Nach wie vor wird relativiert

Beiträge zur NAK-Geschichte

Beitragvon stephanowitsch » 23.06.2006, 17:00

Hallo schnoogele,

wo stand jemals, dass Kino/Theater und Tanzen für NAK-Mitglieder verboten war ??
Ich war jedenfalls als Kind und Jugendlicher schon vor 1985 im Kino, im Theater und getanzt haben wir - NAK-Jugendliche - durchaus auch mal. Die Jugend meiner Heimatgemeinde war mal bei unseren Ältesten zu einer "privaten Jugendstunde" eingeladen. Da sassen wir in dessen häuslichem Fetenkeller (!), tranken unter anderem das von ihm ausgegebene Bier(!)- ich meine, es kam sogar vom Fass ;-) - und der Älteste erzählte uns unter anderem, dass keinem Menschen (!) z.B. der Besuch eine Disko verboten ist bzw. verboten werden kann. Er wies uns lediglich darauf hin, alle unsere Taten und die Angebote die wir annehmen darauf zu prüfen ob sie uns gefähren können und aufzupassen, was ich durchaus als vernünftig empfinde.

Alles vor 1985. Mir hat in meiner ganzen über 40 Jahre dauernden NAK-Lebenszeit nie ein Mensch oder meine Kirche Kino,Theater, Tanzen oder etwas anderes verboten.

Grüsse

stephanowitsch
stephanowitsch
 
Beiträge: 203
Registriert: 01.07.2004, 10:12

Beitragvon Schnoogele » 23.06.2006, 17:19

Schau mal in den UF Kalender von 1972.
Da ist ein Beitrag von Bez.Ap. Hahn wie er bei einem beruflichen Auslandaufenthalt in einem nordafrikanischen Land dem Stammesfürst erklärt warum er als Neuapostole nicht tanzen wird.

aber du hast sicher recht mit deiner Bemerkung dass früher nichts verboten war hab ich sicherlich geträumt oder mir das eingebildet.
Benutzeravatar
Schnoogele
 
Beiträge: 500
Registriert: 01.06.2002, 10:12

Beitragvon Dietemann » 23.06.2006, 17:28

oder etwas anderes verboten.

Hier wurden zur Zeit Rockenfelders Bärte verboten und lange Haare. Die AT´s mussten in Stresamannhosen antanzen u.s.w.! Wer zum Fußball ging, der wurde schnellstens in den Chor beordert, dass er Sonntag nachmittags ja keine Zeit für Fußball bekam. Es ist ganz klar, wer nur innerhalb der NAK stand dem ist so etwas fast nie aufgefallen. Aber dem Umfeld, dass außerhalb der NAK Mauern lebte.
Dietemann
 

Beitragvon Zwischenruf » 23.06.2006, 17:37

@ stephanowitsch:

All das war zwar nicht ausdrücklich verboten, aber indirekt schon. Kann aber schon sein, dass es an dir vorbeigegangen ist; ich kenne einige, die damals Jugendliche waren und diesbezüglich eine - sagen wir mal vornehm - "selektive Wahrnehmung" hatten. Mit anderen Worten: Was sie nicht hören wollten, das hörten sie nicht.

Ich stell' dir nachfolgend mal einen Link ein, in der ein Pamphlet der NAK Hamburg aus 1993 (!) widergegeben wird. Dort werden zu nahezu allen einschlägigen Fragen (Kino, Disco, Theater, "Begegnungsstätten dieser Welt" usw.) dezidierte Ratschläge ("Hinweise zu Gefahren für Leib und Seele") gegeben, was man als NAK'ler tut und was besser nicht. Und diese werden wie folgt eingeleitet:

Der Glaube setzt letztlich in allen Lebensbereichen die Masstaebe.
Damit bleibt Jesus Christus im Mittelpunkt.
Hinweise zu Gefahren fuer Leib und Seele sind mehr als eine Lebenshilfe; sie sind ein Angebot der Hilfe zur Erreichung des Glaubenszieles.
Als solches haben sie eine auf dem Glaubensgehorsam beruhende Verbindlichkeit.


Und das war 1993, 8 Jahre nach der Einführung der "Eigenverantwortung" :!:

Hier der Link: :arrow: Klick

Z.

P.S. : Cemper, das ist doch auch ein schöner Text für ihren NAK-Schuhkarton. Oder haben sie den womöglich schon? :wink:
Auch und gerade in dem , was uns aufgrund unserer tiefsten Glaubensüberzeugung voneinander unterscheidet, müssen wir uns gegenseitig respektieren und lieben. (Papst Benedikt XVI.)
Benutzeravatar
Zwischenruf
 
Beiträge: 2042
Registriert: 27.12.2004, 12:12
Wohnort: Berlin

Beitragvon Zwischenruf » 23.06.2006, 17:51

Übrigens, stephanowitsch, noch etwas: Auch der StAp dementiert in dem Interview auf die entsprechende Frage hin nicht, das es die Verbote gegeben hätte; er antwortet lediglich (sinngemäß): die Zeiten sind schon längst vorbei. Wobei man angesichts des Papiers der NAK Hamburg aus 1993 (!) durchaus über die Bedeutung des Begiffes "längst" grübeln darf. (Aber vielleicht hat er das auch nicht so wörtlich gemeint. :mrgreen: )

Z.
Auch und gerade in dem , was uns aufgrund unserer tiefsten Glaubensüberzeugung voneinander unterscheidet, müssen wir uns gegenseitig respektieren und lieben. (Papst Benedikt XVI.)
Benutzeravatar
Zwischenruf
 
Beiträge: 2042
Registriert: 27.12.2004, 12:12
Wohnort: Berlin

Beitragvon stephanowitsch » 23.06.2006, 18:20

Hallo Zwischenruf,

an mir ist eigentlich nichts vorbei gezogen, aber ich habe wohl in einer toleranteren NAK-Ecke als du gelebt...
Was man so damals von aus Berlin in meine Heimatstadt gezogene Studenten hörte oder jetzt noch aus der "vereinigten" Hauptstadt mitbekommt......

Und nenne mir bitte einen Menschen, der keine selektive Wahrnehmung hat ;-) ich behaupte, den gibt es auf der ganzen Welt nicht :-)

Grüsse

stephanowitsch
stephanowitsch
 
Beiträge: 203
Registriert: 01.07.2004, 10:12

Beitragvon Sebastian » 23.06.2006, 18:25

Werter Zwischenruf,

vielen Dank für den Link! Ich musste herzhaft lachen. Allerdings muss ich Sie enttäuschen, da man weder mir, noch sonst einen den ich kenne, solch -zum großen Teil- Schwachsinn ans Herz legte.

Lucky me :wink:
Sebastian
 

Beitragvon Cemper » 23.06.2006, 18:28

Zwischenruf hat geschrieben:P.S. : Cemper, das ist doch auch ein schöner Text für ihren NAK-Schuhkarton. Oder haben sie den womöglich schon? :wink:


Umzugskarton, Zwischenruf, Umzugskarton, kein Schuhkarton!
Eine alte Dame war so freundlich ...
Außerdem kann beim VFB bestellt werden.
Die liefern pünktlich!

Und über den Text könnten wir mal reden ...
Sind Sie etwa für Drogenkonsum?

:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
Benutzeravatar
Cemper
 
Beiträge: 12419
Registriert: 01.02.2004, 11:12

Beitragvon stephanowitsch » 23.06.2006, 18:31

Hi Schnoogele,

Schnoogele hat geschrieben:Schau mal in den UF Kalender von 1972.
Da ist ein Beitrag von Bez.Ap. Hahn wie er bei einem beruflichen Auslandaufenthalt in einem nordafrikanischen Land dem Stammesfürst erklärt warum er als Neuapostole nicht tanzen wird.


Genau: Warum ER als Neuapostole nicht tanzen wird....
Ich finde es eigenartig, wenn solche uralten (34 Jahre alte ! ) Auswüchse und Verfehlungen von Einzelpersonen als angeblich repräsentativ herangezogen werden. Ich werde sicher keinen UG-Kalender von 1972 lesen. Erstmal finde ich die langweilig und außerdem habe ich zur Erscheinungszeit dieses Kalenders erst dürftig "Schreibschrift" lesen gelernt ;-)
aber du hast sicher recht mit deiner Bemerkung dass früher nichts verboten war hab ich sicherlich geträumt oder mir das eingebildet.


Das ist der feine Unterschied zwischen - tlw. tatsächlich höchst blödsinnigen- Empfehlungen und Verboten. Mancher NAK´ler und viele verbitterte Aussteiger können und wollen da nicht differenzieren.
Vielleicht hat dir jemand in der NAK etwas verboten. Mir nicht.... Man kann natürlich auch die 10 im christlichen Glauben maßgebenden Gebote und jede Empfehlung zu Verboten ummünzen, so man will. Ich will nicht ! Es mag sein, dass das bei dir anders ist. Schade !

Viele Grüsse

stephanowitsch
stephanowitsch
 
Beiträge: 203
Registriert: 01.07.2004, 10:12

Beitragvon Dietemann » 23.06.2006, 18:41

Sebastian,

das ist wohl auch das Problem der NAK KL. Die KL weiß sicherlich nicht über alles Bescheid. Ich denke es gibt dort auch keine zentrale Sammelstelle für Kuriositäten der NAK-Bezirke aus alter und neuer Zeit. Projektgruppen greifen lieber zu Schnittchen und Säften - dann steht der internationale Leiter auf verlorenen Posten, da ihm keiner all die Wahrheiten wahrheitsgetreu übermittelt. Wie in jedem Betrieb wird sicherlich auch dort von den allermeisten dem Chef nur nach dem Mund geredet aber kein Klartext. Wer Klartext redet, hat auch in der NAK keine Aufstiegschange denn Schleimer wissen das zu verhindern. Daher steht der Chef einfach ganz schnell im Abseits - ohne genaueste Informationen. Weil einfach zu viel Schleimer in der NAK an Schlüsselpositionen sind. Ist mathematisch auch belegbar.
Dietemann
 

Beitragvon Zwischenruf » 23.06.2006, 18:42

@Cemper:

Sie wissen doch: des Morgens ein Joint und der Tag ist dein Freund!! :wink:

@stephanowitsch:

ich lebe jetzt zwar in Berlin, aber meine Kindheit und Jugendzeit verbrachte ich in der Vorderpfalz (also BezAp. Bischoff). Das war mit der Rest-NAK gar nicht vergleichbar, da dieser Apostel seiner Zeit Jahrzehnte voraus war. :D

LG, Z.
Auch und gerade in dem , was uns aufgrund unserer tiefsten Glaubensüberzeugung voneinander unterscheidet, müssen wir uns gegenseitig respektieren und lieben. (Papst Benedikt XVI.)
Benutzeravatar
Zwischenruf
 
Beiträge: 2042
Registriert: 27.12.2004, 12:12
Wohnort: Berlin

Gottesbild/Jona

Beitragvon Ludger » 23.06.2006, 18:55

Werter Knaki,

mir war 1960 die Fähigkeit des Denkens noch nicht verliehen, da war ich nämlich noch nicht geboren. Mein Eindruck ergibt sich durch mündliche und schriftliche Berichten aus jener Zeit.

Was mein Gottesbild betrifft - das sollten Sie mal nicht an dieser Bemerkung festmachen.

Wenn Sie allerdings aufmerksam die Bibel lesen, könnten Sie tatsächlich auf einen experimentierenden Gott kommen. Warum sonst prüft er den Gehorsam des ersten Menschenpaares? (Ich persönlich neige übrigens dazu, dieser NAK-typischen Deutung des "Sündenfall"berichtes nicht zu folgen.) Was hat er mit Hiob angestellt? War das kein Experiment? Und zum Thema "abgebrochen": Wollte Gott nicht das ganze Unternehmen Isarael in der Wüste abbrechen und hat es nur auf Moses Fürbitte hin weitergeführt?

@ Andreas Winkler: Weder Jona, noch die Leute von Ninive wussten etwas von 2 Optionen. Wenn da steht, dass Gott das Übel reute und er deshalb nicht tat, was er angekündigt hatte, dann heißt das im Klartext: Gott hat seinen Willen geändert. Jona hatte damit ja nicht gerechnet und war sauer. Die Leute von Ninive haben drauf spekuliert, die Bibel schildert das allerdings als ihre eigene Idee. Jonas Ansage war klar: In 40 Tagen geht die Stadt unter, weil ihr so böse wart.

Bliebe noch zu spekulieren, ob das überhaupt dem entsprach, was Gott Jona zu sagen aufgetragen hatte.

Jedenfalls steht da nicht direkt, dass Gott Jona von "untergehen" und "40 Tagen" gesprochen hatte. Andererseits steht da: "2 Mach dich auf, geh in die große Stadt Ninive und predige ihr, was ich dir sage! [..] 4 Und als Jona anfing, in die Stadt hineinzugehen, und eine Tagereise weit gekommen war, predigte er und sprach: Es sind noch vierzig Tage, so wird Ninive untergehen." Der Zusammenhang lässt also indirekt vermuten, dass Gott es ihm gesagt hat.

Und so, wie das offen ist, spekuliert eben auch StAp Leber, ob STAp Bischoff "etwas falsch gedeutet" hat oder da "Bedingungen waren, die wir nicht kennen". Und ich halte es für legitim, soviel Vorsicht in der Ausdrucksweise walten zu lassen. Auch wenn ich es persönlich eher für unwahrscheinlich halte, dass da Bedingungen waren...

Soviel dazu,
Ludger
Ludger
 
Beiträge: 259
Registriert: 01.06.2002, 10:12

Beitragvon modimi » 23.06.2006, 19:02

auch mose durfte nicht das volk dahinein --ans ziel--führen,da er sich zwischendurch aus göttlicher sicht falschverhalten hatte(haderwasser)
wir haben unseren kopf zum denken,nicht nur zum nicken ap.v.kühnle
JESUS IST MEIN STERN UND SONST KEINER!!
modimi
 
Beiträge: 271
Registriert: 06.04.2006, 09:55
Wohnort: Raum Stuttgart

Beitragvon ChristSein » 23.06.2006, 19:19

Ihr Lieben Alle,

erstmals finde ich es grundsätzlich positiv, dass der Stammapostel ein Interview an ein christliches Journal gibt.
Was mich etwas wundert ist warum der Stammpostel von einem Apostel und seinem Pressesprecher dabei flankiert wird?
Bei Kardinal Lehmann oder Bischof Huber ist mir so etwas noch nie aufgefallen.

Zu den meisten Antworten denke ich, gab es wenig Neues. Die NAK windet sich nach wie vor und lässt keinerlei Entschuldigung oder Reue erkennen.
Ist keine Antwort nach über 50 Jahren der Bischoff-Botschaft nicht auch eine Antwort?

Ich finde das Ganze sehr mager und ein neuer Austausch von Höflichkeiten von beiden Seiten mehr leider nicht.

Ich frage mich ernsthaft wie hätte wohl Jesus geantwortet?

Liebe Grüsse
ChristSein
ChristSein zeigen in Wort und Tat.
Benutzeravatar
ChristSein
 
Beiträge: 1062
Registriert: 01.03.2005, 05:43
Wohnort: Süddeutschland

VorherigeNächste

Zurück zu NAK Geschichte



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste