Kontemplatives

Selbstgedichtet und verfasst oder entdeckt

Kontemplatives

Beitragvon agape » 12.04.2006, 17:06

Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.

Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.
Sie sprechen alles so deutlich aus:
Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus,
und hier ist Beginn, und das Ende ist dort.

Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott,
sie wissen alles, was wird und war;
kein Berg ist ihnen mehr wunderbar;
ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott.

Ich will immer warnen und wehren:
Bleibt fern.
Die Dinge singen hör ich so gern.
Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.
Ihr bringt mir alle die Dinge um.



Rainer Maria Rilke
vertont von Xavier Naidoo: Die Dinge singen hör ich so gern
"2020 wird die NAK eine kleine fundamentalistische Bewegung sein."

Gerrit Sepers, Mai 2007
Benutzeravatar
agape
 
Beiträge: 2302
Registriert: 01.08.2003, 10:12

Beitragvon Renders » 13.04.2006, 19:24

Stimme im Dornbusch:

Ich bin der ich bin
bin das Feuer
das nie verlöscht
bin der Wind
der weht wo er will
bin dein Erwachen
bin dein Weg aus der Wüste
bin dein Flug in die Freiheit
Ich bin der ich sein werde
in dir


Annemarie Schnitt
Benutzeravatar
Renders
 
Beiträge: 468
Registriert: 24.08.2005, 15:42

GESPRÄCHE MIT GOTT

Beitragvon Renders » 14.04.2006, 20:04

[...] Wenn wir versuchen,
miteinander zu reden - ich mit dir, du mit mir -, werden wir
sofort durch die unglaubliche Beschränktheit des Wortes
eingeengt. Aus diesem Grund kommuniziere ich nicht nur mit
Worten. Tatsächlich tue ich das ziemlich selten. Meine
üblichste Kommunikationsform ist das Gefühl.
Das Gefühl ist die Sprache der Seele.
Wenn du wissen willst, was in bezug auf irgend etwas für
dich wahr ist, dann achte darauf, was du fühlst.
Gefühle sind manchmal schwer auszumachen - und sie
anzuerkennen ist oft noch schwieriger. Doch in deinen
tiefsten Gefühlen verborgen findet sich deine höchste
Wahrheit.
...
Worte sind
wirklich das am wenigsten effektive Kommunikationsmittel.
Sie lassen sich leicht mißdeuten, werden oft falsch verstanden.
Und warum ist das so? Das liegt am Wesen der Worte. Sie
sind nichts weiter als Äußerungen: Geräusche, die für
Gefühle, Gedanken und Erfahrungen stehen. Sie sind
Symbole, Zeichen, Erkennungszeichen. Sie sind nicht die
Wahrheit. Sie sind nicht wirklich, nicht wahrhaftig.
Worte helfen euch vielleicht, etwas zu verstehen. Erfahrung
läßt euch wissen. Aber es gibt einige Dinge, die ihr
nicht erfahren könnt. Deshalb habe ich euch auch andere
Mittel der Erkenntnis an die Hand gegeben, so etwa jenes,
das man Gefühle nennt, und auch die Gedanken.
Nun, die große Ironie dabei ist, daß ihr alle dem Wort
Gottes so viel und der Erfahrung so wenig Bedeutung
zugemessen habt.
Tatsächlich erachtet ihr den Wert der Erfahrung als dermaßen
gering, daß ihr, wenn sich eure Erfahrung von Gott von
dem unterscheidet, was ihr über Gott gehört habt, automatisch
die Erfahrung abtut und euch an das Wort haltet - wo
es doch genau umgekehrt sein sollte.
Eure Erfahrungen und Gefühle bezüglich einer Sache
repräsentieren das, was ihr faktisch und intuitiv darüber wißt.
Worte können nur bestrebt sein, dem, was ihr wißt, symbolhaft
Ausdruck zu verleihen, und bringen oft Verworrenheit
in euer Wissen. [...]

NEALE DONALD WALSCH
GESPRÄCHE
MIT GOTT
Band 1
ISBN 3-442-30737-6
www .goldmann-verlag.de
Benutzeravatar
Renders
 
Beiträge: 468
Registriert: 24.08.2005, 15:42

Tiefere Weise

Beitragvon agape » 14.04.2006, 20:41

"Was suchst Du draußen, was Du drinnen hast?
Greif in Dich hinein. Du trägst doch
alle Wahrheit wesenhaft in Dir."

M. Eckhart



Bild

Kontemplation ist eine gegenstandsfreie Form des Betens,
also eine wort- und bildlose Übung des Loslassens und des Einlassens
in den eigenen Wesensgrund, um dort Gott
in einer tieferen Weise zu erfahren.


Vom WJT

agape
"2020 wird die NAK eine kleine fundamentalistische Bewegung sein."

Gerrit Sepers, Mai 2007
Benutzeravatar
agape
 
Beiträge: 2302
Registriert: 01.08.2003, 10:12

Heute!

