Falsches historisches Quellenmaterial zur NAK?

Beiträge zur NAK-Geschichte

Beitragvon Cleopatra » 14.08.2006, 07:59

Deshalb schrieb ich ja auch: Zum Teil (Timotheus)

Was hast du gegen die femenistische Theologie? :wink: Möchtest du eine Theologie ausschließlich von und für Männer? Dann geht bitte zukünftig auch allein in die Kirche(n). :shock: :lol:

Tatsache ist: Was Junia(s) betrifft weiß man es eben nicht genau. Man kann weder die Männlichkeit noch die Weiblichkeit ausschließen und das gilt nach wie vor. Dem trug sogar die NAK vor einiger Zeit Rechnung, in einem ihrer Zeitschriften. Ich glaube, es war die Spirit, bin mir aber nicht 100% sicher.
Jedes Phänomen, das uns bewusst wird, ist stets eine Manifestation des Geistes. [Buddha Shakyamuni, Surangama Sutra, ca. 500 v. Chr.]
______________

"Du bist, was du denkst!"
______________

Namaste
Benutzeravatar
Cleopatra
 
Beiträge: 4513
Registriert: 14.07.2006, 12:03
Wohnort: am großen Fluß

Beitragvon vigilius peregrinus » 14.08.2006, 08:54

Matze
hat geschrieben:
Lieber vigilius,

Lieber Matze, ich weiß, daß hier Welten aufeinandertreffen. Zwar hältst Du mir unphilologisches Arbeiten vor, doch überzeugen mich Deine ARgumente garade philologisch nicht. Metaphorisch hat auch schon Bengel die Apk gedeutet und die Wiederkunft Christi auf 1836 berechnet. Er kam nicht. Und sogar die Nak aht das alte 2000er-Schema längst aufgegeben. Wir haben übrigens mittlerweile 2006 und, von Christi Geburt an gerechnet, vermutlich so gegen 2013. Hat Gott Verspätung?
Auch Deine metaphorischen Deutungen dürften denselben Problemen wie denjenigen Bengels erliegen. M.E. sind sie Schwärmerei.


Ich weiß nicht, ob auf jenem Hintergrund- von Dir richtig festgestellt, eine Diskussion überhaupt Sinn hat.
Du bezweifelst, bzw. bezeichnest die Wiederkunft Christi allein in diesem Thread wiederholt als "Schwärmerei". Der Apostolat steht mit Sinnspitze auf Christus und sein Wiederkommen, beides ist streng akzessorisch.
Jemand der die Glaubenssymbole nicht vollständig bekennt, hat für mich christlichen Boden verlassen und ich frage mich, ob es dann Sinn macht über die richtige oder falsche Auslegung der Schrift zu diskutieren. Vielmehr verlagert sich die Diskussion auf eine viel grundlegendere Ebene.

VG, Matze


Lieber Matze,

hätte ich das so geschrieben, hättest Du recht. Aber vielleicht war ich ja mißverständlich. Ich bezeichne lediglich das Berechnen der Wiederkunft Christi (Bengel) als Schwärmerei, das gilt ebenfalls für metaphorische Auslegungen, die eine Heilsgeschichte aus dem Bibeltext herauslesen wollen, die m.E. nicht drinsteht. Und das tust Du nach meiner Meinung, wenn Du ein Gleichnis Jesu in einer Form heilsgeschichtlich interpretierst, die weder von Jesus selbst noch von den Evangelisten intendiert war. Ich habe generell nichts gegen metaphorische Auslegung, va.a. im Rahmen der Paränese bzw. Schriftmeditation. Man kann da z.B. bei Meister Eckhardt viel lernen. Aber der vierfache Schriftsinn hat seine Schwierigkeiten und man muß eben immer wissen, warum und wie weit man sich vom Literalsinn entfernt. V.a. darf man m.E. die metaphorische Auslegung nicht über den Literalsinn stellen.

Ich nehme an, daß Du das anders siehst und behauptest, daß der heilige Geist heute Dinge offenbaren kann, die den alten Aposteln nicht offenbar waren. Das sagt, in gewissen Grenzen, auch die rkk. Nur neigt sie schon längst nicht mehr dazu, die Heilsgeschichte durch MEtaphorik zu unterbauen. Das haben sich auch viele ma. Theologen verkniffen. Die Nak lehrt dies aber m.E. immer noch und der Punkt ist doch damit letztlich, daß es die Nak besser wissen will als das NT selbst und das NT damit zu einer defizitären Offenbarung stempelt. Man kann es auch anders sagen: Die Nak und Du wollen es besser wissen als Jesus, Paulus, Johannes et alii.

Kannst Du mir eigentlich mal positiv erklären, welchen heilsgeschichtlichen Sinn das heutige Apostelamt haben soll bzw. wo zu es heilsgeschichtlich absolut notwendig ist? Bitte Belegstellen und nicht einfach FuA abschreiben. Da kann ich selber nachschauen.

VG
vigilius
Vor allem: in necessariis keinen Schritt nachgeben, in dubiis sich nichts anmerken lassen, in omnibus die Pfeife nicht ausgehen lassen. Karl Barth an Eduard Thurneysen, 22.Januar 1922
vigilius peregrinus
 
Beiträge: 748
Registriert: 12.02.2005, 13:15
Wohnort: Zwischen allen Stühlen

Beitragvon vigilius peregrinus » 14.08.2006, 09:02

Matze
hat geschrieben:
Hallo Bert,

Fakt ist, dass ich immer brav erwidere, während das hier von der Gegenmeinung immer unterlassen wird.

Es stehen für mich immer noch zwei Fragen unbeantwortet im Raum:

1. Wo ergibt sich aus dem NT, dass es kein neuzeitliches Apostalat (in der vollen Legitimation Christi geben wird) geben wird?

2. Wo spricht das NT gegen das neuapostolische Entschlafenenwesen?!

VG,M


Lieber MAtze,

meine gebetsmühlenartige Erwiederung:
zu 1) Wer nach Mk 16,6 und Röm 10,10 durch Taufe und Bekenntnis gerettet - nochmals: Verstehst Du?!! Gerettet wird (so der griech. TExt. Schau doch mal in Deinem Nestle-Aland, den Du sicher zur Hand hast), dann sit dazu kein Apostelamt nötig. Die Apostel sind Auferstehungszeugen und bezeugen damit das Heil für die Welt in Jesus Christus. Klar? Und nochmals: Nirgends wird die Notwendigkeit eines zweiten Apostelamts im NT gefordert noch verheißen. D.h., die Argumente sprechen deutlich für das NT, aber gegen Dich.

zu 2) Ich mag den ganzen TExt von Lang jetzt nciht mehr abschreiben, lies einfach nochmals mein Posting durch. Und wenn, dann liefer doch bitte eine systematische Erklärung für das Entschlafenenwesen der Nak und erkläre, wieso Pls nur vom Taufen, nciht aber vom versiegeln spricht und wieso er nicht schreibt, daß ER Entschlafene taufe und versiegele.

Und im übrigen fehlt mir immer ncoh Deine schlagende altphilologische Erklärung, wieso angelos und apostolos dasselbe Amt meint.

Liebe Cleo,
Junia ist in der nt. Wissenschaft ziemlich sicher als Frau erwiesen, da der NAme Junia in den ersten Jh. nach Chr. nur als Frauenname vorkommt.

VG
Vigilius
Vor allem: in necessariis keinen Schritt nachgeben, in dubiis sich nichts anmerken lassen, in omnibus die Pfeife nicht ausgehen lassen. Karl Barth an Eduard Thurneysen, 22.Januar 1922
vigilius peregrinus
 
Beiträge: 748
Registriert: 12.02.2005, 13:15
Wohnort: Zwischen allen Stühlen

Apostel oder nicht?

Beitragvon Andy » 14.08.2006, 10:35

Hallo Matze, hallo Vigi,

darf ich mich ganz kurz mit einem - zugegeben völlig untheologischen - Ansatz dazwischendrängen?

