Das andere Gedicht

Selbstgedichtet und verfasst oder entdeckt

Das andere Gedicht

Beitragvon Liebesgruß » 21.12.2004, 10:32

Frontal

Du fährst nichtsahnend durch den Wald des Lebens,
und plötzlich bricht die Liebe aus dem Dickicht
und läuft dir voll in die Karre, und du denkst noch: Scheiße! -
und im gleichen Moment kracht´s auch schon,
und du brauchst eigentlich gar nicht mehr auf die Bremse zu latschen.
Ist sowieso zu spät. - Für einen Augenblick ist der Tag stehengeblieben.
Alles ist still. Nur aus weiter Ferne hörst du (es könnte Louis Armstrong sein)
"Oh what a wonderful world" und dir schlottern die Knie...
Liebesgruß
 
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Beitragvon agape » 21.12.2004, 11:00

http://www.allnacht.de/gedichte/charles-bukowski/

Nicht jedermanns Sache, aber die haben auch ihre Berechtigung, die Gedichte.
Deswegen nur der Link,
agape
"2020 wird die NAK eine kleine fundamentalistische Bewegung sein."

Gerrit Sepers, Mai 2007
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Beitragvon Merlot » 21.12.2004, 11:14

Ich will mit dem gehen, den ich liebe.

Ich will nicht ausrechnen, was es kostet.
Ich will nicht nachdenken, ob es gut ist.
Ich will nicht wissen, ob er mich liebt.
Ich will mit ihm gehen, den ich liebe.
(B.Brecht)




Morgens und abends zu lesen

Der, den ich liebe
Hat mir gesagt
Daß er mich braucht.

Darum
Gebe ich auf mich acht
Sehe auf meinen Weg und
Fürchte von jedem Regentropfen
Daß er mich erschlagen könnte.
(B.Brecht)




Ich habe dich nie je so geliebt

Ich habe dich nie je so geliebt, ma soeur
Als wie ich fortging von dir in jenem Abendrot.
Der Wald schluckte mich, der blaue Wald, ma soeur
Über dem immer schon die bleichen Gestirne im Westen standen.

Ich lachte kein klein wenig, gar nicht, ma soeur
Der ich spielend dunklem Schicksal entgegenging –
Während schon die Gesichter hinter mir
Langsam im Abend des blauen Walds verblaßten.

Alles war schön an diesem einzigen Abend, ma soeur
Nachher nie wieder und nie zuvor –
Freilich: mir blieben nur mehr die großen Vögel
Die abends im dunklen Himmel Hunger haben.
(B.Brecht)




Schicke mir ein Blatt

Schicke mir ein Blatt, doch von einem Strauche
Der nicht näher als eine halbe Stunde
Von deinem Haus wächst, dann
Mußt du gehen und wirst stark, und ich
bedanke mich für das hübsche Blatt.
(B.Brecht)
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Beitragvon Liebesgruß » 21.12.2004, 12:15

Wer nach Bethlehem fliegen will
in den Stall und wer meint,
dort ist auf jeden Fall
der Frieden billig zu kriegen,
der sollte woandershin fliegen.
Wer nach Bethlehem reisen will
zu dem Sohn und wer glaubt,
dort ist die Endstation,
mit Vollpension für Seelen,
der sollte was anderes wählen.
Wer nach Bethlehem will
zu dem Kind und wer weiß,
dass dort der Weg beginnt
ein jedes Kind nur zu lieben,
der könnte es heute schon üben.
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Beitragvon niltir » 20.07.2005, 14:11

.. mal ausserhalb der Dichterecke ...
zum Thema: Angst

Der Ängste Grenzen kennen,
kann nur, wer sie erreicht;
der Ängste Namen nennen,
fällt keiner Seele leicht.

Der Ängste Kummer leiden,
geboren für den Schmerz;
die Ängste wollen scheiden
uns von des Schöpfers Herz.

Die Ängste kann bezwingen,
wer an sich selber glaubt;
den Ängsten Opfer bringen
heisst: Du fühlst Dich beraubt.

Die Ängste sind die Macht,
die unser Denken bindet;
die Ängste sind die Nacht,
darin wir oft erblindet.

Den Ängsten widerstehen,
den Weg uns Jesus zeigt:
nicht nur die Ängste sehen,
die Liebe Ängste beugt.

LG /niltir
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Beitragvon niltir » 17.08.2005, 07:54

Es ist ein Freund von uns gegangen.
Ein Bruder - ein Vorbild
für mich, für alle -
gewaltsam genommen.

Ein Glaubensermahner ist tot.
Beim Gebet. Ermordet. Einfach so.
Nun wird er für mich, für alle -
sprechen.

Ich will trauern. Im Herzen.
Wie so oft. Nichts Fremdes.
Nein, nicht schweigen -
reden. Für mich, für alle.

