Wo ist das Propheten-Amt geblieben

Beiträge zur NAK-Geschichte

Beitragvon tergram » 31.12.2006, 18:37

Darf ich mal kurz dazwischen Jungs? :motz:

Vierfaches Amt? Ich zähle mehr... und wo in der christlichen Kirchenwelt sind denn die Lehrer (Amtsbezeichnung gibts in keiner der großen Kirchen), Wundertäter, Heiler, Helfer, Regierer, Sprachkundige (wohl gemeint: in Zungen redend)?

Sorry, fireangel, ich glaube, du verrennst dich da. Wenn das zum Heil in Kombination zwingend notwendig ist, dann gibt es kein Heil. Punkt.

Ich würde mich statt auf (übersetzungsbedingt) fragwürdige Festlegungen zur Kirchenorganisation lieber auf meinen Heiland verlassen. In ihm habe ich das Heil - Propheten hin oder her.
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Beitragvon fireangel » 31.12.2006, 18:59

Liebe tergram,

ich hatte deine Frage nach der Heilsnotwendigkeit so verstanden, als dass du nach einer Institution fragtest. Natürlich kann nur aus dem Heiland Jesus Christus Heil kommen, aber da er ja nicht mehr in eigener Person unter uns weilt, hat er entsprechend vorgesorgt. :wink:

Es mag ja sein, das ich mit meiner Betrachtung über die NAK völlig falsch liege, aber es ist doch auffallend, dass auf die Heilsnotwendigkeit bestimmter Ämter, als von Gott für die Gemeinden gegeben, in mehreren Bibelstellen, ausdrücklich hingewiesen wird.

Also mich macht das schon nachdenklich, zumal ja die NAk von sich behauptete/ noch behauptet, die Nachfolgerin der sog. Ur-Kirche zu sein, in welcher diese Ämter in der Vollzahl vorhanden waren.

Liebe grüsse
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Beitragvon Cleopatra » 31.12.2006, 19:21

Leider ist dem doch offensichtlich nicht so, fireangel. Er hat nicht vorgesorgt. Jedenfalls nicht richtig, wenn das Prophetenamt heilsnotwendig ist. Ist Gott nicht allmächtig genug, seine Ämtervorstellungen durchzusetzen. Wieso können Menschen dieses Amt dann einfach abschaffen und Gott schaut zu? Das würde doch seinen Erlösungsplan durcheinander bringen. Mal angenommen, er hält Apostel für notwendig. Okay, die gibts ja heute in einigen Kirchen. Dafür hätte er also gesorgt. Und die Propheten läßt er sich einfach wegnehmen? Da wäre ich aber sauer, wenn ich Gott wäre. :roll:
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Beitragvon fireangel » 01.01.2007, 08:30

Zitat:

Ist Gott nicht allmächtig genug, seine Ämtervorstellungen durchzusetzen. Wieso können Menschen dieses Amt dann einfach abschaffen und Gott schaut zu?

Liebe Cleo,

genau dieses Problem beschäftigt mich in letzter Zeit mit zunehmender Intensität.
Leider habe ich hierzu noch keine adäquate Antwort gefunden.

Wenn man sich die Geschichte des "alten Bundesvolkes" durchliest, stösst man immer wieder auf das Eingreifen Gottes, wenn das Volk mit seinem Handeln, IHM "aus dem Ruder lief".

Mir stellt sich dann immer die Frage: "Warum tat ER es damals; und warum heute nicht mehr?"

Ich habe dann auch immer die Aussage im Kopf: "Wenn ihr es nicht seit, die da reden, lass ich die Steine schreien."

Liegt es möglicherweise an dem uns gegebenen freien Willen? Ich muss gestehen, ich weiss es nicht.

Liebe Grüsse
fireangel
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Beitragvon Cleopatra » 01.01.2007, 08:43

Herzlich Willkommen im neuen Jahr, lieber fireangel :wink:

Ich hoffe einfach, daß wir unsere offnen Fragen noch beantwortet bekommen. Es ist doch sowieso ein Rätsel, wenn man in der Bibel liest und den Eindruck gewinnt, daß Gott im alten Testament laufend wörtlich zu den Menschen "gesprochen" hat - im neuen T. dann auch noch (ab und zu), aber seit nahezu 2000 Jahren bleibt er stumm wie ein Fisch. :shock: Früher hat er eingegriffen, wie du schon richtig bemerkt hast und heute läßt er alles laufen. Auch schon 2000 Jahre lang. Es wird Zeit, daß er sich rührt, oder? :wink:

Und dann die Sache mit dem "freien Willen". Gibts den überhaupt? Darüber streiten sich die Gelehrten schon seit Jahrhunderten. Meine Meinung dazu: Es gibt ihn, aber nur in ganz eingeschränktem Maße.

Sind wir mal ganz ehrlich. Wenn man das alles objektiv bedenkt, ist dann die Argumentationskette eines Atheisten nicht wesentlich dichter und logischer, als die eines Gläubigen? Ich weiß es nicht!

LG, Cleo
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Wo ist das Propheten-Amt geblieben?

Beitragvon James » 01.01.2007, 13:16

Hallo miteinand,

Euch allen erstmal ein gutes neues Jahr 2007!

In der Auseinandersetzung mit dem Leit-Thema dieses Threads lese ich immer wieder den Begriff Propheten - "Amt". Und genau DA liegt - nach meiner Auffassung - schon der erste Irrtum. Nach meiner (bescheidenen) Bibelkenntnis gibt es im gesamten alten und neuen Testament keine einzige Stelle, in der ein Prophet in ein "Amt" gesetzt wurde.
Prophet, Prophetie ist nie ein AMT, sondern eine Befähigung, eine Gottesgabe. Man kann sagen, sie wurde von Gott gegeben (und auch nur Gott kann sie wieder nehmen!, man kann sie aber unterdrücken - "abtöten") zum Gebrauch, zum DIENST in einem Gemeinwesen, als KORREKTIV für Herrschende...
Wenn ich richtig liege, dann fällt mir auf, daß in der Überlieferung des alten Testaments Propheten erst auftraten, als im alten Bundesvolk Israel sich Staats- und Herrschafts-Strukturen nach weltlichem Muster herausgebildet hatten, als Israel einen weltlichen König wollte, nach Muster seiner Nachbarvölker.
Ein Prophet wurde meines Wissens von einem Herrschenden nie eingesetzt (ordiniert), sondern trat auf - auf den Plan - durch Ruf Gottes.

Mit dem Begriff PROPHET haben wir westliche Christen und Menschen der POSTMODERNE ja so unsere Probleme. Wir sehen dann immer einen alten Mann vor uns mit langen Bart, Turban und Mantel....
Doch in die eigentliche Begriffsbedeutung können wir uns gar nicht so richtig reindenken!

Interessant ist übrigens auch, was Wikipedia zum Begriff Prophet schreibt: http://de.wikipedia.org/wiki/Prophet
und: http://de.wikipedia.org/wiki/Prophetie

Prophetie ist bei weitem nicht etwa nur Zukunftsvorhersage, Zukunftsdeutung, "Orakelhaftes".
Es ist vielmehr auch Deutung von Vergangenem, Beleuchtung der Gegenwart, "Weitwinkelblick" für Zusammenhänge und auch "Tiefenblick" für Verborgenes....die Gabe des SEHENS (Prophet wird auch oft als SEHER bezeichnet).

Dabei ist fast zwangsläufig, daß dabei Unpopuläres, Unbequemes, nicht-ins-Schema-passendes beleuchtet und aufgezeigt wird.
Meistens gerieten Propheten in Konflikt mit den Herrschenden ihrer Zeit.

JESUS selbst bezeichnete mal das "Schicksal" des Propheten sehr deutlich in
http://www.bibel-online.net/buch/40.mat ... html#13,57

und auch in http://www.bibel-online.net/buch/42.lukas/13.html#13,34

Auffällig hierbei ist wohl, daß Jesus in letzterem Zitat "Jerusalem" ansprach. Dort stand der Tempel...Von dort wurde regiert...

Wo geistige Machtstruktur das KORREKTIV der Propheten beachtete, konnte Gott die Machtstruktur als Werkzeug zum Umsetzen seines Willens gebrauchen!
Wo nicht.....dann....

Vielleicht ist DAS die Anwort auf die Frage, warum im Urchristentum soviel Wert auf die prophetische Gabe gelegt wurde. Damit's WERK GOTTES bleibt?!

Mit dem Begriff "Amt" denken wir als NAK-Christen ja allzuoft an Schlips & Jacket. An "Ver-BEAMTUNG". Das typische Merkmal einer Amts-Kirche, weniger einer Geistes-Kirche. Manche Bibelübersetzungen verwenden ja für den Begriff AMT das Wort DIENST!
Kein Prophet hatte je ein Namensschild um. Oder Schulterklappen....Oder Ordinationsdaten in der Mitgliederdatenverwaltung....

Die Aussagen Jesu über die Propheten des alten Bundes (siehe oben) gelten - auf geistiger, sinnbildlicher Ebene - auch heute.

Der Blick nach innen, hinein in unsere Kirche, weckt dabei so eigenartige Empfindungen....vieleicht wird DAS SEHEN ständig unterdrückt...."getötet".......

Vieleicht sind die "Seher" unserer Zeit die Querdenker???

Man wird gar nicht mehr fertig mit Nachdenken.

James

P.S. vierfaches Amt, Vergleich mit urchristlicher Kirche, mal bitte aufmerksam die Ausführungen zum Testimonium in der letzten Dezember-Ausgabe UF lesen. Vierfaches Amt...? mir fällt da eher Apostel - "Amt hoch vier" ein....!
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Wer will, daß Kirche bleibt, wie sie ist, will nicht, daß Kirche bleibt.
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Beitragvon a cappella » 02.01.2007, 11:09

Hallo Fireangel,

einige Gedanken zu Ihren Ausführungen.
(Obwohl James und auch schon früh vigilius Wesentliches geschrieben haben.)

Vorweg schicken möchte ich, dass es mir um sachliche Anmerkungen geht, die meine Auffassung darstellen. Das Thema insgesamt ist mir deutlich weniger wichtig als Ihnen. Eine Erklärung, warum das so ist, würde einen längeren Exkurs nötig machen, der mir im Moment zu aufwändig ist. Wenn es sich ergeben sollte, werde ich darauf zurückkommen.

Sie zitieren munter Bibelstellen, in denen der Begriff „Prophet“ vorkommt. Dabei wäre zunächst zu unterscheiden zwischen den Stellen, in denen Jesus diesen Begriff gebraucht, und den Stellen, wo ein Briefschreiber oder Historienschreiber ihn benutzt. Des Weiteren wäre zu untersuchen, was man unter dem Begriff „Prophet“ versteht. Hierzu wäre zum Beispiel ein Lexikon zur Bibel ganz hilfreich.

Beides scheint mir für Sie von untergeordneter Bedeutung zu sein.

Darüber hinaus gehen Sie von Überlieferungen die katholisch-apostolische Kirche betreffend aus, die mit noch mehr Vorsicht zu betrachten sind, als die Überlieferungen der Bibel. Es werden auch hier Begriffe vermischt und (text)unkritisch verwendet und dadurch unterschwellig Vorstellungen „geschürt“, die der Realität nicht unbedingt entsprechen müssen.

Auch die Vorstellung, das Apostelamt hätte mit dem Wirken des Heiligen Geistes nichts zu tun („Hier – durch die Abschaffung des Prophetenamtes - beginnt nun ein langsames aber stetiges Entfernen von dem Wirken des hlg. Geistes in der NAK.“), ist für mich nicht schlüssig. Man kann durchaus dieser Auffassung sein, aber nicht deshalb, weil man irgendeinen mystischen Firlefanz mit der persönlich-naiven Vorstellung eines „Prophet“ genannten Amts verbindet und dies dann beim Apostelamt vermisst.

Sie schreiben von der Kontrolle, die das Prophetenamt über das Apostelamt ausübte.
Und wer kontrollierte das Prophetenamt?

Dann schreiben Sie von dem Verbot der Weissagungen.
Wieso hatte man die Macht, die Weissagung im Gottesdienst zu unterbinden?

Wo ich Ihnen übrigens völlig zustimme, ist die Auffassung, dass der Geist in jedem und durch jeden wirken kann!

Bei der Betrachtung von 1. Korinther 13, 8 – 10 würde ich beachten, dass die ersten Christen damit gerechnet haben, dass Jesus bald kommen wird. Und mit bald meine ich innerhalb weniger Tage, Wochen oder Monate. Und da war natürlich nicht damit zu rechnen, dass sich irgendetwas bis dahin völlig verändern würde.

