Vom Glauben zur Meditation ...

Selbstgedichtet und verfasst oder entdeckt

Vom Glauben zur Meditation ...

Beitragvon nescio » 28.04.2012, 06:16

Sehnsüchtig hoffen,
suchen, glauben
doch die Sehnsucht
bleibt noch ungestillt.

Nach Verklingen der Worte ... Mondstille
hinter bläulich weißen Nebelschleiern.
Schau hinab, das Wasser
will lächelnd seine Verse dir erzählen

Mitgerissen von dem Strom,
gleich Geröll,
tief im Strudel
ohne Halt und Ausweg

Es ist längst zu spät.
Unsere Konstruktionen lösen sich auf
und mit ihnen alles
was sie je hervorbrachten, selbst Zeit

Nichts zu sehen,
zu hören oder
zu fühlen.
Eine unendliche Neutralität.

Auf diese Weise
täglich neu geboren,
in ewiger Verliebtheit
und Augenblicken tiefer Demut

Wenn die Sonne nun erscheint und diese Welt wiederum
in eine Symphonie von Licht und Schatten taucht
haben wir erfahren was es bedeutet,
namenlose Gleichheit


"Weg in die Stille",
ein wieder entdecktes Meditationsgedicht ?
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Re: Vom Glauben zur Meditation ...

Beitragvon Klaus Binding » 28.04.2012, 11:11

@ nescio,
von wem ist das Gedicht ? es sind ausdrucksstarke, schöne Zeilen, nur die Verknüpfung von Glaube und Meditation erschließt sich mir nicht ganz... als Stufenfolge: erst der Glaube, der in Meditation mündet, oder beides? Meditation ist für mich Teil des Glaubens.
liebe Grüße, Klaus
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Re: Vom Glauben zur Meditation ...

Beitragvon a cappella » 28.04.2012, 17:56

nescio hat geschrieben:Mitgerissen von dem Strom,
gleich Geröll,
tief im Strudel
ohne Halt und Ausweg


Wer?

Es ist längst zu spät.
Unsere Konstruktionen lösen sich auf
und mit ihnen alles
was sie je hervorbrachten, selbst Zeit


Also unsere Konstruktionen haben die Zeit hervorgebracht?

Nichts zu sehen,
zu hören oder
zu fühlen.
Eine unendliche Neutralität.


Nichts reden oder schreiben fehlt noch in der Aufzählung.
Das wäre was.

Auf diese Weise
täglich neu geboren,
in ewiger Verliebtheit
und Augenblicken tiefer Demut


Wie könnte ich ewig verliebt sein oder demütig sein, wenn ich nichts sehen, hören oder fühlen würde?
Und warum wäre ich ewig verliebt, aber nur in Augenblicken demütig?

Wenn die Sonne nun erscheint und diese Welt wiederum
in eine Symphonie von Licht und Schatten taucht
haben wir erfahren was es bedeutet,
namenlose Gleichheit


Was ist "es"?

Mir erschließt sich der gesamte Text nicht.
Liest sich ein wenig so, wie sich CDs mit Meditationsmusik anhören.
Musikalisch unterirdisch, aber die Leute finden es ganz nett.
Wobei es unsinnig ist, davon auszugehen, dass man zum Meditieren Musik brauchte.
a cappella
 

Re: Vom Glauben zur Meditation ...

Beitragvon orig.gabi » 28.04.2012, 18:07

a cappella hat geschrieben:
"Nichts reden oder schreiben fehlt noch in der Aufzählung.
Das wäre was."

"Wie könnte ich ewig verliebt sein oder demütig sein, wenn ich nichts sehen, hören oder fühlen würde?
Und warum wäre ich ewig verliebt, aber nur in Augenblicken demütig?"



Nichts reden oder schreiben lediglich als Aufzählung? :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

a cappella, ewig "verliebt" kann wohl nur sein, wer vom Objekt der Begierde nichts mehr sieht und hört.
Nur so kann können Verliebte ihre romantischen Projektionen aufrechterhalten und weiterhin süß in rosaroten
Gefühlen schwelgen ... :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe ist,
der bleibt in Gott und Gott in ihm.
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Re: Vom Glauben zur Meditation ...

Beitragvon a cappella » 28.04.2012, 18:17

:wink:
a cappella
 

Re: Vom Glauben zur Meditation ...

Beitragvon orig.gabi » 28.04.2012, 18:22

Man sollte mehr meditieren. :mrgreen: :wink:
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Re: Vom Glauben zur Meditation ...

Beitragvon nescio » 29.04.2012, 06:18

Guten Morgen Klaus,

auf diese Verse bin ich bereits in anderen Internet Foren gestoßen,
ihre Herkunft ist allerdings nicht bekannt.

Liegt der tiefere Sinn des Glaubens
(der gewissermaßen noch eine Form von Aktivität darstellt)
wirklich darin, irgendwann, vielleicht ganz unerwartet,
... Stille zu erfahren ?

Dank eines Klosteraufenthaltes vor einigen Jahren
hat diese Einsicht bei mir wohl auch ihre Spuren hinterlassen


... und nun für denjenigen, der möchte,
das Ganze nochmals mit kurzen Erläuterungen


Sehnsüchtig hoffen,
suchen, glauben,
doch die Sehnsucht
bleibt noch ungestillt

... vergängliche Vorstufen


Nach Verklingen der Worte ... Mondstille
hinter bläulich weißen Nebelschleiern.
Schau hinab, das Wasser
will lächelnd seine Verse dir erzählen

... Humor, Lächeln


Mitgerissen von dem Strom,
gleich Geröll,
tief im Strudel
ohne Halt und Ausweg

... Wasser, Kreislauf


Es ist längst zu spät.
Unsere Konstrukte lösen sich auf
und mit ihnen alles
was sie je hervorbrachten, selbst Zeit

... Grenzenloses, Ewigkeit


Nichts zu sehen,
zu hören oder
zu fühlen.
Eine unendliche Neutralität

... Gleichheit, Identität


Auf diese Weise
täglich neu geboren,
in ewiger Verliebtheit
und Augenblicken tiefer Demut

... Liebe, Hingabe


Wenn die Sonne nun erscheint und diese Welt wiederum
in eine Symphonie von Licht und Schatten taucht
haben wir erfahren was es bedeutete,
namenlose Gleichheit.

... Kunst, Lyrik


"Weg der Stille"
... Schweigen, Unsagbares



So wenig zu einer meditativen Dichtung mit
... rückbindenden Elementen, die wohl allen religiösen Menschen dieser Welt,
ganz gleich welcher kultureller Herkunft, am Herzen liegen. Allerdings
dürfte noch weitgehend unbekannt sein, daß "religio", dieser
bedeutungsschwere und bis zum heutigen Tage heftig
umstrittene Begriff, in unserer eigenen Muttersprache
ganz einfach mit dem neutralen Wort "Rückbindung"
zu übersetzen wäre. Schade eigentlich ...

Liebe Grüße
nescio
 
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Re: Vom Glauben zur Meditation ...

Beitragvon Klaus Binding » 29.04.2012, 06:49

liebe/r nescio,

Danke, dass du es noch mal erklärt hast. Wirklich ein Gedicht im Sinne echter re-ligio.
Aus der Kraft der Stille wächst die Kraft des Glaubens und des Weges zum Glauben- als tieferer Sinn des Glaubens- tiefster Sinn und Endziel aller re-ligio ist das Nichttun, wahrscheinlich auch die Stille- da klingt fast die chinesische Philosophie durch- Tun durch Nichttun, paradox, aber voller Weisheit.
liebe Sonnen-Tags-Grüße, Klaus
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Re: Vom Glauben zur Meditation ...

Beitragvon a cappella » 29.04.2012, 16:55

Hallo nescio,
Deine "Erläuterungen" verdienen diese Bezeichnung nicht.
Das Gedicht taugt nichts und wird nicht besser durch einzelne Wörtlein, die Du ihm beigibst.
Aber natürlich ist das nur meine unmaßgebliche Meinung.
FG, a c.
a cappella
 

Re: Vom Glauben zur Meditation ...

Beitragvon orig.gabi » 30.04.2012, 10:22

Meditation in der Stille ... und dabei schaue man möglichst unverwandt in die ruhigbrennende Flamme einer Kerze, die ungefähr in Augenhöhe aufgestellt ist.10 - 15 Minuten reichen.(Für den Anfang)
Dann die Augen schließen und noch einige Minuten ganz still bleiben.

Das geht auch zu zweit wunderbar ... 8)
Zuletzt geändert von orig.gabi am 30.04.2012, 14:43, insgesamt 1-mal geändert.
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe ist,
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Re: Vom Glauben zur Meditation ...

Beitragvon Klaus Binding » 30.04.2012, 13:53

Gabi wird unsere neue Meditationslehrerin :D
Das problematische am Meditieren ist, dass es nur "vorwärts" bringt, wenn es regelmäßig praktiziert wird, Tag für Tag, Jahr für Jahr....
meditative Grüße, Klaus
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Re: Vom Glauben zur Meditation ...

Beitragvon a cappella » 30.04.2012, 14:04

... wie fast alles ...
a cappella
 

Re: Vom Glauben zur Meditation ...

Beitragvon Randnotiz » 30.04.2012, 14:24

... außer rückwärts Einparken...
Nur wer die Fakten kennt, kann sie verdrehen.

(Natural Born Kieler)
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Re: Vom Glauben zur Meditation ...

Beitragvon a cappella » 30.04.2012, 14:30

:mrgreen:
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