Die Liebe begleitet mich, uns alle,
auf unseren Wegen.
Die Liebe begleitet den Bruder -
führt ihn nachhause.

Nun lasst uns an diese Stelle treten.
In meinem, in unser aller Gebet.
Lasst nicht zu, dass die Türen -
die offen - geschlossen werden.

Es ist die Berührung des Trostes.
Ein Mahner ist tot. Wie viele andere.
Nicht für mich, nicht für alle -
so wir unsere Liebe nicht begraben.

Es kann die Empfindung nicht trügen.
Er lebt. Wie so viele andere
die gestorben. Ermordet -
von mir, von uns allen ..

(niltir für seinen Bruder Roger)
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Beitragvon fireangel » 21.09.2005, 04:45

Versöhnung, Geist und Einigkeit,
für das ganze Gottes-Volk,
danach lasst uns alle streben,
brüderlich an Schwesterhand.

Einigkeit und Lieb` und Treue
sind des Christen Unterpfand,
danach lasst uns alle streben,
brüderlich mit Herz und Hand.
fireangel
 

Beitragvon Uhu-Uli » 30.09.2005, 20:13

Wie geht´s?

Wir tragen unsere Wunden innen.
Angeschossen - wir alle.
Mitten im Frieden,
mitten im Herzen
der Schmerz.

Danke, mir geht´s gut!

Wir leben den Alltag
mit offenen Wunden,
begegnen einander
mit offenen Wunden
lachen und lieben
mit offenen Wunden.

Danke mir geht´s gut!

Wir nennen uns "Freunde",
"Brüder und Schwestern",
"Geliebte",
und sind doch nicht fähig
einander zu heilen.

Wir tragen unsere Wunden innen
aus Angst vor der Wahrheit.

- geht´s gut? Danke!


Angelika Möller
Uhu-Uli
 

Beitragvon panta_rhei » 05.11.2005, 20:04

Leben nach dem Tod
Gibt es das oder nicht
Keiner weiß es

Leben nach dem Tod
Glaube ich das
Oder nicht
Ich weiß es nicht

Aber ich sehe
die verwirrende Angst im Sterben
und die erlösende Klarheit
auf dem Gesicht der Toten

Leben nach dem Tod
zwischen Wissen, Glauben
und Zweifeln
liegt die Ahnung
von etwas anderem
die Hoffnung
auf etwas
das alles Bruchstückhafte meines
Lebens vollendet

und das Vertrauen auf eine Liebe
die mich empfängt

Fanny Dethloff-Schimmer

Einen besonderen Gruß an alle, die sich von dem morgigen Tag besonders berührt fühlen, welche vielleicht trauern,
oder die Antwort auf die Frage: "Was kommt danach" für sich in ständiger Veränderung erleben.
Einen mitfühlenden Gruß an alle, die sich oft so unvorbereitet mit dem Thema Tod und Sterben konfrontiert sehen.

panta rhei
Tausend verschiedene Wege führen zum Großen Geheimnis

Lehre der Navajo - Medizinmänner
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Beitragvon Winnie » 05.11.2005, 21:42

:wink: Seelenheil ist nicht ortsgebunden

Wenn wir meinen
dass unser Seelenheil
gerade anderswo liegt,

und wir uns dorthin
aufmachen,
werden wir vermutlich
feststellen
dass es dort auch nicht
zu finden ist.

Warum schauen wir
so wenig in uns
um ein Stück davon
dort zu finden?
Winnie
 

Beitragvon orig.gabi » 07.11.2005, 10:29

An den Mistral
Ein Tanzlied


Mistral - Wind, du Wolken - Jäger,
Trübsal - Mörder, Himmels - Feger,
Brausender, wie lieb ich dich!
Sind wir zwei nicht
Eines Schoßes
Erstlingsgabe,
Eines Loses
Vorbestimmte ewiglich?
Hier auf glatten Felsenwegen
Lauf ich tanzend dir entgegen,
Tanzend, wie du pfeifst und singst:
Der du ohne Schiff und Ruder
Als der Freiheit freister Bruder
Über wilde Meere springst.

Friedrich Nietzsche
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe ist,
der bleibt in Gott und Gott in ihm.
1.Johannes, 4,16
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Beitragvon der_ortsgeistliche » 07.11.2005, 11:57

Sag beim Abschied leise Servus
Nicht Lebwohl und nicht Adieu
Diese Worte tun nur weh!
Doch das kleine Wörterl Servus
Ist ein lieber letzter Gruß,
wenn mann Abschied nehmen muss.

Siegfrid Tisch
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Beitragvon andreus » 07.11.2005, 11:58

Wohlan,meine Herz:Nimm Abschied und gesunde.... :wink:
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Beitragvon der_ortsgeistliche » 07.11.2005, 12:06

Wolltest du schon gehen? :lol: :wink: 8)
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