Weil Weihnachten kommt (Geschneit hat`s schon)

Selbstgedichtet und verfasst oder entdeckt

Weil Weihnachten kommt (Geschneit hat`s schon)

Beitragvon Huccy » 10.11.2004, 21:26

Hallo zusammen :lol:

Habe dieses Forum einige Zeit beobachtet.
Möchte nun einen "relativen" neutralen Einstand wagen:


Bescherung

Still ist's endlich auf den Strassen
Kerzenlicht in jedem Haus
sich auf Stimmung einzulassen
endlich kam der Santa Claus.

Kirchen sind mal gut gefüllt
Lieder die ein jeder kennt
Priester mal nicht zornerfüllt
Orgel braust als Instrument.

Kinder zappeln in den Reihen
wann macht endlich er nun Schluss
länger wird's man nicht verzeihen
weil die Bescherung warten muss.

Es ist uns zwar ein Kind geboren
in dieser ach so schönen Welt
doch warum in der Kirche schmoren
bekomme nicht mal Schmerzensgeld.

Zuhause die Geschenke locken
ein Jahr nun schon Entbehrung
doch wieder nur zwei rote Socken
da ham wir die Bescherung.
:cry: [/img]
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Einen hab`ich noch

Beitragvon Huccy » 10.11.2004, 21:33

Noch was:

Krippenspiel

Jedes Jahr wird's mir zuviel
gibt's in der Kirche vorm Altar
schon wieder mal ein Krippenspiel
das war ja absehbar.

Maria noch ein bisschen jung
der Josef grade sechs
erbringen die Verkündigung
da ist man echt perplex.

Sie haben zwar den Text vergessen
doch Muttis strahlen in die Runde
da heißt es tapfer ausgesessen
denn Weihnachten braucht man diese Kunde.
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Beitragvon orig.gabi » 10.11.2004, 21:44

Advent, Advent,
ein Lichtlein brennt
und nicht nur eins,
flammt auf,
brennt ab,
bis alles ich
verstanden hab.
:idea:

L.G. G
Zuletzt geändert von orig.gabi am 11.11.2004, 01:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Ad_Astra » 10.11.2004, 21:58

gl.
Zuletzt geändert von Ad_Astra am 22.01.2005, 15:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon orig.gabi » 10.11.2004, 22:04

8)
Zuletzt geändert von orig.gabi am 11.11.2004, 01:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Es lebt - oder?

Beitragvon Huccy » 10.11.2004, 22:24

Hallo originelle Gabi,

habe Dich zum ersten Mal im Männerstammtisch kennengelernt :D
Leider ist da ja zur Zeit tote Hose.
Aber auch Deine anderen Beiträge habe ich mit Interesse gelesen.

Hier nun und nur für Dich noch ein Beitrag:

Planung einer Weihnachtsfeier


1. Dezember

AN: ALLE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER

Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass unsere
Firmen-Weihnachtsfeier am 20.12. im Argentina-Steakhouse
stattfinden wird.....
Es wird eine nette Dekoration geben und eine kleine Musikband wird
heimelige Weihnachtslieder spielen. Entspannen Sie sich und genießen Sie
den Abend....... Freuen Sie sich auf unseren Geschäftsführer, der als
Weihnachtsmann verkleidet die Christbaumbeleuchtung einschalten wird!
Sie können sich untereinander gern Geschenke machen, wobei kein Geschenk
einen Wert von 20 EUR übersteigen sollte.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien eine besinnliche Adventszeit.

Tina Bartsch-Levin
Leiterin Personalabteilung


2. Dezember


AN: ALLE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER


Auf gar keinen Fall sollte die gestrige Mitteilung unsere Türkischen
Kollegen isolieren. Es ist uns bewusst, dass Ihre Feiertage mit den
unsrigen nicht ganz konform gehen: Wir werden unser Zusammentreffen daher
ab sofort "Jahresendfeier" nennen. Es wird weder einen Weihnachtsbaum oder Weihnachtslieder geben.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien eine schöne Zeit.

Tina Bartsch-Levin
Leiterin Personalabteilung


3. Dezember


AN: ALLE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER

Ich nehme Bezug auf einen diskreten Hinweis eines Mitglieds der Anonymen
Alkoholiker, welcher einen "trockenen" Tisch einfordert. Ich freue mich,
diesem Wunsch entsprechen zu können, weise jedoch darauf hin, dass
dann die Anonymität nicht mehr gewährleistet sein wird...... Ferner
teile ich Ihnen mit, daß der Austausch von Geschenken durch die
Intervention des Betriebsrats nicht gestattet sein wird: 20 EUR sei zuviel Geld.

Tina Bartsch-Levin
Leiterin Personalforschung


7. Dezember


AN: ALLE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER

Es ist mir gelungen, für alle Mitglieder der "Weight-Watchers" einen Tisch
weit entfernt vom Buffet und für alle Schwangeren einen Tisch ganz nah an
den Toiletten reservieren zu können. Schwule dürfen miteinander sitzen.
Lesben müssen nicht mit Schwulen sitzen, sondern haben einen Tisch für
sich alleine. Na klar, die Schwulen erhalten ein Blumenarrangement für
ihren Tisch.

Endlich zufrieden?

Tina Bartsch-Levin
Leiterin Klappsmühle


9. Dezember


AN: ALLE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER

Selbstverständlich werden wir die Nichtraucher vor den Rauchern schützen
und einen schweren Vorhang benutzen, der den Festraum trennen kann,
bzw. die Raucher vor dem Restaurant in einem Zelt platzieren.

Tina Bartsch-Levin
Leiterin Personalvergewaltigung


10. Dezember


AN: ALLE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER

Vegetarier! Auf Euch habe ich gewartet! Es ist mir total egal, ob es Euch
nun passt oder nicht: Wir gehen ins Steakhaus!!! Ihr könnt ja,
wenn Ihr wollt, bis auf den Mond fliegen, um am 20.12. möglichst weit
entfernt vom "Todesgrill", wie Ihr es nennt, sitzen zu können. Labt Euch
an der Salatbar und zieht Euch rohe Tomaten rein! Übrigens: Tomaten haben auch
Gefühle, sie schreien wenn man sie aufschneidet, ich habe sie schon
schreien hören, ha...ha...ha!

Ich wünsch Euch allen belämmerte Weihnachten, betrinkt Euch und rutscht mir den
Buckel runter !!!!!

Die Schlampe aus der dritten Etage.


14. Dezember


AN: ALLE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER

Ich kann sicher sagen, dass ich im Namen von uns allen spreche, was die
baldigen Genesungswünsche für Frau Bartsch-Levin angeht.
Bitte unterstützen Sie mich und schicken Sie reichlich Karten mit Wünschen zur
guten Besserung ins Sanatorium. Die Direktion hat inzwischen die Absage
unserer Feier am 20.12. beschlossen.
Wir geben Ihnen an diesem Nachmittag bezahlte Freizeit.

Josef Benninger
Interimsleiter Personalabteilung
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Beitragvon orig.gabi » 11.11.2004, 05:39

@ Suggy,

herzlichen Dank für diesen exklusiven Beitrag nur für mich.
Meine Weihnachtsfeier ist leider schon verplant, mit Termin.
Wann, wo, da schweig ich mal lieber wie
das berühmte Turiner Grabschnupftuch,
um niemanden zu verschnupfen. :lol:

Herzliche Grüße
Gabi :mrgreen:


Übrigens, toller neuer Nick.
Ach wie gut dass niemand weiss, dass ich... :mrgreen:
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe ist,
der bleibt in Gott und Gott in ihm.
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Beitragvon Uli » 11.11.2004, 09:05

Gestern Abend im Tanzkurs: Tanzlehrer gibt bekannt, dass in diesem Jahr zu Silvester eine Gala von der Tanzschule veranstaltet wird und gibt dazu ein paar weitere Infos. Unterbricht eine älter Dame und fragt nach dem Termin... Tanzlehrer überlegt kurz, schaut auf seinen Kalender und gibt freundlich und korrekt Auskunft: am 31. Dezember...
Uli
 

So entstehen Traditionen

Beitragvon Katzenpfote » 23.11.2004, 20:45

Es war einmal vor langer Zeit kurz vor Weihnachten, als der Nikolaus sich auf den Weg zu seiner alljählichen Reise machen wollte, aber nur auf Probleme stieß:

Vier seiner Elfen feierten krank und die Aushilfs-Elfen kamen mit der Spielzeug-Produktion nicht nach.
Der Nikolaus begann schon den Druck zu spüren, den er haben würde, wenn er aus dem Zeitplan geraten sollte.

