
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Beitragvon Bert » 17.08.2006, 09:48

Hallo Matze,

es geht mir im Grunde um eine sachliche Darstellung der Geschichte. Die habe ich in dem Buch von S c h r ö t e r gefunden.

Die persönliche Meinung des Autors ist zwar interessant, belegt aber nichts. Ich behalte mir meine Wertung der Dinge vor.

Aber gut: Wenn des Autors Wertung der engl. Apostel interessant ist, dann ist aber ebenso interessant und nachdenkenswert, dass er die apostolische Gesamtentwicklung sehr differenziert sieht und eine Reihe negativer Aspekte vorstellt, die der NAK sehr 'weh' tun müssen, u.a. nachzulesen in dem auf naktuell abgelegten Vortrag vor der ap. Gemeinde in Düsseldorf http://www.naktuell.de/download/schroeter-vortrag_duesseldorf_23031999.pdf

Ebenso ist von Interesse, dass der Mann durch seine Studien nicht dahin gekommen ist, dass er sich einer apostolischen Bewegung angeschlossen hätte. An sich wäre das doch konsequent gewesen, wenn, ja wenn er denn wirklich von z.B. der NAK als (einziges) Werk Gottes überzeugt gewesen wäre.

Nein, S c h r ö t e r wollte kein Zeugnis ausstellen zugunsten der neuapostolischen Sache, um die es letztlich hier geht. Die Geyerschen Eskapaden, von Woodhouse und Sympathisanten teuflisch genannt, können wahrlich nicht aus Gott gekommen sein, sie aber sind es, diese 'teuflischen Umtriebe von Geyer, die die Gründer der NAK hervorgebracht haben.

Freundl. Gruss
Bert
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Beitragvon Cleopatra » 23.08.2006, 20:10

Hallo Bert,

Zum Thema: Testimonium und englische Apostel habe ich folgenden link gefunden. Ist wirklich interessant.

http://nak.phpbbserver.net/nak-post-9413.html#9413

LG, Cleopatra
Jedes Phänomen, das uns bewusst wird, ist stets eine Manifestation des Geistes. [Buddha Shakyamuni, Surangama Sutra, ca. 500 v. Chr.]
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Namaste
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Beitragvon Bert » 24.08.2006, 14:05

Hallo Cleopatra,

vielen Dank für den Hinweis. Ja, es ist interessant, was man so alles zu dem Thema findet.

Nun druckt ja die Zeitschrift 'UF' eine Serie zum Testimonium ab. Der erste Artikel ist erschienen. Ich will mich jetzt noch zurückhalten. Es bleibt abzuwarten, was da noch gebracht wird.


LG
Bert
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