Beitragvon tergram » 18.04.2006, 13:33

Heute ist der Tag, um glücklich zu sein!
Gestern: Schon vorbei!
Morgen: Kommt erst noch.
Heute: Der einzige Tag, den du in der Hand hast.
Mach daraus deinen besten Tag!

Phil Bosmans
Benutzeravatar
tergram
 
Beiträge: 9124
Registriert: 12.12.2004, 18:21

Beitragvon agape » 18.04.2006, 15:55

"2020 wird die NAK eine kleine fundamentalistische Bewegung sein."

Gerrit Sepers, Mai 2007
Benutzeravatar
agape
 
Beiträge: 2302
Registriert: 01.08.2003, 10:12

Beitragvon Renders » 22.04.2006, 22:32

Markus-Evangelium
6,30 Und die Apostel kamen bei Jesus zusammen und verkündeten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten.
6,31 Und er sprach zu ihnen: Geht ihr allein an eine einsame Stätte und ruht ein wenig. Denn es waren viele, die kamen und gingen, und sie hatten nicht Zeit genug zum Essen. 6,32 Und sie fuhren in einem Boot an eine einsame Stätte für sich allein.


Jesus weiß, dass seine Jünger in gewissen Abständen Ruhe und Erneuerung brauchen. Es geht nicht einfach um ein bloßes Aufhören mit einer Arbeit, auch nicht um Bewegungslosigkeit – die Jünger vollziehen ja einen Tätigkeitswechsel, sie rudern »in einem Boot an eine einsame Stätte«. Die von Jesus verordnete Ruhe meint vielmehr ein ganzheitliches Entspannen und Auftanken unter dem Segen Gottes. Dazu gehörte die Tischgemeinschaft, die Freude an Gottes Schöpfung und das Gespräch mit Jesus und miteinander. Alles sollte Vorgeschmack sein auf das große Heil in Gottes herrlicher und ewiger Welt. Darum ist das »Eingehen in die Ruhe« geradezu ein Parallelausdruck zum »Eingehen in das Reich Gottes«. Vor allem ist es die wegweisende Willensoffenbarung Gottes in seinem Wort, die »zur Ruhe bringt«. (Lies 2. Mose 33,14; Jes. 63,14; Jer. 6,16; Lk. 10,39-42; Offb. 14,13.)
Benutzeravatar
Renders
 
Beiträge: 468
Registriert: 24.08.2005, 15:42

Beitragvon Renders » 22.04.2006, 22:33

Johannes-Evangelium
6,14 Als nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus tat, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll.
6,15 Als Jesus nun merkte, daß sie kommen würden und ihn ergreifen, um ihn zum König zu machen, entwich er wieder auf den Berg, er selbst allein.
6,16 Am Abend aber gingen seine Jünger hinab an den See,
6,17 stiegen in ein Boot und fuhren über den See nach Kapernaum. Und es war schon finster geworden, und Jesus war noch nicht zu ihnen gekommen.


Er selber aber zog sich nach der Verabschiedung des Volkes zurück »auf einen Berg, um zu beten«. In der Einsamkeit des Hügellandes, das sich vom Ostufer des Sees Genezareth zum Golan hinaufzieht, suchte er das Gespräch mit dem Vater. In den Strömungen seiner Zeit, im Wirrwarr der Stimmen und im Andrang der Erwartungen konnte er seinen Weg nur finden, wenn er betete und den Willen des Vaters erfuhr. (Lies Ps. 40,9; Jo. 4,34; 5,19.20a.30; 8,28.29; 14,10.11)
Benutzeravatar
Renders
 
Beiträge: 468
Registriert: 24.08.2005, 15:42

Beitragvon egil » 02.05.2006, 13:45

In der Stille, wo dich niemand stört, denke an den Gott,
der hinter dir ist und vor dir, unter dir und über dir, rings
um dich und in dir, und sprich dabei immer:
„Mein Gott, da bin ich.“
Oder: „Erbarme dich.“
Dann wirst du bald erfahren, was ich erfahre, und wirst
nicht nur wissen, wo Gott ist, sondern wie er da ist und
was er für uns ist.

Klemens Tilmann
Christ ist erstanden von den Martern allen. Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.
Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit dass er erstanden ist, so freut sich alles was da ist. Kyrieleis.
Benutzeravatar
egil
 
Beiträge: 2988
Registriert: 01.02.2005, 18:54

Beitragvon egil » 03.05.2006, 12:11

Hinter jedem „OH HERR!“, das du sprichst,
steht ein tausendfaches „HIER BIN ICH“.

Mevlana Dschelâleddin Rumi
Zuletzt geändert von egil am 27.05.2006, 11:53, insgesamt 1-mal geändert.
Christ ist erstanden von den Martern allen. Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.
Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit dass er erstanden ist, so freut sich alles was da ist. Kyrieleis.
Benutzeravatar
egil
 
Beiträge: 2988
Registriert: 01.02.2005, 18:54

Beitragvon egil » 04.05.2006, 17:38

Wenn dir der Gedanke kommt, dass alles, was du über Gott
gedacht hast, verkehrt ist, und dass es keinen Gott gibt, so
gerate darüber nicht in Bestürzung. Es geht vielen so.
Glaube aber nicht, dass dein Unglaube daher rührt, dass es
keinen Gott gibt. Wenn du nicht mehr an den Gott glauben
kannst, an den du früher geglaubt hast, so rührt das daher,
dass in deinem Glauben etwas verkehrt war, und du musst
dich besser bemühen, zu begreifen, was du Gott nennst.
Wenn ein Wilder an seinen hölzernen Gott zu glauben auf-
hört, heißt das nicht, dass es keinen Gott gibt, sondern nur,
dass der wahre Gott nicht aus Holz ist.

Leo Tolstoi
Zuletzt geändert von egil am 27.05.2006, 11:54, insgesamt 1-mal geändert.
Christ ist erstanden von den Martern allen. Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.
Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit dass er erstanden ist, so freut sich alles was da ist. Kyrieleis.
Benutzeravatar
egil
 
Beiträge: 2988
Registriert: 01.02.2005, 18:54

Beitragvon egil » 05.05.2006, 13:34

Der Mensch zwischen zwei Polen

Flackernde Herzen
auf den Friedhöfen
der Erde –
und darüber
die ruhigen Sterne.

Zuckendes Feuer
in den Augen des Menschen
und tief innen in ihm
der gelassene Gott.

Martin Gutl
Christ ist erstanden von den Martern allen. Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.
Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit dass er erstanden ist, so freut sich alles was da ist. Kyrieleis.
Benutzeravatar
egil
 
Beiträge: 2988
Registriert: 01.02.2005, 18:54

für sebastian

Beitragvon egil » 06.05.2006, 14:45

Wenn dein Bogen zerbrochen ist
und du hast keine Pfeile mehr,
dann schieß!
Schieß mit deinem ganzen Sein.

aus dem Zen
Zuletzt geändert von egil am 27.05.2006, 11:57, insgesamt 1-mal geändert.
Christ ist erstanden von den Martern allen. Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.
Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit dass er erstanden ist, so freut sich alles was da ist. Kyrieleis.
Benutzeravatar
egil
 
Beiträge: 2988
Registriert: 01.02.2005, 18:54

sonne: schöön, aber achtung: uv-filter beachten!

Beitragvon egil » 07.05.2006, 12:38

An die Sonne

Schöner als der beachtliche Mond und sein geadeltes Licht,
Schöner als die Sterne, die berühmten Orden der Nacht,
Viel schöner als der feurige Auftritt eines Kometen
Und zu weit Schönrem berufen als jedes andre Gestirn,
Weil dein und mein Leben jeden Tag an ihr hängt, ist die Sonne.
Schöne Sonne, die aufgeht, ihr Werk nicht vergessen hat
Und beendet, am schönsten im Sommer, wenn ein Tag
An den Küsten verdampft und ohne Kraft gespiegelt die Segel
Über dein Aug ziehn, bis du müde wirst und das letzte verkürzt.

Ohne die Sonne nimmt auch die Kunst wieder den Schleier,
Du erscheinst mir nicht mehr, und die See und der Sand,
Von Schatten gepeitscht, fliehen unter mein Lid.

Schönes Licht, das uns warm hält, bewahrt und wunderbar sorgt,
Dass ich wieder sehe und dass ich dich wiederseh!

Nichts Schönres unter der Sonne als unter der Sonne zu sein ...

Nichts Schönres als den Stab im Wasser zu sehn und den Vogel oben,
Der seinen Flug überlegt, und unten die Fische im Schwarm,
Gefärbt, geformt, in die Welt gekommen mit einer Sendung von Licht,
Und den Umkreis zu sehn, das Geviert eines Feldes, das Tausendeck meines Lands
Und das Kleid, das du angetan hast. Und dein Kleid, glockig und blau!
Schönes Blau, in dem die Pfauen spazieren und sich verneigen,
Blau der Fernen, der Zonen des Glücks mit den Wettern für mein Gefühl,
Blauer Zufall am Horizont! Und meine begeisterten Augen
Weiten sich wieder und blinken und brennen sich wund.

Schöne Sonne, der vom Staub noch die größte Bewundrung gebührt,
Drum werde ich nicht wegen dem Mond und den Sternen und nicht,
Weil die Nacht mit Kometen prahlt und in mir einen Narren sucht,
Sondern deinetwegen und bald endlos und wie um nichts sonst
Klage führen über den unabwendbaren Verlust meiner Augen.

Ingeborg Bachmann
Zuletzt geändert von egil am 27.05.2006, 11:58, insgesamt 1-mal geändert.
Christ ist erstanden von den Martern allen. Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.
Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit dass er erstanden ist, so freut sich alles was da ist. Kyrieleis.
Benutzeravatar
egil
 
Beiträge: 2988
Registriert: 01.02.2005, 18:54

Nächste

Zurück zu Lyrik und Prosa



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron