UF-Artikel über die KAG

Beiträge zur NAK-Geschichte

zuschütten, verschließen und verfälschen...

Beitragvon maximin » 05.01.2006, 17:18

:) Meine Brüder,

vielen Dank für die Quellennachweise. Ich werde das Material sorgfältig studieren.

Sollten wir nicht irgend wann anfangen damit aufzuhören anzunehmen, dass es möglich wäre, auf diesem Wege etwas über die wahrhaftigen Zu- und Umstände zu erfahren?

Ich habe da wenig Hoffnung. Eine Lüge gebiert die nächste. Eine Weglassung neue Irrtümer und eine unbelegbare Behauptung neue Irrungen für viele Unbeteiligte.

Das bedeutet aber für mich nicht, sich mit den zugänglichen Quellen nicht auseinander zu setzen!

Verwerflich in diesem Zusammenhang finde ich es, wenn bestimmte Hauptbeteiligte, wer auch immer, Quellen zuschütten, verschließen und -aus welchen Gründen auch immer- sogar verfälschen.

Holitux, mein Freund, bleib mir gewogen...

Micha :wink: + + +
Der kleine Glaube hat denselben starken Heiland wie der große Glaube...
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Beitragvon Bert » 05.01.2006, 19:00

Lieber Peter,

der Artikel war mir auch aufgefallen. Man kann diese geschichtlichen Ergüsse in der UF einfach nicht mehr lesen. Da werden Abläufe, Äusserungen etc aus alter KAG-Zeit so 'hingedreht', bis sie in der Nabelschau der NAK von heute passend sind. Offensichtlich rechnen die Verantwortlichen damit, dass die grosse Menge der UF-Leserinnen und -Leser solches nicht merkt. Leider gibt es keine hinreichende Möglichkeit zur Aufklärung dieser verführten Menschen.

Dass gerade in diesen Tagen so sehr das Opfer thematisiert ist und nunmehr auch in diesem Zusammenhang in der UF behandelt ist, wundert wohl nicht. Mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln wird dem O-Rückgang versucht entgegen zu treten.

LG
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Beitragvon tar_gawan » 05.01.2006, 21:03

Peter.SDG hat geschrieben:Ich muss wegen der "Stellungnahme" nochmal nachschauen. denn ich meine, mal in einem alten Materialdienst etwas gelesen zu haben. Aber das war, soweit ich mich erinnere, auch nichts nakoffizielles, sondern nur ein Papier vom Verlag FB... Wie gesagt - ich weiß es nicht mehr.
Nächste Woche komm ich wieder in die Uni, da schau ich nochmal nach.


Siehe hier: http://waechterstimme.tripod.com/mat9009.html

Es war der Materialdienst der "Evangelischen Zentralstelle fuer Weltanschauungsfragen" (EZW).

Die "Überarbeitung" des Testimoniums kann zu Recht als Fälschung bezeichnet werden. Dazu genügt es, sich die Synopse anzusehen (der Link wurde ja schon angegeben).

Liebe Grüße
Thomas
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Beitragvon Cemper » 05.01.2006, 21:18

Diese "Sache" habe ich mir vor einigen Monaten auch angesehen. Dabei hatte ich aber nicht an eine Fälschung in dem Sinne gedacht, der hier offenbar gemeint ist; mein Eindruck war, dass mit einer gewissen Beliebigkeit oder Leichtfertigkeit mit Texten umgegangen wurde. Man kann insoweit von einer Fälschung sprechen und vielleicht keinen subjektiven Fälschungsvorwurf erheben. Es ist - nach meinem Eindruck - ein neuap. Sezifikum des Umgangs mit Texten. Mit manchen Bibeltexten wird ähnlich verfahren.
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Beitragvon TheologDiskurs » 05.01.2006, 21:27

Cemper
hat geschrieben:
Diese "Sache" habe ich mir vor einigen Monaten auch angesehen. Dabei hatte ich aber nicht an eine Fälschung in dem Sinne gedacht, der hier offenbar gemeint ist; mein Eindruck war, dass mit einer gewissen Beliebigkeit oder Leichtfertigkeit mit Texten umgegangen wurde. Man kann insoweit von einer Fälschung sprechen und vielleicht keinen subjektiven Fälschungsvorwurf erheben. Es ist - nach meinem Eindruck - ein neuap. Sezifikum des Umgangs mit Texten. Mit manchen Bibeltexten wird ähnlich verfahren.