Wenn Dein Apostel, Matze, in seinen Predigten Jesus Christus groß macht, im Sinne von 1. Korinther 2,2 ("Denn ich hielt es für richtig, unter euch nichts zu wissen als allein Jesus Christus, den Gekreuzigten") dann kann man ihn wohl als Apostel Jesu Christi bezeichnen, als Botschafter an Christi Statt. Er stellt sich dann nicht zwischen Gott und die Menschen, sondern verkündet Jesus Christus, den alleinigen Mittler zwischen Gott und den Menschen. Er stellt sich selbst an den richtigen Platz und ist im Einklang mit der Heiligen Schrift. Erlebst Du das? Etwas anderes formuliert: Ist Dein Apostel ein Apostel Jesu Christi oder ein Apostel des Stammapostels?

Liebe Grüße,
Andreas
"Ich weiß, dass mein Erlöser lebt."
Andy
 
Beiträge: 465
Registriert: 28.11.2004, 14:31
Wohnort: Im Wald

Beitragvon Cleopatra » 14.08.2006, 10:41

das ist aber höchst erfreulich! Junia, also doch eher Frau als Mann. :wink:

Dann dürfen wir uns sicher bald über einen weiblichen Apostel in der NAK freuen. Es wäre zumindest biblisch begründet. :lol: :wink:

LG, Cleopatra
Jedes Phänomen, das uns bewusst wird, ist stets eine Manifestation des Geistes. [Buddha Shakyamuni, Surangama Sutra, ca. 500 v. Chr.]
______________

"Du bist, was du denkst!"
______________

Namaste
Benutzeravatar
Cleopatra
 
Beiträge: 4513
Registriert: 14.07.2006, 12:03
Wohnort: am großen Fluß

Re: Apostel oder nicht?

Beitragvon vigilius peregrinus » 14.08.2006, 10:41

Andreas Winkler hat geschrieben:Hallo Matze, hallo Vigi,

darf ich mich ganz kurz mit einem - zugegeben völlig untheologischen - Ansatz dazwischendrängen?

Wenn Dein Apostel, Matze, in seinen Predigten Jesus Christus groß macht, im Sinne von 1. Korinther 2,2 ("Denn ich hielt es für richtig, unter euch nichts zu wissen als allein Jesus Christus, den Gekreuzigten") dann kann man ihn wohl als Apostel Jesu Christi bezeichnen, als Botschafter an Christi Statt. Er stellt sich dann nicht zwischen Gott und die Menschen, sondern verkündet Jesus Christus, den alleinigen Mittler zwischen Gott und den Menschen. Er stellt sich selbst an den richtigen Platz. Erlebst Du das? Etwas anderes formuliert: Ist Dein Apostel ein Apostel Jesu Christi oder ein Apostel des Stammapostels?

Liebe Grüße,
Andreas


Lieber Andreas,

Dein Ansatz ist theologischer, als Du denkst! Volle Zustimmung!

LG
Vigilius
Vor allem: in necessariis keinen Schritt nachgeben, in dubiis sich nichts anmerken lassen, in omnibus die Pfeife nicht ausgehen lassen. Karl Barth an Eduard Thurneysen, 22.Januar 1922
vigilius peregrinus
 
Beiträge: 748
Registriert: 12.02.2005, 13:15
Wohnort: Zwischen allen Stühlen

Beitragvon vigilius peregrinus » 14.08.2006, 10:42

Cleopatra hat geschrieben:das ist aber höchst erfreulich! Junia, also doch eher Frau als Mann. :wink:

Dann dürfen wir uns sicher bald über einen weiblichen Apostel in der NAK freuen. Es wäre zumindest biblisch begründet. :lol: :wink:

LG, Cleopatra


... was in der Nak gar nichts sagt. Leider, liebe Cleo! Ich bewundere Deinen Optimismus!

LG
Vigilius
Vor allem: in necessariis keinen Schritt nachgeben, in dubiis sich nichts anmerken lassen, in omnibus die Pfeife nicht ausgehen lassen. Karl Barth an Eduard Thurneysen, 22.Januar 1922
vigilius peregrinus
 
Beiträge: 748
Registriert: 12.02.2005, 13:15
Wohnort: Zwischen allen Stühlen

Beitragvon Matze » 14.08.2006, 11:06

Hallo,

@Andreas
wir haben Apostel Jesu Christi und nicht (nur) des Stammapostels. Ansonsten würde ich nicht in der NAK das Werk des HErrn erkennen.

@Cleo/vigilius
Was nun die angebliche Junia betrifft, so kann die einzig belegte griechische Akkusativform ΙΟΥΝΙΑΝ (ohne Spiritus und Akzente, die man damals noch nicht benutzte) sowohl weiblich (Ἰουνίαν, nom. Ἰουνία) als auch männlich (Ἰουνιᾶν, nom. Ἰουνιᾶς) sein.

Der Kontext in Römer 16– die Aneinanderreihung von Grüßen am Briefschluß:
- erst das Ehepaar Prisca und Aquila, dann Epænetus, dann eine Maria, dann Andronicus und Junias oder Junia, dann eine Reihe von Männern und schließlich noch einmal drei Frauen –
legt schließlich meines Erachtens eher den Schluß nahe, einen Mann Junias anzunehmen.

Andronicus und Junias wären dann wohl ein Gespann zu zweit ausgesandter Katecheten(Lehrer) gewesen.
So wurde die Stelle meines Wissens traditionell verstanden und akzentuiert.
Oftmals wird behauptet, die frühen Kirchenväter hätten Junias als Frau und Apostelin anerkannt. Dem ist auch zu widersprechen.

Origenes, dem gerade in solchen nicht-dogmatischen Sachverhalten große Autorität in der frühen christlichen Kirche zukam, hat eindeutig zwei Männer Andronicus und Junias angenommen und erwägt nicht einmal eine Frau Junia (in Rom. X,21.26.39).

Er vermutet, es könne sich um zwei der einst vom Herrn je zu zweien ausgesandten Zweiundsiebzig (siehe auch weiter oben, in Zusammenhang mit der Aussendung der 72 )handeln, zumal der Apostel Paulus von ihnen sagt, daß sie »vor mir in Christus gewesen sind«.

Denkbar bleibt freilich auch, daß es sich um ein Katechisten-Ehepaar wie Priscilla und Aquila gehandelt habe. Letzte Sicherheit läßt sich nicht gewinnen.

Der männliche Name Ἰουνιᾶς ist übrigens sehr leicht als kontrahierte Kurzform von Ἰουνιᾶνος ‹ lat. Junianus zu erklären, gebildet mit der damals sehr produktiven Endung -ᾶς. Auf dieselbe Weise sind zum Beispiel Σιλᾶς ‹ Σιλουᾶνος ‹ lat. Silvanus, Λουκᾶς ‹ Λουκᾶνος ‹ lat. Lucanus (oder ‹ Λούκιος ‹ lat. Lucius) und Ἐπαϕρᾶς ‹ Ἐπαϕρόδιτος gebildet worden; eine weibliche Ἰουνία dagegen – sprachlich ebenso möglich, aber wirklich unwahrscheinlich – wäre die schlichte Entsprechung einer lateinischen Junia.

Kurz gesagt und wie bereits angeklungen: Die Stelle ist einfach nicht ganz eindeutig.

Es ist wirklich unwahrscheinlich, dass Junias eine Frau ist.

Bezüglich der Frage , inwiefern Andronicus und Junias oder Junia „Apostel“ gewesen seien, gilt übrigens dasselbe.
Man kann Paulus dahingehend übersetzen, die beiden seien »angesehen unter den Aposteln« gewesen – also selbst „Apostel“ –, oder aber »angesehen bei den Aposteln«.
Im ersten Falle hätte Paulus den Apostelbegriff im allgemeinen, weiteren Sinne verwandt, im andern Fall im Sinne des besonderen Amtes der Zwölfe.
Beides ist denkbar.

Die »Apostolischen Konstitutionen« (VIII,28 -Syrien um 380) ) bringen zwar ein Segnungsgebet für Diakonissen, betonen jedoch ebenso sehr deutlich:

»Die Diakonisse segnet nicht und tut überhaupt nichts von demjenigen, was die Priester und Diakone tun, sondern hat die Kirchentüren zu bewachen oder der Schicklichkeit wegen den Priestern bei der Taufe von Frauen zu assistieren.«

Dies Diakonissenamt umfaßte also weder irgendeine Leitungs- oder Lehrfunktion, noch hatte es schon gar einen Bezug zur Darbringung des eucharistischen Opfers. Eine priesterliche Tätigkeit der Frauen kannte die frühe Kirche nicht.
Interessant ist, dass die eben erwähnten "Konstitutionen" auf der Didache („Lehre der zwölf Apostel"(ca. 150-180, nach anderen 100-120 n.Chr) basieren.

@ vigilius
Sorry, aber Deine Aussagen erinnerten mich wirklich zu sehr an:
2.Petr. 3
Ihr sollt vor allem wissen, dass in den letzten Tagen Spötter kommen werden, die ihren Spott treiben, ihren eigenen Begierden nachgehen 4 und sagen: Wo bleibt die Verheißung seines Kommens? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibt es alles, wie es von Anfang der Schöpfung gewesen ist.

vg,m
Matze
 
Beiträge: 322
Registriert: 01.09.2003, 10:12

Beitragvon vigilius peregrinus » 14.08.2006, 11:59

Lieber Matze,

was Du zu Junia/as schreibst, ist bekannt. Soviel Altgriechsich kann ich grade noch. Trotzdem gilt, daß der Name Junias in den ersten zwei Jh. in gr. Form nicht als Männername belegt ist. Sogar Fitzmyer akzeptiert das in seinen Römerbriefkommentar. Fitzmyer ist Jesuit und hervorragender Exeget - nur mal am Rande. Letzte Sicherheit ist wissenschaftlich nie zu erlangen. Ich sprach von ziemlicher Sicherheit.

Dein Zitat von 2Petr 3 kann ich eigentlich nur als Rückzug werten. Ob Du mich als Spötter siehst, ist mir relativ wurscht. Wichtig ist mir, gut paulinisch, wie mich mein Gott sieht und der heißt eben nicht Matze. Wenn Du Dich in Deiner Fundi-Rolle wohlfühlst, ist das ja im Prinzip ok für Dich. Ob Du andere damit übezeugst, steht dahin, ist aber ja auch nicht Dein Problem. Denn es reicht ja, wenn Du die Wahrheit hast.

VG
Vigilius
Vor allem: in necessariis keinen Schritt nachgeben, in dubiis sich nichts anmerken lassen, in omnibus die Pfeife nicht ausgehen lassen. Karl Barth an Eduard Thurneysen, 22.Januar 1922
vigilius peregrinus
 
Beiträge: 748
Registriert: 12.02.2005, 13:15
Wohnort: Zwischen allen Stühlen

Beitragvon Matze » 14.08.2006, 12:09

Hi vigilius,

in die Fundi-Ecke werde ich vielmehr gestellt.

Du bewertest mich sowieso gern und viel.
Damit muss ich leben.

Was Junias angeht, so ist dies, und das bestreite ich nicht, alles sehr strittig.
Aber Fitzmyer ist nicht das Maß aller Dinge. Auch hervorragende Jesuiten können irren.

Matze
Matze
 
Beiträge: 322
Registriert: 01.09.2003, 10:12

Beitragvon vigilius peregrinus » 14.08.2006, 12:25

Matze
hat geschrieben:
Hi vigilius,

in die Fundi-Ecke werde ich vielmehr gestellt.

Du bewertest mich sowieso gern und viel.
Damit muss ich leben.

Was Junias angeht, so ist dies, und das bestreite ich nicht, alles sehr strittig.
Aber Fitzmyer ist nicht das Maß aller Dinge. Auch hervorragende Jesuiten können irren.

Matze


Ja, sicher bewerte ich Dich gern und viel! Du stellst ja auch einen entsprechenden Anspruch.
Und damit mußt Du tatsächlich leben. :wink:

Daß hier kein Theologe die Wahrheit hat (fast hätte ich geschrieben: außer Dir :wink: ), ist natürlich richtig. Aber bei einm Jesuiten ist die Wahrscheinlichkeit doch höher, daß er gewisse Vorurteile hat ...

Vigilius
Vor allem: in necessariis keinen Schritt nachgeben, in dubiis sich nichts anmerken lassen, in omnibus die Pfeife nicht ausgehen lassen. Karl Barth an Eduard Thurneysen, 22.Januar 1922
vigilius peregrinus
 
Beiträge: 748
Registriert: 12.02.2005, 13:15
Wohnort: Zwischen allen Stühlen

Beitragvon frinj » 14.08.2006, 12:32

Zum Thema Junia noch ein Artikel von Prof. Marlis Gielen http://www.sbg.ac.at/sathz/2002-2/sathz-2002-2-02_gielen.pdf

Die Wahrscheinlichkeit, dass Junia weiblich war und Apostel(in) ist sehr viel höher, als die männliche Variante oder das sie/er nicht Apostel war.

Weniger vorsichtig kann man auch sagen, es ist aktuell wissenschaftlich weitgehend unbestritten, dass Paulus von einer Apostelin berichtet!

Die Ablehnung von Frauen im Amt läßt sich nur noch gesellschafts-historisch begründen, und mit einer veränderten Gesellschaft weicht die Ablehnung nun merklich, in allen christlichen Kirchen.

Nur mal so als Einmischung in Eure Unterhaltung...
Froh zu sein bedarf es wenig ...
Benutzeravatar
frinj
 
Beiträge: 577
Registriert: 01.06.2004, 10:12
Wohnort: Strandnah...

Beitragvon vigilius peregrinus » 14.08.2006, 12:36

frinj hat geschrieben:Zum Thema Junia noch ein Artikel von Prof. Marlis Gielen http://www.sbg.ac.at/sathz/2002-2/sathz-2002-2-02_gielen.pdf

Die Wahrscheinlichkeit, dass Junia weiblich war und Apostel(in) ist sehr viel höher, als die männliche Variante oder das sie/er nicht Apostel war.

Weniger vorsichtig kann man auch sagen, es ist aktuell wissenschaftlich weitgehend unbestritten, dass Paulus von einer Apostelin berichtet!

Die Ablehnung von Frauen im Amt läßt sich nur noch gesellschafts-historisch begründen, und mit einer veränderten Gesellschaft weicht die Ablehnung nun merklich, in allen christlichen Kirchen.

Nur mal so als Einmischung in Eure Unterhaltung...


Merci beaucoup!!!!!

Vigilius
Vor allem: in necessariis keinen Schritt nachgeben, in dubiis sich nichts anmerken lassen, in omnibus die Pfeife nicht ausgehen lassen. Karl Barth an Eduard Thurneysen, 22.Januar 1922
vigilius peregrinus
 
Beiträge: 748
Registriert: 12.02.2005, 13:15
Wohnort: Zwischen allen Stühlen

Beitragvon Bert » 14.08.2006, 16:02

Matze
hat geschrieben:
Hallo Bert,

Fakt ist, dass ich immer brav erwidere, während das hier von der Gegenmeinung immer unterlassen wird.

Es stehen für mich immer noch zwei Fragen unbeantwortet im Raum:

1. Wo ergibt sich aus dem NT, dass es kein neuzeitliches Apostalat (in der vollen Legitimation Christi geben wird) geben wird?

2. Wo spricht das NT gegen das neuapostolische Entschlafenenwesen?!

VG,M



Hallo Matze,

es wurde auf deinen Beitrag schon geantwortet. Da du mich aber persönlich angeschrieben hast, will ich ebenso Stellung beziehen.

zu 1
Was ist denn ein Apostolat? Das ist doch in der christlichen Religion nichts Anderes, als eine Sendung von Menschen, unter den Menschen das Evangelium Jesu Christi zu verkündigen, die Menschen zur Busse zu rufen und sie zu taufen auf den Namen Gottes und seines Sohnes.