Sie sehen, es ist nicht so einfach. Und es könnte durchaus sein, dass eine entsprechende Bildung, zum Beispiel in guten Seminaren vermittelt, vor Fehlinterpretationen schützen könnte.
(Die Apostel der katholisch-apostolischen Kirche waren übrigens überwiegend Geistliche bzw. ausgesprochen gebildete Männer.)

Was habe ich in meiner Kindheit und Jugend für einen Mist gehört, der mit nichts aus der Bibel in Übereinstimmung zu bringen war! Sicher, die Männer am Altar waren erfüllt von ihrem Sendungsbewusstsein. Sie waren überzeugt von dem, was sie sagten. Aber richtiger wird dadurch nichts, was falsch war.

Und Ihre Aussage, dass, „wo einstmals die Brüder um Weisheit aus dem hlg, Geist baten, um rechte Entscheidungen treffen zu können, […] heute Projektgruppen gebildet [werden]“, ist billigste Polemik.

In diesem Zusammenhang ist dann Ihre Replik interessant, dass „Weisheit dem Narren zu hoch ist“.
Aus dem Zusammenhang scheint mir das so gemeint, dass ich der Narr bin, (damit habe ich übrigens kein Problem), dem die Ausführungen des werten fireangels – die Weisheit – zu hoch ist. An dieser Stelle kann ich allerdings nur noch schallend lachen.

Und glauben Sie mir: Was an Ihren Ausführungen zu verstehen ist, habe ich schon verstanden. Gerade deshalb halte ich ja das meiste für falsch.

Freundliche Grüße
a cappella



Zwei Schreibfehler verbessert.
Zuletzt geändert von a cappella am 02.01.2007, 17:14, insgesamt 1-mal geändert.
a cappella
 

Beitragvon fireangel » 02.01.2007, 14:51

Werter a cappella,

ich werde ein letztes Mal auf ihre Provokation antworten.

Was Sie hier betreiben, ist mir aus NAK-Zeiten als gängige Praxis der AT`s, bestens bekannt. Ebenso wie es diese AT`s immer wieder mit den Gläubigen tun, versuchen Sie mich mit Ihren vermeintlich sachlichen Argumenten zu demütigen und zu provozieren.

Was Sie als sachliche Argumente darstellen, ist nichts weiter als Ihre persönliche Meinung und ein offener und persönlicher Angriff gegen mich, warum auch immer. Nur perlen solche Angriffe an mir ab, wie Wasser auf Öl.

Ich wiederhole es noch einmal: Es geht Ihnen mit Ihrem Geschreibsel hier nicht darum, einen Beitrag zu diesem Thema einzubringen, sondern ganz einfach darum, mich bloszustellen bzw. abzukanzeln. Ihre Beweggründe sind dabei von so niederem Niveau, das Sie mir schon fast leid tun.

Wenn hier jemand polemisiert, dann wohl offensichtlich Sie. Ich darf Sie also nachdrücklich bitten, Ihre unpassenden Angriffe zu unterlassen.

Noch eins zum Ende. Sie mögen zwar etwas verstanden haben, was ich allerdings anzweifel, nur begriffen haben Sie letztlich gar nichts!

Gruss
fireangel
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Beitragvon a cappella » 02.01.2007, 16:55

Haben Sie auch irgend etwas Essentielles zu sagen oder zu schreiben?
Offensichtlich nicht.

Na denn.
Freundliche Grüße.
a cappella
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Beitragvon Cemper » 02.01.2007, 17:01

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Beitragvon a cappella » 02.01.2007, 17:05

:wink:
a cappella
 

Beitragvon Cemper » 02.01.2007, 17:07

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:mrgreen:
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Beitragvon a cappella » 02.01.2007, 17:10

Jetzt weiß ich, warum ich kein Prophet sein kann!
Ich trage keinen Bart. :mrgreen:
a cappella
 

Beitragvon orig.gabi » 02.01.2007, 17:12

Macht nicht`s. Hinter angeklebten Bärten orakelt es sich viel ungenierter ... :mrgreen: :wink:
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe ist,
der bleibt in Gott und Gott in ihm.
1.Johannes, 4,16
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