Hallo Cemper,

Du meinst wahrscheinlich, man kann keine subjektive Fälschungsabsicht unterstellen?

Aber den Fälschungsvorwurf erheben? Ich bin der Meinung, das ist sehr wohl möglichu und angebracht. Auch eine NAK oder sonst irgendeine Organisation oder Person hat aus meiner Sicht die Pflicht zum genauestmöglichen und sachgemäßen Umgang mit Geschichte.

Deshalb sehe es sogar als eine Pflicht derjenigen, die eine solche Fälschung feststellen, auch darauf hinzuweisen. Und wenn sie nicht korrigiert wird, die s auch öffentlich zu dokumentieren.

Gruß,

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Beitragvon Cemper » 05.01.2006, 21:35

Ja und nein und nein und ja. Wissen Sie - der Sachverhalt ist diffus. Oder kennt jemand etwas anderes als die unterschiedlichen Fassungen? Wie soll man einen diffusen Vorgang präzise beschreiben? Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich ist das Problem mit dem Brett vergleichbar, das ich jetzt noch leimen muss. Die beiden Teile passen nicht so richtig zusammen. An den Bruchstellen ist etwas abhanden gekommen ...

Es gibt nur eine Lösung: Studium des Originals. Alles andere wird als Randerscheinung und unaufklärbarer Vorgang ins Archiv gestellt. Und wer weiß, was beim Studium des Originals passieren wird. Wer weiß, wie das Original entstanden ist? Wo ist die Urschrift? Wo sind die Materialien (Entwürfe und Alternativfassungen usw.)?

Erforscht schön die Geschichte. Fröhliche Wissenschaft!

C.
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Beitragvon Bert » 22.01.2006, 22:59

Ein anschauliches Beispiel dafür, wie NAK-angepasst der Haus-Geschichtler der NAK, W.Drave, mit Details der NAK-Geschichte umzugehen pflegt, bringt die UF in ihrer neuen Ausgabe vom 20.1.06. Da ist ein Brief des des Apostel Bischof vom 28.121906 an 'Geliebte Brüder im Amte' abgedruckt.

Einleitend heisst es in dem Bischoff-Brief von damals: "Das alte Jahr geht nun zu Ende und im Zurücksehen müssen wir sagen: Bis hierher hat uns Gott gebracht. Vieles musste überwunden werden und manches ist noch zu ordnen und zu regeln. Manche haben das Jahr 1906 begonnen, aber heute gehören sie nicht mehr zu uns. Sie haben den Kampf nicht bestanden und stehen heute als Feinde Christi. Gott Dank, dass er uns hat bewahrt."

Dann folgt ein Absatz, in welchem Bischof etwas rein Formelles über neu ausgegebene Kassenbücher für 1907 und ihre Handhabung schreibt.

Im Weiteren enthält der Brief die Bitte, dass ihm vorher mitgeteilt werden solle, wenn ihn jemand besuchen wolle.

Gleich anschliessend steht dann das Folgende zur Opferverwaltung: "Betreffs der Ablieferung der Opferüberschüsse herrschen noch üble Zustände! Der monatliche Überschuss ist nebst der Nachweisung üer Einnahme und Ausgabe (nach Abzug der Miete) nach dm letzten Sonntagsdienst im Monat an die Bezirks-Ältesten abzuliefern, damit dieselben sofort es an mich abzuliefern im Stande sind und ich meine Abrechnung an den Stammapostel senden kann. Es ist vorgekommen, dass Vorsteher erst am 4. oder 5. im neuen Monat haben an ihre Ältesten abgeliefert, aber solches werde ich für die Zukunft nicht mehr dulden."

Sodann mahnt Bischoff in dem Schreiben die rechzeitige Einziehung des Geldes für die Sonntagsblätter an. U.a. steht da: "Der Vorsteher kann es ja 14 Tage vorher schon ansagen, an dem und dem Sonntag wird das Geld für die Sonntgagsblätter eingesammelt, wer nicht abonniert, bekommt keins, wir drängen uns Niemand auf..."

Weiter folgen einige Zeilen über seine Bereitschaft, jedem Glied wie Diener , das ein schweres Herz hat, freien Zugang zu ihm zu gewähren. Die Vorstehe mache er dafür verantwortlich, dass jedes Glied und Diener seine Adresse erfährt.

Der Schluss des Briefes lautet schliesslich: "Nun ist der Jahresschluss vor der Türe, und wenn man vom ALten ins Neue geht, so nimmt man die alten Brocken und Lumpen nicht mit. Man versteigert das alte Zeug oder gibt es dem Lumpensammler. Darum Familienväter und Gemeinde-Vorsteher, räumt die Ecken aus, weg mit den alten Stücken des Unglaubens, der Gleichgültigkeit, der Hurerei, des Zornes und der Lieblosigkeit; Neues Jahr, Neue Möbel in den Herzen deiner Familie, Liebe, Friede, Freude, Glauben, Gehorsam. Das sind neue Möbel - Neues Herz und neuer Sinn.- Nun wünsche ich ..."

Diesen Brief kommentiert W. Drave wie folgt:

    'Dem Inhalt sind neben dem Wunsch, zur Jahreswende einige wegweisende Gedanken vorzutragen, zwei schwerpunktmässige Anliegen zu entnehmen:
    - Ausbau der Seelsorge durch persönlichen Kontakt und
    - Ordnung des Umgangs mit den Opfergeldern der Geschwister.

    Das letztere Anliegen nimmt breiten Raum ein. Die deutlichen Worte zeugen eindrucksvoll die Grundhaltung des Apostels, die er im Laufe seines apostolischen Glaubensweges durch persönliche Erfahrung erworben hatte: Die Opfer der Kinder Gottes sind ein heiliges Gut; sie zu verwalten ist eine heilige Pflicht.

    Das vorgestellte Dokument darf als ein Beispiel für die Art gwertet werden, wie Apostel Bischoff über den persönlichen Kontakt hinaus durch damals moderne Formen der Information den Amtsbrüdern voranging.'



Nun, in dem Schreiben sind mit einigem Wohlwollen einige 'wegweisende Gedanken zur Jahreswende' zu entnehmen ('weg mit den alten Stücken der Hurerei' :lol: ). Ebenso denke ich, kann Drave zugestimmt werden, wenn er ein Anliegen des Apostels in dem, Brief ausmacht, was dessen persönliche Kontakte mit Mitgliedern und Dienern angeht.

Was ich aber kritisieren muss, ist die Feststellung von Drave,

dass in dem Brief 'deutliche Worte' enthalten sind, die 'eindrucksvoll eine Grundhaltung des Ap' zeigen, 'welche er im Laufe seines apostolischen Glaubenswegses durch persönliche Erfahrung erworben hatte: Die Opfer der Kinder Gottes sind ein heiliges Gut;sie zu verwalten sei eine heilige Pflicht.'

Der Text enthält doch nun wirklich nur administrative Weisungen zum Opfer - sonst nichts! Was Drave dazu schreibt, gibt der Brieftext überhaupt nicht her. Seine Kommentierung ist nichts als ein Schönfärben des Briefes im bekannten NAK-Stil. Hier wird ein Dokument so interpretiert, dass er in die NAK-Selbstbeschau passt. Wie es eben so häufig mit alten Dokumenten durch die NAK-Geschichtler geschieht.

Wieso dieser Brief ein Beispiel für die Art des 'Vorangehens' des Apostels gegenüber den Amtsbrüdern gewesen sein soll, bleibt das Geheimnis von Herrn Drave.

Ich finde, das sollte deutlich gemacht werden dürfen.

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Kirchengeschichte UF 66, 20.April 2006

Beitragvon agape » 25.04.2006, 18:38

*******Originalabschrift*******

In einem früheren Artikel dieser Serie (UF 12/05, S. 36-39) wurde Edward Irvings Gemeinde vorgestellt. Für sie wurde die große und prächtige Kirche am Gordon Square im Londoner
Stadtteil Bloomsbury errichtet. Sie war die Zentralkirche unter den sieben Gemeinden der
Katholisch-apostolischen Kirche in London. Dort fand bis zum 24. November 1908 an jedem vierten
Dienstag eines Monats unter dem Vorsitz eines Apostels und später eines apostolischen
Koadjutors (Apostelhelfers) die Versammlung der Sieben Gemeinden statt.

Eine große, prächtige Kirche am Gordon Square


Konzeption und Nutzung eines Kirchenbaus der Katholisch-Apostolischen Kirche



Bild



Konzeption und Nutzung eines Kirchenbaus der Katholisch-Apostolischen Kirche

Nachdem Edward Irving am Freitag, 4. Mai 1832 aus der Schottischen Nationalkirche am Regent Square ausgeschlossen worden war, hatte die Gemeinde, die ihm folgte, zunächst geplant, ein einfaches Gebäude zu errichten, da es angesichts der baldigen Wiederkunft Christi nur für kurze Zeit benötigt würde. Tatsächlich entschied sie aber bald darauf, angeleitet durch Weissagungen, sich bis zur Entrückung der Erstlinge mit einem gemieteten Saal in der Newman Street zu behelfen.
Die Errichtung eines neuen und prächtigeren Gebäudes als Kirche der Zentralgemeinde wurde erstmals 1844 vom Engel (Vorsteher) angeregt und seit August 1849 nach einem spürbaren Anstieg der Opfereinnahmen ernsthaft in Angriff genommen. Inzwischen waren auf Initiative des Apostels Cardale nach und nach Gottesdienstordnungen eingeführt worden, die sich ananglikanischen und katholischen Vorbildern orientierten. Dazu passend gab es liturgische Gewänder in verschiedenen Farben, und es war nur folgerichtig, dass mancher dazu passende Kirchengebäude statt schmuckloser Versammlungssäle haben wollte. Allerdings regte sich Widerstand gegen solche Neuerungen.
Die Finanzierung, Vorbereitung und Überwachung aller Baumaßnahmen lag in den Händen der Diakone. Aus den Protokollen ihrer Beratungen wird deutlich, dass sie seit November 1849 verschiedene Baugrund stücke prüften und auch vergeblich versuchten, das bereits genutzte Grundstück in der Newman Street zu erwerben. Besonders geeignet schien ihnen ein Grundstück am Gordon Square, etwa einen Kilometer von der alten Versamm-lungsstätte entfernt. In einer Versammlung vom 15. Mai 1850 erklärte der Engel den Diakonen, dass er für den Erwerb dieses Bauplatzes das Einverständnis des zuständigen Apostels Cardale eingeholt hatte, der damals nur wenige Schritte entfernt in einem Haus am Tavistock Square wohnte.
Ursprünglich galt die Auffassung, dass die Sieben Gemeinden in London wegen ihrer besonderen Rolle als Muster für eine Kirche unter Aposteln, die alle Christen umfasste, allen Aposteln gemeinsam unterstellt sein sollten. Seit 1846 war aber Apostel Cardale ganz allein für die Sieben Gemeinden in London zuständig. Er wollte, dass die neue Zentralkirche gleichzeitig die „Kathedrale" für seinen „Stamm" England wurde. Aus diesem Grund wurde an den Altarraum des eigentlichen Kirchenge-bäudes die „Englische Kapelle" (English Chapel) als Kapelle des Apostels für England angebaut. Dort konnten er oder die ihm direkt unterstellten apostolischen Geistlichen die tägliche Fürbitte für die Kirche in seinem „Stamm" darbringen.

Bild

Das Kirchengebäude wiederum musste Raum für 1000 Personen bieten - nicht etwa, weil die Zentralgemeinde so groß war, sondern, weil die Gläubigen aus allen sieben Londoner Gemeinden darin Platz haben sollten, wenn sie sich am vierten Dienstag eines jeden Monats versammelten. Auch umfangreiche Nebenräume und ein Anbau mit Bibliothek, Verwaltungsräumen und Wohnungen - heute als „The Cloisters" bekannt - war in den Planungen eingeschlossen.
Nicht jeder konnte sich so ohne weiteres mit all diesen Veränderungen im Ge-meindeleben abfinden. Vor allem wurde der Bau einer prächtigen Kirche von einigen Gemeindemitgliedern als Abrücken von der Erwartung einer baldigen Wiederkunft Christi kritisiert. Ein Priester, derdes Amtes enthoben wurde, glaubte gar, dass die neue Kirche nach der Entrückung der Erstlinge ein Ort sein würde, an dem der Antichrist „sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott" (vgl. 2. Thess. 2, 4). Solchen Einwänden suchte J. P. Knight, einer der Sieben Diakone der Gemeinde, am 3. November 1850 in einer Predigt zu begegnen. Gerade wenn „wir beim Fortschreiten unseres Werkes in jedem Augenblick darauf rechnen dürfen, entrückt zu werden," so der Diakon, sei der Bau einer großen Kirche ein Zeichen gegen den allgegenwärtigen Materialismus. Sonst würden nur noch „Kathedralen des Mammons" errichtet.

Er fuhr fort: Jede Mauerflucht, wenn sie entsteht, ist ein Zeugnis, das ihr vor den Menschen ablegt; und sollte das herrliche Kommen unseres Herrn vor dem Abschluss unserer Arbeit erfolgen, oh dann werden wir mehr als andere selig zu preisen sein, wenn wir so mit einem gerechten und heiligen Werk zur Ehre Seines Namens beschäftigt sind! Außerdem wissen wir zu unserem Leidwesen, dass es viele gibt, die den Namen des Herrn anrufen - ja, die sich sogar aufmachen, dem Bräutigam zu begegnen -deren Lampen dann nicht brennen werden; und wir dürfen annehmen, dass sie dann, wenn sie so zur Erkenntnis ihres Mangels erweckt worden sind, zu der Schar jener treuen Zeugen in der Trübsal gehören werden, deren Kleider im Blut des Lammes rein gemacht werden, und die, nachdem sie durch die Trübsal gegangen sind, jene große Versammlung von Heiligen bilden werden, die nicht gezählt werden kann und die im Himmel erscheint, ehe der Herr, zusammen mit seinen Heiligen, zum letzten Kampf mit den ungläubigen Heeren Satans und des Todes herabsteigen wird. Lasst uns deshalb für sie, wenn nicht für uns selbst, einen Tempel und Altar bereiten."

Demnach sollten sich in der Kirche nach der Entrückung also nicht die Anhänger des Antichrist versammeln, sondern solche, die während der Großen Trübsal am Bekenntnis zu Christus festhalten.

Zunächst aber galt es, das gewaltige Bauvorhaben zu finanzieren. Das Grundstück in bevorzugter Wohnlage gehörte zu den Ländereien des Herzogs von Bedford und konnte nur in Erbpacht erworben werden. Auch mussten die Besitzer der Häuser entschädigt werden, die dem Kirchenbau weichen sollten. Den Grundstock für die Finanzierung bildeten 6000 englische Pfund, die der Verkauf einer Kapelle einbrachte, die der Gemeinde geschenkt worden war. Der größte Teil dieser Summe, 5500 Pfund, wurde für das Grundstück und die Errichtung der Fundamente benötigt. Das Kirchengebäude ohne Turm, Wohngebäude und Eingangsbereich mit einem Teil der vorgesehenen Einrichtung kostete schließlich etwa 30 000 Pfund. Zu den hohen Kosten trug bei, dass zunächst die edelsten Materialien - wie zum Beispiel Sandstein für das Mauerwerk und Marmor für die Altarstufen - gewählt wurden. Im Baustil lehnte sich der Architekt Branden an die großen gotischen Kathedralen des späten Mittel-alters an, so dass der Grundriss der Hauptkirche ein Kreuz bildet und der Altarbereich nach Osten ausgerichtet ist, Das Kirchenschiff ist 60 Meter lang, 27 Meter breit und ebenso hoch.
Die Baukosten waren für die damalige Zeit gewaltig. Eine nicht viel kleinere Kirche wurde 1874 in Birmingham für 8 500 Wund errichtet. Dort war das Bauland billiger, und man verwendete Ziegel statt des teuren Sandsteins. Über die besonderen Opfer für den Bau der „Kathedrale" liegen uns Aufzeichnungen vor. Einige wenige Gemeindemitglieder lösten offenbar Vermögensanlagen auf und zahlten mehrere hundert Pfund, andere trugen 100 Pfund aus ihren laufenden Einkünften zum Bau bei, aber auch sie mussten die Zahlung über zwei oder vier Jahre strecken, und die ärmsten konnten mit Mühe ein Pfund innerhalb von vier Jahren beitragen. Ein gut bezahlter Arbeiter verdiente damals etwa 60 Pfund im Jahr, die Armen der Gemeinde wurden mit etwas mehr als sechs Pfund im Jahr unterstützt. Es soll nicht verschwiegen werden, dass die Diakone während der Bauzeit darüber klagten, dass die Einnahmen aus dem Zehnten und dem Armenopfer zurückgingen.
Mit viel Gottvertrauen hatten die Diakone das gewaltige Vorhaben beschlossen, aber im Juli 1853, wenige Monate vor der Weihe am 24. Dezember, mussten sie Kredite aufnehmen, weil noch ein Viertel der Bausumme fehlte. Das angrenzende Wohn-und Verwaltungsgebäude wurde für weitere 6000 Pfund errichtet und erst 1867 vollständig bezahlt. Immer deutlicher wird in der letzten Bauphase, dass überall
gespart werden musste. Das äußerte sich darin, dass das Kirchenschiff zwei Joche kürzer als ursprünglich geplant blieb und bis heute durch eine Ziegelmauer abgeschlossen wird, die eigentlich nach Vollendung des Baus abgerissen werden sollte. Auch sind an den Eckpunkten der Vierung - wo sich vor dem Altarbereich das Langschiff mit dem Querschiff kreuzt - vier gewaltige Säulen von zehn Meter Umfang zu beobachten. Sie sollten einen großen Turm tragen. Betrachtet man die Kirche von außen, ist der Turmstumpf mit dem flachen Dach deutlich zu erkennen.

Bild
Edward Irving

Wie die Kirche nach ihrer Vollendung aussehen sollte, kann man sich gut vorstellen, weil 1885, als die letzten Kredite abgetragen waren, Pläne zur Vollendung des Baus in Auftrag gegeben wurden.

Bild
Apostel Cardale

Acht Jahre zuvor, 1877, war Apostel Cardale verstorben, und seitdem erwartete man, dass das Werk der Apostel bald zu Ende gehen werde. Warum sollte also weitergebaut werden?
Man ging davon aus, dass die Versiegelten bald entrückt würden und 70 "Erzengel" in ebenso vielen
zentralen Gemeinden den auf der Erde verbliebenen Gläubigen dienen würden.
Für sie, so scheint es, sollte der Bau vollendet werden (siehe UF16/05. S. 36-39).
Tatsächlich wurde der Bau am Gordon Square nicht vollendet, und die katholisch-apostolischen Gemeinden in England wurden nach dem Tod ihrer letzten Unterdiakone aufgelöst.
1963 wurde die Kirche am Gordon Square den Anglikanern als Universitätskirche „Christus der König" überlassen.
Seit Ende dieses Pachtverhältnisses 1994 werden die Englische Kapelle und zwei Wohnungen von einer Gruppe innerhalb der Anglikanischen Kirche genutzt, die sich unter dem Namen „Forward in Faith" zusammengeschlossen hat.

So ist es möglich, die „Englische Kapelle" Montags bis Freitags von 8 bis 16 Uhr zu betreten.
Bei gelegentlichen Orgeldarbietungen besteht auch eine Chance auf Betreten des eigentlichen Kirchenraums.

Manfred Henke

***************

Gruß agape ;)
"2020 wird die NAK eine kleine fundamentalistische Bewegung sein."

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Beitragvon agape » 25.04.2006, 18:50

Frage an die interessierten Leser:
Was soll der geneigten Leserschaft vermittelt werden? ;)

Im Grunde ist der Artikel gespickt mit.... ;)
"2020 wird die NAK eine kleine fundamentalistische Bewegung sein."

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Beitragvon niltir » 25.04.2006, 19:00

.. exklusiven Buchstaben :wink:

Liebe agape,

erstmal "Danke" für Deine Mühe :D -- nun, diese Zeit ist Geschichte .. und Menschen, die sich selbst Denkmäler bauen, sind noch ärmer, als die, die Götzenbilder verehren ..

Ich wünsche Dir alles Gute!
niltir

p.s. So Gott will, bis morgen ..
Am Ende schuf Gott aus Liebe einen neuen Anfang ..
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Beitragvon agape » 25.04.2006, 19:13

Nicht jeder konnte sich so ohne weiteres mit all diesen Veränderungen im Gemeindeleben abfinden. ;) Vor allem wurde der Bau einer prächtigen Kirche von einigen Gemeindemitgliedern als Abrücken von der Erwartung einer baldigen Wiederkunft Christi kritisiert. Ein Priester, der des Amtes enthoben wurde, glaubte gar, dass die neue Kirche nach der Entrückung der Erstlinge ein Ort sein würde, an dem der Antichrist „sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, ...


Hier wird analog unser derzeitiges Problem in der NAK beschrieben:

- Veränderungen im Gemeindeleben
- Angst vor Abrücken von der Erwartung einer baldigen Wiederkunft Christi



Er fuhr fort: Jede Mauerflucht, wenn sie entsteht, ist ein Zeugnis, das ihr vor den Menschen ablegt; und sollte das herrliche Kommen unseres Herrn vor dem Abschluss unserer Arbeit erfolgen, oh dann werden wir mehr als andere selig zu preisen sein, wenn wir so mit einem gerechten und heiligen Werk zur Ehre Seines Namens beschäftigt sind! Außerdem wissen wir zu unserem Leidwesen, dass es viele gibt, die den Namen des Herrn anrufen - ja, die sich sogar aufmachen, dem Bräutigam zu begegnen -deren Lampen dann nicht brennen werden; und wir dürfen annehmen, dass sie dann, wenn sie so zur Erkenntnis ihres Mangels erweckt worden sind, zu der Schar jener treuen Zeugen in der Trübsal gehören werden, deren Kleider im Blut des Lammes rein gemacht werden, und die, nachdem sie durch die Trübsal gegangen sind, jene große Versammlung von Heiligen bilden werden, die nicht gezählt werden kann und die im Himmel erscheint, ehe der Herr, zusammen mit seinen Heiligen, zum letzten Kampf mit den ungläubigen Heeren Satans und des Todes herabsteigen wird. Lasst uns deshalb für sie, wenn nicht für uns selbst, einen Tempel und Altar bereiten."



Das könnte ein besonderer theol. Schlüssel für die Zukunft sein.. ;)
"2020 wird die NAK eine kleine fundamentalistische Bewegung sein."

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Beitragvon niltir » 25.04.2006, 19:21

.. nun doch noch mal kurz .. :wink:

These 5

:D
Am Ende schuf Gott aus Liebe einen neuen Anfang ..
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Beitragvon agape » 25.04.2006, 19:25

hmmmm...hhmmm...
Was machen wir jetzt mit These 5 und 5a?


Wenn wir mal bei KAG und NAK bleiben, ist ja die Frage, in welcher Form die Lehre und die Liturgie der KAG noch Einfluss nehmen kann, darf oder soll.

Als der Stammapostel im Ämter-GD (Oktober 2005) vom Geist des Propheten sprach, den er sich für die NAK-Gemeinden wünscht, dachte ich, "wer, wie und wo und was".
Würde der Prophet als solcher überhaupt erkannt und akzeptiert?

Danach hörte man diesbezüglich nichts mehr.
Wer weiß, was uns der Stammapostel mit den Dingen auf Dauer sagen möchte.
Es wird häufig Bezug auf unsere Kath-Apost. Vergangenheit Bezug genommen und dann fehlt die Zündung.
Das ist auf Dauer zu wenig.
Entweder - Oder. ;)
Zuletzt geändert von agape am 25.04.2006, 19:36, insgesamt 1-mal geändert.
"2020 wird die NAK eine kleine fundamentalistische Bewegung sein."

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Beitragvon niltir » 25.04.2006, 19:45

.. aber, worauf soll die Hoffnung gründen?
Die Zündschnur wird doch permanent entfernt. Irgendwann ist auch der letzte Zünder umsonst ..
Traurig, aber nicht zu ändern -*-

(nur bis 5a, liebe agape ..)

so, nun aber wirklich Schluß für heute .. Alle (guten) Engel mit Euch!
Am Ende schuf Gott aus Liebe einen neuen Anfang ..
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