Fragen an den Geist

Selbstgedichtet und verfasst oder entdeckt

Fragen an den Geist

Beitragvon Klaus Binding » 28.01.2012, 19:09

Da sitzt er nun in hochgewölbtem Zimmer
Und starrt grübelnd auf zwei Schriften aus vergangnen Tagen.
Sein Hirn ist leer, das Herz ein Quell von Fragen.
Wie fließt die Wahrheit durch die Welten,
Wie Gita und den krummen Paulus einen?
Wie soll Der aus Tarsus aus höchster Weisheit keimen?
Die Frage quält ihn bis ins Schattenreich.
Mit Kraft, aus den Mysterien errungen, ertönt der Ruf:
Welcher Geist ist meinem gleich?
Jetzt leuchtet Sternenglanz im Zimmer auf,
Das Licht des Wahren schwebt im Raum.
Bist du es wieder, der stets mich narrt,
Der nur in Düsternis verharrt?
So scher‘ dich fort,
Ich küsse deines Mantels Saum,
Doch bist du sein heller Bruder,
So sprich mir von der Zeitenwende,
Gib das zerbrochene Gut in meine Hände!
Der Geist antwortet: Höre, du eifriger Sucher,
Nichts geht über die Vollkommenheit an Geist und Göttersprache der alten Gita,
Sie ist Vollendung aus der Gotteswelt.
Einfach, voll Leidenschaft, stammelnd, bloßes Menschenwerk,
Sind Paulus Briefe, wenn man sie dagegen hält.
Die Gita ist der Gipfel, das Ende erster Göttergaben,
Du kannst nicht mehr als einen höchsten Gipfel haben.
Einen Neuanfang schuldeten uns die Götterreiche,
Der Mensch soll frei die Worte wählen,
Die Kinder neuer Ära dürfen stammeln,
sich im neuen Denken, schaffend quälen.
Göttersprache wird zu Menschensprache, ohne Maß und Zahl,
Die Himmlischen zogen sich zurück,
Verschenkend ihren Samen und den Gral.
Der Sucher öffnet staunend seine Sinne und fragt:
Schreitet so die Gottheit durch die Zeiten,
Darf der Mensch in gottverwandtem Wort sich selber leiten?
Ist das die Freiheit meines Ichs,
Den Gott in mir zu wecken,
Ist es Liebeswerk, die Hände zu den Sternen hoch zu strecken?
Lächelnd spricht der Geist:
Ich sehe, Weisheit zieht durch dein Gedankenleben,
Und dein Herz schließt den Geistesring.
Neue Wahrheit kann ich vorerst dir nicht geben.
Der Sucher entlässt den Geist aus seinem Schauen,
Friedvoll still sieht er auf den Götterweg,
An dem sie ewig bauen:
Der den Gott gesandt, redet Gottes Worte,
Denn Gott gibt den Geist ohne Maß.

Nachtrag: Die Zeiten der göttlichen Offenbarungen, von denen die Bhagavad Gita, die Psalmen des Alten Testaments und Homer künden, sind erloschen. Das Wort, der Logos, ist selbst menschlich geworden. Er spricht von Mensch zu Mensch, ohne göttliches Maß, dazu: „ denn Gott gibt den Geist ohne Maß“ (Johannes 3.34). Im Griechischen bedeutet „ohne Maß“ aber nicht maßlos oder unbegrenzt, sondern ohne Metrik, ohne Versmaß, ohne vollkommene göttliche Sprache. Der scheinbare Widerspruch zwischen der Gita und den Paulusbriefen ist, dass göttliche Vollkommenheit in die Kindschaft einer neuen, noch unvollkommenen Menschheitsentwicklung mündet.
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Re: Fragen an den Geist

Beitragvon Randnotiz » 29.01.2012, 12:32

Und nun?
Nur wer die Fakten kennt, kann sie verdrehen.

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Re: Fragen an den Geist

Beitragvon Klaus Binding » 29.01.2012, 13:43

Und nun? Das darfst du aus gottgeschenkter Freiheit selbst entscheiden...
schönen Sonnentag wünsche ich dir, Klaus
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Re: Fragen an den Geist

Beitragvon Randnotiz » 29.01.2012, 13:50

Ich werde einen guten Kaffee trinken.
Nur wer die Fakten kennt, kann sie verdrehen.

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Re: Fragen an den Geist

Beitragvon orig.gabi » 29.01.2012, 13:53

Und anschließend im Kaffeesatz lesen? 8)
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe ist,
der bleibt in Gott und Gott in ihm.
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Re: Fragen an den Geist

Beitragvon Franke » 29.01.2012, 13:56

orig.gabi hat geschrieben:Und anschließend im Kaffeesatz lesen? 8)


Da zieh ich das Buch der Bücher doch lieber vor... :wink:
So ist Einiges in unsere apostolische Tradition eingegangen, aber wenn man dann mal in der Bibel nachliest, merkt man: „Oh, so wie ich das predige, steht das gar nicht in der Bibel.“
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Re: Fragen an den Geist

Beitragvon Randnotiz » 29.01.2012, 14:00

Und ich ein Stück Apfelkuchen.
Nur wer die Fakten kennt, kann sie verdrehen.

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Re: Fragen an den Geist

Beitragvon orig.gabi » 29.01.2012, 14:16

Apfelkuchen ist prima - und für`s Kaffeesatzlesen ist eh Cleo mit ihren Schwingungen ins Universum besser geeignet ... :mrgreen:
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Re: Fragen an den Geist

Beitragvon Franke » 29.01.2012, 16:49

Randnotiz hat geschrieben:Und ich ein Stück Apfelkuchen.


Der Mensch lebt nicht vom "Apfelkuchen" allein... :wink:
So ist Einiges in unsere apostolische Tradition eingegangen, aber wenn man dann mal in der Bibel nachliest, merkt man: „Oh, so wie ich das predige, steht das gar nicht in der Bibel.“
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Re: Fragen an den Geist

Beitragvon orig.gabi » 29.01.2012, 17:20

Eben. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, es darf auch mal ein Würstchen sein.
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Re: Fragen an den Geist

Beitragvon Corinna » 29.01.2012, 17:22

orig.gabi hat geschrieben:Eben. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, es darf auch mal ein Würstchen sein.



Dafür kriegste von mir mal einen dicken Knutsch. :wink:
Ohne Vollpfosten hätten wir nichts zu lachen. Also nimm dir Zeit und danke dem nächsten Pfosten dafür.
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Re: Fragen an den Geist

Beitragvon orig.gabi » 29.01.2012, 17:26

Oh ... :oops: :wink:
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe ist,
der bleibt in Gott und Gott in ihm.
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Re: Fragen an den Geist

Beitragvon Franke » 29.01.2012, 17:37

orig.gabi hat geschrieben:Eben. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, es darf auch mal ein Würstchen sein.


Mal wieder typisch - denken immer nur an das EINE...
























...ans Essen :mrgreen:
So ist Einiges in unsere apostolische Tradition eingegangen, aber wenn man dann mal in der Bibel nachliest, merkt man: „Oh, so wie ich das predige, steht das gar nicht in der Bibel.“
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Re: Fragen an den Geist

Beitragvon Corinna » 29.01.2012, 18:01

Franke hat geschrieben:
orig.gabi hat geschrieben:Und anschließend im Kaffeesatz lesen? 8)


Da zieh ich das Buch der Bücher doch lieber vor... :wink:




Das Hohelied Salomos ist bestimmt schon ganz abgewetzt. :lol:
Ohne Vollpfosten hätten wir nichts zu lachen. Also nimm dir Zeit und danke dem nächsten Pfosten dafür.
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