von Freundschaft und so

Selbstgedichtet und verfasst oder entdeckt

von Freundschaft und so

Beitragvon Ich+Ich » 02.08.2005, 17:23

Da hier jeder nur noch auf jedem herumtrammpelt, würde mich es freuen, wenn von euch mal Weisheiten über das Thema Freundschaft,Freunde - und auch Nächstenliebe und Umgang mit dem Nächsten - zusammengetragen würden. Ich hoffe der eine oder andere der dann hier liest, wird in der Seele berührt, denkt über manches nach und erinnert sich in seinem Leben irgendwann mal daran und handelt dadurch anders.
...




Wie kommts, daß du so traurig bist,
Da alles froh erscheint?
Man sieht dirs an den Augen an,
Gewiß du hast geweint.

>>Und hab ich einsam auch geweint,
So ists mein eigner Schmerz,
Und Tränen fließen gar so süß,
Erleichtern mir das Herz.<<

Die frohen Freunde laden dich:
Oh komm an unsre Brust!
Und was du auch verloren hast,
Vertraue dem Verlust.

>>Ihr lärmt und rauscht und ahnet nicht,
Was mich, den Armen quält.
Ach nein, verloren hab ichs nicht,
So sehr es mir auch fehlt.<<

So raffe dich denn eilig auf,
Du bist ein junges Blut.
In deinen Jahren hat man Kraft
Und zum Erwerben Mut.

>>Ach nein, erwerben kann ichs nicht,
es steht mir gar zu fern.
Es weilt so hoch, es blinkt so schön,
Wie droben jener Stern.<<

Die Sterne, die begehrt man nicht,
man freut sich ihrer Pracht,
Und mit Entzücken blickt man auf
In jeder heitren Nacht.

>>Und mit Entzücken blick ich auf
So manchen lieben Tag.
Verweinen laßt die Nächte mich,
Solang ich weinen mag.<<


GOETHE


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Beitragvon Ich+Ich » 02.08.2005, 17:29

irgendwo aus einem Forum...


Einsamkeit
Alleine in der Dunkelheit,
Alleine im Herzen,
Wissen, dass da Freunde sind,
Wissen, dass das Alleinsein
bewältigt werden kann.
Die ewige Suche nach dir,
angetrieben aus der Einsamkeit,
führt mich an Orte,
an denen ich dich mit Sicherheit
nicht treffen werde.
Verzweiflung macht sich in mir breit.
Wissen, dass da Freunde sind,
die mich auffangen.
Wissen, dass das Alleinsein
bewältigt werden kann.
Wieder Alleinsein,
allein im Vollmond,
in der Schönheit der Nacht,
suche ich dich,
brauche ich dich,
gefangen in meiner Einsamkeit.
Wissen, dass da Freunde sind,
die für mich da sind.
Wissen, dass das Alleinsein
bewältigt werden kann.

[Ennu]


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Beitragvon egil » 02.08.2005, 17:34

mein bescheidener beitrag

... ich schriebe

Könnten Worte heilen
Hass
Missgunst
Gier
Gewaltsamkeit

ich schriebe mit glühend den Kopf
das Herz aus dem Leib heraus
die Finger beider Hände wund

Helga Kohne
Christ ist erstanden von den Martern allen. Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.
Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit dass er erstanden ist, so freut sich alles was da ist. Kyrieleis.
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Beitragvon Balduin » 03.08.2005, 08:30

Schwebende Zukunft

habt ihr einen Kummer in der Brust,
anfang August,
seht euch einmal bewusst an,
was wir als Kinder übersahen.

Da schickt der Löwenzahn
seinen Samen fort in die Luft.
Der ist so leicht wie Duft
und sinnreich rund umgeben
von Fasersstrahlen, zart wie Spinnweben.

und er reist hoch über euer Dach
von winden, schon von Hauch gepustet,
wirkt das auf ihn wie Krach,
und er entweicht.

Luftglücklich leicht,
Wird sich sanft wo in erde betten.
und im Nächstjahr stehn
Dort die fetten, goldigen Rosetten
Kuhblumen, die wir als Kinder übersehn.

Zartheit und Freimut lenken
Wieder später deren Samen fahrt

Flöge doch unser aller Zukunftsdenken
So frei aus und so zart.
( J. Ringelnatz)
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Beitragvon Minka » 03.08.2005, 16:26

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Beitragvon Ich+Ich » 03.08.2005, 16:31

"Das Schönste an einer Freundschaft ist nicht die ausgestreckte Hand,
das freundliche Lächeln oder der menschliche Kontakt, sondern das erhebende Gefühl,
jemanden zu haben, der an einem glaubt und einem sein Vertrauen schenkt. "
(unbekannt)


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Beitragvon Ich+Ich » 03.08.2005, 16:41

Ich suchte meine Seele, aber ich konnte meine Seele nicht sehen.
Ich suchte meinen Gott, aber mein Gott entzog sich mir.
Ich suchte nach einem Freund - und da fand ich alle drei.

Wayne Dosick


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Freunde...!

Beitragvon maximin » 03.08.2005, 16:46

EINEN FREUND KANN DER NUR HABEN DER VERSTEHT EIN FREUND ZU SEIN...

Maximin :roll:
Der kleine Glaube hat denselben starken Heiland wie der große Glaube...
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Beitragvon Minka » 03.08.2005, 17:03

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Beitragvon Balduin » 14.08.2005, 20:11

Willy

Mei, Willy, jetz wo i di so doliegn sich, so weit weg hinter dera Glasscheibn, genau oa Lebn zweit weg, da denk i ma doch, es hat wohl so kumma müaßn, i glaub oiwei, du hast as so wolln, Willy.

Ogfanga hat des ja alles 68, woaßt as no: Alle zwoa san ma mitglaffa für die Freiheit und fürn Friedn, mit große Augn, und plärrt habn ma: Bürger laßt das Glotzen sein, kommt herunter, reiht euch ein! Und du warst halt immer oan Dreh weiter wia mir, immer a bisserl wuider und a bisserl ehrlicher.

Mia habns eana zoagn wolln, Willy, und du hast ma damals scho gsagt: Freiheit, Wecker, Freiheit hoaßt koa Angst habn, vor neamands, aber san ma doch ehrlich, a bisserl a laus Gfühl habn ma doch damals scho ghabt, wega de ganzen Glätzen, die einfach mitglaffa san, weils aufgeht, wega de Sonntagnachmittagrevoluzzer: d´Freindin fotzen, wenns an andern oschaugt, aber über de bürgerliche Moral herziagn! Die gleichn, Willy, die jetzt ganz brav as Mei haltn, weils eana sonst naß nei geht! Und du hast damals scho gsagt, lang halt des ned, da is zvui Mode dabei, wenn scho die Schickeria ihrn Porsche gegan 2 CV umtauscht, dann muaß was faul sei an der großen Revolution, mitlaffa ohne Denken ko hofft ma guat sei, aa ned für a guate Sach.

Gestern habns an Willy daschlogn,
und heit, und heit, und heit werd a begrobn.

Dann hast plötzlich mim Schlucka ogfanga, und i glaub, a bisserl aufgebn hast damals scho. I versteh di, des is ja koa Wunder, wenn man bedenkt, was alles wordn is aus de großen Kämpfer. Heit denkas ja scho mit 17 an ihr Rente, und de Madln schütteln weise an Kopf, wenn d´Muater iam Mo as Zeig hischmeißt und sagt, mach doch dein Krampf alloa, i möcht lebn, trotzdem, Willy, ma muaß weiterkämpfen, kämpfen bis zum Umfalln, a wenn die ganze Welt an **** offen hat, oder grad deswegn.

Und irgendwann hast dann ogfanga, die echten Leit zum suacha, de wo ned dauernd "Ja Herr Lehrer!" sagn, hinten in dene Kneipn am Viktualienmarkt und am Bahnhofseck. Echter san de scho, Willy, aber i hab di gwarnt, aufpassen muaßt bei dene, weil des san Gschlagene, und wer dauernd treten werd, der tritt halt aa amoi zruck, aber du hast koa Angst ghabt, i kenn di doch, mia duad koana was, mei, Willy, du dummer Hund du, jetzt sickst as ja, wia da koana was duad.

Gestern habns an Willy daschlogn,
und heit, und heit, und heit werd a begrobn.

Sakrament, Willy! Warst gestern bloß aufm Mond gwesen oder aufm Amazonas in am Einbaum oder ganz alloa aufm Gipfel, drei Schritt vom Himme weg, überall, bloß ned in dera unselign Boazn!

I hab in da Früah no gsagt, fahrn ma raus, as Wetter is so glasig, die Berg san so nah, schwänz ma a paar Tag, wia damals in da Herrnschui, an Schlafsack und die Welt in der Taschn, aber du hast scho wiederamoi oan sitzn ghabt in aller Früah, und am Abnd hast as dann wiedar amoi zoagn müaßn, daßd doch no oana bist.

Am Anfang wars ja no ganz gmüatlich. Und natürlich habn ma den alten Schmarrn wieder aufgwärmt, wieder amoi umanandgstritten, wer jetz eigentlich mim Lehrer Huber seiner Frau poussiert hat am Faschingsball, sentimental san ma gwordn, so richtig schee wars, bis der Depp an unsern Tisch kumma is mit seim Dreikantschlüsselkopf, kloa, schwammig und braun. Und dann hat a uns gfragt, ob ma beim Bund gwesen san, na ja, des habn ma ja noch ganz lustig gfunden, und daß a so froh wär, daß jetzt wieder Ordnung kummt in die rote Staatssauce, und die Jugend werd ja aa wieder ganz vernünftig, und die Bayern wissens as eh scho lang, wos lang geht politisch, Willy, i hab gnau gwußt, des haltst du ned lang aus, und dann hat a plötzlich as Singa ogfanga, so was vom Horst Wessel. Hinten an de andern Tisch habns scho leise mitgsummt, und dei Birn is ogschwolln, und plötzlich springst auf und plärrst:

Halts Mei, Faschist!

Stad wars, knistert hats. Die Luft war wiara Wand. Zum Festhalten. Da hätt ma no geh kenna, Willy, aber na, i verstehs ja, du hast bleibn muäßn, und dann is losganga an de andern Tisch: Geh doch in d´Sowjetunion, Kommunist! Freili, Willy, da muaß ma narrisch werdn, wenns scho wieder soweit is, aber trotzdem, laßn geh, hab i gsagt, der schad doch neamands mehr, der oide Depp, nix, hast gsagt, alle schadens, de oiden und de junga Deppen, und dann hat der am Nebentisch plötzlich sei Glasl daschlogn, ganz ruhig, und is aufgstanden, Willy, du dumme Sau, i hab di bei da Joppen packt und wollt di rausziagn, obwohl i´s scho nimmer glaubt hab, und du hast di losgrissen: Freiheit, des hoaßt koa Angst habn vor neamands, und bist auf ean zua und nacha hat a halt auszogn... Willy, Willy, warn ma bloß weggfahrn in da Früah, i hätt di doch no braucht, wir alle brauchen doch solche, wia du oana bist!

Gestern habns an Willy daschlogn,
und heit, und heit, und heit werd a begrobn
Konstantin Wecker
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Beitragvon Loreley 61 » 10.11.2005, 21:37

GESTERN
==========
Gestern da dachte ich:
die Welt steht mir offen.
Jetzt rast die draußen
am Fenster vorbei.

Und der Kaffee schmeckt
so fadenscheinig,
wie der letzte Streit,
den wir uns wieder
nicht ersparen konnten.

Gestern noch dacht`ich:
Türen schließen selbsttätig.
Aber die Wunden des Herzens
bleiben offen.
Loreley 61
 

Beitragvon fireangel » 11.11.2005, 05:43

Kein Weg ist zu weit,
mit einem Freund an seiner Seite.
fireangel
 

Beitragvon fireangel » 11.11.2005, 05:44

Freunde in der Not,
gehen tausend auf ein Lot.
fireangel
 

Beitragvon fireangel » 11.11.2005, 05:48

Schöne Worte sind oft unwahr,
wahre Worte oft unschön.

Wahre Freunde können sich immer die Wahrheit sagen.
fireangel
 

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