Da wäre Aufklärung von Nöten

Beiträge zur NAK-Geschichte

Da wäre Aufklärung von Nöten

Beitragvon manfredok » 07.08.2006, 17:24

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Beitragvon hini » 07.08.2006, 18:58

Ein Geistlicher wird zu einem Verbrecher gerufen mit der Bitte um Spendung eines besonderen Segens für ein aussergewöhnliches Jubiläum. Darf, sollte der Geistliche diesen Segen verwehren, wenn er in der Jesulehre steht und in Kenntnis der Verbrechen des Jubiliars ist? Ich meine- nein.
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GABS ALLES SCHON MAL...!

Beitragvon maximin » 07.08.2006, 19:21

8)@ Hini,
Natürlich sollte der Priester an diesem ungeheuerlichen Ansinnen schweigend vorübergehen und seinen Diakon strikt anweisen, sich ebenso korrekt zu verhalten. Ganz gleich, um welches fragwürdige Jubiläum es sich dabei handelt. Man könnte sich ja unter Umständen in einem seelsorgerlichen Gespräch besudeln...
Maxi :oops:
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Beitragvon hini » 07.08.2006, 19:35

Ich bin zwar kein Diakon oder Priester. Wäre eine ähnliche Bitte an mich herangetragen worden, hätte ich nicht geschwiegen, sondern wäre ihr nachgekommen aus meinem Verständnis der Jesulehre.
hini
 

Beitragvon namenlos » 08.08.2006, 06:23

Ich habe die Diskussion auf der Nachbarseite verfolgt.

Sie zeichnet sich für mich durch Oberflächlichkeit aus. Der Mensch wird nur auf seine Verbrechen während der Nazi-Zeit reduziert.

Wir müssen solche Taten juristisch verurteilen. Das finde ich o.k. Aber so eine Hetze gegen die damaligen Täter und dann gegen den jetzigen BAP? Ist nicht christlich!

60 Jahre danach hat man es scheinbar vergessen, wie so ein System wirkt. Siehe auch: Die Welle!

Jesus wurde am Kreuz gebeten: Gedenke meiner, wenn Du in Dein Reich kommst. Von einem Sünder, Verbrecher, der sicher bis kurz vor der Verurteilung ein "schlechtes Leben" führte.

Die Verbrechen des Glaubensbruders liegen nunmehr 60 Jahre zurück, damals etwas 58 Jahre. Ich weiß nicht, ob er die ganze Zeit schon NAK-Mitglied war. Wenn, dann hat er in dieser Zeit mehr als 2000 Sündenvergebungen empfangen.

Wie sollte ein Apostel ihm das noch vorwerfen?

Ich könnte die Kritik verstehen, wenn er noch aktiv in der NZ-Szene wäre, der Apostel dies wüsste.
Aber so?

Ich betone: Die Verbrechen waren schlimm, grausam. Und ich bin auch dafür, dass diese Verbrechen bestraft werden. Dass wir uns daran erinnern - der einzige Schutz davor, nochmals in ein solches System zu geraten. Aber auf den einzelnen Täter moralisch zu zeigen? Nach 60 Jahren? Von Leuten die das nicht erlebten? Die "Begeisterung" und Angst, etc. Das lässt sich für mich auch nicht mit einem Gotteskind verbinden.

Vergeben!
Auch er hat ein Recht darauf. Erst Recht nach seinem Tod!

LG
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Beitragvon fireangel » 08.08.2006, 08:01

Die Frage ist doch: Stelle ich den Menschen in den Vordergrund und sehe nur ihn mit seinen Fehlern und Gesetzesübertretungen, oder sehe ich ganz einfach die Seele?

Für mich ist die Antwort absolut klar: ich hätte der Bitte Folge geleistet!

Hätte Jesus, dem wir ja nachfolgen, ein Problem damit gehabt? Ich denke nein, denn die Bibel beschreibt einige solcher Situationen aus dem Leben Jesu!

War nicht z.B. der Zöllner Zachäus, in den Augen der damaligen Geistlichkeit ein Gestzesübertreter?
Jesus hatte aber kein Problem, bei ihm einen Hausbesuch zu machen!

Liebe Grüsse
fireangel
Zuletzt geändert von fireangel am 08.08.2006, 09:37, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon namenlos » 08.08.2006, 08:52

Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.(Markus 2,13–17)

Joh 8,7 (LUT 1984)
7 Als sie (Juden) nun fortfuhren, ihn (Jesus) zu fragen, richtete er (Jesus) sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf

Jesus hätte ihn nicht verurteilt, er hätte den Kontakt nicht gemieden. Er hätte ihn vermutlich nicht geehrt, aber eher weil das für ihn generell unwichtig ist und nicht, weil er IHN ausschließen will.

LG
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Beitragvon maximin » 08.08.2006, 09:28

:) Hini, ich hoffe bloß, dass Du meinen sarkastisch gemeinten Beitrag richtig verstanden hast. :wink: Logisch wäre ich zu diesem Mann gegangen.
Gruß Maxi :roll:
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Beitragvon fireangel » 08.08.2006, 09:50

Hallo Maxi,

eine andere Einstellung von dir, hätte mich auch sehr nachdenklich gemacht :lol:

Liebe Grüsse
fireangel
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Beitragvon hini » 08.08.2006, 10:02

Lieber Maximin,
ich muß gestehen, dass mir der Sarkasmus zunächst nicht aufgefallen war und ich etwas verwundert war, da Dein Statement nicht zu dem Bild paßte, das ich mir von Dir gemacht habe. Nun stimmt "mein Bild" von Dir wieder.
Ich hatte die Stellungnahme im anderen Forum auch als Druckausübung auf BzA Schumacher verstanden (wennn er nicht reagiert, dann). Das hat mit einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema, wie ich es verstehe, wenig zu tun.
Sünden werden uns im Namen Jesu von Gott vergeben. Der erwähnte Glaubensbruder ist Anfang 2006 in die Ewigkeit gezogen. Dort wurde sicherlich schon bestimmt, wie mit seiner Seele zu verfahren ist. Aus meinen Kenntnissen mit wissenschaftlichen psychologischen Experimenten weiß ich, dass auch ein christlich gesinnter Mensch zu mehr Schandtaten fähig ist als er sich selbst eingesteht. Ich mag daher nicht urteilen.
Grüße
Hini
hini
 

Beitragvon mkoch » 08.08.2006, 10:07

Der Hamburger Gesprächskreis ist mir ja eigentlich sehr symphatisch. Aber die Leute dort nehmen mich/gk immer durch ihre komische schwarz/weiss - für/gegen NAK-Brille wahr. Deshalb ist es auch quatsch wenn der Thread-Opener dort schreibt:

Nachdem aber Dietmar Korthals und Michael Koch von der virtuellen Informationsplattform "Glaubenskultur" und viele NAK-Mitglieder eine SS-Mitgliedschaft des vom damaligen Apostel und heutigen Bezirksapostel Schumacher geehrten NAK-Mitgliedes für ausgeschlossen halten, reizte es uns doch auch im Hinblick auf die unselige nationalsozialistische Vergangenheit der NAK, dem Wahrheitsgehalt dieser Information nachzugehen.


Ich habe in dem vor einigen Wochen hier platzierten Thread mich gegen die Spekulation um eine Mitgliedschaft gewehrt. Es wurde irgendein ominöses Flugblatt angeführt, das jemand zufällig an der Windschautzscheibe gehabt haben will. - Ich habe NICHT ausgeschlossen, dass es eine Mitgliedschaft gegeben haben könnte, sondern im Gegenteil sehr ausführlich begründet, warum auch jemand der ein SS-Mitglied war und Verbrecher des Regimes, dennoch von einem NAK-Apostel Segen, Glückwünsche etc. bekommen kann. - Das sage ich als praktizierender ANTIFA-Aktivist!

Schade, dass die Leute von diesem Gesprächskreis mit ihren interessanten Informationen so unprofessionel (um nicht zu sagen kindisch) umgehen:

wir haben heute den Bezirksapostel Schumacher einen ausführlichen Brief geschrieben und ihn um Aufklärung in dieser Sache gebeten.

Eine Namensverwechslung ist ausgeschlossen. Wir sind im Besitz des handgeschriebenen Lebenslaufs und des R. u S.-Fragebogens für SS-Angehörige. Adresse und Geburtsdatum sind identisch mit dem am 09. 02. 2006 auf dem Hauptfriedhof Hamburg-Altona neuapostolisch beigesetzten Alfred Nörenberg. Weiterhin liegt uns ein Bericht ehemaliger Häftlinge über die Gestapo-Methoden vor, in dem Alfred Nörenberg erwähnt wird.

Zitat aus dem dreiseitigen Bericht:

>>Im November 1943 wurde die Abteilung III E liquidiert und das Sachgebiet ging an II E 2 ( später IV 1 c ) unter Krim. Komm. Schweim über. Schweim war schon vorher zuständig für arbeitsvertragsbruch von Ausländern und für die staatspolizeiliche Behandlung der Ostarbeiter. Sein Grundsatz war größte Rücksichtslosigkeit und Brutalität gegen alle Ausländer, besonders gegen Ostarbeiter und Polen. Sonderbehandlungen d. h. Ausrottungen durch Erschießen oder Erhängen waren in seiner Abteilung an der Tagesordnung.
Zu seinen skrupellosesten Werkzeugen gehörten: Alfred Bauer, Herbert Jansen, Karl Mumm, Rasowske, Alfred Nörenberg, Paul Tetzlaff, Buhrdorf und Willi Hanisch. Bei den Vernehmungen wurden Reitpeitsche, Gummischläuche, Kabelenden und Knüppel verwendet. Nicht nur bei Männern, sondern auch bei Frauen. <<

Lt. Kirchenchronik der Gemeinde Hamburg Lurup "125 Jahre Gemeinde Hamburg Lurup / 1874-1999" wird als Segenshandlung die Silberne Hochzeit am 25. 12. 1981 von Bruder Alfred und Fr. Frieda Nörenberg erwähnt.

Sollte der Bezirksapostel Schumacher eine Stellungnahme verweigern, setzen wir nach zwei Wochen unseren Brief hier ein und informieren alle KZ-Gedenkstätten in Deutschland.


Da wissend dann also alle KZ-Gedenkstätten, dass der NAZI-Verbrecher Glückwünsche zu seinem Hundersten Geburtstag bekommen hat und Segen zu Silberhochzeit. - Tolle Leistung! *tätschel* Macht das mal! ;-)

Mir fallen so auf die Schnelle vielleicht fünf Amtsträger ein, die mir in meiner NAK-Laufbahn begegnet sind und ehemalige Mitglieder der SA oder der SS waren. - Die NAK damals war ein Nazi-Haufen! Das ist überhaupt keine Diskussion. Gerade das erklärt, warum sie um ein Verbot herum kam: die NAK war im (verbeamteten) Kleinbürgertum weit verbreitet. NSDAP-Wähler und NAK-Gläubige waren im selben Millieu.

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Beitragvon namenlos » 08.08.2006, 10:25

Lieber Michael,

Zustimmung....Nur NAZI-Haufen schmerzt etwas. Auch wenn ich es verstehe, weil ja die NAK doch sehr "angelehnt" war. Und Du somit wohl doch Recht hast.....Aber es so grass zu hören, schmerzt etwas.....

Aber passt schon. Soll jetzt kein Vorwurf sein. Hoffe, Du verstehst das richtig.

Das dachte ich mir auch...Gedenkstätten, toll, dass die das dann wissen. Vielleicht wird er dann überall ausgestellt. Oder es kommt so ein Schild an die Tür. roter Kreis, innen auf weißem Hintergrund das NAK-Symbol und ein schwarzer Strich von rechts oben nach links unten.....Ich wüsste, wem ich es schicken würde - aber ich geb hier keine Tipps!

LG
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Beitragvon manfredok » 08.08.2006, 11:49

Michel Koch schreibt:
Mir fallen so auf die Schnelle vielleicht fünf Amtsträger ein, die mir in meiner NAK-Laufbahn begegnet sind und ehemalige Mitglieder der SA oder der SS waren. - Die NAK damals war ein Nazi-Haufen! Das ist überhaupt keine Diskussion. Gerade das erklärt, warum sie um ein Verbot herum kam: die NAK war im (verbeamteten) Kleinbürgertum weit verbreitet. NSDAP-Wähler und NAK-Gläubige waren im selben Millieu.


Wird schon was dran sein. Man braucht nicht lange zu suchen.
Wahrscheinlich stimmt das auch,das auch etliche von diesen sogar noch Bezirksapostel und Apostel wurden.

Unter dem angegeben Link gefunden,stehen die Namen derjenigen Apostel und Bezirksapostel.

Soll alles im Documenten Center in Berlin aktenkundig sein.

http://mitglied.lycos.de/Horst_Hartmann ... /Nazi1.pdf
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Beitragvon vigilius peregrinus » 08.08.2006, 12:44

manfredok hat geschrieben:Michel Koch schreibt:
Mir fallen so auf die Schnelle vielleicht fünf Amtsträger ein, die mir in meiner NAK-Laufbahn begegnet sind und ehemalige Mitglieder der SA oder der SS waren. - Die NAK damals war ein Nazi-Haufen! Das ist überhaupt keine Diskussion. Gerade das erklärt, warum sie um ein Verbot herum kam: die NAK war im (verbeamteten) Kleinbürgertum weit verbreitet. NSDAP-Wähler und NAK-Gläubige waren im selben Millieu.


Wird schon was dran sein. Man braucht nicht lange zu suchen.
Wahrscheinlich stimmt das auch,das auch etliche von diesen sogar noch Bezirksapostel und Apostel wurden.

Unter dem angegeben Link gefunden,stehen die Namen derjenigen Apostel und Bezirksapostel.

Soll alles im Documenten Center in Berlin aktenkundig sein.

http://mitglied.lycos.de/Horst_Hartmann ... /Nazi1.pdf


Ja, soll alles .... hat da mal jemand seriös nachgeforscht? Ich halte die Herren König & Co. schlechterdings nicht für seriös. Auch die Dokumentation dieses Links ist wenig überzeugend.

Daran, daß die Nak nicht nur stromlinigenförmig war, sondern bisweilen wohl auch willfähriger Helfer, habe ich keinen Zwiefel. Mir lag mal ein GD-Bericht von AP Ludwig vor, indem er für den Sieg über die Bolschewisten etc. gedankt hat (jetzt ganz vornehm ausgedrückt). Es wäre aber von Nöten, das Thema seriös aufzuarbeiten, was in der berühmte PG-Geschichte mE wohl kaum der Fall ist. Sie umgibt das Odium der Apologetik.

Übrigens ist es interessant, die Eintrittsdaten der APs in die NSDAP zu betrachten: Einige traten mit dem Machtantritt ein, Gurtner schon vorher (!! aber war der da schon Nak??), Volz war noch relativ jung (im Rahmen des Wehrdienstes? H. Volz war übrigens AP, nicht BAP). Die Aufzählung ist zwar bemerkenswert, doch auch interpretationsbedürftig.

vigilius
Vor allem: in necessariis keinen Schritt nachgeben, in dubiis sich nichts anmerken lassen, in omnibus die Pfeife nicht ausgehen lassen. Karl Barth an Eduard Thurneysen, 22.Januar 1922
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