Dann erzählte ihm seine Frau, daß ihre Mutter sich zu einem Besuch angekündigt hatte; die Schwiegermutter hat dem armen Nikolaus gerade noch gefehlt!

Als er nach draußen ging, um die Rentiere aufzuzäumen, bemerkte er, daß 3 von ihnen hoch schwanger waren und sich zwei weitere aus dem Staub gemacht hatten, der Himmel weiß wohin. Welch Katastrophe!

Dann begann er damit, den Schlitten zu beladen, doch eines der Bretter brach und der Spielzeugsack fiel zu Boden, daß das meiste Spielzeug zerkratzt wurde - Shit!

So frustriert ging der Nikolaus ins Haus, um sich eine Tasse heißen Tee mit einem Schuß Rum zu machen, mußte jedoch feststellen, daß die Elfen den ganzen Schnaps versoffen hatten - is ja mal wieder typisch! In seiner Wut glitt ihm auch noch die Tasse aus den Händen und zersprang in tausend kleine Stücke über den ganzen Fußboden verteilt. Jetzt gabs natürlich
Ärger mit seiner Frau.

Als er dann auch noch feststellen mußte, daß Mäuse seinen Weihnachts-Stollen angeknabbert hatten, wollte er vor Wut fast platzen.
Da klingelte es an der Tür.

Er öffnete und da stand ein kleiner Engel mit einem riesigen Weihnachtsbaum. Der Engel sagte sehr zurückhaltend:
"Frohe Weihnachten, Nikolaus, ist es nicht ein schöner Tag? Ich habe da einen schönen Tannenbaum für dich. Wo soll ich den jetzt hinstecken?"

Und so hat die Tradition von dem kleinen Engel auf der Christbaumspitze begonnen...
Es ist schwieriger, ein Vorurteil zu zertrümmern, als ein Atom.
Albert Einstein; Deutscher Physiker, 1879-1955
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Einen hab' ich noch

Beitragvon Huccy » 26.11.2004, 21:13

DWB (Dienstweihnachtsbaum)-Verordnung für Amtsträger ...


Begriff

Ein Dienstweihnachtsbaum (DWB) ist ein Weihnachtsbaum natürlichen Ursprungs oder einem natürlichen Weihnachtsbaum nachgebildeter Weihnachtsbaum, der zur Weihnachtszeit in Kirchenräumen aufgestellt wird.


Aufstellen der Weihnachtsbäume

Ein Dienstweihnachtsbaum (DWB) darf nur von sachkundigen Amtsträgern nach Anweisung des Vorstehers aufgestellt werden. Dieser hat darauf zu achten, dass
-
der DWB (Dienstweihnachtsbaum) mit seinem unteren der Spitze entgegengesetzten Ende in einen zur Aufnahme von Baumenden geeigneten Halter eingebracht und befestigt wird
-
der DWB in der Haltevorrichtung derart verkeilt wird, dass er senkrecht steht
-
im Umfallbereich des DWB keine zerbrechlichen oder durch umfallende DWB in ihrer Funktion zu beeinträchtigende Anlagen vorhanden sind


Behandeln der Beleuchtung

Der DWB ist mit weihnachtlichem Behang nach Maßgabe des Baubüros zu versehen. Weihnachtsbaumbeleuchtung, deren Flammenwirkung auf dem Verbrennen eines Brennstoffes mit Flammenwirkung beruht (sogenannte Kerzen), dürfen nur Verwendung finden, wenn

- die Amtsträger über die Gefahren von Feuersbrünsten hinreichend unterrichtet sind
- während der Brennzeit der Beleuchtungskörper ein in der Feuerbekämpfung unterwiesener Diakon
mit Feuerlöscher bereitsteht.


Aufführen von Krippenspielen

In Gemeinden mit ausreichendem Personal können Krippenspiele unter Leitung eines erfahrenen Amtsträgers zur Aufführung gelangen. In der Besetzung sind folgende in der Personalplanung vorzusehende Personen notwendig:

- Maria: möglichst weibliche Amtsträgergehilfin oder ähnliche Person
-
- Josef: älterer Amtsträger mit Bart
- Kind: kleinwüchsiger Priester oder Jung-Diakon
-
- Esel und Schafe: geeignete Amtsträger oder Gehilfin
- Heilige Drei Könige: sehr fromme Brüder.


Absingen von Weihnachtsliedern

Zum Absingen von Weihnachtsliedern stellen sich die Sänger unter Anleitung eines Dirigenten ganz zwanglos nach Amtstufen geordnet um den DWB auf. Eventuell vorhandene Weihnachtsgeschenke können bei dieser Gelegenheit durch den Vorsteher in Gestalt eines Weihnachtsmannes an die Geschwister verteilt werden. Zwar ist bei einer solchen Gelegenheit das Besprechen unerledigter Aufgaben aus dem zu Ende gehenden Jahr nicht unbedingt gefordert, jedoch scheint es angebracht, die allgemeine Anwesenheit des Dienstpersonals, äh - der Geschwister, auch für Diensteinteilungen zu nutzen.

Vorgenannte Richtlinien der Verordnung sind in geeigneter Weise im entsprechenden Zuständigkeitsbereich bekanntzugeben und einzuhalten.
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Beitragvon Huccy » 01.12.2004, 20:55

orig.gabi hat geschrieben:@ Suggy,

herzlichen Dank für diesen exklusiven Beitrag nur für mich.
Meine Weihnachtsfeier ist leider schon verplant, mit Termin.
Wann, wo, da schweig ich mal lieber wie
das berühmte Turiner Grabschnupftuch,
um niemanden zu verschnupfen. :lol:

Herzliche Grüße
Gabi :mrgreen:


Übrigens, toller neuer Nick.
Ach wie gut dass niemand weiss, dass ich... :mrgreen:


Nu hab ich's kapiert :P

Hab' nen Beitrag von Suggy gelesen - ICH BIN ICH, woltte sagen: ich bin HUCCY (sind übrigens mein Initalien drin versteckt :wink: )

Dass nur zu diesem Thema, ach ja, wenn noch weitere Gedichte gewünscht werden: einen hab ich immer noch :idea:

Ach wie gut, dass niemand weiß, dass mein Rumpel Heinzchen heißt
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Beitragvon Liebesgruß » 02.12.2004, 16:08

Weihnachten erfahren
heilende Stunden
der ansteckenden Gesundheit
Weihnachten erfahren
heilsame Begegnungen
die Verwundungen vernarben lassen.

Weihnachten erfahren
unerwartetes Entgegenkommen
mitten in verhärteten Beziehungen.

Weihnachten erfahren
strahlendes Aufleuchten
jener oft vergessenen Wirklichkeit:
Gott ist mit uns in allem.

Weihnachten erfahren
hoffnugsstiftender Zuspruch
vor allen Ansprüchen:
gemeint zu sein vor aller Leistung!
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Beitragvon Liebesgruß » 02.12.2004, 16:14

Bethlehem erkennen
im Begleiten von Sterbenden
im Händehalten Gottes Hand erahnen.

Bethlehem erkennen
im Stiften von Gemeinschaft
im Teilen von Brot und Wein Gottes Gegenwart kosten.

Bethlehem erkennen
im Widerstand
Gottes Leidenschaft für die Kleinen ausdrücken.

Bethlehem erkennen
im fairen Austragen von Konflikten
im Erneuern der Verwandlungskraft
eines jeden Menschen.

Bethelehm erkennen
im erotischen Zusammensein der Liebenden
Zärtlichkeit Gottes, hautnah.

Bethlehem erkennen
im Aushalten der Verzweiflung
im Schreien in der Nacht
das Mitschreien Gottes hören.

Behtlehem erkennen
im gemeinsamen Entgegengehen in einen neuen Morgen
im solidarischen Stärken
des Vertrauens in den Aufbruch.
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Beitragvon König und Herold » 03.12.2004, 15:49

Für das kommende Weihnachten etwas Ernstes, aber zu Herzen gehendes aus einer Biographie des Pastors Fritz v. Bodelschwingh, der sich besonders für die Kranken eingesetzt hat in seinen heute weltbekannten Betheler Anstalten:

>>Für Pastor Fritz gab es kein "lebensunwertes Leben", sondern nur Leben aus Gott und für Gott bestimmt. Das wurde besonders deutlich, wenn er mit seinen Kranken Weihnachten feierte. Wieder hören wir ihn selbst über solch eine Weihnachtsfeier mit einer der Allerelendsten. "Nun wandern wir aus dem immer stärker werdenden Jubel des Weihnachtsraumes hinüber in die "Kinderstube".
So nennt man in Siloah das Zimmer, in dem die Allerschwächsten gepflegt werden. Einige von ihnen hat man auch heute in den Betten lassen müssen, weil man sie nicht mehr aufrichten und ankleiden kann. Da liegt eine junge Frau. Der Mann hat sie im Stich gelassen, als die Anfälle immer schlimmer wurden; nun ist sie ungewöhnlich früh in die tiefe Nacht versunken. Wer an ihrem Bett vorübergeht, denkt wohl: was ist da noch für ein Unterschied von dem Leben eines unvernünftigen Tieres ?
Weil sie in ihrer Erregung sonst alles zerreißt und sich selber Schaden antut, muß man ihr meist feste Handschuhe anziehen; und das Gesicht ist so stumpf und die Augen so tot, als wäre alles, was sie einst gewußt, versunken und vergessen. Ich setze mich an den Rand des Bettes.
"Frau S.", sage ich, "wissen Sie, daß heute Weihnachten ist ?" Keine Antwort! Ich suche sie an alte Worte aus der Kinderzeit zu erinnern. Kein Widerhall! Jetzt steckt Schwester Luise ein kleines Bäumchen an, und zwei andere Schwestern richten die kranke Frau ein wenig in die Höhe, stützen den Rücken mit Kissen und drehen den Kopf den Lichtern zu. Da huscht ein Schein über das blasse Gesicht. Es ist, wie wenn über das nächtliche Meer einen Augenblick der Strahl des fernen Leuchtturmes fährt.

Schnell ist er wieder verschwunden, aber das mit Sturm und Wellen kämpfende Schiff hat das rettende Licht gesehen und wartet, bis es wiederkommt. Immer stärker leuchtet der Weihnachtsschimmer in die Augen der kranken Frau; und allmählich breitet sich eine merkwürdige fremde Schönheit auf dem sonst so entstellten Antlitz aus. Nun fangen die Schwestern und meine Frau unnd ich leise an zu singen: "Oh du fröhliche, o du selige". Als wir bei der dritten Zeile angekommen sind, hören wir auf einmal einen tiefen dumpfen Ton; er wird langsam klarer und heller. Schließlich merken wir mit Staunen: unsere arme Freundin singt deutlich und ohne Fehler die zweite Stimme mit: "Welt war verloren, Christ ist geboren, freue dich, freue dich, Christenheit!"

Wir aber hatten das Gefühl, als müßten die Engel im Himmel mit einstimmen in unser Lied.
Zu Weihnachten öffnet auch das tiefste Elend seine Tore. Zu Weihnachten grüßt das Leuchten aus der Ferne auch die, welche im Finstern wandeln. In solchen Augenblickenwird es zur Gewißheit:

Das Beste und Tiefste im Menschenherzen kann keine Krankheit töten" ( Bote von Bethel Nr. 138, S. 9 / 10 )

aus "Ein leuchtend und wärmend Licht - Fritz v. Bodelschwingh" von Th. Kuessner / Verlagshandlung der Anstalt Bethel / Bethel bei Bielefeld / 4. Auflage 1955
Ich bin hier immer auf ein sicheres und wohlgeordnetes Forum bei meinen Besuchen gekommen.
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