Grüße und Weisheiten zur Nacht :-)

Wem Ihr mal was nettes sagen wollt

Re: Grüße und Weisheiten zur Nacht :-)

Beitragvon P&J » 24.07.2009, 21:01

Das rosa Tütchen

Als ich eines Tages, wie so oft, traurig durch den Park schlenderte und mich auf eine Parkbank niederließ, um über alles nachzudenken, was in meinem Leben schiefläuft, setzte sich ein fröhliches, junges Mädchen zu mir. Sie spürte meine Stimmung und fragte:
"Warum bist du traurig?"
"Ach", sagte ich, "ich habe keine Freude im Leben. Alle sind gegen mich. Alles läuft schief. Ich habe kein Glück und weiß nicht, wie es weitergehen soll."
"Hmmm", meinte das Mädchen, "wo hast du dein rosa Tütchen? Zeig es mir mal. Ich möchte da mal hineinschauen."
"Was für ein rosa Tütchen?", fragte ich sie verwundert.
"Ich habe nur ein schwarzes Tütchen." Wortlos reichte ich es ihr.
Vorsichtig öffnete sie es und sah hinein. Ich bemerkte, wie sie erschrak.
"Es ist voller Alpträume, voller Unglück und schlimmer Erlebnisse!"
"Was soll ich machen? Es ist eben so. Daran kann ich nichts ändern."
"Hier,nimm" meinte das Mädchen und reichte mir ein rosa Tütchen.
"Sieh hinein!"
Mit etwas zitternden Händen öffnete ich das rosa Tütchen und konnte sehen, dass es voll war mit Erinnerungen an schöne Momente des Lebens. Und das, obwohl das Mädchen noch jung war.
"Wo ist dein schwarzes Tütchen?" fragte ich neugierig.
"Das werfe ich jede Woche in den Müll und kümmere mich nicht weiter darum", sagte sie.
"Für mich besteht der Sinn des Lebens darin, mein rosa Tütchen im Laufe des Lebens vollzubekommen. Da stopfe ich so viel wie möglich hinein. Immer wenn ich Lust dazu habe oder beginne traurig zu werden, dann öffne ich mein rosa Tütchen, schaue hinein und es geht mir sofort besser.
Wenn ich einmal alt bin, dann habe ich immer noch mein rosa Tütchen. Es wird voll sein bis obenhin und ich kann sagen:
"Ja, ich hatte etwas vom Leben. Mein Leben hatte einen Sinn!"

Noch während ich verwundert über ihre Worte nachdachte, gab sie mir einen Kuss auf die Wange und war verschwunden.
Neben mir auf der Bank lag ein rosa Tütchen mit der Aufschrift: Für Dich!
Ich öffnete es zaghaft und warf einen Blick hinein.
Es war fast leer, bis auf einen kleinen zärtlichen Kuss, den ich von dem jungen Mädchen auf einer Parkbank erhalten hatte.
Bei dem Gedanken daran musste ich schmunzeln und mir wurde warm ums Herz.
Glücklich machte ich mich auf den Heimweg.
Und ich vergaß nicht, mich am nächsten Papierkorb meines schwarzen Tütchens zu entledigen.

aus: Geschichten, die gut tun
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Re: Grüße und Weisheiten zur Nacht :-)

Beitragvon Jesse » 25.07.2009, 20:47

Viel Kälte ist unter den Menschen,
weil wir nicht wagen,
uns so herzlich zu geben,
wie wir sind.

Albert Schweitzer
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Re: Grüße und Weisheiten zur Nacht :-)

Beitragvon Jesse » 26.07.2009, 22:53

Jede Minute, die man LACHT,
verlängert das Leben
um eine Stunde.

(Chinesisches Sprichtwort)
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Re: Grüße und Weisheiten zur Nacht :-)

Beitragvon Jesse » 27.07.2009, 19:34

Ich könnte mir vorstellen,
daß ein Mensch auf die ERDE
HINAB-blickt und behauptet,
es gebe KEINEN Gott.
Aber es will mir NICHT in den Sinn,
daß einer zum HIMMEL AUF-schaut
und Gott LEUGNET.

Abraham Lincoln
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Re: Grüße und Weisheiten zur Nacht :-)

Beitragvon P&J » 31.07.2009, 21:31

Es war einmal ein Wunderknabe, der im zartesten Alter schon die ganze Welt erkannte.

Unter der Tür des Elternhauses wusste er über alles Bescheid, und von weit her kamen die Menschen, um ihn sprechen zu hören und um seinen Rat zu holen.
Er war zum Glück auch ein glänzender Redner und ließ den schwierigsten Fragen die größten Worte angedeihen, und manchmal auch die längsten.
Man wusste nicht, woher er sie hatte. Sie lagen ihm einfach im Mund. Sein Ruf ging in die Welt hinaus und bald wollte man überall von seinem Wissen profitieren.

So machte er sich auf die Wanderschaft und nahm sich vor, die ganze Welt, über die er immer gesprochen hatte, nun auch zu erkunden.

Doch kaum eine Stunde von zu Hause kam er an einen Scheideweg, der ihn zwang, zwischen drei Möglichkeiten zu wählen, denn nicht einmal ein Wunderknabe kann gleichzeitig in verschiedene Richtungen gehen.
Er ging geradeaus weiter und musste dabei links ein Tal und rechts ein Tal ungesehen liegen lassen. Schon war seine Welt zusammengeschrumpft. Auch bei der nächsten Gabelung büßte er Möglichkeiten ein und bei der dritten und bei der vierten.

Jeder Weg, den er einschlug, jede Wahl, die er traf, trieben ihn in eine enge Spur. Und wenn er jetzt auf den Dorfplätzen sprach, wurden die Sätze immer kürzer. Die Rede floss ihm nicht mehr wie vorher, als er ins Freie getreten war. Sie war belastet von Unsicherheit über das unbegangene Land, das er schon endgültig hinter sich wusste.

So ging er und wurde älter dabei, war schon längst kein Wunderkind mehr, hatte tausend Wege verpasst und Möglichkeiten auslassen müssen.

Er machte immer weniger Worte und kaum jemand kam noch, ihn anzuhören. Er setzte sich auf einen Meilenstein und sprach nun nur noch zu sich selbst:

„Ich habe immer nur verloren: an Boden, an Wissen, an Träumen. Ich bin mein Leben lang kleiner geworden. Jeder Schritt hat mich von etwas weggeführt. Ich wäre besser zu Hause geblieben, wo ich noch alles wusste und hatte, dann hätte ich nie entscheiden müssen und alle Möglichkeiten wären noch da.“

Müde, wie er war, ging er dennoch den Weg zu Ende, den er einmal begonnen hatte, es blieb ja nur noch ein kurzes Stück.
Abzweigungen gab es jetzt keine mehr, nur eine Richtung war noch übrig und von allem Wissen und Reden nur ein einziges letztes Wort, für das der Atem noch reichte.

Er sagte das Wort, das niemand hörte, und schaute sich um und merkte erstaunt, dass er auf einem Gipfel stand. Der Boden, den er verloren hatte, lag in Terrassen unter ihm.
Er überblickte die ganz Welt, auch die verpassten Täler, und es zeigte sich also, dass er im Kleiner- und Kürzerwerden ein Leben lang aufwärts gegangen war.

(Hans Künzler)
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Re: Grüße und Weisheiten zur Nacht :-)

Beitragvon gecko » 01.08.2009, 22:41

hallo p&j,

und ich dachte schon, dass die geschichte ganz anders ausgeht ...

Du weisst schon ... das mit dem verengten blickwinklel ... und so ... ;-)

liebe gruesse
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Re: Grüße und Weisheiten zur Nacht :-)

Beitragvon Jesse » 02.08.2009, 21:55

Keinem anderen etwas antun,
was man nicht selbst erleiden möchte.
Denen, die in Not sind,
zu Hilfe zu kommen.
Die Trauernden trösten.
Der Liebe zu Christus nichts vorziehen.
Niemand Unrechtes tun,
aber auch erlittenes Unrecht geduldig tragen.
Davon überzeugt sein,
daß Gott an jedem Ort auf uns schaut.
Niemanden hassen,
nicht eifersüchtig sein und nicht aus Neid handeln.
Aus Liebe zu Christus für die Feinde beten.
Bei einem Zwist noch vor Sonnenuntergang wieder Frieden schließen
und an Gottes Barmherzigkeit niemals zweifeln.

Benedikt von Nursia
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Re: Grüße und Weisheiten zur Nacht :-)

Beitragvon P&J » 04.08.2009, 21:11

gecko hat geschrieben:hallo p&j,

und ich dachte schon, dass die geschichte ganz anders ausgeht ...

Du weisst schon ... das mit dem verengten blickwinklel ... und so ... ;-)

liebe gruesse
gecko


Gecko,

... das mit dem verengten blickwinklel ... und so ... ;-)

- geht doch bei mir auch schon lange nicht mehr :wink:

Lieber Gruß zurück - übrigens - schön, mal wieder etwas von dir zu lesen :D

P&J
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Re: Grüße und Weisheiten zur Nacht :-)

Beitragvon P&J » 04.08.2009, 21:15

Mögest du Ruhe finden,
wenn der Tag sich neigt und
deine Gedanken noch einmal die Orte aufsuchen,
an denen du heute Gutes erfahren hast.
Auf dass die Erinnerung
dich wärmt
und gute Träume
deinen Schlaf begleiten.

Irischer Segen
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Re: Grüße und Weisheiten zur Nacht :-)

Beitragvon Jesse » 11.08.2009, 19:04

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Re: Grüße und Weisheiten zur Nacht :-)

Beitragvon P&J » 11.08.2009, 22:10

In der Nähe der Engel sind wir in der Nähe der Liebe

Es gibt auch die beängstigenden, furchtbaren Träume.
Es gibt nicht nur die Stimmen der Bejahung, sondern auch der Verneinung.
Es gibt das Entsetzliche, es gibt den Sog des Verderbens und des Nichts.

Vergangenes aus meinem Leben belastet mich, aber auch Vergangenes aus der Geschichte meiner Eltern oder Vorfahren kann mich bedrängen.

Vergangenheit wirkt weiter, aber sie muss mich nicht niederdrücken, nicht fesseln.

Ich glaube daran, dass Gottes Liebe stärker ist als die dunklen Mächte des Unheils und der Schuld.

Ich darf im Gebet die Schuld und das Unheil benennen, die Namen von Tätern und Opfern aussprechen und sie hineinrufen in die größerer Macht der Liebe und der Versöhnung, die von Gott kommt.

In der Nähe der Engel sind wir in der Nähe der Liebe


Abt Odilo Lechner
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Re: Grüße und Weisheiten zur Nacht :-)

Beitragvon P&J » 15.08.2009, 21:28

„Meister, ich bin gekommen, weil ich mich so wertlos fühle, dass ich überhaupt nichts mit mir anzufangen weiß. Man sagt, ich sei ein Nichtsnutz, was ich anstelle, mache ich falsch, ich sei ungeschickt und dumm dazu. Meister, wie kann ich ein besserer Mensch werden? Was kann ich tun, damit die Leute eine höhere Meinung von mir haben?“

Ohne ihn anzusehen, sagte der Meister: „Es tut mir sehr leid, mein Junge, aber ich kann dir nicht helfen, weil ich zuerst mein eigenes Problem lösen muss. Vielleicht danach… “
Er machte eine Pause und fügte dann hinzu: „Wenn du zuerst mir helfen würdest, könnte ich meine Sache schneller zu Ende bringen und mich im Anschluss eventuell deines Problems annehmen.“

„S… sehr gerne, Meister“, stotterte der junge Mann und spürte, wie er wieder einmal zurückgesetzt und seine Bedürfnisse hintangestellt wurden.

„Also gut“, fuhr der Meister fort. Er zog einen Ring vom kleinen Finger seiner linken Hand, gab ihn dem Jungen und sagte: „ Nimm das Pferd, das draußen steht, und reite zum Markt. Ich muss diesen Ring verkaufen, weil ich eine Schuld zu begleichen habe. Du musst unbedingt den bestmöglichen Preis dafür erzielen, und verkaufe ihn auf keinen Fall für weniger als ein Goldstück. Geh und kehre so rasch wie möglich mit dem Goldstück zurück.“

Der Junge nahm den Ring und machte sich auf den Weg. Kaum auf dem Markt angekommen, pries er ihn den Händlern an, die ihn mit einigem Interesse begutachteten, bis der Junge den verlangten Preis nannte.
Als er das Goldstück ins Spiel brachte, lachten einige, die anderen wandten sich gleich ab, und nur ein einziger alter Mann war höflich genug, ihm zu erklären, dass ein Goldstück viel zu wertvoll sei, um es gegen einen Ring einzutauschen. Entgegenkommend bot ihm jemand ein Silberstück an, dazu einen Kupferbecher, aber der Junge hatte die Anweisung, nicht weniger als ein Goldstück zu akzeptieren, und lehnte das Angebot ab.
Nachdem er das Schmuckstück jedem einzelnen Marktbesucher gezeigt hatte, der seinen Weg kreuzte – und das waren nicht weniger als hundert -, stieg er, von seinem Misserfolg vollkommen niedergeschlagen, auf sein Pferd und kehrte zurück.
Wie sehr wünschte sich der Junge, ein Goldstück zu besitzen, um es dem Meister zu überreichen und ihn von seinen Sorgen zu befreien, damit der ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen konnte.

Er betrat das Zimmer.

„Meister“, sagte er, „es tut mir leid. Das, worum du mich gebeten hast, kann ich unmöglich leisten. Vielleicht hätte ich zwei oder drei Silberstücke dafür bekommen können, aber es ist mir nicht gelungen, jemanden über den wahren Wert des Ringes hinwegzutäuschen.“

„Was du sagst, ist sehr wichtig, mein junger Freund“, antwortete der Meister mit einem Lächeln. „Wir müssen zuerst den wahren Wert des Ringes in Erfahrung bringen. Steig wieder auf dein Pferd und reite zum Schmuckhändler. Wer könnte den Wert des Rings besser einschätzen als er? Sag ihm, dass du den Ring verkaufen möchtest, und frag ihn, wie viel er dafür gibt. Aber was immer er dir auch dafür bietet: Du verkaufst ihn nicht. Kehr mit dem Ring hierher zurück.“

Und erneut machte sich der Junge auf den Weg.

Der Schmuckhändler untersuchte den Ring im Licht einer Öllampe, er besah ihn durch seine Lupe, wog ihn und sagte:
„Mein Junge, richte dem Meister aus, wenn er jetzt gleich verkaufen will, kann ich ihm nicht mehr als achtundfünfzig Goldstücke für seinen Ring geben.“
„Achtundfünfzig Goldstücke?“ rief der Junge aus.
„Ja“, antwortete der Schmuckhändler. „Ich weiß, dass man mit etwas Geduld sicherlich bis zu siebzig Goldstücke dafür bekommen kann, aber wenn es ein Notverkauf ist ….“

Aufgewühlt eilte der Junge in das Haus des Meisters zurück und erzählte ihm, was geschehen war.

„Setz sich“, sagte der Meister, nachdem er ihn angehört hatte.

„Du bist wie dieser Ring: ein Schmuckstück, kostbar und einzigartig. Und genau wie bei diesem Ring kann deinen wahren Wert nur ein Fachmann erkennen. Warum irrst du also durch dein Leben und erwartest, dass jeder x-beliebige um deinen Wert weiß?“

Und noch während er dies sagte, streifte er sich den Ring wieder über den kleinen Finger der linken Hand.

aus: Komm, ich erzähl dir eine Geschichte
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Re: Grüße und Weisheiten zur Nacht :-)

Beitragvon Jesse » 31.08.2009, 18:13

Martin Luther wollen wir doch nicht vergessen.

http://www.youtube.com/watch?v=c77X08dhT3E
Jesse
 


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