Da wäre Aufklärung von Nöten

Beiträge zur NAK-Geschichte

Beitragvon Cleopatra » 16.08.2006, 08:23

Guten Morgen zusammen,

in unseren Entschlafenengottesdiensten höre ich aber allenthalben, daß wir den Menschen in der Ewigkeit vergeben müßen, damit sie aus ihren Gefängnissen herausgeführt werden können. Ansonsten würden wir sie mit unserer Anklage binden, sodas Erlösung nicht stattfinden könnte. :roll:

Regnerische Grüße von Cleopatra
Jedes Phänomen, das uns bewusst wird, ist stets eine Manifestation des Geistes. [Buddha Shakyamuni, Surangama Sutra, ca. 500 v. Chr.]
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Beitragvon organa » 16.08.2006, 08:29

Guten Morgen, Cleo,

im Ernst? Aktuell, also in "heutigen" Gottesdiensten?

:shock:

Quasi "Erlösungsvermeidung" von unten?
"Es wurden schon viele Kirchen leergepredigt, aber noch keine leergesungen..."
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Beitragvon hini » 16.08.2006, 08:39

Hallo Cleopatra,
das schließt doch aber meine Versöhungsbereitschaft im Dieseits nicht aus. Ich möchte jedenfalls den Bruder Nörenberg durch meine Unversöhnlichkeit dort nicht gebunden wissen, egal was er ehemals gemacht hat.
Grüße
von Hini
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Beitragvon Cleopatra » 16.08.2006, 08:44

ja so habe ich das seit jeher gehört. Ich habe nie eine Änderung diesbezüglich festgestellt. Ganz besonders wird darauf hingewiesen, daß diese Entschlafenengottesdienste nicht für unsere verstorbenen Geschwister sind, sondern eben für die vielen Unerlösten und ganz besonders auch für die, die große Schuld auf sich geladen haben > auch an einzelnen Glaubensgeschwistern. Diese Glaubensgeschwister sind ganz besonders gefordert gegen niemanden mehr was im Herzen zu tragen.

Manchmal wird auch ein Beispiel genannt. Einmal sagte der Dienstleiter, daß es ja schon vorgekommen ist, daß Geschwister durch einen betrunkenen Autofahrer ihr Kind verloren haben. Auch diese Geschwister sollen dem Täter verzeihen, vor allem, wenn er selbst auch schon in der Ewigkeit ist. Denn nur dann kann Erlöserarbeit an ihm vorgenommen werden.
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Beitragvon Cleopatra » 16.08.2006, 08:59

Natürlich hini, wir zwei und sicher auch die anderen im Forum, können Herrn Nörenberg nichts nachtragen. Wir sind nicht seine Opfer, aber hier geht es doch ganz allgemein darum, ob Gott vergeben kann, wenn wir es nicht zuvor tun würden. Sind Gott dann die Hände gebunden? Etwas fällt mir dazu noch ein: Es heißt doch, wer gegen irgend jemand was im Herzen trägt, kann keine Brücke sein für die Unerlösten.

LG, Cleopatra
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Beitragvon frinj » 16.08.2006, 08:59

Hör nächstes Mal noch mal genau hin, wer so etwas sagt, hat das ganze Evangelium nicht verstanden. Und das solltest Du ihm dann sagen!
:roll:
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Beitragvon Cleopatra » 16.08.2006, 09:06

Nun bin ich echt verunsichert. Es kann doch nicht möglich sein, daß ich das alles total falsch verstanden habe. :shock: Wozu dann die eindeutigen Beispiele? Ich werde in Zukunft besser drauf achten und eventuell liest man Entsprechendes auch mal wieder in der "Unsere Familie".
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Beitragvon frinj » 16.08.2006, 09:24

Es wurde schon so und ähnlich gesagt. Aber es ist trotzdem Mist. Das liegt aber auch an unserem ganzen Entschlafenenwesen, da wird munter drauf los fabuliert und früher gehörtes mischt sich in Predigten mit eigenen Gedanken und ein bischen Amtsblatt. Der Geist schweigt zumeist bei diesem Thema.

Es liegt auch an der Vorstellung, dass wir auf Entschlafene einen Einfluss haben. Wir können ihnen demnach helfen. Dafür müssen wir glaubwürdig sein. Sind wir das nicht, weil wir z.B. selber nicht vergeben, können wir nicht helfen, da die Entschlafenen das mitbekommen. Und wer einem Ertrinkenden nicht die Hand reicht, macht sich schuldig. Wenn wir also nicht Hilfe sind, sind wir automatisch Hindernis, neutral geht nicht.
Wenn wir nun aber keinen Einfluss auf die Entschlafenen haben, wozu gibt es dann Entschlafenengottesdienste? Und da haben wir das Problem, und entweder redet nun ein Prediger allgemein von Gottes großer Gnade für jeden und das alles Gott vorbehalten ist, oder er kommt auf unseren Einfluss zurück und fabuliert...

Was sagte mal ein Vorsteher zu mir: Wenn wir im Entschlafenengottesdienst nur sagen würden, was wir wirklich wissen, hätten wir doch nichts zu sagen.-
Und so predigt auch er weiter munter drauf los, Hauptsache die richtigen Vokabeln einstreuen und hoffen, dass keiner so genau zuhört... :wink:
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Beitragvon Cleopatra » 16.08.2006, 09:38

Es ist doch so, daß zumindest unterschwellig, vermittelt wird, daß Gott und auch die Unerlösten unsere *Brücke* brauchen. Ohne diese Brücke geht es nicht. Diese Brücke bilden wir Lebenden mit unserer Vergebungsbereitschaft.

Ich werde mich erkundigen, aber nicht nur bei AT´s. Ansonsten finde ich es auch besser, wenn uns diese *Brückenlast* nicht mehr aufgebürdet ist.

LG, Cleopatra
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Beitragvon syrinx » 16.08.2006, 09:50

evtl. gab gott ja dem nörenberg die 100 jahre, damit er genug zeit hatte buße zu tun, zu bereuen etc.??

und? hat ers getan?

und natürlich baden wir alle die taten von nörenberg und co. aus! israel,hisbollah-selbstmordattentäter... o.k. weit gedacht, aber der zusammenhang ist leider da.

gibts hier niemanden aus hamburg der nörenberg kannte?
Jede Seele ist ihrem Wesen und Vermögen nach göttlich ...
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Beitragvon Andy » 16.08.2006, 10:25

in unseren Entschlafenengottesdiensten höre ich aber allenthalben, daß wir den Menschen in der Ewigkeit vergeben müßen, damit sie aus ihren Gefängnissen herausgeführt werden können. Ansonsten würden wir sie mit unserer Anklage binden, sodas Erlösung nicht stattfinden könnte.


Hallo Cleopatra,

sicher hat es sich noch nicht bei allen herumgesprochen: Ca. 1993 fand ein Interview mit Stap. Fehr statt. Es wurden Fragen aus dem Kreis der Jugend an ihn gestellt. Unter anderem auch die Frage, ob WIR durch unser Verhalten (bzw. durch unsere mangelnde Vergebungsbereitschaft) Menschen in der Ewigkeit binden können. Stap. Fehr hat diese Frage ganz klar mit NEIN beantwortet. Leider hat er diese Antwort nicht ausführlich begründet, aber das ganze Evangelium lehrt doch, daß jeder Mensch für das Heil seiner Seele selbst verantwortlich ist. Hinwendung zu Jesus Christus = Heil. Abwendung von Jesus = kein Heil.
Es kann doch nicht sein, daß ich durch meine Haltung eine andere Seele binde. Das ist absoluter QUARK. Wenn ich nicht vergebungsbereit bin, dann binde ich MICH selbst, und sonst niemanden.

Liebe Grüße,
Andreas
"Ich weiß, dass mein Erlöser lebt."
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Beitragvon abendstern_ » 16.08.2006, 11:26

@ Andreas Winkler,

dieser "Quark" ist aber bis heute in vielen Köpfen der "Gotteskinder" erhalten geblieben, schließlich wurde er ja genau so jahrzehntelang gepredigt. Ob er weiterhin gepredigt wird, kann ich nicht beurteilen. Nicht jeder Amtsträger in der NAK wird das Interview gelesen haben. Gabs denn zu dieser Thematik irgendwann noch einen offiziellen Hinweis, z.b. in den Leitgedanken? Wenn sich das von 1993 bis heute (13 Jahre!!) nicht herumgesprochen hat, dann frage ich mich, ist das Absicht oder einfach nur Nachlässigkeit? Hier gehts ja nicht um einen Klacks, sondern da machen sich Leute teilweise fast verrückt, weil man ihnen immer gesagt hat, wie stark die unerlösten in jener Welt von unserem Verhalten und unserer Vergebungsbereitschaft abhängig seien..
abendstern_
 

Beitragvon vigilius peregrinus » 16.08.2006, 11:44

Gaby
hat geschrieben:
Zum Thema Vergeben möchte ich noch anmerken, dass Vergeben nicht gleichzusetzen ist mit Vergessen.
Vergeben hat für mich etwas mit Heilung zu tun.
Werde ich verletzt schmerzt dies am Anfang sehr, aber wir haben die Möglichkeit daran zu arbeiten, dass die Wunde irgendwann nicht mehr so schmerzt, wenn wir uns daran erinnern.
Wenn wir vergeben können, nehmen wir jemand anderem die Last der Schuld ein Stück weit ab, sofern dieser sich selbst vergeben kann.

Lieber frinj, danke für diese Erklärung.

>>Denn Gott vergibt dem Menschen so, wie der Mensch selber vergibt, nicht wie ihm von anderen Menschen vergeben wird.<<

Trotzdem denke ich, dass auch derjenige, dem es schwer fällt zu vergeben von Gott nicht allein gelassen wird.

Liebe Grüße

Gaby


Liebe Gaby,

Du triffst den Nagel auf den Kopf! Vergebung ist Heilung. Oder, schöpfungstheologisch gesagt: Vergebung ist Neuschöpfung! M.E. darf man nicht, wie die Nak es tut, Vergebung und Erlösung auseinandersägen. Das ist letztlich eins und darauf warte ich.

Auch Deiner zeiten These würde ich vorbehaltlos zustimmen. Ich glaube an einen gnädigen Gott!

Im übrigen ist niemand davor gefeit, zur Bestie zu werden. Es gibt Berichte über das 101. Polizeibataillon, das in Polen zur Massentötung eingesetzt wurde. Dazu wurde keiner gezwungen! Nur wenige haben sich geweigert und es waren alles keine Soldaten, sondern Polizisten und "ganz normale Männer" (so der Titel des Buches von Christopher R. Browning, das ich endlcih mal lesen muß). In jedem steckt die Bestie und sie kann auch durch den Firnis der Humanität durchbrechen, wenn die Umstände entsprechend sind. Überwinden kann man das letztgütlig nicht, vielleicht nur in Schach halten. Da bleibt diese Bestie in mir bis zur Erlösung/Vewandlung. Diese traurige Tatsache meinen Paulus und Augustinus, wenn sie von Ursünde sprechen.

Um nicht mißverstanden zu werden: Das rechtfertigt nichts. Die Welt schreit nach ERlösung, wenn man nur genau hinhört.

Vigilius
Vor allem: in necessariis keinen Schritt nachgeben, in dubiis sich nichts anmerken lassen, in omnibus die Pfeife nicht ausgehen lassen. Karl Barth an Eduard Thurneysen, 22.Januar 1922
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Beitragvon Andy » 16.08.2006, 11:49

dieser "Quark" ist aber bis heute in vielen Köpfen der "Gotteskinder" erhalten geblieben, schließlich wurde er ja genau so jahrzehntelang gepredigt. Ob er weiterhin gepredigt wird, kann ich nicht beurteilen. Nicht jeder Amtsträger in der NAK wird das Interview gelesen haben. Gabs denn zu dieser Thematik irgendwann noch einen offiziellen Hinweis, z.b. in den Leitgedanken?


Hallo Abendstern,

Du hast recht. Diese Korrektur wurde - wie so mache -nicht offiziell kommuniziert. Mir ist nicht bekannt, daß dies irgendwann mal in den Leitgedanken oder der UF deutlich thematisiert wurde - jedenfalls nicht in Form einer Richtigstellung. Aber vielleicht geht der Morgenstern ja noch in vielen Seelen auf. :)

Liebe Grüße,
Andreas
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