Du gehst aber davon aus, dass solche Männer (zusätzlich) die Bezeichnung 'Apostel' tragen und vor allem einer Kirche namens Neuapostolische Kirche unter deren Leiter mit der Bezeichnung 'Stammapostel' zugeordnet sein müssen.

Letzteres ist in der heiligen Schrift, und das weisst du auch, nicht für unsere Zeit und überhaupt für keine Zeit prophezeit.

Ich darf mich darauf beziehen, was ich zum Thema 'Bezeichnung' von Kirchenmännern ausführte.

Nochmals ganz kurz: Die Übernahme einer Amtsbezeichnung durch eine Kirche für ihre Führungskräfte aus der bei uns verwendeten Bibel , im vorliegenden Fall der Name 'Apostel', hat keinerlei Wirkung vor Gott. Entscheidend ist, ob Kirchenmänner, gleich wie sie in ihrer Gemeinschaft genannt werden, sich in der vorbeschriebenen Sendung wiederfinden.

Insoweit habe ich keine Probleme damit, auch die neuapostolischen 'Apostel' als Gesandte des Herrn zu akzeptieren. Doch eines ist dabei wichtig, sie sind als Kirchendiener in der NAK vor Gott, vor Jesus und den Menschen durch ihre Bezeichnung 'Apostel' niemals mehr als diejenigen Kirchendiener in anderen Kirchen, die dort beispielsweise Bischof, Superintendant oder sonstwie heissen.

Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt!


Zu 2
Vorweg: Ich bin nicht dagegen, dass für Gestorbene gebetet wird.

In der neuap. Kirche wird aber nicht nur gebetet, sondern sie meint, Gestorbene an ihrem Stammapostel-Altar mit den Sakramenten der Kirche versorgen zu können. Dabei wendet sie sich einer anonymen Masse zu in der Meinung, dass diese im einzelnen Unbekannten aus dem Jenseits über lebende Dritte getauft, versiegelt werden können und Sündenvergebung und Heiliges Mahl hinnehmen können.
(Dabei sind die Entschlafenen, da ja nicht anders möglich, entgegen den allgemein gültigen Regeln für die Sakramente, von Wasser, Handauflegung, Hostien-Aufnahme nicht unmittelbar berührt. Hier lässt die Kirche also andere Regeln mit angenommener gleicher Wirkung wie sonst zu. Das Ganze wirkt daher konstruiert.)

Wäre diese Handhabung der NAK eine für die Kirche Jesu unabdingbare Notwendigkeit, dann hätte der Gottessohn mit Sicherheit darauf hingewiesen und entsprechende Anordnungen, so zu verfahren, gegeben. Oder meint die Kirche, der Gottessohn habe hier unterlassen, wesentliche Heilsmassnahmen mit seiner Mission einzuführen? Darf eine Kirche das überhaupt annehmen und von Unterlassungen Jesu auf solchem Gebiete ausgehen?

Die Apostel Petrus, Johannes etc. haben jedenfalls diesbezügliche Ergänzungen der Lehre ihres Meisters nicht hinzugefügt. Denn nirgendwo kann man in den Apostelbriefen von dergleichen Handlungen lesen.

Also spricht das NT gegen das neuap. Entschlafenenwesen.

Freundl. Gruss
Bert

PS. ich lese gerade in dem von Münzi empfohlenen Buch von Johannes Albrecht S c h r ö t e r: Die Katholisch-apostolischen Gemeinden in D und der 'Fall Geyer'. Na, nach wenigen Seiten fühle ich mich auch dadurch in meiner Wertung der Dinge bestätigt. Wenn ich das Buch gelesen habe, komme ich evtl. noch mal darauf zurück.
Benutzeravatar
Bert
 
Beiträge: 7951
Registriert: 01.03.2003, 11:12

VorherigeNächste

Zurück zu NAK Geschichte



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste