Da wäre Aufklärung von Nöten

Beiträge zur NAK-Geschichte

Beitragvon manfredok » 15.08.2006, 13:05

Olaf Wieland schreibt dazu auf QUO-VADIS:


Auszug:

Hallo weltmensch,

ich möchte kurz auf Deine Kritik eingehen. Da uns das zugestellte Informationsblatt anonym zuging, wäre die Beantwortung Deiner Frage "Von wem ?" auch in unserem Interesse.

Ich möchte auch in Namen der Teilnehmer des Gesprächskreises darum bitten, uns Informationen nicht mehr anonym zuzustellen. In der Sache Nörenberg haben wir geprüft und sind bei den Recherchen durch Zufall auf den Namen Nörenberg gestoßen. Die Recherche erfolgte aus zuverlässigen Quellen. Andere Informationen werden wir vorerst für uns auswerten und - sollten sie sich bewahrheiten - an die Öffentlichkeit bringen. Damit entsprechen wir auch der zutreffenden Kritik von "weltmensch".

Diese zuverlässige Quelle ( Archiv ) werden wir nennen, wenn die Vernehmungsprotokolle von Nörenberg ausgewertet sind. Bei der Behandlung der Problematik erinnerte ich mich an einen Artikel in der "UF" Nummer 8 vom 20. 06. 2006.

Innerhalb einer großangelegten Reportage wurde der STASI - Spitzel Bezirksapostel i. R. Willy Adam ( IM "Willy" ) von Stammapostel Dr. Wilhelm Leber am 08. Januar 2006 in einem Gottesdienst in Neubrandenburg öffentlich in zu seinem 85. Geburtstag geehrt und beglückwünscht.
Trotz Kenntnis der Sachlage erfolgte keine Aufarbeitung im Vorfeld. Die Birthler-Behörde gibt aber nur Unterlagen zu inoffiziellen Mitarbeitern heraus, wenn feststeht, dass eine willentliche und wissentliche Mitarbeit des Spitzels erfolgt ist.

Wo bleibt hier die offizielle Stellungnahme der Kirchenleitung ? Wie hat sie sich dagegen gewehrt, dass der Bezirksapostel i. R. Willy Adam nicht als Spitzel bezeichnet werden darf, wenn sie meint, dem wäre nicht so ?

Noch ein Zitat zu der Person Nörenberg aus dem Archiv:

>>Krim.-Sekr. u. SS-Staffelsturmscharführer stammt aus einer SPD-Familie und hat sich freiwillig von der Schutzpolizei zur Gestapo gemeldet. Bearbeitete bei II E 2 zunächst Arbeitsvertragsbruch von Angehörigen der westlichen Länder. Seit Ende 1943 auch Ostarbeiter und Westukrainern bearbeitet. Die Beschuldigungen wurden durch von ihm eingesetzte "Vertrauenspersonen" geliefert und bildeten trotz ihrer Verlogenheit die Frundlage für die brutalsten Vernehmungen, die ebenso gegen Männer, wie gegen Frauen angewandt wurden.
Er war ein rücksichtsloser Karrierist und hat eine ganze Reihe von Ostarbeitern und Westukrainern auf dem Gewissen. Er konstruierte aus den verlogensten Berichten "Betriebssabotage" und kommunistische bzw. nationale Widerstandsgruppen.

Auszugsende
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Beitragvon manfredok » 15.08.2006, 13:16

Wenn das jetzt richtig verstehe ,waren jetzt auch schon Apostel, in der DDR ,im Stasi Dienst, als Spitzel tätig.
Da ist ja weitere Aufklärung von Nöten.Wird ja immer lustiger.
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Beitragvon tergram » 15.08.2006, 13:20

manfredok: Geh im Forum auf "inhalt", dann rechts auf die Übersicht "NAK in der DDR". Dort findest du auch Hinweise auf bereits stattgefundene, ausgiebige Diskussionen zum Thema.
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Beitragvon Gaby » 15.08.2006, 13:48

Möchte mich hier auch einmal einklinken.

>>Hat er bereut, hat er gebüßt? Hat er gelernt – oder hat er sich bequem auf den Lorbeeren der Sündenvergebung ausgeruht. Für mich deutet vieles darauf hin.

Weltmensch<<

Genau das ist es, was wohl niemand hier im Forum weiß, oder kennt jemand diesen Glaubensbruder persönlich?

Kann irgendjemand den Glauben eines anderen "beurteilen"?

Wie hat dieser Glaubensbruder nach dem Krieg gelebt?

Hat er sich verändert? Weiß jemand, ob er heute nicht ein ganz anderer Mensch war als damals?


Hes 36,26

26eUnd ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. 27Ich will fmeinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die gin meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun.

Kann dieser Glaubensbruder diese Wandlung nicht auch erfahren haben?

Jeder Mensch verändert sich im Laufe der Jahre durch Erfahrungen die er sammelt.

Ich sehe heute mit fast 45 Jahren vieles anders als z. Bsp. mit 20 oder auch mit 30.

Unter anderem verursacht durch meinen Glauben hat sich meine Sicht dem Leben gegenüber sehr verändert.

Wie oft haben wir Fehler gemacht und hofften, dass uns vergeben wird?

Mich erschreckt es ehrlich gesagt, wie schnell man zu einem Urteil bereit ist, obwohl man den Menschen gar nicht kennt.

War dieser Glaubensbruder überhaupt noch in der Lage eine "Ehrung" (falls diese wirklich stattgefunden hat) abzulehnen?

In wie weit war er in diesem Alter noch geistig fit?

Wenn er sich wirklich geändert hatte, warum sollte ihm dann der Segen zu seinem Geburtstag auf Grund seiner Vergangenheit verwehrt werden?

Viele Fragen, die da offen bleiben finde ich.

Nachdenkliche Grüße

Gaby
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Beitragvon hini » 15.08.2006, 14:15

Hallo liebe Gaby,
Du siehst das vollkommen richtig und willst auch die entscheidenden Fragen beantwortet haben, bevor Du urteilst. Da der Bruder aber im Februar diesen Jahres in die Ewigkeit gezogen ist, wird man diese Fragen nicht mehr klären können. Daher ist es doch müßig in alten Akten herumzustöbern, wenn man genau weiß, der Beschuldigte kann keine Stellung mehr zu den Vorwürfen beziehen. Bezirksapostel Schumacher hat sich auch juristisch spitzfindig aus der Affäre gezogen. Was solls?
Grüße
von Hini
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Beitragvon weltmensch » 15.08.2006, 15:58

Natürlich kann das niemand von uns beantworten.

Ich habe Fragen „in den Raum“ gestellt. Und dann habe ich sozusagen laut nachgedacht.

Ich habe mir überlegt, ist es möglich, sich (in dem beschriebenen Maße) schuldig gemacht zu haben, dieses aufrichtig bereut zu haben und sich DANN in einer so besonderen Weise ehren zu lassen.
Oder stünde einer solchen Ehrung bei wirklich erfolgter aufrichtiger Reue nicht ein Schamgefühl entgegen.

Jetzt sagt Ihr, ich richte?

Ich frage!

Und ich frage mich weiterhin, ob dieses immer wiederkehrene sonntägliche gewohnheitsmäßigeVergebungsritual in der NAK nicht manchmal sorglos und auch oberflächlich werden lässt. Ob es ein solches Verhalten nicht fördern kann?

Das würde ich gerne wissen.

Ich selbst habe mehrfach darauf hingewiesen, dass N. persönliche Verbrechen nicht nachgewiesen wurden!

Habe ich mich jetzt verständlicher ausgedrückt?

Gruß,
Weltmensch
„Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schließlich groß genug.“

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Beitragvon Cleopatra » 15.08.2006, 16:27

...und ich verstehe immer noch nicht die angebliche Spitzfindigkeit. Für sich persönlich hat der Apostel die richtige Aussage getroffen. Damit hat er sich reingewaschen, aber damit hat er die offizielle Seite der NAK doch Lügen gestraft. Dort stand doch: Ein besonderer Gottesdienst zum 100.Geburtstag. Er verneint das aber. :shock:
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Beitragvon siebenstein » 15.08.2006, 16:54

hallo in die runde,

für mich stellt sich das so dar :

da sind sicher viele fragen offen.

aber, was den menschen betrifft, der nun in der ewigkeit ist, wer mag wissen , ob ER ihm nicht längst vergeben hat ? und ich soll es nicht tun ?
gott wird weise tun, da bin ich mir sicher .

nette grüsse

siebenstein
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Beitragvon hini » 15.08.2006, 17:00

Hallo Cleopatra,
BzA Schmacher hat folgendermaßen geantwortet:
Nicht richtig ist, dass dieser Gottesdienst speziell zum 100. Geburtstag von Alfred Nörenberg gehalten wurde".
Er wird den Schwerpunkt auf das Wörtchen speziell legen.
Wenn die juristische Argumetation nicht zur Entlastung beitragen sollte, dann könnte sicherlich eine politische Argumentation weiterhelfen. Die könnte dann so aussehen:
Ein nicht weisungsbefugter Bediensteter der unteren Führungsebene hat eigenmächtig ohne Wissen der oberen Führungsebene beim Verfassen der Überschrift "ein besonderer Gottesdienst zum 100. Geburtstag" gehandelt. Ich bitte dieses Fehlverhalten vielmals zu entschuldigen. Der Gottesdienst war ausschließlich zur Ehrung unserer Mütter nach amerikanischen Vorbild vorgesehen. Diese fand, wie jedes Jahr, am 2. Sonntag des Wonnemonats Mai statt.
gezeichnet Hini
Aspirant der oberen Führungsebene
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Beitragvon Cleopatra » 15.08.2006, 17:06

Danke hini, jetzt weiß ich wie du das meinst. :wink:

Ich möchte da auch nicht richten. Das obliegt uns bestimmt nicht. Wir haben ihn nicht gekannt oder gar unter ihm gelitten. Was ich mich dennoch frage: Wie sieht das ganze denn aus, wenn seine Opfer (vorausgesetzt es gab sie) diesem Mann nicht verzeihen wollen. Hat Gott dann überhaupt die Möglichkeit der Vergebung, denn schließlich werden wir doch immer drauf aufmerksam gemacht, wie wichtig unsere Vergebung gegenüber den Schuldigern ist?
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Beitragvon Gaby » 16.08.2006, 06:58

Lieber Weltmensch,

mein Posting war nicht allein auf Dich gemünzt.

Ich habe Deine Fragen und schließlich Deine Schlußfolgerung "Für mich deutet vieles darauf hin"
mehr als Einstieg genommen.

Dieser Thread wurde nach meiner Sicht dazu eröffnet, die "KL" als unfähig darzustellen.

Wie kann eine Kirche einen Mann mit so einer Vergangenheit auch noch "ehren" (wobei ehren m. E. nicht passt, wenn in einem Gottesdienst besonders auf einen Jubilar eingegangen wird - passiert dieses doch wohl öfter wenn jemand einen besonderen Geburtstag feiert). Deshalb halte ich die Aussage von BZA Schuhmacher nicht für eine Lüge, wenn er sagt, dies wäre ein ganz normaler Gottesdienst gewesen.

Die Überschrift auf der Homepage der Hamburger Gemeinde stammt ja wohl von jemand anderem, der sicherlich nicht wußte, was für Diskussionen es darüber einmal geben würde.

Zumindest aus meiner NAK Vergangenheit ist mir nicht bekannt, dass ein besonderer Gottesdienst für einen Geburtstag angesetzt wurde.

Am Schluß der Gottesdienste gab es Segnungen für Silberhochzeiten, Goldene Hochzeit usw. was in anderen Kirchen ja wohl auch üblich ist.

Was nun den Glaubensbruder angeht, kann ich nicht verstehen, dass ein Mensch allein auf seine Vergangenheit reduziert wird (wobei, wie ich jetzt bei Quo Vadis gelesen habe, dieser Glaubensbruder nie unter Anklage gestanden hat).

Jeder Mensch kann sich wandeln. Hätte man mich früher einmal um meine Meinung zur Todesstrafe gefragt (so um die 20), hätte ich gesagt ich sei dafür, wenn derjenige jemanden umgebracht hätte.

Heute habe ich zu diesem Thema eine ganz andere Meinung, weil ich mich intensiv mit diesem Thema beschäftigt habe. Aus Sicht meines Glaubens bin ich heute Gegner der Todesstrafe.

Betrachten wir doch einmal unseren ehemaligen Außenminister Fischer (dieser hat früher gegen den Staat gearbeitet und war Demonstrant und Steinewerfer) - ihm wurde eine zweite Chance gegeben und es wurde ihm abgenommen, dass er sich geändert hat, ansonsten wäre er ja wohl nicht gewählt worden.

Als jemand, der diesen Glaubensbruder nicht persönlich kennt und nicht weiß, was für ein Leben dieser nach dem Krieg geführt hat, steht mir ein Urteil einfach nicht zu.

Damit möchte ich seine Vergangenheit (sollte es dafür dann wirklich Beweise geben) nicht schönreden und auch nicht mit dem sogenannten "Mantel der Liebe" zudecken.

Ich habe sicherlich Probleme mit manchen Ansichten und Aktionen der KL, sonst wäre ich nicht aus der NAK ausgetreten, aber so ein Thread wie dieser ist für mich mehr so etwas wie eine Art Hetzkampagne (zumindest empfinde ich dies so).

Liebe Grüße

Gaby
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Beitragvon frinj » 16.08.2006, 07:05

Das menschliche Vergeben ist notwendig für den, der anderen vergibt, nicht für den, dem menschlich vergeben wird. Denn Gott vergibt dem Menschen so, wie der Mensch selber vergibt, nicht wie ihm von anderen Menschen vergeben wird.
Denn Gott achtet den Willen des Menschen, trotz Gnade.

So sieht es wohl Jesus... :)
Froh zu sein bedarf es wenig ...
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Beitragvon hini » 16.08.2006, 07:16

Ich habe da noch ein versöhnendes Wort zum Abschluss dieser Diskussion hier im Thread gefunden und reiche damit allen Diskutanten, natürlich auch den Diskutanten im Nachbarforum, versöhnlich die Hand:

Solange wir leben haben wir auch geschenkte Zeit, um Fehler einzugestehen.
Karl Lehmann, Bischof von Mainz, zu dem Bekenntnis von Günter Grass
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Beitragvon Gaby » 16.08.2006, 07:54

Zum Thema Vergeben möchte ich noch anmerken, dass Vergeben nicht gleichzusetzen ist mit Vergessen.
Vergeben hat für mich etwas mit Heilung zu tun.
Werde ich verletzt schmerzt dies am Anfang sehr, aber wir haben die Möglichkeit daran zu arbeiten, dass die Wunde irgendwann nicht mehr so schmerzt, wenn wir uns daran erinnern.
Wenn wir vergeben können, nehmen wir jemand anderem die Last der Schuld ein Stück weit ab, sofern dieser sich selbst vergeben kann.

Lieber frinj, danke für diese Erklärung.

>>Denn Gott vergibt dem Menschen so, wie der Mensch selber vergibt, nicht wie ihm von anderen Menschen vergeben wird.<<

Trotzdem denke ich, dass auch derjenige, dem es schwer fällt zu vergeben von Gott nicht allein gelassen wird.

Liebe Grüße

Gaby
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